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Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?

Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
  1. #890

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    Ich würde die Fragsstellung umkehren:
    'Scheitert der Euro wenn bzw. weil Europa scheitert ?'

    Die Euro-Krise halt ich in erster Linie für eine.........-
    was heisst untergehen hier?
    alles wieder nationalstaaten?
  2. #891

    Zitat von makuzei Beitrag anzeigen
    was heisst untergehen hier?
    alles wieder nationalstaaten?
    Und das sollte auch so bleiben, ein wirtschaftlicher und teilweiser Bund von Nationalstaaten. für einen europäischen Bundesstaat sind die kulturellen, wirtschaftlichen und sprachlichen Unterschiede zu groß.
  3. #892

    ..................

    Zitat von makuzei Beitrag anzeigen
    was heisst untergehen hier?
    alles wieder nationalstaaten?
    Die erste Abspaltung ist praktisch bereits vollzogen.
    GB feiert Herrn Cameron. Die Umfragewerte für ihn sind dramatisch angestiegen. Das bedeutet wohl, dass die Mehrheit der Briten bereit ist, sich aus der EU zu verabschieden.
    Sollte das wirklich in die Tat umgesetzt werden, dann kann das für andere EU-Mitglieder durchaus ein Zeichen sein. In nicht wenigen EU-Mitgliedern ( z.B. Polen) gibt es eine starke Eu-kritische Opposition.
    Spätestens dann, wenn es konkret um hohe Kosten , also um Geld geht,wird das Beispiel GB Schule machen....
  4. #893

    EU und Demokratie

    Zitat von henningr Beitrag anzeigen
    Ich gebe Ihnen uneingeschränkt Recht. Nur übernehmen gerade ganz andere Eliten die Macht:

    DER SPIEGEL*50/2011
    Zumindest vom Titelbild her der beste Spiegel seit langer langer Zeit.
    Wer auch immer zunehmend in Europa die Macht uebernimmt:Demokratischer scheint mir Europa in den letzten 20 Jahren nicht geworden zu sein.

    Im Gegenteil.Man denke z.B. an die hintertriebenen Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden 2005 zum "EU-Verfassungsvertrag"
    Erinnert sich ausserdem irgendjemand noch an den Begriff "Subsidiaritaet"
    Das war vor einigen Jahren im Zusammenhang mit der europaeischen Integration ein haeufig besprochener Begriff .
    Mit diesem Begriff ist (pi mal Daumen) gemeint,dass politische Entscheidungen auf der niedrigst moeglichen Ebene entschieden werden sollten.
    in Deutschland hat dieser Grundsatz in Gestalt des Foederalismus nicht nur Verfassungsrang,sondern sogar Ewigkeitsgarantie.

    Merkwuerdigerweise sieht das auf EU-Ebene ganz anders aus.
    Da gilt anscheinend imer noch die groteske sogenannte "Fahrrad-Theorie",derzufolge die europaeische Integration umkippt (scheitert),wenn sie nicht unablaessig weiter vorangetrieben wird.

    Man stelle sich mal diese "Fahrrad-Theorie" auf deutsche Verhaeltnisse
    uebertragen vor: "Die deutsche Einheit scheitert,wenn nicht unablaessig mehr Kompetenzen von den Bundeslaendern nach Berlin uebertragen werden"

    Ueber so eine Theorie wuerde man doch nur lachen,oder? Oder aber den Verfassungsschutz benachrichtigen (Grund siehe oben)
  5. #894

    Sinneswandel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
    Nun - zu glauben mit eine einheitlichen Währung, dem Euro, ein wohl nur vermutetes Zusammengehörigkeitsgefühl steuern, oder gar entwickeln zu können, dürfte auch beim dem brennensten Europa-Enthusiasten Zweifel aufkommen lassen.
    Im Gegenteil, Gemeinsamkeiten, Verbundenheitsgefühle und Zufriedenheit, litten und leiden unter der fortwährenden aufs "Finanzielle" reduzierten Diskussion.
    Was dort nicht schon zu Bruch ging, bekommt den Rest über den EU-Normierungswahnsinn. Kein Freiheit liebendes Individuum wird sich für derartige Initiativen einnehmen können.
    Kommen wir zurück zum Geld;
    kein Land berichtet seinen Bürgern wahrheitsgetreu über das Wirken der Gemeinschaftswährung und noch weniger über Außenhandels-bilanzielle Effekte, die speziell uns, den Deutschen, nachhaltig Vorteile gegenüber unseren "Partnern" gebracht haben.
    Eine "Fiskalunion" wie sie von Frau Merkel gefordert wird, kann wohl zielführend sein, allerdings keinesfalls in der Funktion, fehlende oder nicht gewollte Zusammengehörigkeit zu entwickeln.
    Vielleicht sind die Angelsachsen hier ein Stück ehrlicher als die Kerneuropäer".
  6. #895

    Geldpolitik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
    Der Euro ist weder Europa, noch ist der Dollar Reservewährung ärmster Staaten auf ewige Dauer.
    Im Prinzip hiilft auf die schnelle nur eines, nämlich die Erkenntniss:
    Geld kann maN NICHT ESSEN
  7. #896

    Umgekehrt wird ein Schuh draus:

    Nur wenn der Euro scheitert (bzw. unverzüglich sein Scheitern zugibt), wird Europa überleben. (Falls wir mit dem Euro so weiter machen, wird eine Abneigung der Euro-Staaten gegeneinander entstehen und Europa auseinander brechen.)
  8. #897

    Und woher?

    Zitat von achim-bonn Beitrag anzeigen
    Unter solchen Umständen hätte im letzten BT-Wahlkampf die FDP nicht mit ihren Steuersenkungsforderungen punkten können. Auch die Piraten könnten nicht unverfrohren und unrealistisch mit dem BGE punkten und so nicht auf die Wählerschichten zurück greifen, die keine Lust darauf haben ihren Lebensunterhalt mit Arbeit zu bestreiten und damit einen Beitrag zur wirtschaftlichen Genesung der Gesellschaft zu liefern.
    Wollen sie denn den Arbeitslosen Jobs anbieten?
    Woher sollen denn im Inland Arbeitsstellen kommen, wenn man den bereits in Arbeit befindlichen Personen immer mehr das Entgelt (den verdienten Lohn) kürzt. Wie soll denn ein gesunder Binnenmarkt entstehen, wenn die darin lebende Mehrheit kein Geld übrig hat um den Markt zu bedienen?

    Das BGE würde dazu führen, dass niemand gezwungen wäre für ein Appel und´n Ei zu arbeiten. Damit würden ganz einfach Löhne generiert werden, die auch ein Auskommen sichern.

    Zudem stelle ich ihnen mal die Frage was sie denn mit den von ihnen "Arbeitscheuen" genannten Personen vorhaben?
    Etwa die Lager wieder aufmachen?

    Recht auf Arbeit (von der man leben kann) steht in den Menschenrechten.
    Recht auf Leben, Ehre und Unverletzlichkeit im Grundgesetz.
    Allein daraus ergibt sich ein Anspruch auf Lebensunterhalt und zwar einen menschenwürdigen, gemessen an dem Standard der in dem Land herrscht, wo der Betroffene lebt.

    Schließlich ist es doch so, dass die Rohstoffe der Erde allen Menschen gehören und wenn einige wenige sich daran bereichern (nichts anderes tut die Industrie) dann steht dem Anteil der Menschen, die nichts daran verdienen ihr Einkommen aus dem daraus erwirtschafteten zu, sagte bereits John Locke, den die Liberalen so gerne als Vorreiter nennen.

    Wie erklären sie denn das maßlose Einkommen der Wenigen die nichts arbeiten, sondern nur "besitzen"?
    Ist das etwa gerecht?
  9. #898

    Der Unsatz des Jahres

    Zitat von roterkorsar Beitrag anzeigen
    Nur wenn der Euro scheitert (bzw. unverzüglich sein Scheitern zugibt), wird Europa überleben. (Falls wir mit dem Euro so weiter machen, wird eine Abneigung der Euro-Staaten gegeneinander entstehen und Europa auseinander brechen.)
    Genau, diese 2 Sätze sollte sich jeder - vor allem Politiker und Journalisten - zu Gemüte führen.
    Kürzlich sagte einer der ständigen Talk-Show-Gäste einen klugen Satz: "Leute mit (politischen) Visionen sind gefährlich." Oder wie der geschätzte Helmut Schmidt, dessen Meinung zu der aktuellen Krise ausnahmsweise aber auch mal fragwürdig erscheint, schon sagte: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."
    In der Tat. Die Visionen des Ex-Kanzlers Kohl, die im Rausche der neu gewonnenen deutschen Einheit damals wohl nicht ordentlich geprüft wurden, bilden eine wesentliche Ursache für das derzeitige Dilemma: Nicht nur als Kanzler der Einheit sondern auch als Schöpfer der Vereinigten Staaten von Europa - und der dazugehörenden Einheitswährung - in die Geschichte eingehen zu wollen.
    Leider reichte die damalige Werbeparole: "Dann braucht man im Ausland kein Ged mehr zu wechseln" aus, um dem Volk seine damals starke Währung wegzunehmen (was auch nicht für das Volk spricht...).
    Scheitert der Euro dann scheitert Europa, ist für mich jedenfalls der Unsatz des Jahres 2011. Eigentlich kann dieser Satz nur von Leuten gesagt werden, die erst mit bzw. nach der Einführung des Euro geboren wurden, sonst würden sie ja wissen, dass Europa zuvor - und zwar besser und sicherer als jetzt - bestens (gut nachbarschaftlich) funktionierte. Ausnahme: Das damalige Jugoslawien. Wobei auch an diesem Beispiel deutlich wird, was passieren kann, wenn man verschiedene Kulturen und Mentalitäten "zwangsvereinigt".

    Auch die Medien geben in dieser Debatte m.E. ein schlechtes Bild ab. Als z.B. in der letzten Sendung von Günther Jauch ein Professor in einem eingespielten Beitrag den theoretischen Weg aufzeigte, wie man technisch einen sog. Nord-Euro einführen könnte, wurde er von einem Journalisten, der sich doch eigentlich besser inhaltlich mit dem Thema befassen sollte, verbal attackiert.
    Überhaupt habe ich das Gefühl, dass die Medien den Euro-Befürwortern weitaus mehr Platz einräumen, als den Euro-Ablehnern.
    Hinsichtlich der aktuellen Euro - und Finanzkrise empfehle ich den politischen Entscheidungsträgern vor allem einen Leitsatz ihres früheren Kanzlers Adenauer: "Was kümmert mich mein (blödes) Geschwätz von gestern". Auf heute bezogen: Wir haben uns mit der Einheitswährung eben geirrt.
    mfg
  10. #899

    Zitat von petrocelli Beitrag anzeigen
    ... Leitsatz ihres früheren Kanzlers Adenauer: "Was kümmert mich mein (blödes) Geschwätz von gestern". Auf heute bezogen: Wir haben uns mit der Einheitswährung eben geirrt.
    mfg
    die Argumente von Henkel sind schon bedenkenswert:-
    Vor der Krise waren wir in Griechenland die beliebtesten Ausländer-seit wir denen die Mrd nur so rüberschieben sind wir die Deibel.-
    Nur- wie kommt man nun vom Rücken des Tigers wieder runter?
    Wie gestalten wir den Übergang katastrophenfrei- da spricht einiges
    für Merkels Weg.


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