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Sollte der Westen die Protestbewegungen in Arabien stärker unterstützen?

Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
  1. #1

    Tatsächlich war Ägypten eines der Länder, in die Bush Verdächtige zwecks Folterung einfliegen liess. Sollte dann gerechterweise nicht auch Bush vor ein Gericht gestellt werden?

    Und ja, ich bin der Meinung dass der Westen den Demokratisierungsprozess in der arabischen Welt stärker unterstützen sollte. Auch wenn es zu Entscheidungen kommen kann, die nicht genehm sind. Sonst verliert der Ruf nach Demokratisierung und Reformierung traditioneller islamisch geprägter Gesellschaften jede Glaubwürdigkeit. In den arabischen Ländern gibt es genügend junge Leute, welche Arbeit und Wohlstand erringen wollen. Diese werden sich einer fundamentalistischen, isolierten Haltung entgegenstellen. Zudem kann es nichts schaden, wenn Israel begreift, dass zum Frieden auch Zugeständnisse gehören. Auf Dauer ist die gegenwärtige Situation so oder so instabil.
  2. #2

    Problem: Glaubwürdigkeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
    Mal ehrlich, bisher hat der Westen mit den nordafrikanischen Diktatoren ganz gut kooperiert. Die sorgten für Ruhe und Ordnung (bei Folter für Islamisten wurde dann auch gern weggeguckt)und dafür gab es "Entwicklungshilfe".

    Dieses unausgesprochene Abkommen ist nun offenbar hinfällig. Was also tun? Wegschauen, bis ein Sieger feststeht? Ignorieren? Helfen? (Wie denn?)

    Das Problem ist, das man, egal welcher Schritt folgt, ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. Deshalb, und auch weil es an Ansprechpartnern (noch) mangelt, gibt wohl es bisher nur zurückhaltende Schritte in Richtung Befreiungsbewegungen.
  3. #3

    Die Protestbewegung eine Gefahr für den Westen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
    Der Westen hat einen Diktator unterstützt, der sich unglaubliche Menschenrechtsverletzungen begangen hat, der 40 Milliarden US$ zusammengerafft hat!
    Da sind die angeprangerten Menschenrechtsverletzungen der Taliban vor 2001, des Irak vor 2003 und des Iran ab 1978 doch im Vergleich harmlos!
    Die Demokratie des Westens bedeutet: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing, dessen Partei ich wähl!
    Angeblich hat es nichts Besseres als die westliche Parteiendemokratie???
    Freiheit - ein selbstbestimmtes Leben führen, geht im Westen nur mit viel Geld, wer nix hat, muss sich zu jeden Preis verkaufen! Die Menschen leben unter ständiger Existenzangst! Sollte der Westen der Demokratiebewegung helfen, oder die Demokratiebewegung den Menschen in Westen?
    Dies lässt hoffen: http://www.heute.at/news/welt/Kuwait...;art414,516147
  4. #4

    Die müssen sich selbst helfen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
    Afrika (auch der Norden Afrikas) muss sich endlich selber helfen. Die Neigung dem Westen für alles die Schuld zu geben ist sehr verbreitet (auch im Westen selbst). Totalitäre Herrscher nicht aktiv zu unterstützen ist völlig ausreichend.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
    Es sind innenpolitische Probleme, die jedes Land für sich lösen kann und lösen muß. Westliche Staaten haben sich hier herauszuhalten.
  6. #6

    Unsere Kanzlerin sagt,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
    „Die ganz schnelle Wahl als Beginn eines Demokratisierungsprozesses halte ich für falsch“, sagte Merkel mit Blick auf ihre eigene Erfahrung bei der deutschen Einheit.



    So so Fr. Merkel, dann hätten Sie ja mit Honnecker oder Egon Krenz den friedlichen Übergang aushandeln können.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  7. #7

    Zitat von off_road Beitrag anzeigen
    .. Totalitäre Herrscher nicht aktiv zu unterstützen ist völlig ausreichend.
    Ihr Wort in unserer Politiker Gehörgang.

    Leider passiert das Gegenteil. Indem man Wirtschaftsbeziehungen zu noch so korrupten Regimen fördert und gestattet, ohne sie an reale Verbesserungen zu knüpfen, pampert man Staaten und deren Machthaber.

    Alles zum Wohlgefallen des Götzen Wirtschaft.
  8. #8

    Zitat von off_road Beitrag anzeigen
    Afrika (auch der Norden Afrikas) muss sich endlich selber helfen. Die Neigung dem Westen für alles die Schuld zu geben ist sehr verbreitet (auch im Westen selbst). Totalitäre Herrscher nicht aktiv zu unterstützen ist völlig ausreichend.
    Absolut richtig. Vor allem werden die folternden Polizisten nicht einfach verschwinden, wenn das Regime wechselt. Das ist auch eine Mentalitätsfrage. Um die 30 Jahre Mubarak aufzuarbeiten und nicht einfach alten Wein in neuen Schläuchen zu bekommen wäre ein Aufarbeitungs- und Versöhnungsprozess nötig, wie ihn Südafrika erfolgreich absolviert hat.
  9. #9

    Armutszeugnis für den arabischen Raum

    Es ist ein Armutszeugnis für den arabischen Raum, das MuBarak über die letzten 20-30 Jahre noch der beste ihrer Herrscher war.

    Wer jetzt den Verantwortlichen des Westens einen Strick daraus drehen will, dass sie mit den wenigen gemäßigten Herrschern den Austausch und die Zusammenarbeit gesucht haben, der kann sich jetzt gleich dafür stark machen, die Verhandlungen mit dem Iran abzubrechen und die Wirtschaftskontakte nach China einzufrieren...

    Hinterher ist es immer leicht schlau zu sein...


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