Forum


 

Wie hat das Olympia-Attentat 1972 die Weltpolitik verändert?

Vor vierzig Jahren geschah während der olympischen Spiele in München einer der erschütternsten Anschläge der Sportgeschichte. Jetzt - nach Freigabe tausender Dolumente - wird offenbar, dass die deutsche Politik ihr eigenes Versagen vertuschen wollte. Hätte die Katastrophe vermieden werden können? Welche Kosequenzen hatte das Attentat von München?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...Was waren die Auswirkung der damaligen Geiselnahme auf die Weltpolitik?
    Heute wäre die Welt nicht anders als ohne München 1972. Es hätte die Welt sich ebenso verändert, weil früher oder später Ähnliches geschehen wäre. Unserem damaligen neuen Freiheitsverständnis, gerade nach 45 wieder erweckt, wurde die Unschuld geraubt. Allerdings konnten und wollten die Gutmütigen die Dimension der Terrorfolgen nicht erahnen. Das Gleiche geschah für die immer noch nicht Belehrbaren dann noch mal am 9.11.01. Leserbrief zu 38/2001.
    Die Folgen sind damit auch die Einschränkungen der Freiheiten bei Reisen (USA u. Leibensvisitationen) und die Datenüberwachung. Auch unser Sozialverständnis (von wegen alle Menschen sind Brüder!) wurde zunehmend einer kritischen Prüfung/Veränderung unterzogen. Wer gehofft hatte, dass wir uns in Sicherheit wieder der gewohnten Tagesordnung widmen können, der wurde grenzenlos enttäuscht. Denn jetzt bedroht uns spätestens mit dem „Sauerland“ dieser Terror als Eigengewächs. Die Inkubationszeit dauerte ca. 30 Jahre, dann platzten die Bomben.
  2. #2

    --

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vor vierzig Jahren geschah während der olympischen Spiele in München einer der erschütternsten Anschläge der Sportgeschichte. Jetzt - nach Freigabe tausender Dolumente - wird offenbar, dass die deutsche Politik ihr eigenes Versagen vertuschen wollte. Hätte die Katastrophe vermieden werden können? Welche Kosequenzen hatte das Attentat von München?
    Eine Schweigeminute wird es während der Olympischen Spiele in London nicht geben, das empfinde ich als skandalös.
  3. #3

    wenn sie bis heute vertuschen, dann ist ja nicht bekannt, was vertuscht wird. haben sie nicht erfolgreich vertuscht, koennen sie ja nicht mehr vertuschen. ich erwisch die logik hier nicht ganz.

    dass es auf beiden seiten ausgmeachter dilletantismus war, ist bekannt, und, zumindest auf staatlicher seite fast entschuldbar.

    wenn zweiamateure im wettstreit stehen, hat derjenige, welche den ersten schlag ausfuehrt, fuer den rest der auseinandersetzung idr einen schritt voraus. da hilft dann nur noch glueck.

    und bitte, eine italienische lokalgazette berichtet ueber eine moegliche bedrohung der spiele. sofern der artikel profund, und ich dem sommerloch entwachsen war, wieso kontaktierten die journalisten nicht die entsprechenden behoerden in D?
  4. #4

    Wir sind selbst schuld

    Es hat sich nichts verändert. Es wird nach wie vor vertuscht und gemogelt, als ob es kein Morgen gäbe. Typisch für das Handeln der Staatsorgane ist das Verschwinden von Belegen, die das eigene Versagen dokumentieren – siehe die Aktenvernichtungsaktion in mehreren Verfassungsschutzämtern just nach Bekanntwerden der NSU-Morde. Ob 1972 oder 2012 – der Staat spielt immer noch das gleiche Spiel. Machen wir uns nichts vor: Wir sind dafür selbst schuld, denn wir wählen immer wieder Parteien, die dieses Spiel seit Jahrzehnten spielen. Jedes Land hat die Regierung und die Politiker, die es verdient.
  5. #5

    Neue Erkenntnisse?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vor vierzig Jahren geschah während der olympischen Spiele in München einer der erschütternsten Anschläge der Sportgeschichte. Jetzt - nach Freigabe tausender Dolumente - wird offenbar, dass die deutsche Politik ihr eigenes Versagen vertuschen wollte. Hätte die Katastrophe vermieden werden können? Welche Kosequenzen hatte das Attentat von München?
    Gibt es irgendetwas Neues? Sicherlich wird der eine oder andere versucht haben, sich aus der Schusslinie zu nehmen, aber prinzipiell wissen wir das schon schon seit Jahren. Das eklatante Versagen der Polizei ist keine Neuigkeit und findet in der Gründung der GSG9 seine Konsequenz. Viel Rauch um nichts (Neues).
  6. #6

    Mitschuld der Presse?

    wenn ich an die Kameraufnahmen von den vorgehenden Polizisten denke, auf denen die Geiselnehmer deatailliert beobachten konnten was draussen Phase war, frage ich mich vielmehr ob hier nicht (auch) ein Versagen der Presse vorliegt? Aber Journalisten waschen ihre Haende ja grundsaetzlich in Unschuld - Sie berichten ja nur..! (und verdienen Geld damit. Mitunter auch am Tod von Menschen)
  7. #7

    der Beamtenapparat hat versagt

    es war ein unfassbares Versagen der beamtenähnlichen Strukturen, einschließlich des Versagens des Herrn Genscher und Konsorten.

    Ein vergleichbares Versagen wie Jahre später bei der Entführung von Hans Martin Schleyer, desses Versteck, von Bürgern genannt wurde, deren Hinweise unfassbarerweise nie nachgegangen wurde.
    Anscheinend nur deshalb nicht, weil die Meldung von einem Beamten in eine falsche Ablage gelegt wurde.
    Es hätte genügt 1x am Tag alle Meldungen gemeinsam durchzugehen...und diese simple Vorgehensweise muss von einem Beamten im höheren Dienst vorausgesetzt werden; es nicht zu tun, müsste strafbar sein. Man darf ja auch nicht auf die falsche Autobahnseite auffahren nach dem Motto "habs ja nicht gewusst" - ohne eine hohe Strafe zu riskieren.

    Warum den Verantwortlichen von München und dem Kölner Krisenstab somit nie der Prozess gamacht wurde, verstehe ich bis heute nicht.
  8. #8

    Zitat von Dion Beitrag anzeigen
    Es hat sich nichts verändert. Es wird nach wie vor vertuscht und gemogelt, als ob es kein Morgen gäbe. Typisch für das Handeln der Staatsorgane ist das Verschwinden von Belegen, die das eigene Versagen dokumentieren – siehe die Aktenvernichtungsaktion in mehreren Verfassungsschutzämtern just nach Bekanntwerden der NSU-Morde. Ob 1972 oder 2012 – der Staat spielt immer noch das gleiche Spiel. Machen wir uns nichts vor: Wir sind dafür selbst schuld, denn wir wählen immer wieder Parteien, die dieses Spiel seit Jahrzehnten spielen. Jedes Land hat die Regierung und die Politiker, die es verdient.
    hu?

    a) es wird vertuscht und gemogelt, weil es ein morgen gibt
    b) das "typisch" aufgrund eines akuten falls? sie sind typischer langschlaefer, weil sie am sonntag vor 9 nicht aus den federn kommen?
    c) wir waehlen parteien, aber nicht die kader in den aemtern. was ein unterstaatssekretaer so treibt, um seinen posten zu retten, entspricht nicht dem agieren unserer politik.

    die wahre macht in unserem staat liegt bei den top-tier-beamten.
  9. #9

    Vertuschung des Versagens durch die Behörden

    Das war aber doch schon lange bekannt. Wer glaubt bitte denn heute noch einem Politiker oder höheren Beamten? Ich nicht. Die sind alle verlogen und feige.
    Bestes Beispiel ist ein bayerische Minister (FDP), der nach dem verlorenem Bürgerentscheid zur 3. Startbahn sagte, dass die Planungen weitergehen würden. Die lernen es halt einfach nicht.


TOP



TOP