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Schadet das Kunduz-Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers?

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
  1. #3060

    Die konstruierte Lüge Lehrstück erster Akt

    Die Lügenmeldung des Tages :

    Die "konstruierte Lüge"

    Die Darstellung von Guttenberg, wonach ihm wichtige Akten über den Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in der Nähe von Kunduz vorenthalten und Berichte unterschlagen worden seien, wies Schneiderhan zurück. "Das finde ich inzwischen ehrenrührig", sagte der entlassene General. Der Begriff "Unterschlagen" habe für ihn "den Geschmack des Vorsatzes", diesen habe es aber nicht gegeben. "Dass er vorschnell formuliert, ist bekannt", sagte Schneiderhan über den Minister. "Aber das hier ist schon eine Steigerungsstufe." Der Begriff Vorsatz sei "nicht nur unschön, das ist unwahr".

    Also was soll hier gelogen sein.

    Der Ex-GI beschwert sich nicht über seinen Rücktrittsgrund, die Tatsache das die Berichte nicht vorlagen, sondern die Bewertung "unterschlagen" durch KTzG.

    Diese verbindet er mit der Wertung "ehrrührig" weil "vorsätzlich" dem kann man ja noch folgen.
    Andererseits hat der Ex-GI die Berichte nicht weitergegeben weil er diese für nicht relevant gehalten hat.
    Mag ja unter FJJ noch gang und gäbe gewesen sein, aber KTzG ist da wohl ein anderes Kaliber und fordert die Informationen ein und möchte als Minister selbst entscheiden was relevant ist und was nicht.
    Irgendwie sollte das auch für die Opposition verständlich sein. Für die Soldaten ist es wünschenswert das der Minister allle Informationen erhält.
    Vor dem Hintergrund das Schneiderhahn unter diesen Umständen seinen Rücktritt offensichtlich selbst, sogar schriftlich, angeboten hat ist eine Lüge, so wie es die Opposition glaubhaft machen will schon , nun ja verwegen.
    Nach meinem Empfinden wird das der berühmte "Schuß ins Knie".
    Zum Ablauf :
    Es gibt zwei Versionen über den genauen Ablauf am 25. November:

    * Dem Umfeld Guttenbergs zufolge zitierte der Verteidigungsminister an dem Tag Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert zu sich, weil er von der "Bild"-Zeitung den Hinweis erhalten hatte, dass es noch einen weiteren Bericht über die Bombardierung gebe. Guttenberg fragte demnach die beiden nach dem Bericht - sie stritten ab, insgesamt viermal fragte Guttenberg nach dem Bericht. Daraufhin entließ er die beiden.
    * Schneiderhan und Wichert zufolge antworten die beiden dem Minister auf dessen Frage dagegen mit den Worten, dass es weitere Berichte gebe. Guttenberg wies beide an, alle Berichte vorzulegen, was bis 17 Uhr geschah.

    Also wer findet die Lüge ?
    Ich nicht !

    Zweiter Akt demnächst im Ausschuß.

    Ist ja fast so gut wie "Neues aus der Anstalt"
  2. #3061

    Zitat von archelys Beitrag anzeigen
    Zitat von Nachtschwester Ingeborg Beitrag anzeigen
    Auch "Wahrhaftigkeit" hindert einen Juristen nicht daran falsch zu liegen.
    Um das mögliche Falschliegen ging es nicht, sondern um Ihre Frage, warum er sich, wie Sie sagen, "soweit aus dem Fenster hängt". Da spielt das Motiv eine Rolle und das muß nicht, wie Sie vermuten, Mediengeilheit sein.
    Ich erinnere Sie mal an Ihren Beitrag auf den ich antwortete:

    Zitat von archelys Beitrag anzeigen
    Warum kommen Sie nicht auf die einfachste Erklärung: Wahrhaftigkeit.
    Ein Jurist sollte eigentlich wahrhaftig sein, sonst ist er nur Funktioner und damit lebt es sich spätestens dann nicht gut, wenn man die erste Hälfte des Lebens hinter sich hat.
    Auf diesen habe ich wahrhaftig geantwortet. Und wenn Leute, auch Richter sich weit aus dem Fenster lehnen und Kommentare in der FR verfassen, die Rechtmäßigkeit einer Sache anzweifeln und dem dann keine Taten folgen lassen, dann ist die Vermutung dass der Grund dafür "Mediengeilheit" ist, mehr als naheliegend.
  3. #3062

    Zitat von reinhard_m Beitrag anzeigen
    ...Das Getue von Rot-Grün (den Truppenstellern für Afghanistan) ist für ihn nur ein weiteres Sprungbrett nach oben. Passen Sie mal auf, wie übel Rot-Grün der Zirkus bei der nächsten Sonntagsfrage bekommen wird.
    Sie haben es nicht verstanden. Natürlich versuchen die "Truppensteller" alles erdenklich mögliche, um die Zustimmung für ihren Afghanistaneinsatz im Volke wieder zurechtzurücken.
  4. #3063

    Zitat von Rums Beitrag anzeigen
    , Punkt!
    Recht haben Sie, wenn Sie feststellen, daß
    "es dort unten nicht voran geht."
    Vielleicht liegt es an zu großer Zauderei?

    -
    Ja meine Güte, nach 8 Jahren immer noch nichts gelernt?

    Da können ein paar "Wilde" die grössten miltärischen Nationen ich Schach halten, und die spielen mit denen Katze und Maus.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  5. #3064

    Zitat von archelys Beitrag anzeigen
    Zitat von Nachtschwester Ingeborg Beitrag anzeigen
    Auch "Wahrhaftigkeit" hindert einen Juristen nicht daran falsch zu liegen.
    Um das mögliche Falschliegen ging es nicht, sondern um Ihre Frage, warum er sich, wie Sie sagen, "soweit aus dem Fenster hängt". Da spielt das Motiv eine Rolle und das muß nicht, wie Sie vermuten, Mediengeilheit sein.
    Ich erinnere Sie mal an Ihren Beitrag auf den ich antwortete:

    Zitat von archelys Beitrag anzeigen
    Warum kommen Sie nicht auf die einfachste Erklärung: Wahrhaftigkeit.
    Ein Jurist sollte eigentlich wahrhaftig sein, sonst ist er nur Funktioner und damit lebt es sich spätestens dann nicht gut, wenn man die erste Hälfte des Lebens hinter sich hat.
    Auf diesen habe ich wahrhaftig geantwortet. Und wenn Leute, auch Richter sich weit aus dem Fenster lehnen und Kommentare in der FR verfassen, die Rechtmäßigkeit einer Sache anzweifeln und dem dann keine Taten folgen lassen, dann ist die Vermutung dass der Grund dafür "Mediengeilheit" ist, mehr als naheliegend.
  6. #3065

    Zitat von GrafZahl Beitrag anzeigen
    Wenn man die Karrieren der beiden vergleicht wird man erhebliche Unterschiede feststellen:
    - Guttenberg hat seinen Grundwehrdienst geleistet, danach Jura studiert, macht vor zwei Jahren seine Dissertation, zwischendurch beschäftigte er sich mit der Vermögensverwaltung seiner Familie und ging dann vor sieben Jahren in die Politik, im selben Jahr 2002 kam er in den Bundestag, der Rest ist bekannt.

    - Schneiderhan ist seit 1966 bei der Bundeswehr. Seit 2002 ist er Generalinspekteur der Bundeswehr, sein Amt wurde zweimal über das Pensionsalter hinaus verlängert. Er hat zahlreiche hohe Auszeichnungen der Bundesrepublik, Frankreichs und der USA erhalten.
    Die alles entscheidene Preisfrage gibt es in zwei Versionen:

    1. Wem können die Parlamentarier und Bürger mehr Vertrauen schenken?
    2. Wem werden die Bundeswehrsoldaten mehr glauben?

    Mein Fazit: mit diesen klaren Worten von Schneiderhan ist Guttenberg zumindest für die Angehörigen der Bundeswehr vollkommen unglaubwürdig geworden und politisch erledigt. Er sollte den Anstand besitzen und zurücktreten.
    Ein alter Mann, der immer nur Soldat am Schreibtisch war und kein einziges Lamettastückchen im Kampf erworben hat kommt bei jungen Soldaten (deren Vorbilder Ihnen zum Teil sicher sehr suspekt vorkommen würden) bei weitem nicht so gut an wie sie glauben.
  7. #3066

    Mephisto

    Zitat von BillBrook Beitrag anzeigen
    Ja arcelys Gegner erklärt er für Teufel. Da kann man sehen, um wen es sich handelt.
    BillBrook, extra für Sie:

    Das, was wir traditionell "Teufel" nennen, ist keine Person mit Hörnern auf dem Kopf und einem Pferdefuß, sondern ein Prinzip, das man im geistigen Bereich beobachten kann und das wesentlich etwas mit der Diesseitsausrichtung des Lebens zu tun hat.
    Können Sie das zumindest als eine Betrachtungsweise gelten lassen?
  8. #3067

    Zitat:
    Zitat von demo68 Beitrag anzeigen
    Der Satz heißt: "Soldaten sind Mörder" und stammt von Kurt Tucholsky
    "Sodaten sind potentielle Mörder" stammt von Ossietsky.
    Zitat von BillBrook Beitrag anzeigen
    "Sodaten sind potentielle Mörder" stammt von Ossietsky.
    Es wurde ein "Sticker" zitiert und da war das Wörtchen potentiell gerade dem Richter wichtig. Soldaten sind Mörder darf man eben nicht als Sticker tragen. "Potentielle Mörder" mussten sich Soldaten dagegen gefallen lassen.
  9. #3068

    Bundesvertuschungsministerium

    "Das Bundesverteidigungsministerium hat eingeräumt, dass es das Kanzleramt mit tagelanger Verspätung über einen Bericht zum Luftangriff von Kundus informiert hat. Der Parlamentarische Staatssekretär Schmidt sagte in einer Fragestunde des Bundestages, Bundeswehr-Oberst Klein habe den damaligen Generalinspekteur Schneiderhan am fünften September über die Vorgänge in Kenntnis gesetzt. Das Kanzleramt habe diesen Bericht erst am zehnten September und damit zwei Tage nach der Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zu dem Thema erreicht."
    http://www.dradio.de/nachrichten/200912161500/1

    Den ganzen Tag sitzen unsere Volksvertreter im Plenarsaal und spielen mit ihren Handys.
    Wichtige Informationen zur folgenschwersten "Militäraktion" mit deutscher Beteiligung nach dem
    2.Weltkrieg landen erst Tage später bei der Kanzlerin ?
    Wer soll das glauben ?
    Er werde "auch wenn es mal stürmt, stehen bleiben
    sagte Karl-Theodor zu Guttenberg.
    Ich nenne das Aussitzen.
    Guttenberg wird gehen,damit Merkel Ruhe hat.
  10. #3069

    Zitat von derflieger Beitrag anzeigen
    Ich stehe auch - bis zum Beweis des Gegenteils - auf der Seite zu Guttenbergs. Ich kann bei allem Mediengerausche aber bisher nichts entdecken, was die Rücktrittsforderungen rechtfertigt. Alles nur Vorwürfe und unbewiesenes Zeug, das sehr nach "Bein stellen" aussieht. Es ist so durchsichtig, das die Opposition versucht, hier einen gefährlichen Gegner so schnell wie möglich zu demontieren. Außerdem gibt es wirklich erheblich schlimmere Probleme in unserem Land, als das es der Tod von einem Haufen Mördern und Benzindieben es rechtfertigt, über diese hinwegzugehen.

    Was den Obersten Klein angeht, so hoffe ich auf eine neutrale Untersuchung des Falles, ohne Mauschelei. Er hat mutmaßlich einen schweren Fehler begangen, aber bis seine Schuld geklärt ist, gilt auch für ihn die Unschuldvermutung. Schließlich hat er, irrend oder nicht, in einer schweren Streßsituation im Interesse der ihm anvertrauten Soldaten gehandelt.

    Wo ist eigentlich unser Außenminister, den diese Affäre doch auch tangieren müßte? So still habe ich Westerwelle noch nie erlebt.
    Gleiches gilt für den Ex-Außenminister und Ex-Kanzlerkandidaten! Macht der gerade Urlaub - evtl. in Afghanistan? Da ist er doch schon früher bei Nacht und Nebel hingereist - wie auch andere "wichtige" Entscheidungsträger.








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