Forum: Politik
Wulffs Rücktritt - ein überfälliger Schritt?
Der Druck war zu groß: Nach der Ankündigung staatsanwaltlicher Ermittlungen in Hannover trat Bundespäsident Christian Wulff zurück. Wochenlang klammerte er sich zuvor trotz ständig neuer Vorwürfe an sein Amt. Ein Rücktritt zum gerade noch akzeptablem Zeitpunkt? Oder hat Wullf das Amt nachhaltig beschädigt?
- #780 19.02.2012 12:09 von
Absolute Zustimmung
Dieses System ist jedoch auch so alt wie die Menschheit. Wir sind heute nicht viel besser.
Es war schon immer so, dass der gesellschaftl. Abschaum sich zur Führung eines Volkes berufen fühlt. So auch bei uns.
Aber: Wenn ich mir das Titelbild mit dem leeren Rednerpult ansehe und vor Augen halte, dass es offensichtlich auch ohne Winkekaspar geht...und auch Geld gespart wird....
Ich finde das Bild einfach nur beruhigend.... so klar, so ehrlich - einfach ungewohnt :-)
Schönen präsidentenfreien Sonntag noch
Steff - #781 19.02.2012 12:10 von
Genau!
Es ist auch diese altlutherische Selbstgerechtigkeit, das moralische Pathos, die Professionalität, mit der dieser Mann immer auf der richtigen Seite steht. Dass dem die Herzen so zufliegen, ist vordemokratisch. Unter dem Strich ist mir ein Windhund im Präsidentenamt immer noch lieber lieber als ein Bußprediger. Er war ein guter Kandidat. Er wäre aber kein guter Präsident.
- #782 19.02.2012 12:10 von
GG Art. 54 ändern!
Antwort:
Davon geht doch die Welt nicht unter und Deutschland existiert trotzdem weiter. Außerdem besteht die Möglichkeit den Artikel 54 im Grundgesetz entsprechend zu verändern. Ob nun der ungeliebte "Frühstücksdirektor" sein Amt später antritt oder nicht - wen interessiert das schon? - #783 19.02.2012 12:10 von
Gauck ist zu geradlinig fuer Frau Merkel.
Ist schon klar, dass Frau Merkel Herrn Gauck nicht vor die Nase gesetzt bekommen möchte.
Der ist zu gradlinig und permanent Erinnerung daran, welche menschlichen Qualitäten gute Politiker haben sollten aber nur selten besitzen.
Er hat vor '89 bewiesen, dass man sich auch in einer Diktatur selbst treu bleiben kann. Sie nicht...
Dieser zu erwartende ständige Vergleich und indirekt die Erinnerung an die nicht aufgearbeitete Blockflöten-Vergangenheit der CDU passt ihr so ja nun gar nicht ins Konzept.
Und letztlich besteht ihr Führungsstil ja nun mal darin sich mit Ja-Sagern zu umgeben. Da passt Herr Gauck natürlich nicht...
Ich bin kein Freund mancher Ansichten des Herrn Gauck in Bezug auf die Gewichtung von Freiheit versus sozialer Sicherheit und anderem. Aber er hat die moralische Autorität und Integrität die diesem Land momentan gut tun würde. Für mich ist er eine gute Option, für Frau Merkel ganz sicher nicht... - #784 19.02.2012 12:11 von
- #785 19.02.2012 12:11 von
Otto Schily
Warum nicht Otto Schily?
- präsidiabel
- intellektuell hervorragend
- gehaltvolle, reiche Vita
- politische und außer-politische Erfahrung
- SPD/Grüne könnten nicht Nein sagen
- inhaltlich auch im bürgerlichen Lager hoch respektiert
Also??? - #786 19.02.2012 12:13 von
- #787 19.02.2012 12:14 von
- #788 19.02.2012 12:15 von
"Gott und die Mehrheit ..."
Den Ruf des Herren hat Herr Gauck schon vernommen, es fehlt nur noch der seiner Herrin. Ob das Frauchen Merkel "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen ... (Präambel des GG)" den Herren anrufen wird?
Unterhirte Gauck visioniert schon jetzt:"Gott und die Mehrheit wird sich fügen."
Im Angesichte eines wahren Christen sind wir alle fügsame Mehrheit.
Danken wir Gott! - #789 19.02.2012 12:16 von
Neue Sicht auf das Amt ist nötig
Es geht doch darum, dass das Amt durch das Parteiengezänk beschädigt worden ist. Ein durchaus fähiger Politiker wie Wulff wurde nur auf Grund der Parteizugehörigkeit gewählt und war mit dem Amt völlig überfordert. Schon allein der Gedanke, dass er aus dem Amt gehen würde, wenn die Bundeskanzlerin ihm das Vertrauen enziehen würde, macht doch deutlich, dass Wulff die Anforderung an das Amt nicht verstanden hatte.
Im Moment sehen wir nur Parteiengeplänkel und KleinKlein weil jeder Mitspracherecht fordert...dabei geht es aber nicht wirklich um das Amt des Bundespräsidenten, sondern nur um den eigenen Vorteil dabei.
Was wir benötigen ist einen Bundespräsidenten, der als erster Mann im Staate auch die Meinung des Volkes gegenüber der Tagespolitik vertritt. Jemand, dessen Sinn für Ehrhaftigkeit nicht in Zweifel zu ziehen ist durch schöde Vorteilsnahme. Schon Köhler ist allerdings daran gescheitert, dass die Politik das Amt völlig deklassiert hat und den Bundespräsidenten zur reinen Vorzeigemarionette umgewandelt hat, der ausschließlich repräsentieren darf...wenn das in die Politik passt. Wenn nun jemand auf diesem Stuhl sitzt, der auch unbequeme Themen anspricht oder gar den Politikern auf die Finger klopft indem er Gesetzt nicht unterschreibt...dann hätten wir jemanden gefunden, der genau auf diesen Platz gehört. Allerdings braucht er oder sie dafür auch die nötigen Befugnisse und sollte meiner persönlichen Meinung nach direkt aus dem Volk gewählt werden. Die Parteien sollten nur das Recht haben Kandidaten zu benennen.
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