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Polen und Deutschland – eine ganz normale Nachbarschaft?

Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
  1. #180

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Die Polen nennen viele Städte im Ausland auch nicht im Original. Londyn=London, Paryż=Paris, Rzym=Roma, Monachium=München, usw. usw.
    Die Strafe für die Deutschen: Anglizismen ohne Ende.
    Die Innenstadt in Nürnberg erreicht man, wenn man in der Stadt dem Hinweisschild "Centrum" folgt, denn der Stadtrat war der Meinung, "Zentrum" würden die Gäste nicht verstehen.
    Die Italiener nennen München-Monaco, Hamburg-Amburgo...

    Die Russen nennen Hamburg-Gamburg.

    Den Polen stört gar nicht dass die Deutschen die alten deutschen Namen der Städte benutzen, also kein Problem.
  2. #181

    Zitat von kasemattenbär Beitrag anzeigen
    Es bringt hier wirklich nichts, einseitig die in einem Nachbarland populären Geschichtsversionen herunterzubeten, genau das meinte ich mit dem Vorwurf, die historische Wahrheit würde damit zugeschüttet.
    Auch für die Polen kam der September 1939 nicht aus heiterem Himmel, und die ersten Massaker des Krieges waren eben nicht die der Deutschen an den Polen, sondern wurden von Polen an den Volksdeutschen im eigenen Land begangen, auch das ist eine unter Historikern längst anerkannte Tatsache.
    Inzwischen selbst unter polnischen.
    Bromberger Blutsonntag
    Ihr erster Satz gefällt mir.
    Auffällig bis sonderbar finde ich das zu dem Strangthema heute, im Jahre 2012, fast allen hier nichts besseres einfällt als die dunkle NS Zeit aufzuwärmen. Zum Glück sind mein Sohn (Deutsch-Argentinier Jahrgang 84) und seine Lebensgefährtin (Brasilianerin) plus seiner engsten Freundschaften mit einem Türken, einem Polen, einem Iraner und einem weiteren Deutschen längst auf einer "anderen Schiene" und pflegen ihre Freundschaften. Die NS- und/oder Kriegs- und/oder Nachkriegszeit spielt bei denen zum Glück keine Rolle mehr.
    Wir, die ältere Generation, sollten unserer europäischen Jugend alle Chancen geben länderübergreifende Freundschaften zu schließen indem wir uns gewaltig in Zurückhaltung üben. Zurückhaltung durch drastisch eingeschränktes Vergangenheitsgelaber.
  3. #182

    Überschrift

    Politiker und Journalisten haben es vielleicht noch nicht gemerkt.
    Aber das menschliche Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist
    gut bis sehr gut.
    Mit polnischen Firmen arbeitet man besser zusammen als mit französischen. Hier wächst tatsächlich zusammen was zusammen gehört.
  4. #183

    Zitat von kasemattenbär Beitrag anzeigen
    Es gibt nicht wenige Menschen in Deutschland - längst nicht nur Heimatvertriebene! - die auch im deutsch-polnischem Verhältnis genau diese Zuschüttung der Vergangenheit erkennen und als schweren Fehler betrachten.
    Denn eine einseitige, ausschließlich zu Lasten der Deutschen gehende Aufarbeitung der wechselvollen Geschichte beider Länder, wie sie zur Zeit betrieben wird, führt letztlich zu nichts.
    Es ist ein schon mehr als naiver Glauben, dass mit dem letzen Heimatvertriebenen auch die Erinnerung und damit das letzte noch störende Problem beider Länder stirbt.
    Die Erinnerung an den letzten Krieg halten die Polen mit ihrer (selbst-)kritiklosen Aufteilung in deutsche Täter und polnische Opfer traditionell selber wach, aber anders, als ihnen letztlich lieb sein dürfte.
    Die fehlerhafte Aufbareitung der Vertreibung ist meiner Ansicht nach allerdings im Gros nicht den Polen anzulasten, vor allem nicht den heute lebenden.
    In Deutschland kann man bis heute nicht rational über dieses Thema diskutieren, ohne Gräben aufzureissen.


    Man erinnere sich an die Aussagen von Erika Steinbach, die doch tatsächlich behauptete, dass Polen vor der deutschen Invasion durchaus recht aggressiv agierte und selbst Minderheiten drangsalierte. Eine historische Tatsache, die natürlich auch nichts daran ändert, wer die Invasion startete und wie sich die Wehrmacht daraufhin im besetzten Polen verhielt.
    Dem reflexhaften Entrüstungssturm deutscher Politiker,Medien und Pseudointellektueller tat das keinen Abbruch.


    Wie sollte man da von polnischen Nationalisten erwarten können, dass die objektiv bleiben?
  5. #184

    Intervention zum Schutz der Fans

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen
    Unnötige Aufregung.
    Wären deutsche Fans in London betroffen, würde die Bundeskanzlerin sicher beim britischen Regierungschef auch intervenieren!
    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Bestimmt nicht!
    Schon gar nicht wegen irgendwelcher Fans..,die auch keine Kinder von Traurigkeit sind.
    Da sollten Sie nicht so sicher sein. Frau Merkel hat sich nicht gescheut, sogar den Papst aufzufordern, sich vom Holocaust zu distanzieren!

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon ist das Verhältnis zwischen D und GB, nicht vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen P und R.
    Natürlich nicht, denn Dresden oder Hamburg wurde nicht von den Polen oder Russen bombardiert.
  6. #185

    Der Unterschied

    Zitat von OHCRIKEY Beitrag anzeigen
    ....
    Man erinnere sich an die Aussagen von Erika Steinbach, die doch tatsächlich behauptete, dass Polen vor der deutschen Invasion durchaus recht aggressiv agierte und selbst Minderheiten drangsalierte.....
    Minderheiten werden in vielen Ländern drangsaliert und bei Pogromen sogar getötet.
    Es ist aber ein Unterschied, ob dies einzelne Fanatiker und Verbrecher tun, oder ob es die Staatsmacht selber macht.
  7. #186

    Schlechte Retourkutsche.....

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Sie müssen aus einfachen Sätzen nicht immer Bedeutungsvolles herauslesen.
    Zur Erinnerung für sie : Es war eine Frage.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  8. #187

    Zitat von mundi Beitrag anzeigen

    Natürlich nicht, denn Dresden oder Hamburg wurde nicht von den Polen oder Russen bombardiert.
    Dafür haben sie sich Stettin eingekrallt, entgegen allen Absprachen der Allierten.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  9. #188

    Ironie der Geschichte...

    Zitat von N.Danilewski Beitrag anzeigen
    Ob und inwieweit es zukunftsweisend sein könnte, das bleibt abzuwarten.
    Aber Marx und Engels dürften da eher zweifelhafte Ratgeber sein:


    Marx und Engels in der New York Daily Tribune vom 24. April 1852:

    “Die Geschichte von Tausend Jahren sollte ihnen gezeigt haben, dass solch eine
    Rückwärtsentwicklung unmöglich ist. Wenn das ganze Gebiet östlich der Elbe und der Saale
    irgendwann einmal von gleichgearteten Slawen besetzt war, so beweist diese Tatsache nur
    den historischen Drang und gleichzeitig die physische und intellektuelle Macht des deutschen
    Volkes, seine alten östlichen Nachbarn zu unterwerfen, aufzusaugen und zu assimilieren...
    deswegen auch schrieb ich auf eine andere Art zukunftweisend, sprich wohl nicht im Sinne von Marx/Engels, und bezog mich auf den Sturz des "Kommunismus", Errichtung neuer Republik Polen und die deutsche Vereinigung... diesmal hat es keinen Bismarck gegeben.
    Dass Marx/Engels auf Polen, wenn sie auch nicht Polen zu den russischen "Abfällen" zählten, herablassend schauten, ist nicht von der Hand zu weisen, immerhin spielten die polnischen Freiheitskämpfe weltweit ( amerikanischer Unabhängikkeitskrieg, französische Revolution und in deren Züge sehr wohl die zukunftweisende neue Konstitution mit den Menschenrechten, 1830, 1846, Revolutionskämpfe 1848, pariser Komune 1871, polnische Aufstände....) und damit verbundenes revolutinäres Potential eine gewisse Rolle in denen Überlegungen, vor allem im Kampf gegen das zaristische Russland, wo Polen gar mit russischen Gebiet versüsst werden sollte. Was auch Pilsudski ( auch in den jungen Jahren sozialistisch geprägt ) nach den Wirren des I WK auf seine Weise zu lösen wusste, bevor er seine autoritäre Stellung im Lande setzte, und bis nach Kiev nachsetzte, um die östliche Flanke zu "schützen". Nach dem II Weltkrieg wurde Polen mit den deutschen Gebieten versüsst worden... Ironie der Geschichte.
    Was nach der Wende passierte, da haben Sie recht, Stichwort F. Naumann Stiftung... ich nannte es in meinem Beitrag Soft Power der Einflussnahme, wo politische aber auch vor allem wirtschaftsnahe Stiftungen den mittel -osteuropäischen Raum an sich zu binden wussten, bzw. dementsprechend nach allen Regeln der Kunst zugerichtet wurde...
  10. #189

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Na ja, wenn man jetzt ließt dass Putin bei Tusk telefoniert hat und sich wegen der Fans beschwert und alle Schuld den Polen gegeben - so Unrecht haben die Polen mit ihrer Vorurteilen über Russland auch nicht.

    Man sieht da, Putin benimmt sich immer noch als gäbe es Sowietunion noch und Polen gehöre dazu. Also, so auftreten wie ein Chef der einen kleine Angestellten zusammenstaucht...ich kann mich vorstellen dass sowas die Polen dann ziemlich verärgert hat.
    Das ganze Telefonat wird aufgebauscht, und soll womöglich weitere Irritationen hervorrufen... ganz zu schweigen von den eigenen Protestmärschen und dem Umgang mit den Protestlern. Ob DIE Vorurteile gerechtfertig sind, sei dahingestellt, nur die nehmen allzuoft paranoide Züge an, und liefern dem J. Kaczynski noch mehr Munition gegen die allgegenwärtige Feinde... was ich allerdings nicht ganz verstehe, warum werden nur Russland 6 Punkte aberkannt, Fehlverhalten der Fans... hmm... da gibt es auch andere Gegenbeispiele für das Fehlverhalten, nicht nur bei den polnischen Pseudo-Fans.

    Und wie man gemassregelt wird, muss auch in Deutschland bekannt sein, finde schon recht amüsant, wie sich Herr Geithner um die "Welt" sorgt, und zwar nicht erst seit seinem Breslauer Besuch vor einem Jahr, aktuell erklärt er uns, was ein moralisches Risiko zu bedeuten hat, und nimmt gleichzeitig Deutschland in Schutz, very very amüsant «Die Welt wartet auf Europa» - NZZ.ch, 14.06.2012


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