Polen und Deutschland – eine ganz normale Nachbarschaft?

Während der Europameisterschaft werden zehntausende Deutsche im Nachbarland Polen erwartet. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher macht klar: Es gibt wenige Staaten, die mit ihren Nachbarn eine solch wechselhafte Beziehung zueinander hatten wie Polen und Deutschland. Was meinen Sie - haben wir zu unseren östlichen Nachbarn eine ganz normale Nachbarschaft?
  1. #90

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    Ja, so kann man es sehen, die Exportwirtschaft sorgt für die nötige Ausrichtung, wo die politisch-strategische Partnerschaften in diesem Zusammenhang unbedingt zu sehen sind. Ob schwarz-gelb oder rot-grün spielt keine Rolle, wobei den Grundstein für die russische Gewichtung unter Schröder erfolgte, nicht zuletzt Ostsee Pipeline. Da spielen die Menschenrechte sowie gute Nachbarschaft eine untergeordnete Rolle. Leider. Ob das so zukunftweisend ist, wird man sehen... in Europa spricht man auf eimal deutsch.
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.(A. Einstein)
    Volker Kauders Phrase wird zur Prophezeiung?
    Sie war ähnlich disziplinlos wie die "Stahlhelme auf dem Fußballplatz"!
    Ich fass' es nicht!!!! Sind die eigentlich noch zu retten?
  2. #91

    Abrechnung II

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Ich mag den Begriff Großserbien nicht. Serben, Kroaten und Albaner befinden sich inmitten des Prozesses der Nationalstaatenbildung, der aus bekannten Gründen bisher ausgeblieben ist und eine Lösung in Form Jugoslawiens hat den Deutschen und ihren Verbündeten aus dem 2.WK ja nicht gefallen.
    Am Ende haben Sie dann ein Groß-Kroatien,-Serbien und -Albanien, nur nicht so groß, wie es sich die jeweiligen Nationalisten vorgestellt haben.

    Muss ich Ihre Frage als Drohung verstehen? Wer sollte denn da gegen wen was abrechnen? Nein, ich sehe keine Abrechnung, ausser Deutschland möchte nahtlos am 2.WK anknüpfen, wie es Kroaten und Serben in den 90er getan haben.
    Die Nationalstaatenbildung im Balkan mit den drei (National-) Staaten, hat mit der von Ihnen verlinkten Karte genau WAS zu tun? Ich sehe darauf ein Puzzle, bestimmt nicht für Kinder ab 3 Jahren;-)

    Zunächst mal: Deutschland hat wohl nach 1945 nichts wollen dürfen, bis heute, da ist auch ein Besuch oder nur ein Wort von Kohl mehr oder weniger in Südosteuropa, kaum von weltgeschichtlicher Bedeutung geblieben. Sie stilisieren Deutschland überhaupt zu einer natürlichen Weltmacht von heute, mit Optinonen auf beliebige Allianzen, auf, was mir unverständlich erscheint.

    Wie Sie das Puzzle im Balkan zu einem Dreinationen-System zusammenfügen wollen, ist mir schleierhaft. Selbst wenn es niemandem ausserhalb mehr missfallen würde. Und wenn alle, mit Ausnahme von Putin, das haben Sie mehrfach angetönt, wohl, streng neutral blieben? Ohne die konsequente Durchsetzung einer Lex Serbia würde das wohl kaum gehen - und das soll mir, vor allem aber allen Nichtserben, nicht bedrohlich erscheinen?? Ich rechne also gar nichts ab sondern fürchte Abrechnungen. Sie sollten mich dabei beruhigen.
  3. #92

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    In der EU und Nato ist man bei weitem nicht frei in der Wahl seiner Partner und Außenpolitik, ja noch nicht mal in der Frage über Krieg und Frieden.
    Polen hat den Überfall auf Jugolsawien zugstimmt und den Kosovo anerkannt. Kaczynski, dessen Regierung den Kosovo anerkannt hat, hat sich dafür öffentlich in Serbien entschuldigt. Das ist eben der Unterschid zwiwschen Polen der 30er Jahre und heute. Damals war es ein Volk von aufrecht gehende Menschen, heute müssen sie Dinge tun, für die sie sich nachher entschuldigen.
    Wenn Sie Polen auf Kaczynski reduzieren, dann gute Nacht ...

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    So weit ich weiß, fließt das Gas immer noch durch Weißrussland und Polen und die Menge soll weiter gesteigert werden. Auch hat Deutschland Polen eine Beteiligung an der Pipeline ageboten. Sikorski meinte es genau so wie er es gesagt hat. Denn die Pipeline macht Deutschland im Notfall unabhängig von Polen. Aber ich verstehe auch Deutschland und Russland, die Polen als pro amerikanischen Risikofaktor gesehen haben, der wie die Ukraine unter Juschtschenko als Druckmittel auf Russland und Deutschland genutzt werden konnte.
    auch hier verfallen Sie in Kaczynskis Polen, und da Sie auf Sikorski abgesehen haben, es lohnt sich auch eine spätere Lektüre anno 1911, für die Kaczynski ihn vor Gericht bringen wollte und vom IV Reich sprach, hier noch mal in Auszügen nachzulesen Deutschland muss stärker führen - Nachrichten Print - DIE WELT - Debatte - WELT ONLINE
    Natürlich kauft Polen Gas in Deutschland ist ja auch günstiger zu haben www.polentoday.de - Polen kauft russisches Erdgas in Deutschland, über weiteres wird laut nachgedacht. Der amerikanischen Faktor ist längst passe, daher auch die aussenpolitische Neuausrichtung.

    Zitat von Panslawist Beitrag anzeigen
    Putin dachte dabei wohl an die Rollen im 2.WK, auch wenn viele Polen sich gerne ausschliesslich als Opfer der Sowjetunion sehen und so tun, als hätte es keine polnischen Kommunnisten und keine Armia Ludowa gegeben.
    Die gab es keine Frage wie überall, nur wenn Sie den II WK ansprechen und die Aufrechten, so hatten sie Wahl zwischen KZs und sybirischen Gulags.
  4. #93

    Die Fabel von der Ameise und dem Grashüpfer

    Zitat von pcpero Beitrag anzeigen
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.(A. Einstein)
    Volker Kauders Phrase wird zur Prophezeiung?
    Sie war ähnlich disziplinlos wie die "Stahlhelme auf dem Fußballplatz"!
    Ich fass' es nicht!!!! Sind die eigentlich noch zu retten?
    diesbezüglich bedarf es auch keinen Kauders (lesenswert Deutschland kämpft mit seiner Rolle als Retter in der Krise - Wallstreetjournal.de) nur er hatte keinen Yogi zur Hand, wobei ich weiss nicht, was schlimmer sei, der verbale "Ausrutscher", oder Yogis stammelndes political correctness, der Hansi....., aber Hansi...., wenn Hansi..... wie es auch sei, unser ray weiss es bestimmt correct einzuschätzen ;o)

    Nichtdestotrotz heute werden die Daumen gedrückt, für Poldi, Klose und Götze... ;o)
  5. #94

    Der Deutsche an sisch ist brav-

    Zitat von marant Beitrag anzeigen
    diesbezüglich bedarf es auch keinen Kauders (lesenswert Deutschland kämpft mit seiner Rolle als Retter in der Krise - Wallstreetjournal.de) nur er hatte keinen Yogi zur Hand, wobei ich weiss nicht, was schlimmer sei, der verbale "Ausrutscher", oder Yogis stammelndes political correctness, der Hansi....., aber Hansi...., wenn Hansi..... wie es auch sei, unser ray weiss es bestimmt correct einzuschätzen ;o)

    Nichtdestotrotz heute werden die Daumen gedrückt, für Poldi, Klose und Götze... ;o)

    Yogi hat sich doch "klar" und ausdrücklich an die Vorgaben vom Plattinie, (c'est parler français veritable comme une vache allemande, n' est ce pas?) gehalten: "Isch mache kein Politieke, isch mache Füßball"
    Schon hochnotpeinlich für sich, da es „gar kein Politikum ist, die Euro 2012 in der Ukraine und in Polen auszurichten“-(Kabarettmodus aus)
    Hoffentlich ist Miro heute abend nicht so rum – verstammelt!
  6. #95

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Berg, Sie verklären - wieder mal - die "ostdeutsche" Vergangenheit.
    Der Opportunismus der PARTEI, in sklavischem Gehorsam zum grossen Bruder Sowjetunion, der ja gleich viel Dreck am Stecken hatte bezüglich Polen wie die Nazis, der wars! Hat ja auch zu einem unterschiedlichen Umgang mit dem jungen Staat Israel, als ein Beispiel, geführt und zu vielen andern Abgrenzungen im kalten Krieg. Dass die Bevölkerung in unmittelbarer Nachbarschaft herzlichere Kontakte zum andern Volk pflegt ist ja nur natürlich. Sie sollten mal erleben, wie eng unsere Beziehungen zu den Schweizern, entlang des Rheins sind. Das Volk in der entstehenden DDR hatte ganz bestimmt überhaupt nicht zu sagen und nachher noch viel weniger als nichts. Es würde mich erstaunen, wenn Sie das damals in den Fünfzigern und Sechzigern vor Ort anders erlebt hätten.

    Also ich glaub in Bezug auf die Herzlichkeit fürs jeweils andere Volk liegen sie schief, den das sehen nämlich die Grenzbewohner ganz anders.
  7. #96

    Zitat von eurogegner Beitrag anzeigen
    Also ich glaub in Bezug auf die Herzlichkeit fürs jeweils andere Volk liegen sie schief, den das sehen nämlich die Grenzbewohner ganz anders.
    ich weiss nicht aus welcher Perspektive Sie das schreiben, resp. in welcher Hinsicht ich schief liegen sollte. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden: ich meinte, die (nicht parteiinterne) Bevölkerung der DDR und die Bevölkerung der damaligen Volksrepublik Polen hätten sich in der Gestaltung der gegenseitigen Beziehungen nicht frei entfalten können. Freundschaften bleiben dabei vorbehalten. Wenn sie unpolitisch oder konform der beiden Völkern von der Sowjetunion auferlegte Spielregeln waren. wurden sie gar unterstützt. Wenn nicht... sie wissen ja die "Sicherheitsdienste"! Noch ein Einwand?
  8. #97

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen

    - Und warum nennen Sie das, was die Ostdeutschen an Reparationen und Wiedergutmachungen an den Osten geleistet haben, "Hände in Unschuld waschen"? Man gewinnt den Eindruck, dass Sie bis heute am kalten Krieg festhalten.
    Hat er doch gar nicht gesagt, er sagte:

    "Grade und weil die DDR Führung ihre Hände in Unschuld wusch, was die Verursacherverantwortung für den WW II und den Holocaust anging"

    Und damit hat er recht. Nach offizieller Lesart war die DDR ein Volk von Antifaschisten, Widerstandskämpfern und edlen Humanisten, sozusagen die unbefleckte Unschuld.

    Das wissen Sie doch selbst. Warum streiten Sie's nur ab.
  9. #98

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    ich weiss nicht aus welcher Perspektive Sie das schreiben, resp. in welcher Hinsicht ich schief liegen sollte. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden: ich meinte, die (nicht parteiinterne) Bevölkerung der DDR und die Bevölkerung der damaligen Volksrepublik Polen hätten sich in der Gestaltung der gegenseitigen Beziehungen nicht frei entfalten können. Freundschaften bleiben dabei vorbehalten. Wenn sie unpolitisch oder konform der beiden Völkern von der Sowjetunion auferlegte Spielregeln waren. wurden sie gar unterstützt. Wenn nicht... sie wissen ja die "Sicherheitsdienste"! Noch ein Einwand?
    Das Verständnis mit den Polen wurde damals (zu DDR - Zeiten) nicht gefördert, im Gegensatz zu heute, was ich vielmehr meinte ist das uns das heute auferlegt wird durch Verordnung von OBEN. Dieses freundschaftliche Verhältnis das durch einige wenige in den Parteigremien propagiert, und über die Medien verbreitet wird steht im Widerspruch zu der in der deutschen Bevölkerung vorherrschenden Meinung über Polen.
  10. #99

    Zitat von extranjero Beitrag anzeigen
    Hat er doch gar nicht gesagt, er sagte:

    "Grade und weil die DDR Führung ihre Hände in Unschuld wusch, was die Verursacherverantwortung für den WW II und den Holocaust anging"

    Und damit hat er recht. Nach offizieller Lesart war die DDR ein Volk von Antifaschisten, Widerstandskämpfern und edlen Humanisten, sozusagen die unbefleckte Unschuld.

    Das wissen Sie doch selbst. Warum streiten Sie's nur ab.
    Vielleicht habe ich den Satz nicht so aufgefasst, wie er gemeint war - er war sicherlich unklar ausgedrückt. - Aber: eine "offizielle Lesart" wollen Sie ja nun gerade hier festlegen. Was sie mir da andichten wollen, wissen zu müssen, da winke ich nur ab, denn diese Klischees treffen eben nicht zu. Es ist eindeutig die Wessi-Lesart. Abgesehen davon wäre es tatsächlich nicht weiter ehrenrührig, "Antifaschismus und edlen Humanismus" (Ihre Ausdrücke) zu pflegen.

    Ich vertrete hier nichts weiter als meine eigene Meinung, gespeist aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung. Unterstellen Sie mir bitte nicht, DDR-Regierungsauffassungen zu vertreten oder gar zu verteidigen. Meine/unsere Zusammenarbeit mit polnischen Nachbarn, das sind meine Erfahrungen.