Zitat von
Duzend
Darf ich ein Beispiel anführen, ohne mich jetzt auf den exakten Wortlaut oder die Seitenzahl bei Alan Hart behaften zu lassen?
Er schreibt von erst in jüngerer Zeit aus dem Status der Geheimhaltung freigegebenen Dokumenten, die anscheinend belegen, dass das dem Ende seiner Glanzzeit entgegensehende und -taumelnde Empire der Briten im 1. Weltkrieg dringend auf Unterstützung angewiesen war und sich an zwei Fronten mit Versprechungen festgelegt hätte: Erstens das Versprechen an die politischen Zionisten, sich in der Levante für deren mehr oder weniger uneingeschränkte Zuwanderung stark machen zu wollen, wenn letztere sie nur per Unterlassung ihrer Umtriebigkeiten in Russland unterstützen wollten, so dass nämlich der Zar wieder einigermassen das Oberwasser gewinnen und sich im Kriege gegen Deutschland engagieren könnte. Und zweitens das Versprechen an die Araber, sie allesamt nach geschlagener Schlacht in die Unabhängigkeit entlassen zu wollen, wenn sie nur tapfer gegen die Türken halten wollten, was erstere auch taten und so nicht unwesentlich an der Niederlage des Deutschen Reiches ihren positiven Anteil hatten.
Mich interessieren die Motive und sonstigen Formulierungen, in die ein Alan Hart möglicherweise abgleitet, bei den folgenden Fragen erst einmal gar nicht:
Ist die Schilderung über diese vertragliche Festlegung der Briten sowohl nach Seite der Zionisten wie nach Seite der Araber sachlich falsch? Und wenn ja, wo steht die richtigere Version geschrieben?
Und: Ist die Folgerung, zu sagen, dass die arabischen Einwohner Palästinas bis heute den Briten gram sind für ihr gebrochenes Versprechen, sie über den weiteren immigrationspolitiscen Werdegang ihrer Gebiete in die vollständige Selbstbestimmung zu entlassen, nachvollziehbar?
Über alles andere kann man diskutieren. Aber erst, nachdem eine Einigung über die Antwort auf die beiden obigen Fragen erzielt wurde.
Wenn Herrn Harts Aussagen etwa von der Richtigkeit wie 2 + 2 = 4 sein sollten, dann müsste man sich ja in der Tat fragen, wie ein aufgeklärter Mensch dazu kommt, sich allein dadurch schon angegriffen zu fühlen. Man müsste mit Loriot sprechen: "Vielleicht stimmt da etwas mit deinem Gefühl nicht." Es wäre nicht der erste tiefere Einblick ins Politisch-Gesellschaftliche eines derer von Bülow.