Die Piraten in Berlin haben es schon gefordert: freie Fahrt für alle in den öffentlichen Verkehrsmitteln! Und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung lag der Forderung bei. Was zunächst als Provokation gedacht war, wurde inzwischen von der Stadt Leipzig für Autofahrer als Aktion wegen der hohen Spritpreise praktiziert. Ist die generelle Freifahrt für alle in Bussen und Bahnen eine realistische Lösung für den Stadtverkehr?
Busfahren wird in meiner Heimatstadt folgenderweise bezuschusst:
a) es gibt Busse und 2 längere Straßenbahnlinien mit Y-Enden
b) die Einzelfahrscheine kosten 2-3 Euro
c) die öffentliche Hand bezuschusst jedes Ticket mit 5-7 Euro steht in der Zeitung
Schlaue Leute haben ausgerechnet, daß Busse und Bahnen total ineffektiv wirtschaften. Es wäre billiger, wenn alle Fahrgäste Taxis oder Sammeltaxis nehmen würden.
Aber es ist bekannt, daß über die zuständigen Stadtwerke alle möglichen Dinge quersubventioniert werden. Der Schuldenstand ist immens, die Transparenz ist minimal.
Fazit:
Es wäre ein total falscher Ansatz, die verfahrene Sache mit Freikarten aufzulösen.
Am Ende wird das System noch schlechter und die Kosten für die öff. Hand noch höher.
Richtig. Ganz „umsonst“ kann so etwas natürlich nicht sein. Aber ich denke, es würde sich lohnen, mal eine Rechnung (In Form einer Kosten-Nutzen Analyse) aufzumachen, die die Einsparpotentiale zusammen mit der besseren Ausnutzung des ÖPNV …
… gegenüber den bisherigen Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf abzgl. Kosten plus einer allgemein von der Stadt erhobenen Gebühr vergleicht.
Wenn diese bestätigte, dass eine solche Gebühr (oder Abgabe) deutlich günstiger ausfiele, so würde eine entsprechende Regelung durchaus Sinn machen.
Vom Umweltgedanken einmal ganz zu schweigen.
Naja, Schwerlast-LKW, Planierraupen und Panzer.. *gg
Leider erlaubt einem der "Staat" keinen kostenlosen Zugriff auf alle Statistiken, die er so führt, bzw. macht es einem relativ schwer, aus den kostenlosen Downloadbereichen die Daten selber zusammenzuführen..
Auch als Dauerstatistiker bin ich zu geizig, für jede kpl.-Statistig zu zahlen.
Aber zumindest aus den letzten knapp 5 Jahren haben ich mal eine Statistik aus den kostenlosen Daten erstellt:
Das KBA ordnet jede Neuanmeldung nach ihrem (Norm)Schadstoffausstoss ein.
PKW (und Lieferwagen) bis 120g/CO2/km, zwischen 120 und 160, zwischen 160 und 200 und über 200.
Dabei bedeuten:
CO2g/km - Verbrauch Benzin/l/100km - Verbrauch Diesel/l/100km
120 - 5,15 - 4,55
160 - 6,87 - 6,06
200 - 8,58 - 7,58
In der Praxis werden diese Normverbräuche natürlich meist um 10-30% überschritten, bei Maximalgeschwindigkeit ggf. sogar um 100%.
Die Gesamt-Zulassungszahlen von 2008 und 2011 sind nahezu identisch.
Dabei haben sich die Zahlen der Neuzulassungen für Fahrzeuge bis 120g CO2/km rund vervierfacht (+300%).
120-160 hat sehr gute 22% Steigerung.
160-200 hat sich mehr als halbiert.
Über 200 (schon vorher minimal) hat noch einmal um weit über 60% abgenommen.
Exoten ohne Angabe sind um über 80% zurückgegangen.
Um 57% aller Neuzulassungen betreffen aktuell die Verbrauchsklasse 120-160g CO2/km, also im Schnitt 5-6l Diesel/Benzin/100km Normverbrauch.
ca. 22% die Klasse mit bis zu 4,5-5l Diesel/Benzin/100km Normverbrauch.
ca. 16% die Klasse mit einem Schnitt von 7-8l Diesel/Benzin/100km Normverbrauch.
knapp 5% über 7,5 - 8,5l Diesel/Benzin/100km Normverbrauch.
Datenquelle: KBA Neuzulassungen
Es gibt auch kostenlose:
Verkehr - Ökonomische Aspekte
Haben Sie Ihre blödsinnigen Zahlen:
aus so einer Statistik?Zitat von Dengar
Wieso gehen Sie nicht darauf ein, dass Sie hier versucht haben, Lügen und Unsinn zu verbreiten?
Oder sind Sie sich dessen nicht einmal bewusst, sondern auf andere Lügen hereingefallen und glauben alles, was Ihnen sektenhaft untergejubelt wird?
Keine 5% der Neuanmeldungen kommen über einen realistischen Verbraucht von 10-11l/100km.
Dennoch behaupten Sie, dass alleine 20% aus SUV(s) bestehen, die über 20l/100km verbrauchen.
Damit sprechen Sie einen wichtigen Aspekt an, nämlich die Frage, ob das Verhalten der Menschen grundsätzlich mehr unter dem Freiheitsaspekt oder unter einem Reglementierungsakepekt bewertet wird.
Nehmen wir den reglementierenden Ansatz, kommen wir zwangsläufig in ein immer dichteres Geflecht diverser Notwendigkeiten, Ansichten, Ansprüche, die je nach Sichtweise doch auch sehr verschieden werden können.
Für Bürger A -gutbezahlter Angestellter mit viel Stress- mag es ungemein wichtig sein, ein paarmal pro Monat mit seinem Superporsche (oder was auch immer) rein freizeitmüssig auszufahren. Dsa ist wichtg. Möglich, daß dabei pro km viel Benzin verbraucht wird. Zur Arbeit kommt er gern mit der BahnCard 100, die der Chef bezahlt. Ist halt so.
Bürger B -Rentnerin mit viel Freizeit- dagegen wohnt in einem Dorf und fährt im Prinzip täglich 1 Stunde Auto. In Baumarkt, zur Rassehuhnausstellung, zum Landfrauenmuseumsverein oder zur Tante Else, um Einmachgläser und alte Tischdecken zu besichtigen. Das ist wichtig.
Bürger C fährt meistens Rad, aber auch mal gern weit mit der Familie und Auto spontan in Urlaub in Deutschland und Europa. Egal wohin, das ist eben die Freiheit, sich das nach Wetter und Laune zu überlegen. Lebensqualität, Leben. Wichtig.
Fazit wäre hier:
Alle verbrauchen Benzin, vielleicht sogar gleich viel. JEdem ist das was er tut wichtig. Alles bewegt sich im Rahmen des Üblichen.
Wenn wir anfangen genau abzuwägen was wichtiger ist, dann geraten wir in eine zwanghafte Gesellschaft, in der man sich für jedes Verhalten eine Rechtfertigung überlegen muss.
Die meisten Leute werden nicht Unmengen von Sprit sinnlos verballen. Dafür ist er schlicht zu teuer. Wenn Rennflosse mal 210 fahren will-na und? Ich bilde mir nicht ein, dass meine Maßstäbe auch für alle anderen gelten sollen.
In meiner Kleinstadt gibt es einen "Obergrünen", der ständig andere belehrt, wie umweltschädlich das Autofahren ist. Er fährt immer mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Was er nicht erzählt: Seine beiden Kinder hat er jahrelang jedes Wochenende zu Sportveranstaltungen kreuz und quer durch Deutschland gefahren. "Das ist natürlich etwas ganz anderes!"
Solche Leute liebe ich.
Bei Ihnen kann ich nur hoffen, dass Sie sich nur im Netz so gerieren; Ihrem Herzen würde das in der Realität nicht gut bekommen.
Soviel zu den Freundlichkeiten.
Mich persönlich juckt das nicht, wenn Sie hier versuchen den Besserwisser; alias: Klugscheisser; zu spielen.
Nur zu.
Nur sollten Sie Ihre Mitdiskutanten über Ihre scheinbaren Quellen nicht im unklaren lassen.
So long.