Forum: Politik
Sollte der Westen die Protestbewegungen in Arabien stärker unterstützen?
Nach den Unruhen in Ägypten rührt sich auch in anderen Staaten der Widerstand gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse. Die Umstände sind nicht immer vergleichbar, gemeinsam ist den Protesten jedoch die Forderung nach größerer Freiheit. Grund genug für den Westen, die Protestbewegungen generell mehr zu unterstützen als bisher?
- #2120 10.03.2011 13:37 von
Nein, ich habe repräsentative Umfragen von sogenannten etablierten Umfrageinstituten im Blick. Da sich die Ergebnisse, was die oben angesprochenen Themen betrifft, überall gleichen können Sie gerne selbst googeln.
Nur wie gesagt, die Machthaber in D interessieren sich nicht dafür was das Volk will... - #2121 10.03.2011 14:16 von
- #2122 10.03.2011 14:26 von
Westworld
Der Westen und seine Systeme haben sich alles andere als empfohlen.
EU, Uno, Nato sind Organisationen, die längst grundlegend hätten reformiert werden müssen. Es haut alles vorne und hinten nicht hin. - #2123 10.03.2011 20:28 von
Wenn sie der werte Sysop endlich mal durchlässt (hab es schon mehrfach versucht) gerne, Sie finden aber noch mehr, googeln Sie Umfrage *THEMA* :
Afghanistan:
http://www.tagesschau.de/inland/afgh...ier_pos-2.html
Atomausstieg:
http://www.zeit.de/2010/30/Atomausstieg
Mindestlohn:
http://www.mindestlohn.de/meldung/um...m-mindestlohn/
Finanzkrise:
http://wirtschaft.t-online.de/umfrag...19626026/index - #2124 10.03.2011 20:54 von Michael Schnarch
Das ist ja Klamauk.
Sagen Sie den Menschen auf der Straße, dass Mindestlohn und Atomausstieg Geld kosten, und zwar nicht wenig. Denn der Atomstrom muss ja substituiert werden, und das bedeutet noch mehr Importe von ausländischem Öl und Gas. Wer soll das bezahlen? Und was den Mindestlohn betrifft: Gut und schön, finde ich toll. Aber ab diesem Jahr dürfen Polen, Letten, Litauer, Tschechen und alle anderen EU Bürger in Deutschland frei arbeiten.
Und wenn der Deutsche einen Mindestlohn verlangt, so werden es die Menschen aus dem Osten im Rahmen von Ostfirmen auch unter dem machen. Und wer versorgt dann die deutschen Arbeitslosen - wenn nicht der Steuerzahler?
Und dann, wenn Sie allen reinen Wein eingeschenkt haben, dann fragen Sie die Menschen erneut dazu. - #2125 10.03.2011 21:06 von
Ja.
Ich finde schon. Aber nicht militärisch. Finanziell. Und es müssten Demos in unsern Metropolen gegen Gaddafi geben. Und man müsste Gaddafi klar machen, dass man erwartet, dass er zurücktritt, dass man ihn und seine Söhne unverzpglich verhaften wird, wenn sie auch nur den europäischen Luftraum berühren.
- #2126 10.03.2011 21:18 von
Das ist doch wirklich in anderen Threads und auch in der Presse schon ausführlich diskutiert worden. Die Menschen wissen bescheid über den Mindestlohn (den es sogar in GB gibt) und auch dass der Atomausstieg Geld kostet.
Was ist mit Afghanistan und Fankenrettungen? Die waren sehr viel teurer als Mindestlohn und Atomausstieg je sein könnten.
Übrigens vielsagend dass Sie die Menschen für dumm erklären, sobald sie nich das wollen was Sie für cihtig halten. - #2127 11.03.2011 13:07 von
Mag ja sein, dass einige das so sehen. Tatsächlich bedeutet Globalisierung jedoch viel mehr. Nicht nur das Reisen und Urlauben weltweit ist dadurch erleichtert worden, Freizügikeit im Beruf, in der Wahl des Wohnsitzes, Austausch von Informationen, kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Inhalten ist erst heute in aller Breite und Tiefe möglich, und der ist definitiv nicht einseitig. Auch die, wie ich finde, falsche Kritik an der Dominanz der USA hat hier ihre Quellen und wird erst durch die Globalisierung immens verbreitet (Stchworte: Entzauberung aber auch Entdämonisierung), möglicherweise einmal in konstruktivere Bahnen gelenkt und somit vielleicht auch ernster genommen werden.
Da Freizügigkeit eines der vielen Synonyme von „US-Herrschaft“ ist, dürfte es auch kein Problem sein sie „konsequent“ zu bejahen. - #2128 11.03.2011 13:39 von
Umfragen und Wahlen sind zweierlei. Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland sind diese Fragen eben nicht so wichtig, deshalb finden ihre Einstellungen dazu auch nicht den entsprechenden Widerhall in ihrem Wahlverhalten.
Eine satte Mehrheit ist gegen den Afghanistankrieg - wen wählen Sie mehrheitlich? Jedenfalls nicht die Opportunitäts- und Salonpazifisten der Linken oder Grünen.
Ist doch gut so: Man sagt seine Meinung und wählt pragmatisch. Da zeigt sich sogar ein gewisses Vernunftpotential einer Demokratie - bestimmt kein Nachteil, die Extreme werden bündig gehobelt. Damit können doch nur Extremisten unzufrieden sein - nicht wahr? - #2129 11.03.2011 14:34 von
Das ist die eine Seite. Die andere sieht so aus: Immer mehr Lernenden aus Schwellen-und Enwicklungsländern öffnen sich die Bildungseinrichtungen des Westens. Vor Ort entstehen selbst in gefährdeten Regionen neue Schulen, Ausbildungsstätten und Universitäten, die Kategorisierung „Dritte Welt“ verliert gerade ihren Realitätsbezug. Immer mehr Menschen aus diesen Ländern „besuchen“ den Westen (ich meine nicht Flüchtlige) und konfrontieren sich kritisch mit seinen Werten und Einrichtungen. Wirtschaftliche Properität in Ländern, für die es noch vor wenigen Jahren unmöglich gehalten wurde. Durch das globale Internet werden sehr schnell Nachrichten und Forschungsergebnisse internationalisiert. Es profitiert nicht nur der Westen, teilweise muß er Kapazitäten und Ressourcen abgegeben (mit ein Grund für Wirtschaftskrisen in der neueren Zeit sind globalisierungsbedingte Standortprobleme, die vielen ärmeren Ländern zugute kommen – und nicht der bei jeder Gelegenheit hervorgekramte „Untergang des Kapitalismus“). Der Westen muß nicht mit der Tür ins Haus fallen, er bezahlt – und das meistens gut!
Die „postkolonialen Grenzziehungen“ und die Negativfolgen von Kolonisierungen werden allgemein überbewertet.
Sie mögen den Keim für MANCHE Probleme enthalten haben aber es liegt immer noch am Gärtner vor Ort, was aus einem Keim wird, und da waren einige sehr erfolgreich, andere haben versagt. Man kann den Westen dafür heute nicht mehr verantwortlich machen. Für etwas anderes ist er aber verantwortlich: Die Duldung und Unterstützung von despotischen Regimen hätte nach Gründung der UNO nicht mehr Mittel der Politik sein dürfen und müssen, man ist aber den Weg des geringsten Widerstandes gegangen – das war nur selten von Erfolg gekrönt und heute wissen wir: Es war falsch! Das zu korrigieren wird den Westen noch viel Blut und Geld kosten, wenn er es jedoch unterlässt, kostet es uns langfristig Freiheit und Wohlstand.
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