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Billig-Mode - sollten Kunden Discounter boykottieren?

Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
  1. #1

    Einkommen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Eigentlich, klares "ja" bzgl. Boykott! Aber solange der Kunde immer weniger Netto zur Verfügung hat, was sich nächstes Jahr noch wahrlich verstärken wird, braucht man sich darüber eigentlich keine Gedanken zu machen. Der Markt wirds regeln! Wir sind doch schon längst ein Diskounter-Land geworden! Wer kann sich denn wirklich noch generell hochwertige und damit hochpreisige Waren leisten? Selbst die angeblich "Reichen" kaufen schon vorwiegend in Diskounter-Läden ein! Geiz ist eben immer noch geil!
  2. #2

    Zitat von cathys Beitrag anzeigen
    Eigentlich, klares "ja" bzgl. Boykott! Aber solange der Kunde immer weniger Netto zur Verfügung hat, was sich nächstes Jahr noch wahrlich verstärken wird, braucht man sich darüber eigentlich keine Gedanken zu machen. Der Markt wirds regeln! Wir sind doch schon längst ein Diskounter-Land geworden! Wer kann sich denn wirklich noch generell hochwertige und damit hochpreisige Waren leisten? Selbst die angeblich "Reichen" kaufen schon vorwiegend in Diskounter-Läden ein! Geiz ist eben immer noch geil!
    Mal abgesehen von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen.
    Wenn ich mir nach jeder 3. Wäsche was Neues zulegen muss, weil der Plunder total verramscht ist, spare ich nicht wirklich was.

    Billig-Mode hat imho nur einen Vorteil.
    Durch den beständigen Hautkontakt mit dem asiatischen Giftcocktail an Textilchemikalien kann der Körper u.U. zusätzliche Immunkräfte entwickeln.
  3. #3

    Das ist ja lächerlich....

    ...wo glauben die Leute denn werden die sogenannten Markenwaren produziert....der ganze Kram kommt aus Fernost...es gibt in Deutschland so gut wie keine Textilindusrie mehr (auch in anderen Europäsischen Ländern machen die Werke dicht). Wer glaubt weil er in der Edel Boutique vierhundert Euronen für ne Jeans hinblättert, das diese von fleißigen Händen "MADE IN GERMANY" gefertigt wurde, ist wohl eher Betriebsblind. Die Discouter verkaufen über Masse, deshalb können sie kleinere Preise machen, die Marge ist meist einstellig. Die Läden die Markenklamotten vertreiben rechnen da anders..ändert aber nix an der Herkunft der Waren. Die Zollbehörden sollten mal ein Paar Einfuhrrechnungen öffentlich machen, wo dann Markensportschuhe für 3 Dollar EK eingeführt werden und im Laden für 120 Euro liegen. Ich kauf weiter bei den Discountern. Erstens kann ich mir nix anderes leisten und zweitens ändert der hohe Preis in der Boutique nix an den Lebensumständen der Produzierenden...die kriegen vom Gewinn so oder so nix ab...da könnte die Jeans auch tausend Euro kosten.
  4. #4

    Was würde die Bevölkerung der armen Länder machen, wenn die Discounter und all die anderen renomierten Firmen dort nicht produzieren würden?

    Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn dort die Menschen zu unserem Gunsten ausgebeutet werden.
    Aber würde es denen wirklich besser gehen, wenn wir ein paar Euro mehr auf den Tisch legen?
    Ich bezweifel es, da das Geld garantiert nicht an die geht, die es eigentlich verdienen. Es wird vorab abgezweigt für die, die den Hals nicht voll kriegen. Oder an die Politiker des Landes, die sich eh schon schmieren lassen, damit die Arbeitsbedingungen auf dem heutigen Niveau bleiben.

    Aber man sollte sich nicht zu sehr darüber aufregen, sondern sich mal selber an die eigene Nase packen. Natürlich gibt es ausreichend Menschen in diesem Land, die wirklich nicht viel Geld zur Verfügung haben. Aber es sind doch gerade die, die zahlen könnten, die sich die billigen Dinge zulegen und hinterher über die Arbeitsbedingungen jammern. Aber damit prahlen müssen, wie smart sie wieder shoppen waren.

    Ansonsten finde ich beim Artikel die Prozentzahlen für das Beispiel-T-Shirt ein wenig zu ungenau.
    Hat für mich den Eindruck, Behauptung ohne Beleg. Einfach mal ein paar Prozentzahlen zur Stimmungsmache eingefügt?
    Wie wäre es denn mit konkreten Zahlen?
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Diese Frage sollte sich eigentlich nicht stellen, angesichts der Antwort: Natürlich soll man solche Ware nicht kaufen (sofern man es sich finanziell leisten kann).
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
    Ach, da gehören nicht nur die Billigheimer dazu:
    Peek&Cloppenburg vertreiben auch T-Shirts aus Bangladesh und China.
    Ich schrieb an P&C und bekam natürlich eine beruhigende Antwort, die mich allerdings nicht beruhigte.
    Ich werde dort keine mehr kaufen, bei den Billigheimern tue ich das ohnehin nicht.
    Das ist wie mit dem Billigfleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung:
    Lieber weniger, besser und ein bisschen teurer als solch ein Produkt!
  7. #7

    Warum die Jeans von Lidl und Co. so billig sind

    Nun, wer da glaubt, der Mehrerlös den Lidl, Kik oder andere Discounter erwirtschafteten wenn wir mehr bezahlten, flösse nach Bangladesch oder Indien oder in eins der vielen anderen Billiglohn-Länder, der träumt.
    Nein, auch dieses Geld würden sie sich in ihre eigenen Taschen stecken. Es bleibt wohl nur der Boykott, bis diese Ketten sich verpflichten, nachprüfbar für menschliche Arbeitsbedingungen in allen ihren Produktionsstätten zu sorgen.
  8. #8

    billig - find ich gut..

    es ist keineswegs so, dass teure armani jeans im gleichen lager wie "kik jeans" produziert werden. der vorredner hier schreibt leider in unwissenheit und mit dem berühmten deutschen halbwissen. es gibt auch in in china und vietnam extreme soziale unterschiede, geschäftlich wie privat. nicht nur in deutschland. es wird immer wieder vergessen, dass die medien natürlich polarisierende berichte einbringen, um auch hier diskussionen anzuheizen.

    solange wir den globalisierungsprozess vorantreiben kann auch der handel seine positionen ausnutzen. komisch ist nur, dass wir immer nur bei klamotten die arbeitsplatzverhältnisse der "armen" menschen anprangern. was glaubt man denn wo die ganzen teile der computer und autos herkommen? schon mal in so eine fabrik geschaut? da muß ich nicht nach china fahren um zu sehen, dass es arbeitsplatzbedingungen gibt die unsäglich sind. mal abgesehen vom lohn und kinderarbeit. klar.

    wer sich vorher informiert kann auch "global veträgliches" kaufen. aber wer macht sich hierzulande schon die mühe. und ganz ehrlich..das ist wohl kaum noch machbar oder überschaubar.

    selbst der tante emma laden bei uns in der strasse ist an edeka angeschlossen.. und die..? genau..sind an weltweite maktsegmente und einkäufe angeschlossen, damit sie eben die preise machen können. und neben 1 mio yoghurts werden eben auch noch 100k hosen oder teddybären miteingekauft..ein hoch auf die globalisierung.

    achja, wäre vielleicht auch mal interessant die co2 verträglichkeit von produkten zu dokumentieren.. ich glaube da wissen wir erst dann welche auswirkungen die globalisierung auf unsere umwelt hat. aber davon wollen ja politiker auch nix wissen.
  9. #9

    Informieren statt boykottieren

    Die Ware aus Ländern die dadurch glänzen das sie hervorragende Methoden zur Ausbeutung der Bevölkerung entwickelt haben, sollten mit einem Warnhinweis wie "Der kauf dieser Ware gefährdet ihren Arbeitsplatz" versehen werden.

    Dann kann jeder für sich selbst entscheiden ob ihm heute danach ist ein kleine Stück von dem Ast abzusägen auf dem er sitzt.


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