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Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?

Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
  1. #1000

    Ideologie

    Zitat von Wilder Eber Beitrag anzeigen
    Natürlich, aber nicht wie es sich die Bürokraten und Banker gedacht haben. Ich war auch mal der Meinung dass Europa Sinn machen würde, mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Europa zu einem bodenlosen Hirngespinnst überversorgter Politiker geworden ist.
    Richtig.
    Das Ergebnis liegt nun klar auf der Hand. Es konnte nicht funktionieren.
    Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte und die Mentalitäten vor allem der Südeuropäer waren nicht unbekannt. Es gab genug Ökonomen, die warnten. Dafür wurden diese beschimpft und ausgegrenzt.
    Ideologie ging vor Logik.
    Die Strippenzieher im Hintergrund sind die Banken. Zahlen müssen die deutschen Steuerzahler. Ein lohnendes Geschäft für Großbanken.
  2. #1001

    Kriegsverlierer

    Zitat von heimwerker-ass Beitrag anzeigen
    Wie bitte??? Davon kann doch gar keine Rede sein.Seit der Einfuehrung des Euro am 1.1.1999 war Deutschland in der EU mehr oder weniger Schusslicht,was das Wachstum betrifft.Das Kapital stroemte naemlich in die Suedlaender,die dank ihrer drastisch gesunkenen Zinsen einen "Aufschwung erlebten.Der sich zu einer Blase auswuchs,die bekanntlich nun geplatzt ist.

    Fuer Deutschland sah es viel Jahre anders aus.Hier ein Artikel aus dem Jahre 2005 (Sysop,bitte nicht kuerzen):

    "In einer vertraulichen Ökonomenrunde mit Minister Eichel und Bundesbankchef Weber war die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Währungsunion zur Sprache gekommen. Dort hatten sie das keineswegs als absurd abgekanzelt. Die Analyse, der Euro wirke wie eine Wachstumsbremse, wurde aus Reihen der Regierung sogar offiziell bestätigt. Deutschland zahle für die Währungsunion "einen nicht eben geringen realwirtschaftlichen Preis zum Beispiel durch den Verlust der Vorteile relativ niedriger Realzinsen", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Das Argument wurde auch von den Ökonomen anerkannt, die sich in der neuen Euro-Debatte zu Wort meldeten"

    Euro: "Stoß gegen den Euro" - Wirtschaft | STERN.DE

    Als dann die "subprime-Krise" nach Europa ueberschwappte,gehoerte Deutschland zu den EU-Laendern mit dem schaerfsten Einbruch des BIPs (ungefaehr 5%) Erst seit ein,zwei Jahren laeuft es in Deutschland wirtschaftlich angeblich besser als in anderen Euro-Mitgliedslaendern,vor allem denen im Sueden.

    Von dem Verlust von Wertschoepfungsgewinnen der Bundesbank durch die Euro-Einfuehrung (man lese nur mal von Hans-Werner Sinn 'Die Kuehe des Bauern Buba") gar nicht erst zu reden...

    O-Ton Gerhard Schroeder:"Falls Frankreich gedacht hat,Deutschland mit der Einfuehrung des Euro zu schwaechen,dann hat es sich geirrt"

    Frankreich irrt sich aber nicht.Und es darf nun mal nicht sein,dass es in Deutschland oekonomisch (angeblich) besser laeuft als in anderen Euro-Laendern.

    Umgekehrt ist das natuerlich kein Problem.Mir scheint,in Deutschland darf es nicht nur,sondern soll es sogar oekonomisch schlechter laufen als in anderen Euro-Laendern.Deshalb die Forderung nach Euro-Bonds,die schon als Forderung eigentlich eine Unverschaemtheit sind...

    Richtig: Deutschland sollte wirtschaftlich geschwächt werden.
    Das ganze Geschwurbel vom Hauptnutzer D geht mir allmählich auf die Nerven.
    Inzwischen haben wir über zwei Billionen Schulden und diese erhöhen sich dramatisch. Wo ist da der große Nutzen!?
    Die Eurobonds würden uns restlos den Garaus machen.
  3. #1002

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
    Ich bin zwar nicht perfekt und nicht fehlerlos, aber ich weiß dass Europa ein Kontinent ist. Und Kontinenten lassen sich weder mit Währungen noch mit Geld bezahlen. Aber wenn man sieht, dass der Euro niemanden (Griechenland, Arbeitslose, Rentner, Kinder usw.) rettet, sondern selbst immerzu gerettet werden will. Steht außer Frage, was passieren muss. Anders gesagt, der Wert des Euro, der Wert jeder Währung ist und bleibt instabil, dem tut ein starres, stabiles, festes Finanzsystem kein Abbruch, gleichfalls Eurobonbonds und Fiskalpakt nicht, die nämlich auch nur leblos, bewegungslos wären, also starr und stabil. Währungen können also nur halten was sie versprechen: eine unsichere ungewisse Zukunft. Nur dass wir alle sterben werden, das ist sicher. Wie und wann wir sterben werden, das wissen wir auch ohne Währungen nicht. Denn die Gewalt inkl. Staatsgewalt, die keine Verwaltung ist, wird den Rest tun. Kontinenten können nicht sterben, aber mehr oder weniger Menschenleer sein.
  4. #1003

    Marshallplan und Verpfaendungsklausel

    Zitat von roswitha.lebbe Beitrag anzeigen

    Die Einführung des € war eine rein politische Entscheidung, die mit Wirtschaftlichkeit rein gar nichts am Hut hatte. Die heutigen Folgen waren absehbar. Zum Schluß ist Deutschland in den Augen der EURO-Länder schuld an deren Unfähigkeit und wird zahlen müssen.
    Den sprichwörtlichen schwarzen Peter hatten wir von anfang an.
    Eben.Uebrigens,was den Marshallplan-betrifft,gibt es ein bis heute wohlgehuetetes Geheimnis,naemlich dessen sogenannte 'Verpfaendungsklausel": Dazu steht im Buch 'Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg auf Seite 84:

    "Der europaeische Rahmen war Hauptbestandteil det amerikanischen Politik,England,Frankreich,Italien usw. zu unterstuetzen und zugleich das Deutschland-Problem zu loesen.Um Westdeutschland in diesen europaeischen Rahmen zu integrieren,waren verschiedene Arten politischer Organisation moeglich,solange sie nur mit diesem generellen Ziel der europaeischen Einigung vereinbar waren.Diese Ueberlegung wurde wiederum am klarsten von John Foster Dulles formuliert,in dem er an Senator Vandenberg am 5.Dezember 1949 (nachdem die Bundesrepublik Deutschland gegruendet war) schrieb:''dass nur durch (europaeische) Einheit Staerke entstehen kann,und nur Staerke in Westeuropa schafft den Rahmen,innerhalb dessen es moeglich ist,Deutschland zu gestalten,wieder stark zu werden,ohne Westeuropa zu beherrschen oder eine gefaehrliche Verhandlungsposition zwischen Ost und West einzunehmen"



    Dass in dem bilateralen deutsch-amerikanischen ERP-Abkommen vom 15.Dezember 1949 Vorsorge getroffen wurde,um die letztgenannte Alternative praktisch auszuschliessen,ist in der Literatur bisher uebersehen worden.Artikel I,3 dieses Abkommens enthaelt naemlich die Klausel,dass die Exporterloese aus der gesamten kuenftigen Produktion und aus Lagerbestaenden der Bundesrepublik[...] fuer die Bezahlung von Hilfsleistungen,die gemaess dem Abkommen bereit gestellt worden sind,verfuegbar sein wuerden.Eine derartige Verpfaendungsklausel gab es in keinem anderen ERP-Abkommen.Mit seiner Hilfe sollten auch in Zukunft Reparationslieferungen an die Sowjetunion aus der deutschen Produktion verhindert und feste Bindungen an die amerikanische Politik vertraglich fixiert werden"

    Marshallplan und Westdeutscher Wiederaufstieg: Positionen, Kontroversen - Hans-Jürgen Schröder - Google Books

    Nachzulesen ist dieses Abkommen im Bundesarchiv:

    Inhaltsverzeichnis

    31.01.1950
    Inhaltsverzeichnis
    aus Nr. 5 vom 31.01.1950, Seite 9
    3
    31.01.1950
    Gesetz betreffend das Abkommen über Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deutschland vom 15. Dezember 1949
    aus Nr. 5 vom 31.01.1950, Seite 9


    Bundesgesetzblatt online
  5. #1004

    Hankel,Starbatty & Co. haben fast alles vorausgesehen

    Zitat von schlob Beitrag anzeigen
    Wilhelm Hankel ist dafür- er meint,man brauche dazu ein Wochenende-mehr nicht.-
    Ich erinnere mich noch an viele viele Sendungen mit seiner Eurokritik- ich war voll auf seiner Seite.-
    Er hatte damals Recht- und er hat heute Rechter.
    Es wird Zeit,dass sich alle Fachleute mit dieser Frage beschäftigen-
    es sind ja keine Vollidioten,die die Zweitwährung vorschlagen.
    Das Buch von Hankel,Starbatty,Noelling und Schachtschneider 'Die Euro-Klage von 1998 hat all das vorhergesagt,was bisher eingetroffen ist:

    Den Bruch des Stabilitaetspakts (Seite 64)

    Die durch den Euro befeuerte Immobilienblase in Laendern wie Spanien (Seite 52)

    Die Abkehr von der Inflationsbekaempfung als vorrangigem Ziel der EZB (Seite 57)

    Die "moral hazard"-Lage Deutschlands (Seite 74)

    Die bevorstehende Transferunion zwischen den Euro-Laendern (Seite 131)

    Den Bruch der "no bail out'-Klausel (Seite 130)

    Den indirekten Kauf von Staatsanleihen durch die EZB (Seite 170)

    Man moechte meinen,dass es nun hoechste Zeit waere,auf diese Leute zu hoeren.Da kennt man die politische Klasse Deutschlands aber schlecht.Die haben seit zwei Jahrzehnten in punkto Euro gelogen und geschwindelt,dass sich die Balken biegen.

    Aber mit dem deutschen Michel scheint man es ja machen zu koennen... wie lange noch?
  6. #1005

    Zitat von heimwerker-ass Beitrag anzeigen
    Das Buch von Hankel,Starbatty,Noelling und Schachtschneider 'Die Euro-Klage von 1998 hat all das vorhergesagt,was bisher eingetroffen ist:

    Den Bruch des Stabilitaetspakts (Seite 64)

    Die durch den Euro befeuerte Immobilienblase in Laendern wie Spanien (Seite 52)

    Die Abkehr von der Inflationsbekaempfung als vorrangigem Ziel der EZB (Seite 57)

    Die "moral hazard"-Lage Deutschlands (Seite 74)

    Die bevorstehende Transferunion zwischen den Euro-Laendern (Seite 131)

    Den Bruch der "no bail out'-Klausel (Seite 130)

    Den indirekten Kauf von Staatsanleihen durch die EZB (Seite 170)

    Man moechte meinen,dass es nun hoechste Zeit waere,auf diese Leute zu hoeren.Da kennt man die politische Klasse Deutschlands aber schlecht.Die haben seit zwei Jahrzehnten in punkto Euro gelogen und geschwindelt,dass sich die Balken biegen.

    Aber mit dem deutschen Michel scheint man es ja machen zu koennen... wie lange noch?
    Mit dem dänischen Michel aber anscheinend nicht. Und den Briten, Norweger und Schweden auch nicht
  7. #1006

    Zitat von heimwerker-ass Beitrag anzeigen
    Das Buch von Hankel,Starbatty,Noelling und Schachtschneider 'Die Euro-Klage von 1998 hat all das vorhergesagt,was bisher eingetroffen ist:

    Den Bruch des Stabilitaetspakts (Seite 64)

    Die durch den Euro befeuerte Immobilienblase in Laendern wie Spanien (Seite 52)

    Die Abkehr von der Inflationsbekaempfung als vorrangigem Ziel der EZB (Seite 57)

    Die "moral hazard"-Lage Deutschlands (Seite 74)

    Die bevorstehende Transferunion zwischen den Euro-Laendern (Seite 131)

    Den Bruch der "no bail out'-Klausel (Seite 130)

    Den indirekten Kauf von Staatsanleihen durch die EZB (Seite 170)

    Man moechte meinen,dass es nun hoechste Zeit waere,auf diese Leute zu hoeren.Da kennt man die politische Klasse Deutschlands aber schlecht.Die haben seit zwei Jahrzehnten in punkto Euro gelogen und geschwindelt,dass sich die Balken biegen.

    Aber mit dem deutschen Michel scheint man es ja machen zu koennen... wie lange noch?
    Aber mit dem dänischen Michel anscheinend nicht. Und mit den Schweden, Briten und Norwegern auch nicht.
  8. #1007

    Zitat von heimwerker-ass Beitrag anzeigen
    ..

    Aber mit dem deutschen Michel scheint man es ja machen zu koennen... wie lange noch?
    der fisklapakt wird genau so gebrochen werden,wie jede andere
    vereinbarung zum euro auch schon-

    man wird ordentlich kredit aufnehmen- und wenns ans rückzahlen geht,wird man die deutschen beschimpfen-

    wie soll denn im ernst ein land mrd-stRafen bezahlen,das noch nicht einmal kredite zurückzahlEN KANN ODER WILL?

    WENN WIR EINES GELERNT HABEN- DIESE GANZEN PAKTE SIND
    DAS PAPIER NICHT WERT-
  9. #1008

    euro(katastrophe)

    Die Frage hat das Thema verfehlt. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Bezüglich stabiler Eurokatastrophe soll keiner sagen, er hat es nicht gewusst. Die Fakten liegen auf dem Tisch.
    Der Euro wäre die erste Währung die auf einer solchen katastrophalen Basis/Unterschiedlichkeit Mitgliedsländer überleben könnte. Siehe Geschichte. Diejenigen die für die Milliardengelder/Fass ohne Boden Verantwortung tragen, sollten haftbar gemacht werden. Wie der kleine Man,. der im Zweifel schon für "1,50 €" ins Gefägnis kommt.
    Die EU sollte sich auf ihre Kernkompetenzen bestimmen. Wenn es nicht schon zu spät ist. U.a. Staatenbund mit einheitlichem Wirtschaftsraum. Nicht mehr.
    Die EU zerstört sich stabil selbst mit dem Euro. Siehe die vergangenen Monate.
  10. #1009

    Geordneter Rückzug

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nichts ist so sehr Symbol für das einige Europa wie die Euro-Währung. Kanzlerin Merkels Credo, dass Europas Schicksal vom Schicksal des Euro abhängt, ist bekannt. Wie sehen Sie es: Scheitert Europa, wenn der Euro scheitert?
    Europa steht und fällt nicht mit dem EURO.
    Eine einheitliche Währung funktioniert nur mt Ländern gleicher Wirtschaftsleistung.


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