Forum


 

Schärfere Auflagen für Managergehälter?

Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?
  1. #10

    Politiker

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?
    Gibt es eigentlich einen "Verein Deutscher Heissluftgebläse"? Falls nicht, würde ich einen solchen anregen. Man könnte ihn mit "VDH" abkürzen. Und alle Politiker und Wirtschaftsexperten könnten sofort die Ehrenmitgliedschaft erhalten und in diesem Führungsaufgaben übernehmen:
    Anstatt den wirklichen Job zu machen, mit Gesetzen dafür zu sorgen, dass über Steuern jene, die viel verdienen wirklich geschröpft werden und nicht 1000 Hintertürchen haben, um dann letztendlich weniger Steuern als normale Angestellte zu bezahlen. setzen unsere Politiker auf pures geratsche und puren Populismus und schreien den Sch...ss, den die neidige Masse von sich gibt mit. Und zwar lauthals.
    Wenn sie stattdessen den Spitzensteuersatz für einen Ackermann auf 70 oder 80% erhöhten und oben genannte Schlupflöcher stopften, würde das viel mehr bringen. Ackermann würde weiterhin motiviert sein, einen guten Job zu machen, da ihm ja immerhin 4 Millionen bleiben würden und der Bundeshaushalt hätte mehr Geld, um es in die Konjunktur zu stecken. Dann ist es nämlich nur gut für den Staat, wenn ein Ackermann viel verdient. Aktienspekulanten würden zudem weniger vom Gewinn von Ackermanns Arbeitgeber mitnehmen und dadurch würde letzten Endes ein Geldfluss in die richtige Richtung geschaffen: Vom Spekulanten in die Konjunktur.
    Statt dessen wird lieber über "Begrenzung von Managergehältern" gelabert. Was für ein absurder Diskurs.
    Ganz offensichtlich steht bei unserer politischen Klasse immer noch etwas anderes im Vordergrund, als eine funktionierende Wirtschaft. Und ganz hinten steht Mut, Entscheidungen zu treffen, die wirklich etwas an der Tatsache ändern, dass seit Jahren immer mehr Geld von unten nach oben fliesst statt anders herum.
  2. #11

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Vorschläge von Finanzexperten aus Union und SPD stehen bereits: Die Große Koalition will schärfere Auflagen für Managergehälter - sie sollen noch vor der Bundestagswahl im September in Kraft treten. Eine richtige Initiative?
    Zu Zeiten moderater Führungspersonalgehälter galt für den deutschen Michel die unausgesprochene Prämisse:
    "Ärmel hochkrempeln, die paar Schmarotzer in den Chefetagen kriegen wir auch noch mit durchgefüttert."

    Mit der Zeit haben sich die Schmarotzer aber zu einem immer dreister wuchernden Krebsgeschwür entwickelt.
    Was tun ?
    Diese Gro-Ko Chemotherapie für Managergehälter dürfte auch dem Krebspatienten nicht gut bekommen.
    Nur Wegschneiden löst das Problem.
  3. #12

    Zitat von Hadraniel Beitrag anzeigen
    Warum nur gegen Managergehälter?
    Schade, daß man immer sofort in die kommunistische Ecke gesteckt wird, sobald man solche Gedanken äußert. Bin gespannt auf die Reaktionen hier.
    "Moral und Ethik" mit Steuerrecht - nachgerade mit dem deutschen - zu befördern führt geradewegs in die Sackgasse. Ich höre schon, welche Betriebsausgaben dann zukünftig auch noch eine Obergrenze erhalten und wie das jedesmal "moralisch"" begründet wird, z.B. bei Werbekosten.

    Lassen Sie das Thema also einfach dort, wo es hingehört, nämlich auf der moralich-ethischen Ebene. Und sagen Sie Vorständen wie Ackermann und ihren - mitbestimmten (!) - Aufsichtsräten, dass es schlichtweg maßlos und unanständig ist, ein Jahresgehalt von 13 Mio. @ zu kassieren (bei dem einem Mittelständler, der persönlich für die Schulden seines Unternehmens haftet, schwindlich wird). Denn dafür gibt es keine auch nur irgendwie (!) geartetete rationale Begründung. Und machen Sie einfach transparent, wie solche Vorstandsgehälter entstehen, nicht etwa im Wege von Ausschreibungen nämlich, bei denen sich der beste Bewerber durchsetzt, sondern durch undefinierbare Rituale in Closed Shops, bei denen das Leistungsprinzip übrigens eher zufällig zum Zuge kommt.

    Dann kann Sie auch niemand kommunistischer Neigungen verdächtigen.
  4. #13

    Zitat von Hadraniel Beitrag anzeigen
    Warum nur gegen Managergehälter?
    Schade, daß man immer sofort in die kommunistische Ecke gesteckt wird, sobald man solche Gedanken äußert. Bin gespannt auf die Reaktionen hier.
    "Moral und Ethik" mit Steuerrecht - nachgerade mit dem deutschen - zu befördern führt geradewegs in die Sackgasse. Ich höre schon, welche Betriebsausgaben dann zukünftig auch noch eine Obergrenze erhalten und wie das jedesmal "moralisch"" begründet wird, z.B. bei Werbekosten.

    Lassen Sie das Thema also einfach dort, wo es hingehört, nämlich auf der moralich-ethischen Ebene. Und sagen Sie Vorständen wie Ackermann und ihren - mitbestimmten (!) - Aufsichtsräten, dass es schlichtweg maßlos und unanständig ist, ein Jahresgehalt von 13 Mio. @ zu kassieren (bei dem einem Mittelständler, der persönlich für die Schulden seines Unternehmens haftet, schwindlich wird). Denn dafür gibt es keine auch nur irgendwie (!) geartetete rationale Begründung. Und machen Sie einfach transparent, wie solche Vorstandsgehälter entstehen, nicht etwa im Wege von Ausschreibungen nämlich, bei denen sich der beste Bewerber durchsetzt, sondern durch undefinierbare Rituale in Closed Shops, bei denen das Leistungsprinzip übrigens eher zufällig zum Zuge kommt.

    Dann kann Sie auch niemand kommunistischer Neigungen verdächtigen.
  5. #14

    Aber, aber

    Zitat von sample-d Beitrag anzeigen
    Es muss ja nicht unbedingt eine feste Grenze sein - man könnte auch den Spitzensteuersatz abschaffen, und ab bestimmten Beträgen die Progression wieder einsetzen lassen,so dass die Gehälter automatisch irgendwo begrenzt wären..
    Wissen Sie denn nicht, dass die Leistungstraeger der Gesellschaft (als solche sehen sie sich, selbst wenn sie ihre Unternehmen auspluendern) einen Anreiz brauchen, um ihre volle Leistung zu erbringen?
    Aber, abgesehen von Beschraenkungen, finde ich, dass diese Leute mit ihrem Vermoegen fuer ihre Handlungen haften sollten.

    Wenn sie in Erwartung eines grossen Gewinnes Gelder ins Kasino tragen, dann sollen sie auch dafuer gerade stehen.
  6. #15

    Zitat von propaghandi Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach sollte sich der Staat raushalten, was die Begrenzung von Managergehältern angeht. Derjenige, der das Risiko trägt, bestimmt auch, wieviel er am Markt verdient.
    Wenn dann allerdings die Krise kommt, ....
    Sehr richtig. Sowas lässt sich genausowenig realisieren wie antizyklische Finanzpolitik ("in den fetten Jahren für die mageren Jahre vorsorgen").

    Angesichts der Hebel, die es an den Finanzmärkten gibt (und es auch nach der möglicherweise bald zunehmenden Regulierung derselben weiter geben wird), wird jemand mit prallgefüllten Taschen nie für den Schaden, den er anrichtet, aufkommen können - selbst wenn man ihn dazu verpflichtete. Ein Restschaden bliebe immer an der Allgemeinheit hängen. Zur Zeit versucht man ja sogar sämtlichen Schaden auf die Allgemeinheit umzulegen .

    Also müsste man eigentlich eine Art Pflicht-Versicherung einführen, in der proportional zu den verantworteten Budgets eingezahlt wird.

    Angesichts der Natur des Geldes und der Natur des Menschen an sich wäre es aber noch sinnvoller, direkt an der Wurzel anzusetzen und die Einkommens- und Wohlstandsschere direkt an der Wurzel zu packen, und jegliche Auswüchse samt anschliessenden Krisen direkt zu vermeiden.
  7. #16

    Die Diskussion um Manager-Gehälter geht am Kern vorbei

    Zitat von Hadraniel Beitrag anzeigen
    Warum nur gegen Managergehälter?
    Wenn es eine Gehaltsuntergrenze gibt (Sozialhilfe), warum nicht auch eine Gehaltsobergrenze?
    Nach meinem Verständnis von Moral und Ethik lassen sich Jahresgehälter über dem Lebensarbeitseinkommen von....
    Natürlich liegen Sie richtig, der Reichtum der einen ist die Armut der anderen. Ergo haben wir es mit einer Verteilungsfrage zu tun. Die reicht aber weit über die Gehälter der wenigen Manager hinaus, so hoch sie auch sein mögen. Die Relationen zwischen erarbeiteten Einkommen und Einkommen aus Kapital stimmen nicht. Hinzu kommt eine historisch gewachsene Konzentration des Kapitals auf einen recht kleinen Teil der Bevölkerung. Und dieses Geld heckt Geld ohne Unterlass. Da wollen aber unsere Politiker nicht heran. Eine drastische Erbschaftssteuer lehnen sie ab, auch aus Angst um ihre "Groschen". Da faselt man von Betrieben, die schließen müssen, wenn Erbschaftssteuer gezahlt wird, von Omas & Opas Häuschen usw. Diese Diskussion ist vorgeschoben. Wie wäre es denn, wenn man bei den großen Geldvermögen beginnen würde. Denn hier zeigt sich die - auf lange Sicht - zerstörerische Dynamik des Zinseszinses , der sowohl die privaten Geldvermögen auf der einen als auch die Schulden des Staates auf der anderen Seite wuchern lässt.
  8. #17

    Zitat von gehlhajo Beitrag anzeigen
    War ja klar: keine 5 beiträge und schon taucht der Begriff Neid auf.
    Stimmt, das war zu erwarten. Dabei ist der Neid eher dort zu finden, wo einer der "viel hat", Neid hat auf den der "mehr hat".

    Von gesetzlichen Grenzen halte ich übrigens nichts. Der Wiedeking hat sein Geld offenbar verdient, der Schrempp wohl nicht.
    Wie wärs den mit einer Stärkung der Aktionäre oder des Aufsichtsrat. Im Steuerrecht könnte man doch auch was machen...
    Das Steuerrecht ist auch das Instrument, an dem die SPD denkt. Die Unternehmer können nach wie vor riesige Millionengehälter zahlen, nur als Betriebsausgabe ginge es nicht mehr durch bei der Besteuerung. Das ist bei mittelständischen Unternehmen längst der Fall, wenn es um die Gehälter der Geschäftsführer geht und wird als verdeckte Gewinnentnahme behandelt, wenn übliche Grenzen überschritten werden.
  9. #18

    geht nur über Gesetze oder Steuern

    Wie wärs den mit einer Stärkung der Aktionäre oder des Aufsichtsrat. Im Steuerrecht könnte man doch auch was machen...[/QUOTE]

    Appelle oder Stärkung des AR bringt nichts wie man diese Woche bei Siemens wieder gesehen hat. Da klüngeln Vorstand und Aufsichtsrat sich die Gehälter (äh Aufwands-entschädigungen) hoch. Beim Vorstandsvorsitzenden nach 1 Jahr Einarbeitung so locker 100 %. Nicht zu vergessen Umzugskosten von 1,5 Mio ( er hat wahrscheinlich eine Herde Bisons aus USA in sein neues Domizil Grünwald einfliegen lassen).
    Ich denke das ist Korruption und frage mich ob ein Kanzlerberater in Sachen Compliance noch tragbar ist.
  10. #19

    Zitat von Wenzel Storch Beitrag anzeigen
    Nicht nur die Manager, sondern auch die sogenannten "Volksvertreter", welche nur die Interessen der Lobbyisten vertreten.

    Beispiele:
    Die vielen mangelhaft ausgearbeiteten Gesetze, welche dann von Karlsruhe wieder gestoppt werden mußten.
    Entscheidungen und Steuerverschwendung, welche oft nur mit Korruption erklärbar ist.
    Diese zwei Kasten "Manager und Politiker" sind hauptsächlich für die Probleme in unserem Land verantwortlich.
    Zuviel den Linken zugehört?Gucken Sie sich lieber an wieviel ein normaler Abgeordneter verdient...dann reden wir weiter. Und übrigens: Die MAnager sind nicht die einzigen, die von Gewinnen profitieren. Die "armen" Leute, die in AKtien investiert haben und diese mit einem Tagesgeldkonto verwechselt haben sind genauso an der Krise Schuld, wie MEnschen, die sich nur noch auf Ratenzahlungen einlassen.








TOP



TOP