Forum: Wirtschaft
Billig-Mode - sollten Kunden Discounter boykottieren?
Deutsche Discounter bieten Hosen und T-Shirts zu Tiefstpreisen an. Produziert werden die Textilien in Südasien - teilweise unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Sollen Konsumenten nun weniger Billig-Kleidung kaufen, um Druck auf die Handelskonzerne auszuüben?
- #10 27.11.2008 07:17 von Gast100100
- #11 27.11.2008 07:23 von
Dann sollte man
zuerst einmal das Billiglohnland "Ostdeutschland" abschaffen.
@SPON
Warum soweit schauen, wenn wir in Deutschland immer noch enorme Lohngefälle haben, die Leute hier immer ärmer werden und dadurch Lidl, kik und Co. Konjunktur haben?
Ist wie mit Allem. Nicht das Übel an der Wurzel anfassen, sondern die Auswüchse bekämpfen kann es nicht sein. - #12 27.11.2008 07:23 von
*
Dann müsste man den Boykott auf alle Branchen ausweiten, die Steine die unsere Vorgärten zieren werden auch von Kindern in indischen Steinbrüchen gekloppt. Es beschränkt sich auch nicht auf diese Region in ganz Asien treiben unsere Handelsriesen ihr Unwesen - und wissen natürlich von nix, sind betroffen.
- #13 27.11.2008 07:28 von
Ausbeuter, dabei wäre es so einfach und preiswert zu helfen
Erst mal _kann_ eine Produktion in einem Dritte Welt Land praktizierte Entwicklungshilfe sein (und viel besser, als einfach Hilfgüter zu schicken). Fast jedes Land möchte schließlich Produktionsstandort sein (bringt Steuern und Arbeit und Wohlstand).
Ausgenutzt werden dabei _erst_ mal nur wir "reichen" Europäer: Produziert wird einem Billiglohnland mit entsprechendem Preisniveau, verkauft dann in einem mit hohem Preisniveau wie Europa.
Somit ist es für die armen Leute in Dritte Welt Ländern erst mal ein Vorteil: Diese haben Einkommen und müssen nicht hungern.
Wieso diese Firmen aber so extrem geizig sind, nicht einmal die Einkommens- und Sozialstandards eine Dritte Welt Landes zu erfüllen will mir einfach nicht in den Kopf. Wenn die ihre Jeans hier für 12,99 anstatt 11,99 verkaufen würden täte es hier keinem weh, aber wenn dadurch ein Arbeiter praktisch doppelt so viel verdienen würde und in _seinem_ Land damit gut verdient und davon gut leben kann wäre viel geholfen.
Irgendwie muss immer an ein schönes Buch von Charles Lewinsky denken: "Der A-Quotient. Theorie und Praxis des Lebens mit Arschlöchern" - #14 27.11.2008 07:29 von
Wenn sich ein Großteil der Leute nichts anderes leisten kann, dann ist die Frage wohl hinfällig.
Hier müsste die Politik eingreifen, und Strafzölle erheben für Waren, die gegen Sozial- oder Umweltstandards verstoßen, und zwar so hoch, dass sie die hohen Kosten der heimischen Industrie auf Grund sehr hoher inländischer Sozial- und Umweltstandards ausgleichen.
Dann hätten auch die hiesigen Firmen und damit die Arbeitslosen wieder eine echte Chance und könnten sich eventuelle sogar die Kleidung leisten, die sie selbst produzieren. - #15 27.11.2008 07:34 von
- #16 27.11.2008 07:38 von
Zum Thema:" Nur Discounter würden so billig produzieren": Wenn ich mich nicht irre, ist auf dem ersten Foto ein Pullover der Firma Camel zu sehen, der sich auch in meinem Schrank befindet. Billig war der nicht...
- #17 27.11.2008 07:38 von
Grundsätzlich sehe ich bei diesen Discount-Waren zwei Probleme, das erste ist ja zur genüge im Artikel beschrieben, das zweite ist die Ausbeutung der Natur. Die Rohstoffe, meist eben Baumwolle, braucht viel Wasser das widerum der Bevölkerung fehlt, siehe Anbaugebiete in Pakistan. Die Billigkleidung die nicht lange hält ist meiner Meinung nach ein Raubbau an so ziehmlich allem, Menschen und Natur.
Das weitere große Problem was mit Billigarbeit verbunden ist, ist das rapide Wachstum der Bevölkerung in diesen Ländern. Bangladesh hat ca. 150 Mio Einwohner bei einer Landmasse von gerade mal 1,5 x der Fläche von Österreich! Dagegen ist selbst Pakistan dünn besiedelt...
Natürlich ist ein Großteil damit beschäftigt die eigene Versorgung mittels Landwirtschaft zu gewährleisten, aber solange diese Fülle von Arbeitskräften zur Verfügung steht werden sich leider auch, realistisch und nüchtern betrachtet, die Bedingungen nicht ändern.
Immerhin bekommen sie Geld für ihre Arbeit, klingt extrem grausam, ist es leider auch. Liegt aber nicht nur an Europäern sondern es stellt sich immer schon der/die nächste an der/die um wenn nicht weniger, zumindest um dasselbe Geld arbeitet. Das betrifft nicht nur die Textilindustrie aber auch Leute die in die Golfstaaten als Bauarbeiter kommen.
Ich vermeide so gut es geht Ware aus diesen Ländern und den Diskountern hauptsächlich weil ich es als eine immense Resourcesnverschwendung ansehe wie die Rohstoffe behandelt werden und auch wie schon ein Vorredner schrieb, der, leider selbst nicht einfach nachzuweisenden, chemikalischen Belastung der Kleidung.
Na denn, viel Glück bei der Suche nach Kleidung die nicht aus Bangladesch oder Drittländern kommt und nach Knoblauch der nicht aus China kommt... - #18 27.11.2008 07:44 von
Diskounter – nein danke
Ich bin zu arm, um billig einzukaufen.
Nach Ölivenöl- und Eierskandalen und Meldungen über Arbeitsbedingungen, wie in Drittweltländern, mache ich schon seit vielen Jahren einen großen Bogen um Aldi, Lidl und Co. Produkte mit einer Halbwertszeit von frischem Brot halte ich schlechtweg für Unfug. Aus meiner langen Erfahrung als Konsument haben sich gerade in Mode die klassischen Markenprodukte eindeutig bewehrt.
Ein Beispiel: Rahmengenähte Schuhe kosten ein vielfaches einer dieser Billigtreter vom Diskounter, meine halten, gute Pflege vorausgesetzt schon mehr als zehn Jahre.
So spart man heute. - #19 27.11.2008 07:44 von
Mich wuerde interessieren, wieviel eine 10-Euro-Jeans denn kosten wuerde, wenn sie eben in D genaeht wuerde und ansonsten alles wie bei den Bangladesch-Jeans kalkuliert wuerde.
Bei Lohnkosten von 1% sind das also 0,10 cent pro Jeans. Wenn jetzt die deutsche Arbeitskraft das 50-fache verdient, dann sind das 5 Euro. Reichen dann 15 Euro fuer die Jeans oder werden es nur durch Fakrikkosten etc. dann ploetzlich 50?
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