Forum


 

Polen und Deutschland – eine ganz normale Nachbarschaft?

Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
  1. #40

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen

    Und das mit den Folgen war ganz einfach so, dass beide Länder mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren.

    Vielleicht sollten Sie die jüngste Vergangenheit was die Beziehungen DDR-Polen betrifft nicht durch Ihre SED Brille betrachten.
    Weiter fällt Ihnen nichts mehr ein, als mir eine SED-Brille zu unterstellen? Wie kommen Sie darauf? Und die "jüngsten Beziehungen DDR-Polen" (????) stehen gar nicht zur Debatte, sondern das heutige nachbarschaftliche Verhältnis zwischen D und P.
  2. #41

    Nachtrag...

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    Eine Partnerschaft könnte sich zwangsläufig ergeben, nicht nur weil Frau Merkel zum ein Viertel eine Polin sei ;o) "She says she is a quarter Polish; he is able to crack jokes in German (it is possible)."
    Polen hat sich zum wichtigen europäischen Faktor gemausert, als Nicht-Euroland profitiert ungemein von der eigenen Zloty Währung, die Exporte sind stätig gewachsen, wobei Deutschland an erster Stelle steht...
    Die Binnenkonjunktur war schon immer eine wichtige Stütze, so konnte bsw. Finanzkrise beinahe unbeschadet überstanden werden, sowie keine übermässig krisenanfällige Industrie...

    Polen: Es gibt noch Länder, wo die Wirtschaft blüht « DiePresse.com

    Auch auf der Suche nach den neuen Verbündeten ist die polnische Stimmengewichtung innerhalb der EU nicht zu unterschätzen, und es wird sogar von Mertusk fabuliert...

    Kamil Tchorek: A German-Polish Partnership? - WSJ.com
    Es ist schon beachtlich wie sich der Tusk aus der "Affäre" gezogen hat, indem er den Walther Rathenau Preis entgegennahm, was ihm gewiss keine allzu grosse Sympathien beschert, schliesslich ist Rathenau in Polen nicht allzu beliebt, was auch nachvollziehbar ist... soll aber eine Lehre daraus gezogen werden !!!

    "Deutschland ist der größte Aktionär der EU. Es wird aber kein Mehrheitspaket bekommen."
  3. #42

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Was werfen Sie mir hier vor? Ein Forist fand Brandt und KSZE als ersten Schritt zur Annäherung. Diesen "ersten Schritt", gemeint war nach dem Weltkrieg, musste notgedrungen der Staat tun, der am westlichen Ufer der Oder-Neiße-Linie lag. Nicht mehr und nicht weniger. Ihr Studium der Geschichte Europas können Sie gerne fortsetzen, da das Ihren Ärger daüber offenbar stärkt.
    Lieber Berg-neu, Sie unterstellen fälschlicherweise, dass alle Betroffenen (die Siegermächte einschl. Polen) der Auffassung waren, dass die DDR "SBZ" ein Staat war! Hätten Sie Recht, wäre eine Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze durch die Bundesrepublik doch nicht mehr notwendig gewesen, da die DDR die Grenze ja für Deutschland als Ganzes bereits anerkannt hatte!
  4. #43

    Zitat von Heimatloserlinker Beitrag anzeigen
    Lieber Berg-neu, Sie unterstellen fälschlicherweise, dass alle Betroffenen (die Siegermächte einschl. Polen) der Auffassung waren, dass die DDR "SBZ" ein Staat war! Hätten Sie Recht, wäre eine Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze durch die Bundesrepublik doch nicht mehr notwendig gewesen, da die DDR die Grenze ja für Deutschland als Ganzes bereits anerkannt hatte!
    Sie stellen eine These auf und staunen anschließend, dass sie nicht schlüssig ist. Und: "Recht haben" ist Sache von Anwalt und Richter. Ich bin keines von beiden. :-)

    Ob als Staat, Land, Bundesland, Landschaft, Stadtverwaltung und egal welches politische System herrscht - an einem Grenz-Fluss wie Oder, Neiße muss gehandelt werden: Schiffahrt, Grenzkontrollen, Hochwasserschutz, Ausbau, Brücken, Fähren, Fischerei usw. usf. Und das haben die Ostdeutschen getan. Unter anderem gehörte dazu die Anerkennung der Grenzlinie 1950 durch die beiden Nachbarn. - Und wenn Bonn (am Rhein) das erst etliche Jahrzehnte lang später nachgeholt hat, dann war das zwr gut und richtig, und auch nicht zu spät, aber eben doch erst dann, als sich die Nachbarn Deutsche und Polen wieder halbwegs verständigt hatten. Brandt sah ein, dass mit der Hallstein-Doktrin allein kein Alleinvertretungsanspruch durchsetzen lässt, sondern dazu weitere Aktionen jenseits des Eisernen Vorhangs geleistet werden müssen. Damit gelang eine Vorraussetzung dafür, dass zur Wende 89/90 das Gesamtdeutschland an der Oder-Neiße-Grenzlinie nicht mehr gezweifelt hat und zur "ganz normalen Nachbarschaft" übergegangen werden konnte.
  5. #44

    Geringschätzung?

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Sie stellen eine These auf und staunen anschließend, dass sie nicht schlüssig ist. Und: "Recht haben" ist Sache von Anwalt und Richter. Ich bin keines von beiden. :-)

    Ob als Staat, Land, Bundesland, Landschaft, Stadtverwaltung und egal welches politische System herrscht - an einem Grenz-Fluss wie Oder, Neiße muss gehandelt werden: Schiffahrt, Grenzkontrollen, Hochwasserschutz, Ausbau, Brücken, Fähren, Fischerei usw. usf. Und das haben die Ostdeutschen getan. Unter anderem gehörte dazu die Anerkennung der Grenzlinie 1950 durch die beiden Nachbarn. - Und wenn Bonn (am Rhein) das erst etliche Jahrzehnte lang später nachgeholt hat, dann war das zwr gut und richtig, und auch nicht zu spät, aber eben doch erst dann, als sich die Nachbarn Deutsche und Polen wieder halbwegs verständigt hatten. Brandt sah ein, dass mit der Hallstein-Doktrin allein kein Alleinvertretungsanspruch durchsetzen lässt, sondern dazu weitere Aktionen jenseits des Eisernen Vorhangs geleistet werden müssen. Damit gelang eine Vorraussetzung dafür, dass zur Wende 89/90 das Gesamtdeutschland an der Oder-Neiße-Grenzlinie nicht mehr gezweifelt hat und zur "ganz normalen Nachbarschaft" übergegangen werden konnte.
    Sie sind gewohnt hartnäckig. Es gibt hier nicht viele Anhänger der Hallstein Doktrin. Ihnen merkt man aber die Indoktrination an Westimperialismus, oder ähnlich nannte man das wohl). Wahrscheinlich haben die geneigten freiwilligen und unfreiwilligen Leser der Einheitspresse der DDR mehr darüber gewusst als die entpolitiserten, von Wohlstand verweichlichten Westler. Wie dem auch sei:

    1989 mussten weder Russen, noch Amerikaner, weder Deutsche (aus Kohls CDU und der Opposition) noch Polen oder irgendwer sonst (Heimatvertriebene ausgenommen) von der Existenz und Richtigkeit der Oder-Neisse Grenze überzeugt werden. Wenn Sie das Gefühl haben, der Beitrag der Ostdeutschen sei dabei zu gering eingeschätzt, bleibt das Ihre persönliche Wahrnehmung. Sie sind meines Wissens auch der einzige, der so was zu den Akten gibt. Selbst google versagt;-)
  6. #45

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    1989 mussten weder Russen, noch Amerikaner, weder Deutsche (aus Kohls CDU und der Opposition) noch Polen oder irgendwer sonst (Heimatvertriebene ausgenommen) von der Existenz und Richtigkeit der Oder-Neisse Grenze überzeugt werden.
    Das hatte ich genauso gemeint und ganz ähnlich geschrieben! Und Brandts Rolle in den 70ern hat dazu beigetragen, bzw. war eine wichtige Voraussetzung. "Hartnäckig" rufe ich nur in Erinnerung, was die Mecklenburger, die Brandenburger und die Sachsen 40 Jahre lang als Polens Nachbarn und in den Gremien des RGW und des Militätbündnisses zur Normalisierung der guten Nachbarschaft getan haben. Nicht mehr und nicht weniger. (Ob immer alles gut war, alles glatt lief, alles F.-F.-Eierkuchen war, habe ich nicht zu beurteilen.)
  7. #46

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen

    Ob als Staat, Land, Bundesland, Landschaft, Stadtverwaltung und egal welches politische System herrscht - an einem Grenz-Fluss wie Oder, Neiße muss gehandelt werden: Schiffahrt, Grenzkontrollen, Hochwasserschutz, Ausbau, Brücken, Fähren, Fischerei usw. usf.
    Das ist ein ganz normaler Vorgang der immer da auftritt wo Flüsse eine Grenze bilden.

    Daraus ergibt sich fast überall auf der Welt das die "Behörden " der beiden Nachbarstaaten über zwischenstaatliche Abkommen in der Grenzregion , ungeachtet politischer...ideologischer...oder anderer Differenzen aus "Sachgründen" die Sie benannt haben zusammenarbeiten.

    Nicht mehr und nicht weniger.
    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Und das haben die Ostdeutschen getan.
    Daraus nun eine Erfolgsstory ( nur weil die Behörden zusammengearbeitet haben ) für die Ostdeutschen konstruieren zu wollen ist Ihrer Phantasie geschuldet.

    Wie sollte denn eine Annäherung zustande kommen wenn erst Anfang der 70ziger Jahre die Grenze zwischen Polen und Ostdeutschland durchlässig war, und die Öffnung noch nicht einmal 1 Jahrzehnt angehalten hat?

    Noch einmal , nur behördliche Zusammenarbeit bei einer ( fast ) geschlossenen Grenze ergeben noch lange keine gute Nachbarschaft zwischen den Menschen.

    Sie müssen die von der SED und PVAP damals verordnete Normalität nun nicht mehr im Jahr 2012 nachplappern.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  8. #47

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    ... "Hartnäckig" rufe ich nur in Erinnerung, was die Mecklenburger, die Brandenburger und die Sachsen 40 Jahre lang als Polens Nachbarn und in den Gremien des RGW und des Militätbündnisses zur Normalisierung der guten Nachbarschaft getan haben....
    Sorry, ich kann immer noch keine Heldentat erkennen. Die Ostdeutschen lebten geduckt im Schatten der Sowjets, mehr nicht.
  9. #48

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    Das ist ein ganz normaler Vorgang der immer da auftritt wo Flüsse eine Grenze bilden.

    Daraus ergibt sich fast überall auf der Welt das die "Behörden " der beiden Nachbarstaaten über zwischenstaatliche Abkommen in der Grenzregion , ungeachtet politischer...ideologischer...oder anderer Differenzen aus "Sachgründen" die Sie.....
    Nachdem schon einer Ihrer Beiträge gelöscht wurde, nun wieder diese Unterstellungen. Wo schrieb ich etwas von einer "Erfolgsstory"? Das dichten Sie selber. - Na wenigstens haben Sie nun begriffen, dass der Grenzfluss Zusammenarbeit erforderte. Und nun brauchen Sie nur noch die Zusammenarbeit in den RGW-Gremien (zur Normung, zur Abstimmung von Lieferungen usw.) und die Zusammenarbeit im Warschauer Pakt beachten, die nämlich nicht nur von SED-Kadern gemacht wurde, sondern von hunderten Fachleuten.

    Dass die Aufforderungen zum Jugendaustausch, zum Besucherverkehr usw. von der Regierungen beider Seiten kamen, wollen Sie doch denen nicht nun noch nachträglich vorwerfen. Die vom Krieg übriggebliebenen Väter mieden sich erst einmal, deren Kinder gingen es aber an, die nachbarschaftlichen Verhältnisse herzustellen.
  10. #49

    Eine

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
    Nachbarschaft ist dann normal, wenn man sich nicht alle 10 Minuten gegnseitig versichern muss, dass die Nachbarschaft normal ist.








TOP



TOP