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Soll Deutschland verbündete Staaten auch bei der Atomrüstung unterstützen?

Deutschland ist Waffenexporteur - und viele Bürger sehen diesen Wirtschaftszweig sehr kritisch. Dazu gehören auch U-Boot-Lieferungen an Israel, die kontrovers diskutiert werden. Soll Deutschland weiterhin Waffen an Verbündete liefern und auch Atomrüstung unterstützen?
  1. #610

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Trauen Sie sich Mehr zu: der Präventivangriff wurde schon von über der Hälfte der Israelis verurteilt, wie die Umfrage der größten Tageszeitung Israels ergab! Diese Option war/ist also im Gespräch/gewesen- und ich traue mir zu zu behaupten, dass die israelische Administration volles Kalkül geht mit dieser Option: Sicherung des Territorialschutzes/-vorherrschaft. Sie sehen, ich traue mich auch, mit Tinte zu schreiben, und falls nötig, ink reloaded!
    Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass der von mir fuer moeglich gehaltener israelischer Praeventivangriff durch vorgetaeuschte Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden iranischen Angriffes begruendet werden kann (wie Saddam und seine Vassenvernichtungswaffen).
  2. #611

    Zitat von Beat Adler Beitrag anzeigen
    Es gab einen einzigen Angriffskrieg der USA, der Irakkrieg von 2003 bis 2010, begonnen aus Unvernunft mit wenig stichhaltigen Argumenten.
    Tatsächlich gab es gute, vernünftige Gründe und stichhaltige Argumente, Saddam Hussein endlich von der Macht zu entfernen. Leider wurden diese Gründe und Argumente nicht öffentlich gemacht und erörtert, sondern konstruierte Gründe vorgeschoben, um sich öffentlich zu legitimieren -- was jedoch, wie wir wissen, gründlich in die Hose gegangen ist.

    Zitat von Beat Adler Beitrag anzeigen
    Der Grund fuer diesen Krieg mit dem Wort "Erdoel" zu klassifizieren, ist eindeutig zu einfach gestrickt und gedacht.
    Ja, unbedingt. Zumal Saddam sein Erdöl ja bereitwillig verkauft bzw. für das Food-for-Oil-Programm der UNO hergegeben hat. Warum hätte man einen Krieg anfangen sollen, um etwas zu erhalten, dass man sowieso schon sicher hatte? Das ergibt keinen Sinn.
  3. #612

    Zitat von wynkendewild Beitrag anzeigen
    Das sind häufig dieselben Bürger, die sich ganz offen für "humanitäre Interventionen" , also Kriege, die ohne völkerrechtliche oder grungsetzkonforme Rechtsgrundlagen geführt werden, aussprechen und deutsche Soldaten in alle Welt entsenden wollen.
    Es ist durchaus streitig, ob humanitäre Interventionen völkerrechtlich und vom Grundgesetz legitimiert sind oder nicht. Ich persönlich neige zu der Ansicht, dass es legitim sein muss, eine Bevölkerung vor ihren Herrschern zu schützen. Wer mit schwerem Kriegsgerät (Gaddafi, Assad) oder sogar Chemiewaffen (Saddam) gegen unbewaffnete Zivilisten vorgehen lässt, muss gestoppt werden können. Bei Geiselnahmen gibt es ja auch den "Finalen Rettungsschuss", um Schlimmeres zu verhindern.
  4. #613

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Wenn Sie so fragen, müssen Sie aber auch so fragen: Fragen Sie doch mal, was derjenige täte, wenn man jahrzehntelang religös motiviert in Ihrem Vaterland Siedlungen bauen würde- und wenn man die Anderen ringsrum als religiös motivierte Irre abkanzelte!
    Nur einige paar radikale Spinner begründen den Siedlungsbau religiös. Die offiziellen Gründe sind a) die Rückabwicklung der ethnischen Säuberungen unter der jordanischen Besatzung, b) Israels Sicherheitsinteressen und c), dass Israel dieses Land in Verteidigungskriegen rechtmässig erobert hat.

    Der Siedlungsbau findet auch nicht im Vaterland der palästinensischen Araber statt, aber eine Erklärung würde hier den Rahmen sprengen.
  5. #614

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Dass man versucht hat, diese Praktiken, die „Chas. T. Main nur eine Beratungsfirma für Industrieprojekte“ angewendet hat, an einer Veröffentlichung zu hindern, berichtet Perkins selbst.
    Alleine das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich bei seinen Ausführungen um eine Verschwörungstheorie handelt. Die anderen Verkünder ihrer einzig wahren Wahrheiten machen das auch so, und zwar nahezu ausnahmslos alle: sie behaupten, dass dunkle Mächte angeblich versucht hätten, sie an der Veröffentlichung ihrer einzigen wahren Wahrheit zu hindern. Den inhärenten Widerspruch bemerken Verschwörungstheoretiker dabei nicht: denn wenn diese ominösen, dunklen Mächte wirklich so mächtig wären, wie die VTler behaupten, könnten sie deren Veröffentlichungen spielend leicht verhindern.

    Was sagen Ihnen eigentlich die Namen Litwinienko, Politkowskaja, Schurpajew, Chlebnikow und Kaschin?

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Aber es kann doch nicht heißen, es kann nicht so sein, weil es nach Ihrem Weltbild nicht so sein darf!
    Zum Glück wissen Sie offensichtlich überhaupt gar nichts über mein Weltbild.

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Nach Ihrer und Reagans „Wahrheit“ gab es auch keine Iran-Contra-Affäre, also auch keine „Verschwörung“!
    Dabei zeigt genau die Affäre, dass Verschwörungen nicht funktionieren, andernfalls wüssten Sie und ich nämlich gar nichts davon. Die Plame-Affäre ist ein anderes Beispiel, wo sogar eine winzige Miniverschwörung mit nur ganz wenigen Mitwissern aufgeflogen ist. Sogar Christian Wulffs Privatkredit bei einem Freund und seine Verschwörung zur Überlassung eines Bobby-Car wurden aufgedeckt! Im freien Westen mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit können Verschwörungen schlicht und ergreifend nicht funktionieren.

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Aber Sie üben sich offensichtlich in der um sich greifenden Praxis, über Bücher objektiv urteilen zu wollen, ohne diese Publikationen überhaupt von Ferne einmal gesehen zu haben!
    Ich muss nicht jedes Pamphlet gelesen haben, um mir ein Urteil darüber bilden zu können. Zusammenfassungen reichen da dicke aus -- und ich möchte Verschwörungstheoretikern, politischen Radikalinskis, Lügnern und auch Volksverhetzern nicht auch noch mein kostbares Geld in den Gierschlund werfen. Schlimm genug, dass andere das tun, aber dann ist es ja glücklicherweise deren Geld und nicht meins.

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Doch wie Ihr Nick andeutet, soll ein nicht vorhandener „Geschmack“ künstlich „verstärkt“ werden? ;-)
    Nein, mein Nickname ist nur ein kleiner Trigger für die Pawlowschen Reflexe mancher Mitmenschen. Das hilft bei der Erkenntnis, um wes Geistes Kind es sich bei meinem Gegenüber handelt, damit ich mich besser darauf einstellen kann, mit wem ich es zu tun habe. ;-)
  6. #615

    Im Falle Iran - Israel funktioniert MAD nicht

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    So gehen (Thema des Stranges) die deutschen Lieferungen an Israel beim gemeinen Fussvolk starkmehrheitlich und ohne weitere geopolitische Erwägungen und vor allem auch ohne den obligaten Einbezug des US-imperialistischen Involvements einfach durch. Der Deutsche Michel meint wohl, es gehe um den Schutz Israels vor seinem Feind Iran.
    Ich meine das auch!
    Meiner persoenlichen Meinung nach funktioniert die MAD (mutual assured distruction) Doktrin im Falle Israel - Iran NICHT. Daher ist eine Diskussion ueber Erstschlag und/oder Zweitschlag Kapazitaet Israels Dank der Unterseeboote zweitrangig.

    Lassen sich Extremisten vom Tode abschrecken? Nein. Auch nicht mit Atombomben!

    Ob die Fuehrer des Irans, Ajatollahs unter Kommando von Khamenei, Extremisten sind oder kuehle Schachspieler, wie die Verantwortlichen zur Zeit des kalten Krieges im Kreml, soll jeder fuer sich selbst beantworten.

    Meiner Meinung nach ist die religioese, iranische Fuehrung in der Lage ihren Untertanen mit theologischen Argumenten zu erklaeren, dass sie die ultimative Strafe Gottes vedienen, wenn sie es NICHT schaffen Israel zu vernichten. Meine optimistische Prognose, in diesem Falle allerdings, ist ein Aufbegehren des iranischen Volkes und ein Hinwegfegen der Mullahkratie.

    Verstaendlicherweise versuchen die Verantwortlichen in Israel alles, um den Bau von Atombomben im Iran zu verhindern. Hat der Iran erst einmal funktionstuechtige Bomben, ist deren Einsatz eben wahrscheinlich. Auch an Bord eines Verkehrsflugzeuges als Traegersystem! Konsequenzen hin oder her.

    Noch ist nicht gesgt, dass Iran wirklich mit der Herstellung von Atombomben beginnen wird. Dass viele Leute KEINE Atombombe in den Haenden von Religionsfanatikern sehen wollen, wissen auch die Verantwortlichen im Iran. Und das weiss auch die iranische Bevoelkerung! Als knallharter und grenzenloser Optimist hoffe ich natuerlich, dass es nie soweit kommt, und wenn doch, dass zuerst die iranische Bevoelkerung das Problem bereinigt, nicht Israel!
    mfG Beat
  7. #616

    Grüne Aussenpolitik - mit viel Moral und gegenteiligem Effekt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland ist Waffenexporteur - und viele Bürger sehen diesen Wirtschaftszweig sehr kritisch. Dazu gehören auch U-Boot-Lieferungen an Israel, die kontrovers diskutiert werden. Soll Deutschland weiterhin Waffen an Verbündete liefern und auch Atomrüstung unterstützen?
    Die Frage eines Deutschen Sonderwegs der Enthaltsamkeit in Rüstungsfragen, wie sie hier vom Spiegel gestellt wird, ist doppelbödig.

    Sie sollte stattdessen lauten, sollen Nato Mitgliedsstaaten und Staaten der EU verbündete Staaten bei der Atomrüstung unterstützen ?

    Nur unter Einbindung dieser Organisationen kann Deutschland wirksame Aussenpolitik machen. Eine Entkoppelung der Deutschen Politik dagegen vom Rest der Welt, schadet sowohl dem möglichen Ziel, als auch der Deutschen Aussenpolitik.

    Gemäß des Atomwaffensperrvertrags sollte kein Staat einem anderen dabei helfen sich atomar aufzurüsten. Insbesondere auch dann nicht wenn sich dieser an keine Regeln hält. Ich sehe daher den Sonderstatus für Israel in Rüstungslieferungen, generell als Problem. Waffenlieferungen, speziell auch eine atomare Bewaffnung Israels, werden von der Bundesrepublik Deutschland seit Jahrzehnten durchgeführt. Auf Wunsch und unter Mitwirkung der USA.

    Ein Schuss in den Ofen. Einer der allzu leicht nach hinten losgehen kann.

    Welchen Sinn macht es diese Lieferungen in Frage zu stellen, wenn ohnehin jedwede Kritik an Sonderregelungen für Israel in einer Antisemitismusdebatte münden?

    US Politologe Andrei S. Markovits als Wortführer und Wegbereiter der Grünen Aussenpolitik, ist ein gutes Beispiel dafür, wie einfach es ist, die Deutsche Öffentlichkeit in diese Richtung zu lenken.

    Solange in der politischen Diskussion das Antisemitismus Argument Vorrang hat, wird es zu keiner vernünftigen Politik im Nahen Osten kommen. Auch nicht in der Rüstungsfrage und speziell nicht in Sachen Atomrüstung.

    Die Deutsche Aussenpolitik ist in Rüstungsfragen, Fragen der Atomrüstung und Israel mehr als wiedersprüchlich. Bei den Grünen ebenso wie in der SPD, der FDP, der Linken und den Unionsparteien.

    Daran wird sich wohl auch in nächster Zeit nichts ändern. Zu stark sind hier die Einflüsse von aussen. Andrei S. Markovits, Beate Klarsfeld, Daniel Cohn Bendit .. J.P.Sartre, Bernard-Henri-Levy &Co sei dank.

    Kriegslüsterner Selbstdarsteller: Bernard-Henri Lévy will in Syrien militärisch eingreifen | Zeitfragen
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  8. #617

    Zitat von fdelnef Beitrag anzeigen
    Es weiß doch jeder, dass Israel mit seinen Atomwaffen niemanden bedroht. Es muss uns daran gelegen sein, dass es sich effektiv verteidigen kann. Mir wäre sehr viel unwohler, wenn sich irgendwann herausstellte, dass deutsche Firmen durch Lieferung von Material und/oder Technologie die Erstschlagsfähigkeit des Iran fördern - so wie dies in der Vergangenheit im Bezug auf den Irak der Fall war.
    Als Rechtsstaat hat sich auch der Staat an bestehendes Recht und Gesetz zu halten. Und das besagt nunmal, daß in Krisengebiete kein Kriegsmaterial zu liefern ist.
    Die Tatsache, daß sich Deutschland an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen beteilgt, halte ich für skandalös. Unsere Vergangenheit verpflichtet uns dazu, überall davon die Finger zu lassen, wo Zivilisten zu Tausenden im Kriegsfall sterben werden. Eine Verpflichtung zur Nibelungentreue gegenüber dem Staat Israel aufgrund unserer Vergangenheit, negiere ich.
  9. #618

    Die, sogar viele(!), Gruende gab es, das ist richtig

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Tatsächlich gab es gute, vernünftige Gründe und stichhaltige Argumente, Saddam Hussein endlich von der Macht zu entfernen. Leider wurden diese Gründe und Argumente nicht öffentlich gemacht und erörtert, sondern konstruierte Gründe vorgeschoben, um sich öffentlich zu legitimieren -- was jedoch, wie wir wissen, gründlich in die Hose gegangen ist.
    .
    Die, sogar viele(!), Gruende gab es Saddam Hussein von der Macht zu entfernen, das ist richtig. Unbestritten. Keiner dieser Greunde, auch nicht die Summe davon, ist allerdings durch einen Krieg zu rechtfertigen. Schon gar nicht durch einen, der die Powell Doktrin der Kriegsfuehrung, missachtet. Dies mit Aussenminister Powell!

    Meiner Meinung nach hat schon Ronald Reagans "war on drugs", leider weitergefuehrt von Bill Clinton, und der noch duemmere "war on terror" durch Bush jun. dazu gefuehrt, dass der Irakkrieg 2003 bis 2010ueberhaupt moeglich wurde. Mit dem Wahlsieger Al Gore, waere die Welt heute eine Andere. Daran sieht man/frau wie wenig es manchmal braucht um den Gang der Geschichte in dramatischer Weise zu beeinflussen.

    Und gerade weil die USA Aussenpolitik seit Ende des kalten Krieges keine Koherenz zeigt, laesst sich Israel NICHT davon abhaengig machen, sondern versucht seine Igelstellung moeglichst in eigener Regie zu gestalten. Inklusive, das nicht oeffentlich bestaetigte, Programm zur Bewaffnung mit Atomwaffen. Israel wird NIE seine, moeglicherweise vorhandenen, Atomwaffen abruesten, und als Gegenleistung unter den Schutzschirm der USA fluechten. Nie!
    mfG Beat
  10. #619

    Ja, warum denn nicht-

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    darf man eigentlich in diesem Zusammenhang von Zionisten schreiben? Ist der Ausdruck mindestens bei uns nicht etwas verpönt, weil vorbelastet? Vielleicht schreiben Sie ja aus einem echt freien Land, Sie Glücklicher. Oder Sie führen einen mutigen Kampf gegen (allzu viel) politische Korrektheit? Ich selber würde weiter ganz schlicht von Juden oder gar von Bewohnern Israels schreiben
    Zionismus
    Ich habe auch ganz bewusst diesen Ausdruck gebraucht, weil er sehr deutlich die Intentionen der vielen und unterschiedlich motivierten Gegner Israels komprimiert. Anders verlautende "Ver-wendungen" verfälschen die Realität. Beruhen möglicherweise aber auf dieser schon von mir erwähnten Doppelmoral der israelischen Administration, sich selbst durch die religiös aufgeladene Historie die Rechtfertigungen für außenpolitische Handlungen zu misbrauchen, die sie den umgebenden andersgläubigen Staaten als -ismus vorwirft.


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