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Stuttgart 21: Ein guter Schlichterspruch?

Gut fünf Wochen haben Gegner und Befürworter von Stuttgart 21 ihre Argumente ausgetauscht. Nun hat der Schlichter sein Votum präsentiert: Heiner Geißler hält die Fortführung des Bahnprojekts für richtig. Allerdings nur mit entscheidenden Verbesserungen. Was halten Sie von seinen Vorschlägen?
  1. #350

    ...

    Ein Schlichterspruch, der keiner ist, verspricht vielleicht kurzfristige Erfolge. Langfristig wird der Zorn in der Bevölkerung durch solche Tricksereien aber soweit wachsen bis irgendwann der Kessel platzt. Auf den Tag der Abrechung freue ich mich schon.
  2. #351

    Das Ergebnis war zu erwarten..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    G...Heiner Geißler hält die Fortführung des Bahnprojekts für richtig. Allerdings nur mit entscheidenden Verbesserungen. Was halten Sie von seinen Vorschlägen?
    Nichts.
    Geißler ist im Zweifelsfall auch einer von denen, die sagen:
    Geplant ist geplant. Baubeginn ist Baubeginn.

    Also weiterbauen, wie gehabt.
    Das ist eben - konservativ.
    Da könnt' ja jeder kommen.
    Der Bund ist verschuldet, die Bahn ist verschuldet, das Land BaWü ist verschuldet - in der gesamten Republik brennt es im Bahnnetz infrastrukturell an allen Ecken und Enden.

    Bröckeliges Signalnetz, Langsamfahrstellen, Investitionsstau.

    Aber so'n Klopper in Stuttgart, der muß her.
  3. #352

    Zitat von Juergen Wolfgang Beitrag anzeigen
    Die Befürworter kommen mir wie kleine Kinder vor die vehement festhalten am Spielzeug.
    Eher wie Berufspolitiker, die in weiser Voraussicht eines aprupten Karriereendes, ihren zusätzlichen Pensionsanspruch in der freien Wirtschaft geltend machen.
  4. #353

    Zitat von helmers Beitrag anzeigen
    Es bleiben sehr viele Fragen bei der Schlichtung offen. Wer verdient eigentlich an den Milliarden für S 21? S21 ist weder besser und billiger oder sogar weniger Verkehrs effektiver als K21. S21 blockiert zudem die anderen anliegenden wichtigen Verkehrsvorhaben. ...
    Wer verdient denn an den Milliarden für K21 und die anderen wichtigen Verkehrsvorhaben? Das Geld für S21 steckt sich doch der Grube nicht in die Tasche. Von dem Geld wird auch etwas gebaut, es haben Bauarbeiter, Planer, Hersteller der Bahntechnik ein paar Jahre Arbeit.
  5. #354

    Dann baut mal schön, wir habens ja

    Wir werden das mit höheren Steuern und Gebühren bezahlen und selbst unsere Kinder und Enkel werden wegen dem gewaltigen Schuldenberg, der uns von den Regierenden eingebrockt wurde, noch lange bezahlen. Jetzt werden einige aus der regierenden Ecke" sagen, dass der Schuldenberg vergleichsweise kleiner ist als in anderen Ländern, die haben eben auch keinen Daimler, keinen Bosch, keinen Porsche usw.

    Die heuchelnde Politikerkaste gehen mir zwischenzeitlich ganz schön auf den Nerv.
  6. #355

    Zitat von brunnets Beitrag anzeigen
    Hääte man sich aktiv zumindest über die Ergebnisse der unterschiedlichen Gespräche informiert, so wäre einem aufgegangen, daß diese Erweiterung auf 10 Gleise mehr oder weniger unumgänglich ist, um zumindest eine relative Leistungsfähigkeit zu erhalten ...
    Und warum schafft man anderswo das doppelte mit nur acht Gleisen?
    Ein Durchgangsbahnhof benötigt nun mal deutlich weniger Gleise als ein Sackbahnhof.
    Das wird die Bahn sicher auch mit Ihrer Computersimulation nachweisen können!
  7. #356

    Leistung in bezug auf was?

    Zitat von happy2009 Beitrag anzeigen
    Geisler sagte wörtlich:
    Wesentliche Ziele werden nicht erreicht
    Finanzierung unsicher
    War das auf S oder K 21 gemünzt?
    Natürlich war es ein wesentliches Ziel von S21 den Flughafen mit dem ICE anzufahren. Nur ist das Ziel sinnvoll? Ein Umweg für alle Züge auch wenn in 10 Jahren dann kein einziger ICE mehr dort halten wird, wie von anderen Flughäfen in ähnlicher Größe bereits bekannt?

    Frau Gönner hat in der ARD nach 20.15 Uhr ja ziemlich mit dem Stresstest rumgeeiert. "... 30 % mehr ..."
    Die S21-Fraktion möchte das natürlich auf einen Test reduzieren, wo der super moderne Bahnhof S21 nachweist, dass er 30 % mehr leisten kann als der bestehende Fahrplan. Da wird schon wieder getrickst. Der bestehende Fahrplan ist aber nicht die Leistungsgrenze des bestehenden Bahnhofs.

    Für mich darf S21 gebaut werden, wenn nachgewiesen wurde, das S21 30 % mehr leisten kann als ein reformierter Kopfbahnhof.
  8. #357

    Eher eine schallende Ohrfeige

    für die bisherige s21 Planung.
    Feststellung 1: Es muss gewaltig "nachgebessert" werden und moderne Planungsverfahren werden nachträglich angewandt.
    Feststellung 2: S21 wird deshalb fortgesetzt weil es rechtlich für die Bahn machbar ist und es keine K21 Planung gibt. Die fehlende K21 Planung ist ebenfalls den ursprünglichen Planern/Entscheidern von S21 anzulasten.
    Feststellung 3: Es wird teurer.

    Katastrophaler kann ein Urteil über eine beschlossene Planung gar nicht ausfallen. Sie ist nur sehr, sehr nett formuliert worden. Auf das niemand sein Gesicht verliere.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gut fünf Wochen haben Gegner und Befürworter von Stuttgart 21 ihre Argumente ausgetauscht. Nun hat der Schlichter sein Votum präsentiert: Heiner Geißler hält die Fortführung des Bahnprojekts für richtig. Allerdings nur mit entscheidenden Verbesserungen. Was halten Sie von seinen Vorschlägen?
  9. #358

    ...

    Wann endlich kapieren deutsche Medien mal, dass Politik nichts ist, was sich mit Kategorien des Sports behandeln ließe. Der Sinn von demokratischer Politik ist nicht, Sieger oder Verlierer zu produzieren, sondern bessere, möglichst die besten, Lösungen für die Menschen auf den Weg zu bringen.

    Dass Schlichtung hier das zugrundeliegende Problem löst, stand von vornherein nicht zu erwarten. In beklemmender Dichte indes legte das Marathon die zahlreichen Defizite des Projekts offen - und so sollte man Heiner Geißlers Begründung für seinen Spruch schon ernst nehmen:

    S21 sei nicht etwa weiterzubauen, weil es die "bessere" Lösung darstelle, sondern weil angesichts der zu befürchtenden "Kosten" ein Projektabbruch zu teuer käme und er zudem auf rechtlich zweifelhaften Beinen stünde.

    Kurzfrist-gedacht mag man dies als "Sieg" für Mappus ansehen - jedoch steckt da der Teufel im Detail. Und das dürfte rasch zutage treten, wenn der flüchtige Lärm der "Siegesfeier" erst einmal verflogen ist.

    Denn Stuttgart wird nun - nach wie vor - via gigantischem Milliardenaufwand und einer mehrere Wahlperioden andauernden Bauzeit mit einen nunmehr ausgewiesen zweitklassigen Neubahnhof beglückt werden. Daran wird wenig bis nichts bleiben, was man sich bald noch gerne ans Revers heften wollte - wie geisterfahrender Journalismus dies zum "Gütesiegel" umdeuten kann, bleibt mir ein Rätsel,

    Vor allem der Landesregierung fehlte die Einsicht, dass diese Schlichtung vor allem eine Chance für sie war: nämlich jene, dieses drohende Dilemma noch abzuwenden. Man verschmähte sie - und von nun an wird es halt an Regierung wie Bahn kleben wie Pech.

    Hierzu beitragen wird auch, dass ein zu vermutendes Hauptmotiv - sozusagen die "smoking gun" - für das Zustandkommen des Unvernunfts-Projektes, nämlich Grundstücksspekulation - schwer torpediert aus der Schlichtung hervorgeht.

    "Siegeswahn" bedeutet hier lediglich konkrete Gefahr für eine weitere, überaus wohlmeinende Mahnung Geißlers. Denn er beklagte völlig zu Recht, dass es überhaupt so weit hat kommen können und mahnte massiv entsprechende Verfahrensänderungen an.

    Vor der persönlichen Leistung Heiner Geißlers indes bleibt uneingeschränkt der Hut zu ziehen - was aber zugleich auch einen bedenklich langen Schatten auf unsere heute aktive Politik-Elite wirft.

    Und so kann ich nur einen Vorredner zitieren: "Siege sehen anders aus...". Schon - weil: Spiele vergehen - Bahnhöfe aber bleiben...
  10. #359

    Zitat von Werner655 Beitrag anzeigen
    Es ist Ihnen wohl entgangen, dass Geißler das gesamte Projekt zerlegt hat. Besser gesagt: Die S21-Gegner haben überzeugend die hauptsächlichen Argumente der Betreiber widerlegen können.
    Man will immer nur das sehen was man will
    Zwecklos
    Am besten schieben Sie Geislers Spruch auf Sachzwänge








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