Soll Deutschland verbündete Staaten auch bei der Atomrüstung unterstützen?

Deutschland ist Waffenexporteur - und viele Bürger sehen diesen Wirtschaftszweig sehr kritisch. Dazu gehören auch U-Boot-Lieferungen an Israel, die kontrovers diskutiert werden. Soll Deutschland weiterhin Waffen an Verbündete liefern und auch Atomrüstung unterstützen?
  1. #580

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Warum die Welt komplizierter machen als sie ist? Adam Smith hat es so ausgedrückt:

    “People of the same trade seldom meet together, even for merriment and diversion, but the conversation ends in a conspiracy against the public, or in some contrivance to raise prices.”
    Damit hat Herr Smith in seiner Zeit, als der Feudalismus den Staat und kartellartige Gebilde wie Gilden und Zünfte die Wirtschaft beherrschten, zweifellos auch Recht gehabt. Aber zum Glück hat sich seit dieser Zeit doch so einiges in Gesellschaft, Staat, Politik und Wirtschaft geändert. Deswegen halte ich Herrn Smiths Satz zwar für zutreffend, bezweifle jedoch, dass er sich so einfach auf die heutige Zeit anwenden lässt.
  2. #581

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Damit hat Herr Smith in seiner Zeit, als der Feudalismus den Staat und kartellartige Gebilde wie Gilden und Zünfte die Wirtschaft beherrschten, zweifellos auch Recht gehabt. Aber zum Glück hat sich seit dieser Zeit doch so einiges in Gesellschaft, Staat, Politik und Wirtschaft geändert. Deswegen halte ich Herrn Smiths Satz zwar für zutreffend, bezweifle jedoch, dass er sich so einfach auf die heutige Zeit anwenden lässt.
    Finde gerade den Artikel von SpOn nicht, in dem renommierte US-Ökonomen die USA als von einer Finanzoligarchie beherrscht beschreiben.
    Aber wer sich die Welt zu kompliziert vorstellt, der sieht vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht :-)
  3. #582

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Finde gerade den Artikel von SpOn nicht, in dem renommierte US-Ökonomen die USA als von einer Finanzoligarchie beherrscht beschreiben.
    Schade. Wissen Sie denn noch, wer's war? Vielleicht Stiglitz, Galbraith, Reich, Krugman, Feinberg?
  4. #583

    Zitat von Mononatriumglutamat Beitrag anzeigen
    Schade. Wissen Sie denn noch, wer's war? Vielleicht Stiglitz, Galbraith, Reich, Krugman, Feinberg?
    Nun gut, zwingen Sie mich doch, mich mehr anzustrengen :-)

    "Goldman Sachs ist "eine politische Organisation, die sich als Investmentbank tarnt", sagt Christopher Whalen, Geschäftsführender Direktor von Institutional Risk Analytics. Auch Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisiert die auffällig enge Verflechtung: "Amerika hat eine Drehtür. Die Leute gehen von der Wall Street ins Finanzministerium und zurück. Das prägt das Denken.""
    ...
    Wenn man die USA mit der gleichen analytischen Kühle wie Russland betrachten würde, sagt James Galbraith, Sohn des legendären Kennedy-Beraters John Kenneth Galbraith, würde man nicht umhinkommen, von der Herrschaft eines Oligopols aus Politikern und Bankern zu sprechen."

    DER SPIEGEL*48/2009 - Wahnsinn 2.0
  5. #584

    Da wir selbst keine Atombomben haben.....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland ist Waffenexporteur - und viele Bürger sehen diesen Wirtschaftszweig sehr kritisch. Dazu gehören auch U-Boot-Lieferungen an Israel, die kontrovers diskutiert werden. Soll Deutschland weiterhin Waffen an Verbündete liefern und auch Atomrüstung unterstützen?
    Natürlich wollen wir auch keine Atombomben. Wir sind ja von "Freunden" umzingelt. Aber wir sollten teil eines Bündnisses sein, das stark ist.
    Mit Frankreich als die uns am nächsten liegende Atommacht sind wir nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch militärisch eng verbunden, man könnte sagen auf Gedeih und Verderb. Seit 1990 befindet sich jedoch Europa in der Krise und wir werden in Kriege hineingezogen, die uns eigentlich nichts angehen. Irak, Iran, Afghanistan. Wir müssten jeder feindlichen Macht sagen können: Wir wollen Frieden, nichts weiter, aber wir können uns bis auf Blut verteitigen. Und es rentiert sich mehr für euch mit uns zusammen- als gegen uns zu arbeiten. Und letztendlich muß man auch mit Atomwaffen drohen können. Es gibt hierbei ein Problem. Wenn man ständig Kriege führt, glaubt einem dann noch jemand dass man den Frieden will? Wir gehören einem Kriegslüsternen Machtgeilen Bündnis an. Das ist natürlich nicht die herrschende Lehre. Wird diese Meinung also wieder mal zensiert oder gedruckt? Liest ja eh niemand.
  6. #585

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Nun gut, zwingen Sie mich doch, mich mehr anzustrengen :-)
    Von Zwang kann keine Rede sein, nichts läge mir ferner. ;-)

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    "Goldman Sachs ist "eine politische Organisation, die sich als Investmentbank tarnt", sagt Christopher Whalen, Geschäftsführender Direktor von Institutional Risk Analytics. Auch Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisiert die auffällig enge Verflechtung: "Amerika hat eine Drehtür. Die Leute gehen von der Wall Street ins Finanzministerium und zurück. Das prägt das Denken.""
    ...
    Wenn man die USA mit der gleichen analytischen Kühle wie Russland betrachten würde, sagt James Galbraith, Sohn des legendären Kennedy-Beraters John Kenneth Galbraith, würde man nicht umhinkommen, von der Herrschaft eines Oligopols aus Politikern und Bankern zu sprechen."

    DER SPIEGEL*48/2009 - Wahnsinn 2.0
    Galbraith, Stiglitz und (im Artikel) Krugman, da lag ich doch schon ganz gut, oder? ;-)

    Richtig ist, dass es in den USA eine sehr enge Verquickung zwischen der Industrie und ihren staatlichen Aufsichtsorganen gibt. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Aufsichtsorgane von kompetenten Leuten geführt werden, die ihr Fachgebiet aus der Praxis kennen -- hierzulande wird ja im Gegensatz dazu oft darüber geklagt, dass staatliche Kontrolleure zu praxisfern und theoretisch orientiert seien. Andererseits wirft natürlich dieser Mangel an Distanz zwischen Aufsicht und Beaufsichtigten in den USA immer wieder gravierende Probleme auf. Das mussten wir in den letzten Jahren ja nicht nur im Finanzsektor, sondern beispielsweise auch an der "Deepwater Horizon"-Katastrophe erfahren. Dabei handelt es sich aber Probleme mit den staatlichen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen, und nicht um eine allumfassende Weltverschwörung.

    Derlei persönliche, politische und geschäftliche Verquickungen sind doch etwas ganz anderes als jene Theorien über gezielte Verschwörungen der US-Regierung gegen den Rest der Welt, wie sie Herr Perkins und, hier, Anathema äussern. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Kungelei und einer Verschwörung. Als Rheinländer bin ich da quasi Fachmann -- immerhin haben wir den Begriff "Klüngel" erfunden, und der findet hier in der Gegend beileibe nicht nur in Köln statt. ;-) Das berühmte und berüchtigte "eine Hand wäscht die andere" besteht aus einer Vielzahl von meistens recht überschaubaren Einzelfällen, während eine grosse Verschwörung eine ganz andere Nummer ist und eine sehr viel höhere kriminelle Energie und Disziplin der Beteiligten und Mitwisser erfordert.
  7. #586

    Das Nichts

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland ist Waffenexporteur - und viele Bürger sehen diesen Wirtschaftszweig sehr kritisch. Dazu gehören auch U-Boot-Lieferungen an Israel, die kontrovers diskutiert werden. Soll Deutschland weiterhin Waffen an Verbündete liefern und auch Atomrüstung unterstützen?
    Im Endeffekt bringt es gar nichts.
  8. #587

    entweder oder

    Entweder ist man militärisch verbündet oder nicht, wer die nukleare Option nicht einbezieht ist vielleicht Idealistist, aber kein Realist.
  9. #588

    ............

    Zitat von Umbriel Beitrag anzeigen
    Entweder ist man militärisch verbündet oder nicht, wer die nukleare Option nicht einbezieht ist vielleicht Idealistist, aber kein Realist.
    Es ist wirklich egal, wofür die Deutschen zahlen sollen.....

    Die Betonung sollte nicht auf 'militärisch verbündet' liegen, denn das sind wir im Grunde gar nicht.
    Deutschland ist keine Militärmacht mehr.
    Es geht ausschließlich um das Geld der Deutschen.
    Die Deutschen müssen ja auch Europa 'unterstützen' und noch viele ander 'Projekte' des Westens.......
  10. #589

    Das Verhalten internationaler Firmen

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    ...
    Wenn man die USA mit der gleichen analytischen Kühle wie Russland betrachten würde, sagt James Galbraith, Sohn des legendären Kennedy-Beraters John Kenneth Galbraith, würde man nicht umhinkommen, von der Herrschaft eines Oligopols aus Politikern und Bankern zu sprechen."

    DER SPIEGEL 48/2009 - Wahnsinn 2.0
    Es gibt in der Schweiz und Deutschland internationale Firmen, wo das Management mehr Geld ausgeben kann, wie Staaten, welche bei der UNO als Vollmitglieder akkredidiert sind. Ueber mehr Mitarbeiter "verfuegen" als solche Laender Einwohner haben. Keiner im Management einer solchen Firma ist gewaehlt. Wenn wir daraus ein Demokratiedefizit ableiten, dann ist das durchaus diskussionswuerdig.

    Wenn Foristen der Meinung sind, dass internationale Konzerne, wie oben beschrieben un-demokratisch sind, sich in Entwicklungslaendern wie Barbaren auffuehren, dann kommt mir als erstes ein, in der Schweiz registrierter, Berbaukonzern in Peru und als zweites ein in Frankreich registrierter Konzern im Niger in den Sinn. So weit wie der chinesische, staatseigene Betrieb, wo bewaffnete, chinesische Sicherheitskraefte in einer Kupfermine in Sambia streikende Arbeiter erschossen haben, ist allerdings weder die schweizerische noch die franzoesiche Firma gegangen. Waeren dies US-Amerikanische Sicherheitskraefte statt chinesische gewesen, waeren einige Foristen explodiert. Zu Recht, ueberigens!
    mfG Beat