wie selbstverständlich und normal dieses Verhältnis sei, und woran "man" sich zu orientieren hätte, zeigt der bereits "tausendfach" genannte Kniefall von Brandt 1970, aus deutscher Sicht könnte man meinen, in Polen selbst hat es bei weitem nicht DIE Bedeutung, und es war nicht ganz unumstritten bzw. kontrovers diskutiert, wenn überhaupt. Man muss wissen, dass zu dem Zeitpunkt die Solidarnosc-Streiks Polen überzogen, und viele sahen in dem Kniefall eher die Anerkennung der Machthaber als eine moralische Stütze der Opposition. In dem Zussammenhang ist der Warschauer Vertrag viel intensiver wahrgenommen worden. Darüber hinaus war Polen schon immer katholisch geprägt, die Opposition sowieso, daher war der Kniefall schön und gut, nur den polnischen Opfern nicht gedacht ( Bartoszewski hat es unter anderem beklagt ). Und zuallerletzt, auch diesbezüglich, - was den guten Verhältnis/die Versöhnung einleitete, war eher "Der Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder" 1965, mit dem berühmten Satz „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ - aus polnischer Sicht.



