Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
Ihr erster Satz gefällt mir.
Auffällig bis sonderbar finde ich das zu dem Strangthema heute, im Jahre 2012, fast allen hier nichts besseres einfällt als die dunkle NS Zeit aufzuwärmen. Zum Glück sind mein Sohn (Deutsch-Argentinier Jahrgang 84) und seine Lebensgefährtin (Brasilianerin) plus seiner engsten Freundschaften mit einem Türken, einem Polen, einem Iraner und einem weiteren Deutschen längst auf einer "anderen Schiene" und pflegen ihre Freundschaften. Die NS- und/oder Kriegs- und/oder Nachkriegszeit spielt bei denen zum Glück keine Rolle mehr.
Wir, die ältere Generation, sollten unserer europäischen Jugend alle Chancen geben länderübergreifende Freundschaften zu schließen indem wir uns gewaltig in Zurückhaltung üben. Zurückhaltung durch drastisch eingeschränktes Vergangenheitsgelaber.
Politiker und Journalisten haben es vielleicht noch nicht gemerkt.
Aber das menschliche Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist
gut bis sehr gut.
Mit polnischen Firmen arbeitet man besser zusammen als mit französischen. Hier wächst tatsächlich zusammen was zusammen gehört.
Die fehlerhafte Aufbareitung der Vertreibung ist meiner Ansicht nach allerdings im Gros nicht den Polen anzulasten, vor allem nicht den heute lebenden.
In Deutschland kann man bis heute nicht rational über dieses Thema diskutieren, ohne Gräben aufzureissen.
Man erinnere sich an die Aussagen von Erika Steinbach, die doch tatsächlich behauptete, dass Polen vor der deutschen Invasion durchaus recht aggressiv agierte und selbst Minderheiten drangsalierte. Eine historische Tatsache, die natürlich auch nichts daran ändert, wer die Invasion startete und wie sich die Wehrmacht daraufhin im besetzten Polen verhielt.
Dem reflexhaften Entrüstungssturm deutscher Politiker,Medien und Pseudointellektueller tat das keinen Abbruch.
Wie sollte man da von polnischen Nationalisten erwarten können, dass die objektiv bleiben?
deswegen auch schrieb ich auf eine andere Art zukunftweisend, sprich wohl nicht im Sinne von Marx/Engels, und bezog mich auf den Sturz des "Kommunismus", Errichtung neuer Republik Polen und die deutsche Vereinigung... diesmal hat es keinen Bismarck gegeben.
Dass Marx/Engels auf Polen, wenn sie auch nicht Polen zu den russischen "Abfällen" zählten, herablassend schauten, ist nicht von der Hand zu weisen, immerhin spielten die polnischen Freiheitskämpfe weltweit ( amerikanischer Unabhängikkeitskrieg, französische Revolution und in deren Züge sehr wohl die zukunftweisende neue Konstitution mit den Menschenrechten, 1830, 1846, Revolutionskämpfe 1848, pariser Komune 1871, polnische Aufstände....) und damit verbundenes revolutinäres Potential eine gewisse Rolle in denen Überlegungen, vor allem im Kampf gegen das zaristische Russland, wo Polen gar mit russischen Gebiet versüsst werden sollte. Was auch Pilsudski ( auch in den jungen Jahren sozialistisch geprägt ) nach den Wirren des I WK auf seine Weise zu lösen wusste, bevor er seine autoritäre Stellung im Lande setzte, und bis nach Kiev nachsetzte, um die östliche Flanke zu "schützen". Nach dem II Weltkrieg wurde Polen mit den deutschen Gebieten versüsst worden... Ironie der Geschichte.
Was nach der Wende passierte, da haben Sie recht, Stichwort F. Naumann Stiftung... ich nannte es in meinem Beitrag Soft Power der Einflussnahme, wo politische aber auch vor allem wirtschaftsnahe Stiftungen den mittel -osteuropäischen Raum an sich zu binden wussten, bzw. dementsprechend nach allen Regeln der Kunst zugerichtet wurde...
Das ganze Telefonat wird aufgebauscht, und soll womöglich weitere Irritationen hervorrufen... ganz zu schweigen von den eigenen Protestmärschen und dem Umgang mit den Protestlern. Ob DIE Vorurteile gerechtfertig sind, sei dahingestellt, nur die nehmen allzuoft paranoide Züge an, und liefern dem J. Kaczynski noch mehr Munition gegen die allgegenwärtige Feinde... was ich allerdings nicht ganz verstehe, warum werden nur Russland 6 Punkte aberkannt, Fehlverhalten der Fans... hmm... da gibt es auch andere Gegenbeispiele für das Fehlverhalten, nicht nur bei den polnischen Pseudo-Fans.
Und wie man gemassregelt wird, muss auch in Deutschland bekannt sein, finde schon recht amüsant, wie sich Herr Geithner um die "Welt" sorgt, und zwar nicht erst seit seinem Breslauer Besuch vor einem Jahr, aktuell erklärt er uns, was ein moralisches Risiko zu bedeuten hat, und nimmt gleichzeitig Deutschland in Schutz, very very amüsant «Die Welt wartet auf Europa» - NZZ.ch, 14.06.2012