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Polen und Deutschland – eine ganz normale Nachbarschaft?

Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
  1. #100

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Hat er doch gar nicht gesagt, er sagte:

    "Grade und weil die DDR Führung ihre Hände in Unschuld wusch, was die Verursacherverantwortung für den WW II und den Holocaust anging"

    Und damit hat er recht. Nach offizieller Lesart war die DDR ein Volk von Antifaschisten, Widerstandskämpfern und edlen Humanisten, sozusagen die unbefleckte Unschuld.

    Das wissen Sie doch selbst. Warum streiten Sie's nur ab.
    Mein Beitrag hat 4 Abschnitte. Und der vierte ist das Resumee.
  2. #101

    Wollen Sie nicht, oder Können Sie nicht?

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    - Es ist doch nur noch belustigend, wie auch Sie sich vor der einfachen Tatsache herumdrücken, dass vor Brandts Kniefall auch schon eine jahrzehntelange deutsch-polnische Zusammenarbeit stattgefunden hatte. Unter anderem gerade deswegen, weil die Bundesrepublik ihre Politik der Nichtanerkennung bis ins Groteske fortgesetzt hat.

    - Und warum nennen Sie das, was die Ostdeutschen an Reparationen und Wiedergutmachungen an den Osten geleistet haben, "Hände in Unschuld waschen"? Man gewinnt den Eindruck, dass Sie bis heute am Kalten Krieg festhalten.

    - Und was an der Oder-Neiße-Zusammenarbeit beim jährlichen Hochwasser, bei den grenzüberschreitenden Pipeline-Bauwerken, der Zusammenarbeit im RGW und im Warschauer Pakt "romantisch" sein soll, verstehe wer will.

    Gefragt ist hier nach der Art der Nachbarschaft. Und es ist wohl so, dass zwischen den unmittelbar benachbarten Leuten längst Normalität eingekehrt ist, während die entfernten alten Bundesbürger immer noch Probleme hervorheben.
    Freut mich, Sie belustigt zu haben. Nur lachen Sie da über sich selbst, weil ich keinen Witz gemacht hatte. Was ich schrieb, ist bittere Tatsache, und wenn Sie, wie in Ihrem letzten Satz, eine "Normalität in den Nachbarschaftsbeziehungen" hervorheben, liegt es doch exakt an dem, was ich zur Haltung und Verantwortung über die DDR-Führung sagte: wer sich keiner Schuldbewusst ist, als anderer Ausdruck für Wegsehen/ Leugnung, der muss sich auch nicht für Normalisierung einsetzen. Und was Reparationen anging, so waren die von sowjetischer Seite verordnet, weil man dort schon von Mitschuld überzeugt war!
  3. #102

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Freut mich, Sie belustigt zu haben. Nur lachen Sie da über sich selbst, weil ich keinen Witz gemacht hatte. Was ich schrieb, ist bittere Tatsache, und wenn Sie, wie in Ihrem letzten Satz, eine "Normalität in den Nachbarschaftsbeziehungen" hervorheben, liegt es doch exakt an dem, was ich zur Haltung und Verantwortung über die DDR-Führung sagte: wer sich keiner Schuldbewusst ist, als anderer Ausdruck für Wegsehen/ Leugnung, der muss sich auch nicht für Normalisierung einsetzen. Und was Reparationen anging, so waren die von sowjetischer Seite verordnet, weil man dort schon von Mitschuld überzeugt war!
    Genau das ist der Punkt. Wer sollte sich denn aus der DDR für den Überfall auf Polen entschuldigen. Die ostdeutschen hatten doch alle eine weiße Weste. Die Bösen saßen nur im Westen. Diese Verlogenheit als Beispiel guter Nachbarschaft zu deklarieren ist voll daneben.
  4. #103

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Deutchlads Alternative sehe ich in Gestalt des Mitteleuropa-Konzepts von Friedrich Naumann:" Naumann forderte darin einen „liberalen Imperialismus“ für Deutschland." Friedrich Naumann
    Im Bezug auf Polen, das eigentliche Thema, bekomme ich zu lesen: „Die Weltgeschichte muß fortfahren Nationen zu zerstören“, schrieb er, „wir scheuen uns gar nicht, Polen, Dänen, Suaheli, Chinesen nach Kräften zu entnationalisieren.“ Gehört auch dies zu Ihrer Deutschlands Alternative ? oder darf man das ausklammern ? hätte er vielleicht gar auf Marx gehört ;o): "Ohne ein unabhängiges Polen kein einiges Deutschland". Karl Marx - Proklamation des Deutschen Bildungsvereins für Arbeiter in London über Polen auch wenn in einem anderen Kontext zu sehen, vielleicht aber doch auf eine andere Art zukunftweisend ?
  5. #104

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Freut mich, Sie belustigt zu haben. Nur lachen Sie da über sich selbst, weil ich keinen Witz gemacht hatte. Was ich schrieb, ist bittere Tatsache, und wenn Sie, wie in Ihrem letzten Satz, eine "Normalität in den Nachbarschaftsbeziehungen" hervorheben, liegt es doch exakt an dem, was ich zur Haltung und Verantwortung über die DDR-Führung sagte: wer sich keiner Schuldbewusst ist, als anderer Ausdruck für Wegsehen/ Leugnung, der muss sich auch nicht für Normalisierung einsetzen. Und was Reparationen anging, so waren die von sowjetischer Seite verordnet, weil man dort schon von Mitschuld überzeugt war!
    Um diesen Vorwurf zu bestätigen, müste man die außenpolitischen Anfangsaktivitäten der DDR-Regierung 1949/50 nachträglich durchsuchen, was davon an Polen gerichtet war. Wissen Sie es, oder halten Sie es denn tatsächlich für möglich, dass sich die DDR-Regierung gegenüber Polen nicht geäußert hat? Allerdings, ohne es zu wissen, sehe ich da zwei kommunistisch/sozialistische Arbeiterregierungen, die sich beide nicht am Anzetteln des 2. WK beteiligt sahen. - Und: natürlich galt damals im Osten das Machtwort der UdSSR, die "führende Rolle", das Diktat, die Reparationspflichten usw. Wer wollte das bezweifeln.
  6. #105

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Genau das ist der Punkt. Wer sollte sich denn aus der DDR für den Überfall auf Polen entschuldigen. Die ostdeutschen hatten doch alle eine weiße Weste. Die Bösen saßen nur im Westen. Diese Verlogenheit als Beispiel guter Nachbarschaft zu deklarieren ist voll daneben.
    Das mit dem Gut und Böse sah der in Bonn sitzende Adenauer genau anders herum.
  7. #106

    Jau

    Zitat von ObackoBarama Beitrag anzeigen
    Wenn man nicht vorher wusste dass die drei Polen sind, käme man nicht darauf, da es im Pott, von den Namem mit "ski", -"czek", "czyk" "-owiak" und ähnlichen sowieso nur so wimmelt.
    Uralter Ruhradel eben, woll?
  8. #107

    Interessant

    Zitat von Morotti Beitrag anzeigen
    Im Prinzip haben Sie Recht.

    Wenn man aber die tschechische Sprache ( die mit der polnischen Sprache in groben Zügen artverwandt ist ) beherscht und nach Polen fährt so merkt man dann gelegentlich das dies doch noch nicht so ist.

    Hängt aber davon ab wo man sich in Polen befindet , weil die Polen untereinander und regional ( so wie in Deutschland ) eine spezielle Meinung über ihre eigenen Landsleute haben.
    Das ist recht interessant, denn bei Ihren Sprachkenntnissen, nehmen die Leute kein Blatt vor den Mund, was sie vielleicht gegenüber Deutschen aus reiner Höflichkeit tun würden.

    Und wiederum interessant ist, was Sie über die Regionen sagen. Dies wurde mir von unseren polnischen Freunden auch bestätigt. Über das niederschlesische Kohlenrevier, wird schon mal gesagt, dass es dort nach Russland stinkt, was nicht sehr freundlich ist.

    Auf der anderen Seite gehört dies zu einer Normalität, denn in jedem Land wird über einen Landstrich gespottet.

    Auf der anderen Seite ist der polnische Menschenschlag den Deutschen sehr ähnlich, da es große Durchmischung gab, so dass ich mich in Danzig von den gleichen Gesichtern umgeben sehe, wie in Hamburg oder Braunschweig.

    Es sollte jedoch noch mehr politischer Wille gezeigt werden.

    Und beklagen kann man sich über den wirtschaftlichen Musterschüler Polen eh nicht.
  9. #108

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Und was Reparationen anging, so waren die von sowjetischer Seite verordnet, weil man dort schon von Mitschuld überzeugt war!
    Was heißt hier Sowjets?

    Die Reparationszahlungen wurden doch in Jalta oder Teheran oder spätestens in Potsdam ( noch in Eintracht ) von allen Siegermächten beschlossen.

    Jeder also von den damaligen Besatzungsmächten handhabte es in seiner Besatzungszone unterschiedlich, was die Dauer betraf.

    Die Schuldfrage zu stellen ist müßig: Es war das ganze Deutschland.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  10. #109

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Und damit hat er recht. Nach offizieller Lesart war die DDR ein Volk von Antifaschisten, Widerstandskämpfern und edlen Humanisten, sozusagen die unbefleckte Unschuld.
    Bei Filbingers Grabrede 2007 war der plötzlich auch ein Widerstandskämpfer.

    Dokumentation: "Hans Filbinger war kein Nationalsozialist" - SPIEGEL ONLINE

    Todesfall Filbinger: Oettinger soll Grabrede "zurücknehmen" - Politik | STERN.DE

    Sie haben aber im Prinzip Recht.

    Jede Münze hat eben zwei Seiten.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.








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