Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
Es ist schon beachtlich wie sich der Tusk aus der "Affäre" gezogen hat, indem er den Walther Rathenau Preis entgegennahm, was ihm gewiss keine allzu grosse Sympathien beschert, schliesslich ist Rathenau in Polen nicht allzu beliebt, was auch nachvollziehbar ist... soll aber eine Lehre daraus gezogen werden !!!
"Deutschland ist der größte Aktionär der EU. Es wird aber kein Mehrheitspaket bekommen."
Lieber Berg-neu, Sie unterstellen fälschlicherweise, dass alle Betroffenen (die Siegermächte einschl. Polen) der Auffassung waren, dass die DDR "SBZ" ein Staat war! Hätten Sie Recht, wäre eine Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze durch die Bundesrepublik doch nicht mehr notwendig gewesen, da die DDR die Grenze ja für Deutschland als Ganzes bereits anerkannt hatte!
Sie stellen eine These auf und staunen anschließend, dass sie nicht schlüssig ist. Und: "Recht haben" ist Sache von Anwalt und Richter. Ich bin keines von beiden. :-)
Ob als Staat, Land, Bundesland, Landschaft, Stadtverwaltung und egal welches politische System herrscht - an einem Grenz-Fluss wie Oder, Neiße muss gehandelt werden: Schiffahrt, Grenzkontrollen, Hochwasserschutz, Ausbau, Brücken, Fähren, Fischerei usw. usf. Und das haben die Ostdeutschen getan. Unter anderem gehörte dazu die Anerkennung der Grenzlinie 1950 durch die beiden Nachbarn. - Und wenn Bonn (am Rhein) das erst etliche Jahrzehnte lang später nachgeholt hat, dann war das zwr gut und richtig, und auch nicht zu spät, aber eben doch erst dann, als sich die Nachbarn Deutsche und Polen wieder halbwegs verständigt hatten. Brandt sah ein, dass mit der Hallstein-Doktrin allein kein Alleinvertretungsanspruch durchsetzen lässt, sondern dazu weitere Aktionen jenseits des Eisernen Vorhangs geleistet werden müssen. Damit gelang eine Vorraussetzung dafür, dass zur Wende 89/90 das Gesamtdeutschland an der Oder-Neiße-Grenzlinie nicht mehr gezweifelt hat und zur "ganz normalen Nachbarschaft" übergegangen werden konnte.
Sie sind gewohnt hartnäckig. Es gibt hier nicht viele Anhänger der Hallstein Doktrin. Ihnen merkt man aber die Indoktrination an Westimperialismus, oder ähnlich nannte man das wohl). Wahrscheinlich haben die geneigten freiwilligen und unfreiwilligen Leser der Einheitspresse der DDR mehr darüber gewusst als die entpolitiserten, von Wohlstand verweichlichten Westler. Wie dem auch sei:
1989 mussten weder Russen, noch Amerikaner, weder Deutsche (aus Kohls CDU und der Opposition) noch Polen oder irgendwer sonst (Heimatvertriebene ausgenommen) von der Existenz und Richtigkeit der Oder-Neisse Grenze überzeugt werden. Wenn Sie das Gefühl haben, der Beitrag der Ostdeutschen sei dabei zu gering eingeschätzt, bleibt das Ihre persönliche Wahrnehmung. Sie sind meines Wissens auch der einzige, der so was zu den Akten gibt. Selbst google versagt;-)
Das hatte ich genauso gemeint und ganz ähnlich geschrieben! Und Brandts Rolle in den 70ern hat dazu beigetragen, bzw. war eine wichtige Voraussetzung. "Hartnäckig" rufe ich nur in Erinnerung, was die Mecklenburger, die Brandenburger und die Sachsen 40 Jahre lang als Polens Nachbarn und in den Gremien des RGW und des Militätbündnisses zur Normalisierung der guten Nachbarschaft getan haben. Nicht mehr und nicht weniger. (Ob immer alles gut war, alles glatt lief, alles F.-F.-Eierkuchen war, habe ich nicht zu beurteilen.)
Das ist ein ganz normaler Vorgang der immer da auftritt wo Flüsse eine Grenze bilden.
Daraus ergibt sich fast überall auf der Welt das die "Behörden " der beiden Nachbarstaaten über zwischenstaatliche Abkommen in der Grenzregion , ungeachtet politischer...ideologischer...oder anderer Differenzen aus "Sachgründen" die Sie benannt haben zusammenarbeiten.
Nicht mehr und nicht weniger.
Daraus nun eine Erfolgsstory ( nur weil die Behörden zusammengearbeitet haben ) für die Ostdeutschen konstruieren zu wollen ist Ihrer Phantasie geschuldet.
Wie sollte denn eine Annäherung zustande kommen wenn erst Anfang der 70ziger Jahre die Grenze zwischen Polen und Ostdeutschland durchlässig war, und die Öffnung noch nicht einmal 1 Jahrzehnt angehalten hat?
Noch einmal , nur behördliche Zusammenarbeit bei einer ( fast ) geschlossenen Grenze ergeben noch lange keine gute Nachbarschaft zwischen den Menschen.
Sie müssen die von der SED und PVAP damals verordnete Normalität nun nicht mehr im Jahr 2012 nachplappern.
Geändert von ( um Uhr)
In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
Nachdem schon einer Ihrer Beiträge gelöscht wurde, nun wieder diese Unterstellungen. Wo schrieb ich etwas von einer "Erfolgsstory"? Das dichten Sie selber. - Na wenigstens haben Sie nun begriffen, dass der Grenzfluss Zusammenarbeit erforderte. Und nun brauchen Sie nur noch die Zusammenarbeit in den RGW-Gremien (zur Normung, zur Abstimmung von Lieferungen usw.) und die Zusammenarbeit im Warschauer Pakt beachten, die nämlich nicht nur von SED-Kadern gemacht wurde, sondern von hunderten Fachleuten.
Dass die Aufforderungen zum Jugendaustausch, zum Besucherverkehr usw. von der Regierungen beider Seiten kamen, wollen Sie doch denen nicht nun noch nachträglich vorwerfen. Die vom Krieg übriggebliebenen Väter mieden sich erst einmal, deren Kinder gingen es aber an, die nachbarschaftlichen Verhältnisse herzustellen.