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Opposition in Iran - überholt das Fußvolk seine Anführer?

Die meisten Informationen über die blutigen Massenproteste in Iran stammen von Oppositionellen - jetzt hat das iranische Staatsfernsehen bestätigt: In Teheran und im Nordwesten des Landes wurden acht Menschen getötet. Die USA und Frankreich verurteilten das brutale Vorgehen gegen Demonstranten. Wie stehe die Chancen des nationalen Widerstands in Iran?
  1. #1

    @ nahal, mail4u, paparatzi u.a.m.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie stehe die Chancen des nationalen Widerstands in Iran?
    "Geschichte wird gemacht", hier und heute im Iran. Einem der drei tragenden Säulen des Orients seit den Tagen der Pharaonen. Ägypten, Persien und die Türkei (Hatti).

    Was im Iran geschieht, davon hängt mehr ab, das hat einen größeren Einfluss, mehr Wirkung auf die gesamte Region und die Gemeinschaft der Muslime, als allen anderen Brennpunkte im islamischen Halbmond zusammen.
    Dies vorausgeschickt möchte ich unser aller Augenmerk verstärkt auf die aktuelle Auseinandersetzung im Iran, den Kampf der Bürgerrechtsbewegung und den "Aufstand der Anständigen" lenken:

    Ich meine deutlich wahrzunehmen, wie wenig sich die meisten hier darüber bewusst sind, dass wenn der Iran auf die demokratischen Füße kommt, die anderen Lahmen der Region ebenfalls beginnen werden sich zu erheben.
  2. #2

    Zitat von mbockstette Beitrag anzeigen
    "Geschichte wird gemacht", hier und heute im Iran. Einem der drei tragenden Säulen des Orients seit den Tagen der Pharaonen. Ägypten, Persien und die Türkei (Hatti).

    Was im Iran geschieht, davon hängt mehr ab, das hat einen größeren Einfluss, mehr Wirkung auf die gesamte Region und die Gemeinschaft der Muslime, als allen anderen Brennpunkte im islamischen Halbmond zusammen.
    Dies vorausgeschickt möchte ich unser aller Augenmerk verstärkt auf die aktuelle Auseinandersetzung im Iran, den Kampf der Bürgerrechtsbewegung und den "Aufstand der Anständigen" lenken:

    Ich meine deutlich wahrzunehmen, wie wenig sich die meisten hier darüber bewusst sind, dass wenn der Iran auf die demokratischen Füße kommt, die anderen Lahmen der Region ebenfalls beginnen werden sich zu erheben.
    Hoffen darf man ja.
    Zu befürchten ist aber, dass der Preis der Überwindung des klerikalen Regimes, für die Bürgerrechtsbewegung sehr hoch sein könnte.
  3. #3

    Zitat von Emil Peisker Beitrag anzeigen
    Hoffen darf man ja.
    Zu befürchten ist aber, dass der Preis der Überwindung des klerikalen Regimes, für die Bürgerrechtsbewegung sehr hoch sein könnte.
    Hallo Emil, Demokratie, sprich Bürgerrechte und Pluralismus sind so gut wie nie zum Nulltarif zu haben. Im Iran muss nicht mehr ein klerikales Regime sondern eine veritable Militär- und Geheimdienstdiktatur nieder gerungen werden.

    Schon fallen im Iran die letzten Tabus:
    "Im Iran haben rund 50 regierungstreue Aktivisten am Samstag eine Rede des populären früheren Präsidenten Mohammad Chatami gesprengt".
    Man beachte den Ort des Geschehens:

    Chatami sprach in der früheren Residenz des verstorbenen Gründers der islamischen Republik, Ayatollah Ruhollah Chomeini, im Norden Teherans.
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/...story/26130531
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Informationen über die blutigen Massenproteste in Iran stammen von Oppositionellen - jetzt hat das iranische Staatsfernsehen bestätigt: In Teheran und im Nordwesten des Landes wurden acht Menschen getötet. Die USA und Frankreich verurteilten das brutale Vorgehen gegen Demonstranten. Wie stehe die Chancen des nationalen Widerstands in Iran?
    Überholt das Fussvolk seine Anführer ist glaube ich einmal ein sehr gut gewählter Titel eines SPON Threads. Es zeigt die aus dem Ruder laufende Entwicklung im Iran beispielhaft auf. Man erlebt dies auch in Gesprächen in DE mit Exiliranern immer wieder sehr deutlich: die Leute sind mit ihrer Geduld am Ende. Mit friedlichen Mitteln erreiche man keine Veränderungen. Ob das Gegenteil zum Erfolg, also dem Sturz des Regimes führt, halte ich nach wie vor für Phantasterei. Die Erosion des Apparates müsste viel weiter fortgeschritten sein, als es die Nachrichtenlage zu spekulieren gestattet. Ich lasse mich gerne von der Realität widerlegen, gerade Revolutionen überraschen gerne mit einer explosiven Entwicklung. Als Skeptiker hoffe ich das Beste und befürchte ich das Schlimmste.
  5. #5

    Genau!

    Zitat von mbockstette Beitrag anzeigen
    Demokratie, sprich Bürgerrechte und Pluralismus sind so gut wie nie zum Nulltarif zu haben. Im Iran muss nicht mehr ein klerikales Regime sondern eine veritable Militär- und Geheimdienstdiktatur nieder gerungen werden.
    So ist es, auch wenn das Regime bislang nicht offiziell als Militärdiktatur bezeichnet wird, handelt es sich doch eindeutig um eine solche. Positiv könnte sich allerdings auswirken, daß die Armee den Pasdaran und sonstigen Revolutionswächtern doch ziemlich feindlich gegenüber steht. Somit stellt sich genau wie 1979 die Frage, ob die Armee die Oppositionellen unterstürzten wird, was zu hoffen ist...
  6. #6

    Zitat von sayada.b. Beitrag anzeigen
    ..Somit stellt sich genau wie 1979 die Frage, ob die Armee die Oppositionellen unterstürzten wird, was zu hoffen ist...
    Viel wichtiger ist die Frage was nach einem Sturz der Mullahs geschehen wird.Wieder eine innere blutige Abrechnung ...?Zahlreiche Terroranschläge und Chaos wie im Irak?
  7. #7

    Ich verstehe die Forums-Frage so, ob das "Fußvolk" = die Demonstranten tatsächlich das Gleiche wollen wie die (angeblich?) reformorientierten Anführer. Angesichts der Tatsache, daß die überwiegende Mehrheit der Iraner unter 30 Jahren alt ist, hab ich Zweifel. Auch die "Reformer" waren an teilweise exponierter Stelle im Unterdrückungsapparat etabliert. Vielleicht geht es ihnen wirklich um Reformen, wobei ich mich frage, was an einem alles bestimmenden klerikalen Machtsystem reformiert werden kann, das sich auf den Koran beruft.

    Die Kleriker samt ihrem Lautsprecher Ahmadinedjad - wo sind sie eigentlich? Ich höre nichts von ihnen in den letzten Tagen - haben sich schon längst selbst diskreditiert. Sie müssen weg, zurück in die Moscheen. An die Spitze des Staates gehören fähige Politiker, die die Trennung von Kirche und Staat wollen. Vorsichtige, moderate Reformen verlängern nur die Herrschaft der Ayatollahs und Mullahs und spielen ihnen letztlich in die Hände.
  8. #8

    Zitat von semir Beitrag anzeigen
    Viel wichtiger ist die Frage was nach einem Sturz der Mullahs geschehen wird.Wieder eine innere blutige Abrechnung ...?Zahlreiche Terroranschläge und Chaos wie im Irak?
    Wo ist aus ihrer Sicht das Problem? Genauso hat doch die islamistische Revolution ihre Macht im Iran errungen. Haben sich sich auch nur ein einziges Mal kritisch dazu geäußert?
  9. #9

    Zitat von mbockstette Beitrag anzeigen
    Ich meine deutlich wahrzunehmen, wie wenig sich die meisten hier darüber bewusst sind, dass wenn der Iran auf die demokratischen Füße kommt, die anderen Lahmen der Region ebenfalls beginnen werden sich zu erheben.
    Das glaube ich nicht, denn dass was Iraner immer wieder blitzschnell und mit beleidigtem Unterton richtigstellen: "Iraner sind keine Araber" trifft umgekehrt erst recht zu. Im günstigsten Fall, kann man darauf hoffen, dass die diversen iranischen Proxys geschwächt werden weil sie die Unterstützung des jetzigen Regimes verlieren würden, und die Gegenden in denen sie ihr Unwesen treiben, sich dadurch etwas beruhigen könnten.


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