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Sicherheitsrat - Mehr Gewicht für Deutschland bei der Uno?

Sitz und Stimme im Weltsicherheitsrat: Seit Jahren ist dies ein erklärtes Ziel deutscher Regierungen. Oft schien man dem Ziel nahe gekommen zu sein, doch derzeit erlebt die deutsche Politik wieder Gegenwind, vornehmlich von den USA. Sind diese Vorbehalte angesichts der zahlreichen internationalen Verpflichtungen für Deutschland noch aufrecht zu erhalten, oder wird Außenminister Fischer die Bedenken zerstreuen können? Wie sollte Deutschlands künftige Rolle in der Uno aussehen?
  1. #1

    "Der grosse Wurf"

    .. Mit einem Mehrstufenplan für den Aufstieg in das höchste UN-Gremium fordern Deutschland und Japan den offenen Widerstand der Großmächte heraus. Die Nachfolgestaaten der früheren Weltkriegsaggressoren verlangen exklusive Veto-Rechte und wollen den früheren Alliierten sowie der Volksrepublik China gleichgestellt werden. Um die Abwehrfront zu unterlaufen, setzt das Auswärtige Amt auf eine schrittweise Isolierung der Großmächte, die Anfachung zwischenstaatlicher Konkurrenz und doppelbödige Abstimmungsverfahren in der UN-Vollversammlung..

    ..Man lasse sich in der UNO nicht als drittklassige Macht behandeln und habe den selben Anspruch auf einen Veto-Sitz im Weltsicherheitsrat wie die Volksrepublik China, lässt sich der japanische Botschafter in der internationalen Presse zitieren. Die ungewöhnlichen Äußerungen, die von den historisch begründeten Widerständen gegen den Neuauftritt Japans völlig absehen, werden den strategischen Absichten Tokios zugerechnet. Japan sieht sich als Gegenspieler der VR China mit Optionen auf den "Großen Krieg".3) Auch die deutsche Regierung hält den Augenblick für gekommen, ihre tatsächliche Machtposition auszuspielen und in der UNO jede institutionelle Erinnerung an die Politik ihrer Reichs-Vorgänger auszulöschen. ..

    .. Laut Artikel 53 und 107 der UN-Charta können gegen Deutschland und Japan, die Feinde der UN-Gründer waren, jederzeit Zwangsmaßnahmen ergriffen werden, darunter auch Maßnahmen militärischer Art, um einer Erneuerung ihrer Aggressionspolitik entgegen zu treten.. Erst mit förmlicher Aufhebung der Artikel 53 und 107 können Berlin und Tokio vor internationalen, durch UN-Recht gedeckten Interventionen sicher sein. Selbst wenn ein militärisches Einschreiten gegen Deutschland und Japan unwahrscheinlich wäre - allein der öffentliche Hinweis auf das Fortwirken internationaler Vorsichtsmaßnahmen behindert die weltweite Expansion der früheren Aggressoren und ist dem Führungsanspruch beider Länder nicht förderlich. Mit der Aufnahme in den Weltsicherheitsrat würden die Klauseln fallen..

    ..Um die innere Front der Großmächte aufzuweichen, wird ihnen in einem weiteren Schritt großzügig angeboten, Berlin und Tokio würden auf die Wahrnehmung des beanspruchten Vetos "bis auf weiteres" verzichten, sobald sie im exklusiven UN-Sicherheitsrat Platz genommen hätten. Der Rechtstitel, gegen die USA, Russland und die VR China mit blockierender Wirkung stimmen zu können, soll bei passender Gelegenheit aktiviert werden - eine zusätzliche Falle für unbedarfte Appeasement-Anhänger.

    Die nach Art eines Schleppnetzes angelegte Strategie mit drei sich verengenden Kammern (und einem Tranquilizer)gilt im Auswärtigen Amt als "großer Wurf", weil das trickreiche Verfahren geeignet zu sein scheint, die USA matt zu setzen und auch Einwände Russlands sowie der VR China zu neutralisieren. Doch gerade diese Taktik, die aus den Veto-Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats hintergehbare Dilettanten machen und sie öffentlich vorführen möchte, sorgt in Washington für empörte Reaktionen. Auch Moskau und Beijing sehen ihre Vorbehalte bestätigt. Der sich steigernde Druck der Berliner UN-Politik heizt bestehende Spannungen um die politische Rangfolge in der westlichen Triade weiter an.


    http://www.german-foreign-policy.com...2005/53276.php
  2. #2

    Was sagt die Bush Freundin Merkel zum US-Verrats an "Deutsche Interessen " ?

    Vielleicht wird die CDU wieder die Europapartei werden wollen und wird wieder Deutsche Interessen mit Europäischen gleich setzen ? Es würde der "Zukunft" (CDU Begriff der 80er Jahren) sehr verhelfen.

    Den Deutschen Patriotismus haben die Europäer satt.
  3. #3

    Zitat von sysop
    Sind diese Vorbehalte angesichts der zahlreichen internationalen Verpflichtungen für Deutschland noch aufrecht zu erhalten, oder wird Außenminister Fischer die Bedenken zerstreuen können?
    Die Beiträge Deutschlands zur internationalen Friedenssicherung etc sind hier ein moralisches Argument, aber mehr auch nicht. In Washington weiß man sehr genau, daß die Deutschen sich nicht einfach aus all ihren Missionen zurückziehen können.

    Also können Bush und Co schön weiterhin gegen einen deutschen Sitz arbeiten und sich wie die kleinen Kinder in der Befriedigung über die "Bestrafung" der Krauts suhlen...
  4. #4

    Zitat von JanSouth
    Also können Bush und Co schön weiterhin gegen einen deutschen Sitz arbeiten und sich wie die kleinen Kinder in der Befriedigung über die "Bestrafung" der Krauts suhlen...
    Das hat wohl wenig mit Bestrafung zu tun, sondern wohl eher mit dem Behalt der eigenen Macht, wenn jetzt 5 ständige Staaten den Sicherheitsrat per Vetorecht diktieren, dann werden eben diese 5 Staaten an Macht und Einfluß verlieren, wenn plötzlich noch weitere 5 oder 10 Staaten einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat haben, denn dann ist z. B. das Vetorecht dieser Staaten auch nicht mehr zu halten.

    Dann müßte ja direkt mal richtige Politik gemacht werden, das geht natürlich nicht, lieber bleiben die "Großen %" unter sich und halten sich für etwas ganz Besonderes auf dieser Welt.

    Wobei dies für Großbritannien, Frankreich und Rußland schon einen Anschein von großer Lächerlichkeit zu haben scheint.

    Aber was man hat, das hat man eben.
  5. #5

    Nötig oder Ego Trip?

    Zitat von sysop
    Sitz und Stimme im Weltsicherheitsrat: Seit Jahren ist dies ein erklärtes Ziel deutscher Regierungen. ....?
    Was bringt es eigentlich dort verteten zu sein.? Doch nur die Möglichkeit der Teilneahme an einem weiteren Palaver und massiven Konfliktrisiko mit befreundeten sonstigen Mitgliedern, wenn es mal ums Eingemachte geht.
    Beispiel Irak-Krieg: Wie hätte D sich im Sicherheitsrat mit Vetorecht verhalten? Man hätte die Wahl zwischen 2 äußersten Übeln gehabt a)a Teilnahme oder b) massivste Konfrontation mit den USA, die in 20 Jahren nicht zu heilen gewesen wären, und wir hätten bei mancherlei Gelegenheit teuer dasfür bezahlt. Wir sind nicht in der Position von Frankreich, China oder Russland.

    Wie wärs denn mal damit sich von ein paar Verpflichtungen adäquat zur Positionierung Deutschlands im Sicherheitsrat zurückzuziehen.
  6. #6

    Zitat von sysop
    Oft schien man dem Ziel nahe gekommen zu sein, doch derzeit erlebt die deutsche Politik wieder Gegenwind, vornehmlich von den USA.
    Ohne die Stimmen der ständigen Mitglieder des SR geht gar nichts bei Änderungen des San-Francisco-Abkommens. (vgl. Art 109 2.).

    Diese Chance war spätestens mit dem Nein zum Irak-Krieg verspielt - nicht dass das ein Argument für ein deutsches Ja wäre ("Ja" als Zustimmung, zu unterscheiden von Beteiligung), aber warum sollen die USA (oder Frankreich, das ja militärisch viel aktiver ist als die USA) sich einen Neinsager (zumindest solange es nicht um Visa geht ;-) in ihren erlauchten Kreis holen?

    Abgesehen davon, warum sollen F und GB ihre Privilegien aufgeben wollen? Der derzeit sowieso schon stark angezählte Chirac (9.5 oder so) kann sich das nicht auch noch leisten, und ist wohl dankbar dafür, wenn sein Kollege George ihm diese Kastanie aus dem Feuer holt, denn in der EU würde es auch nicht gut aussehen, wenn die deutschen Träume an Chirac scheitern ...
  7. #7

    Zitat von Bernd Löhr
    Wie wärs denn mal damit sich von ein paar Verpflichtungen adäquat zur Positionierung Deutschlands im Sicherheitsrat zurückzuziehen.
    Das ist ja das Problem, es geht nicht. Natürlich wäre es eine logische Reaktion zu sagen "Wenn ihr unsere Mitarbeit nicht wollt, bitte sehr" aber wer wüde denn darunter leiden? Nur die Falschen.
  8. #8

    Schmarrn. Wir muessen nun wirklich nicht ueberall mit babbeln.

    Die zerknautschte Visage von Joschka mit seinem inhaltlosen Phrasengedresche ueberzeugt ja auch niemanden.
  9. #9

    Zitat von sysop
    Sitz und Stimme im Weltsicherheitsrat: Seit Jahren ist dies ein erklärtes Ziel deutscher Regierungen. Oft schien man dem Ziel nahe gekommen zu sein, doch derzeit erlebt die deutsche Politik wieder Gegenwind, vornehmlich von den USA. Sind diese Vorbehalte angesichts der zahlreichen internationalen Verpflichtungen für Deutschland noch aufrecht zu erhalten, oder wird Außenminister Fischer die Bedenken zerstreuen können? Wie sollte Deutschlands künftige Rolle in der Uno aussehen?
    Meine Meinung hierzu!

    Die USA spielt sich als Weltpolizei auf mit ihrem Sheriff Bush als Hauptobermarshall.
    Wo geschossen wird fliest auch Blut, im Sinne der Demokratiesierung der Welt. (Nur das in den USA schon lange keine richtige Demokratie mehr herrscht, ergo die sich selbst erschiesen müssten).

    Deutschland sollte mal erst den riesen Haufen Dreck im eigenen Land beseitigen, bevor wir die Dreckhaufen in anderen Ländern diskutieren wollen, und dies in lustiger Runde (UNO). Lasst doch die UNO mal UNO sein.
    Lasst doch Rice mit den anderen diskutieren!
    Wenn die USA was wollen machen die das sowieso und holen sich hinter her den Segen der UNO-Vollversammlung.
    Ich denke:
    Alle Zahlungen an irgend welche was weis ich Instutitionen einstellen.
    Wenn Ihr (UNO) uns nicht wollt als Vollmitglied!! Gut dann gibts auch nix mehr aus unseren Taschen!


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