Wahl in Griechenland - kann das Land dem politischen Chaos entkommen?

Bei der Parlamentswahl in Griechenland haben die Regierungsparteien dramatische Verluste erlitten. Das linke Syriza-Bündnis könnte als zweitstärkste Fraktion ins Athener Parlament einziehen. Doch es droht Chaos bei der Suche nach tragfähigen Koalitionsmöglichkeiten. Im schlimmsten Falle stehen sogar Neuwahlen an. Was meinen Sie - schafft es Griechenland, dem politischen Wirrwarr zu entkommen? Und was bedeutet die Wahl für Europa?
  1. #30

    Ach ja

    Zitat von Medienbeobachter Beitrag anzeigen
    Die Sparpolitik Merkels ist in Griechenland total gescheitert.

    Die Menschen befreien sich aus dem Würgegriff der Interessenparteien der Vermögenden und wollen das Superreiche wieder Steuern zahlen.

    Die Antisozialkampagnen der bürgerlichen Zeitungen ziehen bei den Griechen nicht mehr.

    Die Oberschicht hat in Griechenland der Bevölkerung zu offensichtlich ihr hässliches Gesicht gezeigt.

    Die Menschen haben begriffen, daß sie selber die Politik in die Hand nehmen müssen und haben ihre Linke zur zweitstärksten Kraft in Griechenland gewählt.

    Da in Frankreich offensichtlich ein Präsident gewählt wird der einen Spitzensteuersatz von 75% für Superreiche umsetzen will, wird die Kaputtsparpolitik von Schwarz/Gelb keine Mehrheit mehr in Europa finden.

    Die aktuelle Antwort auf die Schuldenbremse heisst Millionärssteuer.

    Das bringt in Deutschland 66 Milliarden Euro, worauf auf NRW 16 Milliarden Euro entfielen.

    Das ewige Kürzen an den Lebensniveaus der kleinen Leute käme damit endlich zu einem Stillstand.

    Vielleicht wird Europa bald wieder sozial.

    Die normalen Menschen müssen nur begreifen wer tatsächlich ihr Schutzmacht ist - die Griechen haben es.
    Verstehe einer die Linken: Deutscher Beamter mit 40 Stunden Woche und Pension mit 65 = boese; griechischer Beamter mit 20 Stunden Woche und Pension mit 55 = Opfer des Kapitalismus.

    Hauptsache ne Meinung, Ahnung von der Sache stoert nur.
  2. #31

    Die Griechen haben begriffen, dass die Etablierten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei der Parlamentswahl in Griechenland haben die Regierungsparteien dramatische Verluste erlitten. Das linke Syriza-Bündnis könnte als zweitstärkste Fraktion ins Athener Parlament einziehen. Doch es droht Chaos bei der Suche nach tragfähigen Koalitionsmöglichkeiten. Im schlimmsten Falle stehen sogar Neuwahlen an. Was meinen Sie - schafft es Griechenland, dem politischen Wirrwarr zu entkommen? Und was bedeutet die Wahl für Europa?
    nur nach kräftigen Ohrfeigen mit denken anfangen.
    Wie es sich mal eben wieder in SH / Kiel gezeigt hat, sind die Deutschen dazu zu dämlich.
  3. #32

    Verstehe einer die Anhänger von Marktglauben und straflos käuflicher Politik

    Zitat von brux Beitrag anzeigen
    Verstehe einer die Linken: Deutscher Beamter mit 40 Stunden Woche und Pension mit 65 = boese; griechischer Beamter mit 20 Stunden Woche und Pension mit 55 = Opfer des Kapitalismus.

    Hauptsache ne Meinung, Ahnung von der Sache stoert nur.
    Ist Ihre Vorstellung, dass die Griechen, die kein Einkommen und keine Rente mehr haben, die Parteien wählen sollen, die sicherstellen wollen, dass das in absehbarer Zeit so bleibt?
  4. #33

    Im Prinzip ....

    Zitat von fuchs008 Beitrag anzeigen
    Im Prinzip würde mir der 100%ige Schuldenschnitt für alle Euroländer auch gefallen. Die Renten sind sowieso futsch, aber dann wäre man wenigstens die Staatsschulden los.
    Eine weitere Lösungsvariante ist der Euroaustritt Deutschlands. Der Euro würde dann stark abwerten und alle Länder hätten es einfacher ihre Euro-Schulden zurück zu zahlen. Die starke DM würde dazu noch den Export deutscher Produkte bremsen und so wieder Luft für Wachstum in den Süsländern schaffen.

    Natürlich geht auch eine Kombination beider Varianten...;)
    .... eine Superidee. Nur würde ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone mit nachfolgender Abwertung des Euro de facto zu Schuldenschnitten führen. Deutschland könnte seine 600 Mrd. schweren Target2-Salden endgültig abschreiben. Deutschland ist der größte Gläubiger in der Eurozone.
  5. #34

    Ursache und Wirkung

    Zitat von diathermie Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, dass Griechenlands Wahlen Vorreiter werden, fuer alle Europaeer. Dafuer, dass die Logik des neoliberalen Kapitalismus beendet wird. Dass, wenn Pfruende, Privilegien und Profite beeintraechtigt werden die arbeitende Bevoelkerung (Rentner, Arbeitslose, etc. incl.) platt gemacht wird, das muss ein Ende haben. Das Einvernehmen aus bisheriger griechischer Regierung, EU, EZB und IWF, dass Essen, Behausung und Gesundheit nicht selbstverstaendlich fuer die Menschen sein soll geraet gottseidank ins Wanken... Hoffentlich- tschuess Troika!
    ...werden vertauscht. Die arbeitende Bevölkerung und die Rentner haben von der unseriösen Finanzpolitik, die Geschenke nach dem Gießkannenprinzip an Alle (!) verteilt hat über Jahrzehnte profitiert.
    Mich überrascht immer wieder, wie in den Foren das reine Anspruchs- und Klassendenken dominiert und nach wie vor dauernd die wesentliche Frage ignoriert wird, wer denn diese Gaben erwirtschaften soll.
  6. #35

    Danke für die Aufklärung

    Zitat von Sokrates1 Beitrag anzeigen
    Die Griechen haben den Mut aufgebracht, die Diktatur der Banken zu beenden ! Bravo ! Es kann nicht sein, daß der Profit von Herrn Ackermann durch die Armen bezahlt werden müssen, deren Kinder in der Schule bewußtlos werden,

    WEIL SIE NICHTS MEHR ZU ESSEN HABEN !!!

    Schande auf alle europäischen Politiker, die so etwas zu gelassen haben...allen voran Frau Merkel !
    Der Herr Ackermann und seine Genossen, da haben wir's!
    Und ich habe immer gedacht, die Griechen hätten sich das Geld FREIWILLIG geliehen, weil sie eben gern über ihre Verhältnisse leben wollten, und sich zu keiner Zeit Gedanken gemacht haben, wie sie das denn zurückzahlen sollen. Das habe ich gar nicht mitbekommen, wie Herr Ackermann und all die anderen Banken dem griechischem Volk (!) das Geld aufgedrängt haben.
    Leben in der ersten aller Demokratien keine mündigen Bürger? Die die Verantwortung für Tun tragen können, müssen und wollen?
  7. #36

    Die Wähler haben gezeigt dass auch Politiker nicht sicher vor Eigenverantwortung sind

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei der Parlamentswahl in Griechenland haben die Regierungsparteien dramatische Verluste erlitten. Das linke Syriza-Bündnis könnte als zweitstärkste Fraktion ins Athener Parlament einziehen. Doch es droht Chaos bei der Suche nach tragfähigen Koalitionsmöglichkeiten. Im schlimmsten Falle stehen sogar Neuwahlen an. Was meinen Sie - schafft es Griechenland, dem politischen Wirrwarr zu entkommen? Und was bedeutet die Wahl für Europa?
    Das Wahlergebnis ist vermutlich auch durch viel Glück erreicht worden, aber es kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.

    In der Praxis könne die Etalierten zeigen, dass sie auch mehr können als Politik zulasten der „kleinen Leute“ ohne Lobby zu machen. Die griechischen Wähler haben aber der Konkurrenz eine Gelegenheit gegeben mit besseren Argumenten zu überzeugen, und sie haben den Etablierten eine knallrote Karte gezeigt. Sie haben ihnen wohl unmissverständlich klar gemacht, dass sie bei der nächsten Wahl auch auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt werden könnten.
  8. #37

    kurzer Spass

    Zitat von Medienbeobachter Beitrag anzeigen
    Die Sparpolitik Merkels ist in Griechenland total gescheitert.
    Die Menschen befreien sich aus dem Würgegriff der Interessenparteien der Vermögenden und wollen das Superreiche wieder Steuern zahlen.
    Die Antisozialkampagnen der bürgerlichen Zeitungen ziehen bei den Griechen nicht mehr.
    Die Oberschicht hat in Griechenland der Bevölkerung .....
    Da übersehen Sie etwas. Wenn Sie den "Reichen" und den "Eliten", ich rede da lieber von Leistungsträgern, Unternehmern und Arbeisplatzschaffern zu sehr auf die Füsse treten - dann hören die einfach aus mit dem Leisten, Unternehmen und Arbeitsplätze schaffen. Die gehen dann. Diese Steuer kassieren Sie garantiert nur ein mal.
    Das ist heute anderes als vor 100 Jahren, wo man die Fabrikbesitzer noch gängeln hätte können - die konnten nicht so ohne weiteres weg, so eine Fabrik ist nicht so leicht verpackt und woanders wieder aufgebaut. Das ist heute anderes. Sowohl die Unternehmen, als auch die gutausgebildeten Fachkräfte und Firmenbesitzer können ohne weiteres die Zelte woanders aufschlagen. Tun ja auch schon genug. Werden aber noch mehr, wenn man sie zu sehr auspresst. Und dann?
    Ich wäre da vorsichtig mit der Steuerquälerei.
  9. #38

    50 Sitze für stärkste Partei reserviert?

    Was ist denn das für eine Demokratie, wo nach der Wahl für die stärkste Partei zusätzliche 50 Sitze reserviert sind? Bei 300 Mandaten ergibt das eine Wahlverfälschung von 17 Prozent!
    Pasok und Nea Democratic kommen zusammen auf rund 35 Prozent der Wählerstimmen. ND erhält die 50 zusätzlichen Sitze und beide haben damit eine Mehrheit von 52 Prozent in Parlament. Das ist undemokratisch!
    Roland Knopf
  10. #39

    Zitat von celino Beitrag anzeigen
    .... eine Superidee. Nur würde ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone mit nachfolgender Abwertung des Euro de facto zu Schuldenschnitten führen. Deutschland könnte seine 600 Mrd. schweren Target2-Salden endgültig abschreiben. Deutschland ist der größte Gläubiger in der Eurozone.
    Abschreiben muss „Deutschland“ sowieso.

    Die Frage ist nur, ob es vor allem die Gläubiger sind, oder ob die Gläubiger die Politiker dazu bringen, die Risiken für ihre Geschäfte auf die Steuerzahler abzuwälzen.