Welche Aufgaben stellen sich Joachim Gauck im Amt des Bundespräsidenten?

Viele positive Erwartungen werden an Joachim Gauck als künftigem Bundespräsidenten gestellt. Nach dem unrühmlichen Abgang seines Vorgängers wird nun manches anders, aber hoffentlich auch alles besser werden. Welches sind die wichtigsten Aufgaben, denen sich Joachim Gauck in seiner neuen Funktion gegenübersieht?
  1. #340

    Zitat von alteunke Beitrag anzeigen
    Sie war als Austauschstudentin in der SU.
    Und auch das steht anders in ihrer Biografie:
    "Während ihres Physikstudiums in Leipzig lernte sie 1974 bei einem Jugendaustausch mit Physikstudenten in Moskau und Leningrad ihrem späteren Mann kennen." So ein Studentenaustausch war für viele Fachrichtungen, bei uns zwischen Dresden und Ostrava für die gesamte Seminargruppe. Das waren Ferienaufenthalte mit Exkursionen - keine Studium.
  2. #341

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    ...

    Für mich sind die, die erst ab Mauerfall ohne große Gefahr mehr eine große Klappe hatten keine Bürgerrechtler.
    Oh wie gut, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der man es sich leisten kann, so etwas zu sagen.
    Bleibt nur die Frage: Wie viele Menschen haben denn genug Mut, sich mit einem Terror-Regime anzulegen?
    Ganz zu schweigen von den Folgen: Gefängnis, Folter, Verhörungen...
    Was war denn mit Sophie Scholl (hat jetzt nicht mit der DDR zu tun, aber sagen wir die Situationen sind ähnlich)? Sie ist gegen das Terror-Regime um Hitler vor gegangen ... und musste dafür sterben.
    Es gibt nicht viele Menschen, die wirklich den Mut haben, ein eventuell tödliches Risiko einzugehen!! Oder möchten Sie freiwillig nach Nordkorea reisen und gegen die dortige Diktatur protestieren??
  3. #342

    Zitat von matthias schwalbe Beitrag anzeigen
    Weil er wahrscheinlich, wie meine Mutter 1977 (damals 50 J.) und mein Cousin 1988 (damals 40 J.) auch einen Antrag stellen musste und diese genehmigt wurde!
    Welch Logik! Wenn alle Anträge einfach genehmigt wurden, dann hätte ja die Mauer nicht gebaut werden müssen. Und es hätten keine Tunnel gegraben werden müssen. Und es hätten keine "Republikflüchtlinge" an der Grenze erschossen werden müssen.

    Nur wer dem Staat nichts nutzte bekam die Genehmigung.
  4. #343

    Zitat von matthias schwalbe Beitrag anzeigen
    Soso, die Damen und Herren Pfarrer mit ihren 3Mark90 Ostgehalt hatten es einfach im Atheistenstaat?

    Ok, Pfarrer mussten nicht körperlich schuften...dafür aber immer an Sonn- und Feiertagen und oft Nachts- Wochenende hatten die kaum.

    Selten auch die Diagnosenummmer 470 (Grippe) wie oft "die Schufter"- 2-3 x im Jahr!

    Manch einer, wie Oskar Brüsewitz verbrannte sich sogar öffentlich...andere "Schufter"- z.B. Berg führten da ihre Brigadetagebücher!
    Wie soll es denn möglich gewesen sein, Pastor zu sein, wenn die DDR ein "Atheistenstaat" war". Unrechtstaat ja, Religiösität wurde zwar behindert, aber war nicht verboten.

    Und es ist mir auch neu, dass Pastoren einen Stundenlohn erhielten.
    Vielleicht auch mit Stempeluhr.

    Und dass die "Schufter" 2-3 x im Jahr krankgefeiert haben, ist eine Beleidigung aller hartabeitenden Menschen in der DDR.

    Aber noch schlimmer ist es, Gauck auf eine Stufe mit Brüsewitz zu stellen. Einem Mann der "aktiv" gegen das Regime "gekämpft" hat. Und dem selbst die evangelische Kirchenleitung nahegelegt hat, doch in den Westen auszureisen, da er die Kirchenarbeit störte und die CDU (DDR) ihn als Geistesgestörten bezeichnete.

    Warum konnte man Gauck nicht einfach als Bundespräsidenten
    akzeptieren, ohne ihn mit einem Heiligenschein zu versehen. Aber einen Privilegierten nun praktisch als Widerstandskämpfer darzustellen, ist eine Diffamierung all derer die ob ihrer Aktivitäten in Bautzen hinter Gittern büßen mussten.
  5. #344

    Zitat von Heimatloserlinker Beitrag anzeigen
    Sie schreiben aus der Sicht eines ehemaligen IM?
    Insgesamt in so verschiedenen Beiträgen kann man meinen Lebenslauf sich zusammenbasteln. Ich schicke Ihnen gerne ein Bild zu, auf dem ich im August 1961 in der Friedrichstraße auf dem ersten Panzer saß, bereit die "Freiheit" West-Berlins zu verteidigen.

    Damit kein Missverständnis entsteht, auf der Westseite.
  6. #345

    Zitat von alteunke Beitrag anzeigen
    Sie war als Austauschstudentin in der SU.
    Wie Berg-neu bereits schrieb: Der Studentenaustauch war eine Ferienaktion. Haben sehr viele DDR-Studenten gemacht, ich auch. Sogar, wie Merkel, auch nach Moskau und Leningrad.
    Das hieß im Klartext, dass wir 2 Wochen in Moskau und dann noch eine Woche in Leningrad waren und dort ein gemischtes Touristen- und Fachexkursionsprogramm hatten. Dabei wurden wir von Studenten unserer Moskauer und Leningrader Partnerhochschulen betreut.
    Und ein paar Wochen später kamen die Russen zum Gegenbesuch.
  7. #346

    Zitat von wilhelm1871 Beitrag anzeigen
    Bleibt nur die Frage: Wie viele Menschen haben denn genug Mut, sich mit einem Terror-Regime anzulegen?
    Ganz zu schweigen von den Folgen: Gefängnis, Folter, Verhörungen...
    Schade, wenn Sie meine Replik nicht verstanden haben .

    Ich hatte mich hier schon mehrfach zu dieser Problematik geäußert und folgendes zum Ausruck gebracht bzw. mich dagegen gewehrt das hier von verschiedenen ( es sind immer die gleichen ) Foristen , die der absoluten Meinung sind, wer sich nicht gegen das "DDR"-Regime gewehrt hat war und ist Mitläufer gewesen, und in der kruden Logik vieler hier schlussfolgert man sei ( weil man sich nicht gewehrt hat ) dann ein Mittäter sei.

    Und zu meinen Satz den Sie ( ganz geschickt ) zitiert haben, sage ich Ihnen folgendes das ich viele kenne die schon seit Anfang 80ziger Jahre aktiv gegen das "DDR" -Regime waren und Entbehrungen mit Knast in Kauf genommen haben.

    Wogegen ich mich verwahrt habe ( das darf ich doch wohl noch sagen, oder eine Meinung dazu haben ) das die Leute als ( fast ) keine Gefahr mehr Bestand , sich als Bürgerrechtler nach oben gespült haben.

    Was hört man heute noch von denen die eingesperrt waren, und welche Rolle die heute in der Gesellschaft einnehmen?

    Ich kann mich auch nicht erinnern das ein Herr Thierse bis 1989 ein aktiver "Bürgerrechtler" gewesen ist, okay er hatte eine Unterschrift verweigert und entlassen wurde, aber sein beruflicher Weg in den staatlichen "Dienststellen" der DDR ging aber anstandslos weiter.

    Okay, im Oktober 89 trat er den neuen Forum bei.

    Welch Leistung, ich sagte im Jahr 1988 schon zum Parteisekretär ( der in jeder kleinen lausigen Bude anwesend war ) das er ein A*******c sei.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  8. #347

    Zitat von Heimatloserlinker Beitrag anzeigen
    In der Volksrepublik China stellt man das Ziel der sozialen Gerechtigkeit (Gleichheit) auch über die Freiheit des Einzelnen ...
    Ich bin dankbar, in einem freiheitlichen Staat zu leben (kann aber auf die FDP trotzdem gut verzichten).
    Was hat die Volksrepublik China mit der Bundesrepublik zu tun.

    Und wie kommen Sie auf die verwirrte Idee Gerechtigkeit mit Gleichheit
    gleichzusetzen.

    Und dann erklären Sie mir mal warum das Grundgesetz die Freiheit des Einzelnen einschränkt um Sie vor dessen Freiheit zu tun was immer er möchte zu beschützen. Also vor der Narrenfreiheit. Wenn ich einen Beamten als AL bezeichne, werde ich strafrechtlich verfolgt, obwohl dieser tatsächlich ein AL ist.

    Schon mal von der französischen Revolution gehört? Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit die nur zusammen gesehen etwas bedeuten. Der Begriff Freiheit alleine ist nichts weiter als ein leeres Schlagwort, das alles oder nichts bedeuten kann.
  9. #348

    Es gaukt ein Gauk solang er gauben kann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele positive Erwartungen werden an Joachim Gauck als künftigem Bundespräsidenten gestellt. Nach dem unrühmlichen Abgang seines Vorgängers wird nun manches anders, aber hoffentlich auch alles besser werden. Welches sind die wichtigsten Aufgaben, denen sich Joachim Gauck in seiner neuen Funktion gegenübersieht?
    Er muß den Grüßgottaugust spielen und Orden verleihen.
    Scharwänzelnde Journalisten werden ihm Huldigen, Speichellecken und
    vor ihm Knien wie die Ministranten, ihm frohlocken und ihn beweihräuchern, wenn seine Ghostwriter ihm mal einen halbwegs klugen Satz in die Rede geschrieben haben. "Sankto subito" werden die Scharwänzeljournalisten skandieren. Ein herumgegauke vom feinsten.
  10. #349

    Optimismus und Lebensfreude

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele positive Erwartungen werden an Joachim Gauck als künftigem Bundespräsidenten gestellt.
    Vielleicht sollten wir weniger Erwartungen an ihn stellen sondern ihm vielmehr die Chance geben, sich in diesem Amt zu entfalten. Dies hätte den Vorteil, dass er nicht zu einem Jasager mutiert, der belanglose Worthülsen unter das Volk streut.

    Gleich was unser neues Oberhaupt von sich gibt, ich würde mich über positive Impulse freuen. Nicht dieses pseudo-nachdenkliche Betroffenheitsgesicht unserer Kanzlerin, sondern frische Lebensfreude, denn wir leben in einem exemplarisch schönen und properierenden Land und dies verdanken wir dieser toleranten und verantwortungsbewussten Bevölkerung.

    Es gibt auch Schatten, allerdings sind diese auf dem Mist einer kleinen Schar asozialer Individuen gewachsen, die vermutlich niemals begreifen werden, dass ein Mensch nicht mehr als "a chicken a day" (Bill Gates) essen kann. Hier bedarf es einer Korrektur und ein Präsident hätte die Möglichkeit der Gier eine neue Ethik entgegen zu halten.

    Allerdings müsste er dann die Welt der Bankette aussen vor lassen, um sich stattdessen dem Pöbel auf der Strasse zu widmen, denn dort mischen sich intelligente Menschen ein, denen etwas an unserem Land und unserer Zukunft liegt.

    Dies wäre ein positiver Impuls, der weitere Gespräche eröffnen würde und uns animieren könnte sich weiter einzumischen, denn dies ist der urdemokratische Gedanke, oder die Gaucksche Freiheit.

    Bei der Einstandsrede auf den braunen rechten Rand hinzuweisen und gleich mal das Kriegsbeil auszugraben ist populistisch und meiner Meinung nach arm, denn wir müssen uns von der Idee der perfekten Gesellschaft irgendwann verabschieden, sofern wir nicht manisch-depressiv werden wollen. Jeder Mensch hat seine Schattenseiten, und so auch die Gesellschaft.

    Aber müssen wir uns mit dieser während der Einstandsrede beschäftigen? Ich denke, es gäbe wichtigeres zu tun.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Welches sind die wichtigsten Aufgaben, denen sich Joachim Gauck in seiner neuen Funktion gegenübersieht?
    Das Volk funktioniert ganz gut, sage ich mal ganz platt, um an die technische Vokabel anzuknüpfen. Das Land funktioniert ebenso und somit geht es uns allen eigentlich sehr gut.

    Allerdings befindet sich das schöne Deutschland kurz vor dem Bankrott, will man unabhängigen Wirtschaftsexperten Glauben schenken und um den Rest Europas sieht es noch ein wenig schlechter aus.

    Von unseren Politikern und deren Hintermännern werden wir vergeblich auf Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit warten, soviel politisches Verständnis haben wir entwickelt. Herr Gauck hat die Möglichkleit Tacheles zu reden, um das Vertauen zwischen dem Volk und deren Vertretern wieder herzustellen.

    Dies würde ich als seine Funktion betrachten.

    Auch Herr Wulff hatte diese Möglichkeit, allerdings hat er sich für etwas anderes entschieden. Hier möchte ich nicht nachtragend sein, denn die Basis der Freiheit ist die persönliche Entscheidung.

    Lassen wir uns überraschen, wie und ob Herr Gauck seine Freiheit nutzt.