Brauchen Unternehmen ein Gewissen?

Analog-Käse, Vattenfall, Finanzkrise - Unternehmen streben nach maximalem Gewinn. Sind ihnen die Interessen der Bürger egal? Braucht Deutschland eine neue Unternehmensverfassung?
  1. #180

    Wieviel Gewissen kann sich jeder leisten?

    Zitat von Fred Heine Beitrag anzeigen
    Unternehmen haben kein Gewissen. So was können nur natürliche Personen haben. Zum Beispiel Unternehmer. Oder Mitarbeiter von Unternehmen.

    Am besten ist aber, wenn die Verbraucher das Ihre zeigen. Dann erledigt sich alles von selbst.
    Meines Erachtens eine Wortspielerei: Woraus besteht denn das Unternehmen? Wohl doch in erster Linie aus dem/den Unternehmer/n der/die das Unternehmen besitzen. Ohne ihn/sie würde das Unternehmen gar nicht existieren ... und die Mitarbeiter? Wie weit kann sich ein Mitarbeiter gegen den/die Firmeninhaber stellen? Beantwortet sich fast von allein.
    Und "last but not least": Verbrauchergewissen!? Wieviel Gewissen kann ich mir leisten, wenn ich von HarzIV lebe? Es ist wohl auch hier doch wieder einmal eher eine Frage des Geldbeutels.
  2. #181

    Der Zorn im Gesicht der Kanzlerin

    Der Zorn im Gesicht der Kanzlerin ist für die Beurteilung der Sicherheit von Atomkraftwerken völlig irrelevant.
  3. #182

    ....

    Zitat von fatalismo Beitrag anzeigen
    Stellen Sie sich mal vor, ich hätte diesen Beitrag...
    Ja, was? Dreimal gepostet? Das haben Sie ... ;-)
    Es gibt eine ganz simple Lösung für unser angebliches "Problem":
    Wenn ein Unternehmen vor die Wand fährt, sollte man auf gar keinen Fall Steuergelder zur Rettung verpulvern, dann regelt der Markt alles von selbst.

    Ach ja, Leveraged Buy-Outs gehören verboten.
    Mir ist z.B. zu Ohren gekommen, dass die sehr profitabel arbeitende Vacuumschmelze in Hanu von einem US-Finanzinvestor (ich glaube Cerberus) "ausgehebelt" wurde; also die haben die Firma mit geliehenem Geld gekauft und dann die Schulden und Zinsen der gekauften Firma aufgebürdet, die deswegen mehr als 1500 Leute entlassen musste.
  4. #183

    Zitat von worm80 Beitrag anzeigen
    Richtig, aber offenbar hat sie Angst, Seehofer und Westerwelle könnten böse werden.
    Also lieber nix tun.
    Motto: I bin a kloan's Pinkerl, i steh' in mei'm Winkerl, und weil i nix ko, d'rum g'lang i nix o.
    Sie ist ja nur Bundeskanzlerin. Paßt scho.
    Hallo,
    noch "schlimmer" ist wohl für SIE das die wähler sie nicht mehr so lieb haben könnten. Es ist ja nun mal so das wenn wer der BOSS ist und die SACHE in die hand nimmt auch entscheidungen trift/treffen muss die nicht populär sind.

    Was mich wundert ist das frau merkel die presse/medien so gut in der hand hat. Wirkliche kritik oder ein hinterfragen und drängen/fordern zum handeln kommt doch in den großen medien wie zb. hier im spon nicht. OK man ist wohlmöglich ein CDU "anhänger" bzw. rechts politisch ABER so wie frau merkel die kritik in der CDU erstickt hat scheint das auch bei der ihr zugenwanten presse zu sein.

    Ich bin zwar links politisch habe aber den spiegel oder jetzt den spon immer als info genutzt um auch zu wissen wie die "andere" seite tickt oder gar besser ist. ABER das sehe ich bezogen auf frau merkel und der rechtspolitik der CDU/CSU/FDP nicht mehr. Hier scheint jede kritik bei den journalisten im keim zu ersticken .

    So wird "ständig" eine PR "masche" übernommen die ansich sehr wirksamm ist was ich so gelernt und erfahren habe. Wenn man eine rede hält oder weis das etwas übermittelt wird also durch medien dann ist es eine PR "masche" das man oft eine sache wiederholt also zb. ICH fordere..., ICH verstehe..., ICH kritisiere..., ICH will... usw usw. Schaft man das so rüber zu bringen wird beim hörer "nur" das eine PR wort hängen bleiben. Das ist ähnlich wie bei schlagzeilen in der yellow press.
  5. #184

    Einfaches Problem ...

    Zitat von Strichnid Beitrag anzeigen
    Antwort: Der Staat, der das erlaubt. So simpel ist das.
    ... einfache Lösung:

    Festlegung eines gesetzlichen Mindestlohns, der bei 100% Beschäftigung genau der ohne Beschäftigung gezahlten ALG-II Unterstützung entspricht, und zwar Netto.

    Das liefe bei einem unverheirateten Paar in "Bedarfsgemeinschaft" bei der einer Arbeiten kann/will (weil ich genau den Fall kenne), der andere nicht, auf gute 9€ die Stunde hinaus. Bei anderen Konstellationen (z.B. alleinerziehend, 3 Kinder -> ca. 1800€) sieht das natürlich anders aus.
  6. #185

    ...

    Zitat von Kulturkontor Beitrag anzeigen
    Entschuldigen Sie, dass ich mich hier einklinke: Nein, dieser Gedanke ist mir noch nicht gekommen. Mir selber wurde eine Stelle als Ingenieur angeboten für ein Gehalt von 2200 Euro brutto monatlich. Überstunden selbstverständlich inklusive.
    Das ist eine Frechheit, so viel kriege ich als Ingenieur aktuell für halbtags!

    Jemand anders hat den Job angenommen. Ich bin fast zusammengebrochen vor Lachen!
    Richtig, solche Leute sind Teil des Problems. Aber zum Lachen ist das nicht. Selten tut Doofheit so weh, wie in solchen Fällen. Hoffentlich kriegt die Mum wenigstens 'ne fette Witwenrente, dann lohnt sich der Deal wieder ...

    Y
  7. #186

    ...

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Das 20. Jahrhundert war durch menschenverachtende Ideologien in der Politik bestimmt, die zu zwei Weltkriegen, einem kalten Krieg und unzähligen Stellvertreterkriegen führten und eine mehr oder weniger internationale Übereinkunft über die Ablehnung jedweder Diktatur und die Ächtung jedweder Menschenrechtsverletzung beförderte.
    Also "positive Entwicklungen durch negatives Beispiel"?
    OK, da kann ich zustimmen.

    Das 21. Jahrhundert wird durch menschenverachtende Ideologien in der Wirtschaft bestimmt werden.
    Geil! Sie können in die Zukunft schauen!
    (ausserdem finde ich die willkürliche Jahrhundertgrenze falsch).

    Die erste weltweite Krise haben wir bereits und trotz allem ist keine Besserung der Verhältnisse in Sicht.
    Das Finanzsystem hat eine Krise, die es selbst verschuldet hat. Das Finanzsystem war und ist das Problem.
    Am Ende des Jahrhunderts und mehrere weltweite Krisen später, mit allen daraus resultierenden sozialen Verwerfungen, hat man hoffentlich daraus gelernt, früher fürchte ich wird nichts passieren.
    Klar lernt die Menschheit, aber doch nicht nur zum Jahrhundertwechsel ...

    Bei der aktuellen Krise hat sie z.B. folgendes gelernt:

    - bescheisse Deinen Arbeitgeber um einen noch so winzigen Betrag und Du kriegst richtig Ärger; es geht schliesslich "um's Prinzip"!
    - bescheisse Millionen von Abhängigen (jeder braucht Geld und hätte gerne mehr ...) und baue richtig Scheisse, mache z.B. Risikogeschäfte mit 3-4-stelligen Mrd.-Beträgen; fährst Du den Karren vor die Wand -> Papa Staat hilft, man ist ja durch seinen Grössenwahn "systemrelevant" geworden; schliesslich geht's "um's Prinzip"!

    ikgnsvfwikk

    PS: heissen Sie eigentlich "Nachrichtengipfel" oder "Neusprech"?

    Y.
  8. #187

    ...

    Zitat von klaus1201 Beitrag anzeigen
    ...und Forke funktionieren wohl kaum noch.
    Aber die Zivilisationsschicht ist verdammt dünn, mit den richtigen 1000 Leuten, richtig eingesetzt steht ganz Europa still.
    Sehr effektiv, dafür braucht die Europäische Union sicher die zehnfache Anzahl Beamter. Plus nochmal zehnmal mehr Lobbyisten.
  9. #188

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Analog-Käse, Vattenfall, Finanzkrise - Unternehmen streben nach maximalem Gewinn. Sind ihnen die Interessen der Bürger egal? Braucht Deutschland eine neue Unternehmensverfassung?
    Was für eine bescheuerte Frage. Kapitalmaximierung ist doch der einzige Sinn des Kapitalismus, warum sollten die Banker auf die Bürger achten? Sie verhalten scih so wie das System es will. Es will nur keiner zugegeben und deshalb versucht die ganze Presselandschaft, das Phänomen lächerlich auf die böse böse GIER des Einzelnen zurückzuführen. Man hätte Marx, Schumpeter usw. usf. halt mal zuhören sollen, statt sie zu verteufeln und parallel einer Theologie des Marktes zu vertrauen. Sobald die Theorie an die Realität stößt kommt halt die "unsichtbare Hand", die ja scheinbar wirklich unsichtbar ist und nur irgendwas "nicht-weltliches" sein kann..
  10. #189

    ...

    Zitat von Rainer Girbig Beitrag anzeigen
    Bei der Berliner S-Bahn, einem Tochterunternehmen der DB, wurde die Wartung kaputtgespart und Sicherheitsstandards missachtet zugunsten der Gewinnmaximierung.
    Eben! Welchen Sinn macht es für ein Transport-Unternehmen, welches sich dem öffentlichen Verkehr verschrieben hat, Gewinn zu machen? Es reicht wirklich vollkommen, wenn sämtliche Kosten (Wartungs- und Investitions-Rücklagen, Gehälter inkl. des Millionen-Gehalts für den Chef usw.) gedeckt sind. Dann kann das Unternehmen leben und seinen Zweck erfüllen und braucht nichtmal zu befürchten, dass irgendein "Feind" es sich einverleibt oder es aushebelt.
    Insofern ist die heutige Unternehmenskultur bei praktisch allen AG's reformbedürftig.
    AGs sollten (IMHO) dazu berechtigt sein, bei Aktiendeals - in egal welcher Grössenordnung - uneingeschränktes Veto-Recht einzusetzen. Wenn der Aufsichtsrat oder die Besitzer nicht verkaufen wollen ... Vor allen Dingen, wenn jemand mit den Anteilen meiner Firma, die er sich von irgendjemand geliehen hat (Short-Selling), Handel treiben will, muss ich das verhindern können ("ich" als Aktionärsversammlung).

    Y