Hohe Arbeitslosigkeit, massives Defizit: Spanien entwickelt sich zu Europas größtem Sorgenkind. Gegen große Widerstände drückt die Regierung in Madrid Sparpakete und Reformen durch. Doch reicht das, um die Krise zu bekämpfen?
Nein, weil alle Reformen und Sparpakete überhaupt nichts bzw. das Gegenteil von dem bewirken werden, was sie sollten.
Arbeitsmarktreform:
Das war schon vor 15 Jahren fällig, junge Menschen "gut" ausgebildet, also ich schreibe jetzt von jenen mit einem Universitätsabschluss, wobei das gut nicht ohne Grund zwischen Anfürungszeichen steht, sind momentan zu 50% arbeitslos, der Rest in prekären Verhältnissen- "Generatión práctica", manche schon seit Jahren und für sogut wie NADA!
Schulabgänger: 30% ohne mindestens (vergleichbar) einen Hautschulabschluss, funktionale Analphabeten, können zwar lesen und schreiben, aber nicht erfassen was sie da lesen (und schreiben.......)
Schulsystem total danneben, Fort - und Weiterbildung dient in Spanien in allererster Linie dazu, die Gewerkschaften zu bereichern. Sinnvolles ist da kaum dabei. Ausserdem ist das in vielen spanischen Firmen nicht gern gesehen, wenn sich Mitarbeiter fortbilden, wenn, dann sollen sie es gefälligst auf eigene Kosten und ausschloiesslich in ihrer Freizeit(obwohl staatliche Gelder zur Verfügung stehen, die allerdings vom Unternehmen abgerufen werden müssen), da man Angst hat, ein williger Untergebener könnte aufmucken, bzw. mit mehr Wissen und besserer Ausbildung mehr Gehalt fordern oder gar zur Konkurrenz gehen.
Also um es mal allgemeinverständlich auszudrücken, ein grosser Teil spanischer "Unternehmer" sieht noch nichtmal bis zum eigenen Brett vor dem Kopf.
Spanien ist todkrank, wichtige Reformen in allen Bereichen wurden seit Jahrzehnten versäumt, sieht man mal von der Produktion von Obst und Gemüse ab, ist der Rest (industriell gesehen) doch eher marginal und eher multinationalen Ablegern vor allem deutscher Unternehmen (jaja, Renault gibt es auch)geschuldet, man nenne mir auch nur ein einziges Produkt, das nichts mit Alimentation und Tourismus zu tun hat, das spanisch ist und einen weltweiten Ruf als Topprodukt in seiner Sparte geniesst...Na?
Vielleicht fällt ja irgendjemandem was dazu ein....
Man bedenke folgendes: Schon im Jahr 2002 (spätestens) war abzusehen, dass der Immohype nicht mehr lange laufen würde, naja, für jeden mit "dos dedos de frente" auf jeden Fall, nicht so für Politiker. Man erinnere sich daran, dass ZP sich geweigert hat, anzuerkennen, dass Spanien in einer Krise steckt, nachdem das nun auch für einen Zehnjährigen offensichtlich war.
Spanien wird, solange es keine Revolution von unten gibt, niemals aus dieser Krise herauskommen, hier interessieren sich lediglich die bis zur Halskrause korrupten Seilschaften von Politikern, Gewerkschaftern (die machen sich einen schönen Lenz mit einigen hundert Mios, die sie jedes Jahr für sogenannte Fotbildungen abzocken) und "Wirtschaftslenkern" " aller politischen Schattierungen ausschliesslich dafür, was in ihren eigenen Taschen landet.
Der altehrwürdige Club der "Terratenientes" ist nach wie vor an den Hebeln der Macht, wie schon vor einigen Jahrhunderten, nur nicht mehr so offensichtlich und einige Newcomer wie Entrecanales (letzterer - am höre und staune- ein Bilderbergerteilnehmer, so wie ZP und die Sofía von Krone eben auch).
Es ist den Herrschaften vollkommen egal, ob das Land vor die Hunde geht. Noch halten die Spanier relativ still, die sozialen Verwerfungen sind sie a) noch aus der jüngsten Vergangenheit gewöhnt, b) die Familienstrukturen sind in vielen Bereichen noch wesentlich intakter als z.B. in D, hier wird noch abgefedert, solange es noch geht.
Aber lange geht es nicht mehr. Real sind in Spanien ca. 30% der Personen im arbeitsfähigen Alter arbeitslos, noch gibt es ein paar Kröten vom Staat, doch auch hier wird demnächst der Ofen aus sein.
Die grossen Volksparteien und ihre Führer legen ausser einer 100% jahrelang demonstrierten Inkompetenz in wirklich ALLEN Bereichen nichts zu Tage, und hiesige "Politiker"befinden sich häufig auf einem Korruptionsstandard vor, um den ihn jedwedes Dritteweltland nur beneiden kann.
ZP hat privat seine Schäfchen schon längst in Venezuela gebunkert (und das nicht zu knapp), wahrscheinlich wird er demnächst dort um Asyl bitten müssen, wenn es dem spanischen Michel dann wirklich zu dumm wird und die ersten ihm den Schädel einschlagen wollen. man betrachte die spanische Geschichte, somit stösst man auf ein Volk, dass seit Jahrhunderten Revolutionen (wenn auch nicht immer erfolgreich) angezettelt hat.
Demnächst gibt es hier dicke Backen.
bevor die EU es aus der jahrhundertelangen Krise geholt hat,
eigentlich besser gefallen.
Also, wozu sich über sowas Gedanken machen ?
Wenn es den Menschen zu gut geht, werden sie nur arrogant.
Armut hingegen fördert die Demut, die doch eine höchst zuträgliche Eigenschaft darstellt.
Jetzt, in der Krise, hat endlich der Bauboom
aufgehört, der hier alle Küsten zerstört hat -
die "Krise" ist eigentlich der bessere Normalzustand,
vermutlich für die ganze Menschliche Gattung :
Umweltschutz durch Wirtschaftskrise,
der einzig gangbare Weg.
denn so wie Deutschlands Geschichte im Gegensatz zum
Glauben jüngerer Generationen nicht erst 1933 begann,
begann die Spaniens nicht mit Franco - da war die Zeit
der römischen Kolonie, der Reconquista, Siglo de Oro,
Kolonialzeit, Karlistenkriege etc., und ich habe noch die
Hälfte weggelassen.
Aber ich meinte die Zeit von etwa 1975 bis etwa 1985,
mit Franco habe ich´s nicht so.
Seite Mitte der Neunziger ist Spanien immer wohlhabender,
die Leute sind immer fetter und die Verwaltung ist
immer preußischer geworden.
Tja, dass ich mich auf die Geschichte einiger Jahrhunderte beziehe, dürfte wohl aus meinem Post hervorgehen, mitnichten habe ich den Blick ausschliesslich auf Franco gerichtet.
Und was die Zeit von 75 bis ca. 85 betrifft, sollte man dazusagen, dass zumindest bis 77/78 die politische "transición" in Spanien herrschte, also der Übergang von der Diktatur zur Demokratie erfolgte, da war gar nix klar, weder wirtschaftlich, noch politisch. Verhungert ist trotzdem niemand in Spanien zu jener Zeit. Das hat u.a. was mit intakten Grossfamilien zu tun und das wiederum mit der religiösen Orientierung zu jener Zeit und als direktes Ich weiss nicht, ob Sie zu jener Zeit In Spanien waren ( wenn auch nur auf Urlaub), ich habe 1980/81 in Spanien gearbeitet, masse mir also an, das aus eigener Anschaung beurteilen zu können. Spanien war zu jener Zeit sicherlich nicht reich, aber auch nicht wirklich arm. Es gab einen nicht gerade kleinen Mittelstand.
Das eigene Auto, Fernseher, und sehr oft die eigene Wohnung, bzw. das eigene Haus.
Wenn Sie nur ein bisschen Ahnung von was auch immer hatten, haben Sie auch Arbeit gefunden. Sicherlich verhältnismässig schlechter bezahlt als in D, aber ich habe niemanden hungern sehen und Arbeitslose waren eher "statistisch", Schwarzarbeit war eigentlich das normale, und da hatte jeder irgendwas.
Zu jener Zeit konnten Sie eine Wohnung in einer mittleren Grosstadt zentral gelegen, damals Neubau mit ca. 100qm Wohnfläche für so ca. 2-3 Mio Peseten erstehen. Das war ungefähr das 2- 3fache des Jahresgehaltes eines gut bezahlten Facharbeiters (z.B. bei Renault).
Und in dieser Zeit haben die meisten "Mittelstandsfamilien" ihr Vermögen gebildet, das jetzt schleichend, langsam aber sicher enteignet wird.