Forum: Politik
Schaden die Plagiats-Vorwürfe Minister Guttenberg?
Vor vier Jahren erhielt Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel, jetzt kritisiert ein Juraprofessor dessen Dissertation. Dann wurden gegen den Verteidigungsminister Guttenberg weitere Fußnotenvorwürfe laut. Schaden diese nachhaltig dem Minister?
- #2640 18.02.2011 13:52 von National-Oekonom
Hilft nicht weiter -siehe Barleben
Hat er die Arbeit selbst geschrieben und ist sie auch unter Kenntnis der Fremdmaterialien als seine eigene Leistung zu erkennen ... dann bleibt er Dr. - egal ob die Univ. Bayreuth ihm eine Rüge erteilt oder nicht.
Hat er die Arbeit nicht selbst geschrieben - dann ist es Täuschung, Betrug. Da hilft ihm die "Rückgabe" des Titels nicht. Er hätte die Arbeit nie einreichen dürfen. Dann wäre sogar auf Straftatbestände zu prüfen.
Ichfürchte, dass letztgenannter Absatz eine Rolle spielt. Ansonsten wäre zu Guttenberg auf seinem Wahlkampftermin in Barleben erschienen. - #2641 18.02.2011 13:53 von
- #2642 18.02.2011 13:53 von
Lie to me
Das sollte mal die Figur des "Dr. Cal Lightman" aus der o.a. Serie analysieren...was dabei wohl heraus käme?
Also mal ganz unverbindlich und gepaart mit laienhafter Beobachtung, m.E.n. Er lügt! - #2643 18.02.2011 13:54 von
Die Wirklichkeit
Fehler machen ist menschlich, aber nicht jeder, der Fehler macht, wird dadurch schon zum Menschen. Fehler haben außerdem Konsequenzen. Erst durch die eintretenden Konsequenzen gibt es so etwas wie eine "Wiedergutmachung". Wenn die Vorwürfe gegen Guttenberg tatsächlich substanziell zu belegen sind, muß natürlich die Doktorarbeit nachträglich abgelehnt und der Titel damit entzogen werden. Das ist das Mindeste und hoffentlich für alle selbstverständlich. So sind nämlich die Spielregeln.
Wer das nicht so sieht, läuft Gefahr, sich als Komplize im Geiste zu outen. Solcherlei Komplizenschaft mit völlig fehlendem Unrechtsbewußtsein ist allerdings gerade in Deutschland nicht eben neu. Schon vor rund 80 Jahren wurde auf diese Weise die Trennung zwischen Recht und Unrecht verwischt. Von politischen Kreisen, die genau wußten, daß eine Demokratie im Kopf der Bürger sowohl beginnen als auch enden kann. Jede kriminelle Vereinigung beruht auf dieser Perversion, das Recht zu entwerten und das Unrecht salonfähig zu machen. Aber es kommt auch auf die Verhältnismäßigkeit an.
Zwar wäre es nicht notwendig, daß ein Guttenberg seinen fehlenden Rücktrittswillen mit dem Negativbeispiel Berlusconi begründet, der bis heute auch nicht an Rücktritt dachte. Doch ist das Abschreiben einer Doktorarbeit nicht unbedingt schon der Beweis, als Minister per se unfähig zu sein. Wir mögen uns im Übrigen daran erinnern, daß auch wegen einer Straftat rechtskräftig vorbestrafte Minister schon Angehörige des Bundeskabinetts waren. Seltsamerweise hat sich deswegen aber kaum Aufruhr aus dem Volk ergeben.
So umstritten also KTG schon immer gewesen ist, hat er zumindest Anspruch auf Klärung des Vorwurfs ohne Vorverurteilung. Und aus guten Gründen sollte damit nicht ausgerechnet diejenige Universität mit der Nachprüfung betraut sein, die möglicherweise ursprünglich eine plagiierte Doktorarbeit akzeptiert hat. Es könnte zumindest theoretisch der Fall eintreten, daß nicht nur Guttenberg, sondern auch der eine oder andere Professor der Uni Bayreuth zu überführen ist. Und wie auch immer das Ergebnis ausgeht: es muß unabhängig geprüft und dann konsequent gehandelt werden. Damit der Rechtsstaat nicht endgültig zur Lachnummer wird... - #2644 18.02.2011 13:55 von
Sie wird dem Minister nicht schaden, sie wird nur einige Leute klüger machen
Mir ist Guttenberg zwar auch nicht besonders sympathisch, aber die Diskussion ist dumm.
Wenn wir nur an die Märchen der Brüder Grimm denken, dann sehen wir, dass da ähnliches vorliegt. Die haben ja auch nur abgeschrieben und dennoch ist etwas neues entstanden.
Wir können aus der Tatsache, das Guttenberg Zitate bringt nicht sagen, dass sein Werk keinen Wert hätte oder ein Plagiat ist.
Weil wir nicht ausschließen können, dass die Leistung in der Sammlung der Zitate und ihrer Auswertung liegen.
Wenn es aber so ist, ist es auch nebensächlich, dass er die Quellen vergessen hat. Die Qualität einer Aussage hängt ja nicht von dem ab, der es gesagt hat.
Wenn ich die Sätze: "der Mond ist aus grünem Käse" nehme, denke da zitiere ich auch jemanden, und dann "alle Katzen sind schwarz" dann sind beide Sätze falsch.
Aber wenn ich verbinde und sage:
Wenn der Mond aus grünem Käse wäre, dann sind alle Katzen schwarz.
Dann habe ich einen neuen Satz, der wahr ist und eine neue Aussage ist.
Somit müssen wir die Auswertung den Professoren überlassen.
Denke der Minister wird aus der Diskussion gestärkt hervor gehen und alle haben mal wieder etwas gelernt.
Vielleicht sollte man auch bei solchen Arbeiten mal umdenken. Auch die Fähigkeit die Arbeit anderer zu würdigen, und sich zu eigen zu machen ist der Anerkennung würdig.
Man muss dafür bescheiden und demütig sein.
Auch wenn man nicht selbst produzierte Gedanken vertritt, so trägt man zu ihrer Verbreitung bei.
Der Lehrer der einem das Wissen beibringt ist genau so wichtig wie der Erfinder. Ohne den Lehrer wäre das Wissen auch tot.
Die Sozen und Grünen werden als unfähige Neider da stehen und wieder ein paar Stimmen verlieren.
Diese Diskussion war politisch unklug. - #2645 18.02.2011 13:55 von
mehr Tränen
Da empfehle ich, zerknirschter und gleichzeitig bestimmter aufzutreten, so wie es unser Dr.jur.ex macht. "Der arme Bub ist gerade so Hormongeplagt und G8 ist sooo anstrengend, was hätte er denn machen sollen? Er hat es NICHT, ich wiederhole NICHT mit böswilliger Absicht gemacht! Haben Sie denn noch nie Wikipedia benutzt? Das ist doch eigentlich ein Zeichen, wie modern mein Sohn ist. Und es tut ihm wirklich wirklich leid, wenn er Ihre Gefühle verletzt haben sollte ...."
Dann bieten Sie Ihr an, dass er die 6 vorübergehend für zwei Wochen annimmt, dann verfällt die Note wieder und wird nicht in der Endnote berücksichtigt.
Wenn sie das nicht annimmt, dann soll sie sich doch an unseren Ehrenmann wenden oder Sie werfen ihr vor, dass sie bei einem adligen Kind anders handeln würde. - #2646 18.02.2011 13:55 von
Mach den Anfang
Es hindert Sie niemand daran, den Anfang zu machen. Offensichtlich ist das ja im Zeitalter des Netztes kein Problem, wie dieser Fall beweist.
Das ist der Vorteil eines freien Internet. Zumindest teilweise können nun Schaumschläger und Betrüger leichter entlarvt werden, sei es durch Wikileaks oder eben alle privaten Online-Forscher. - #2647 18.02.2011 13:55 von
- #2648 18.02.2011 13:55 von
- #2649 18.02.2011 13:59 von
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