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Kulturkampf - Ist Europa mit der Integration überfordert?

Abgesänge auf das Unternehmen Multikulti haben derzeit Konjunktur, auch wenn Muslime in Deutschland gegen den Terror im Namen der Religion demonstrierten. Integrationsförderung ist das Gebot, das jetzt für Politik und Gesellschaft gelten soll, flankiert vom flugs wieder reanimierten Begriff der zu respektierenden "Leitkultur". Welches ist jetzt der richtige Weg? Sind Deutschland und auch Europa mit der Integration der Immigranten überfordert? Oder ist es vielmehr gut und fruchtbar, dass Probleme endlich offen diskutiert werden?
  1. #2720

    Zitat von shopgirl1
    Sie meinen, wenn ich zur Entbindung mal eben fix von Kehl nach Strasbourg fahre, dann hat mein Kind schon die franzoesische Staatsbuergerschaft? So geht das in den USA; dass es in Frankreich auch so einfach ist, war mir nicht klar.
    Ganz so einfach ist es dann doch nicht mehr, Ihr Kind müsste auch ein paar Jahre in Frankreich leben, so aus dem Gedächtnis meine ich 5 Jahre vor seinem 18. Geburtstag.

    Vor ein paar Jahren noch reichte allerdings tatsächlich die Reise zur Entbindung aus.
  2. #2721

    Keine Korrekturmöglichkeit

    Zitat von Andreas Henn
    Ganz so einfach ist es dann doch nicht mehr, Ihr Kind müsste auch ein paar Jahre in Frankreich leben, so aus dem Gedächtnis meine ich 5 Jahre vor seinem 18. Geburtstag.
    musste natürlich heissen:

    Ganz so einfach ist es dann doch nicht mehr, Ihr Kind müsste auch ein paar Jahre in Frankreich leben, so aus dem Gedächtnis meine ich 5 Jahre vor seinem 18. Geburtstag, sonst verfällt die Staatsangehörigkeit zumindest dann, wenn noch eine andere besteht.
  3. #2722

    Die Frage, durch welchen Handlung, Entscheidungen, Unterlassungen oder Verbote die angeblich Benachteiligten diskriminiert werden, kann man den linken Gutmenschen stellen. Eine Antwort erhält man nicht.[/QUOTE]
    Wieso keine Antwort?
    Das die Laisser-Faire-Atmosphäre in den Klassenzimmern in den letzten Jahrzehnten einem disziplinierten und erfolgreichen Lernen nicht förderlich war - voll akzeptiert.

    Das es bildungswilligen Kindern aber schwerer fällt, mit Erfolg zu lernen, wenn zu Hause die mit Drogen gleichwelcher Art zugedröhnten Eltern "stören", mit den Eltern und Verwandten kein Wort Deutsch gewechselt werden kann oder für bezahlte Nachhilfe keine Haushaltsressourcen verfügbar sind - das dürfte einleuchten.
    Das faule Kinder sehen: ich muß mich nicht anstrengen, bei meinen Eltern geht es doch auch - das leuchtet ja wohl auch ein.

    Jetzt könnten wir uns bequem zurücklehnen und wahrheitsgemäß sagen - die Eltern sind schuld. Wir können sogar insgeheim denken - schön, so haben meine Kinder oder auch ich später weniger Konkurrenz.( Ich denke manchmal so, wenn ich darüber grüble, ob ich im Alter, mit 50 oder 60 noch einen Job finde. Ich finde das nur menschlich und individuell ist der Gedanke einfach nur normal.)

    Zurück zum Thema - schön, die Eltern sind selber schuld.
    Und wir moralisch aus dem Schneider.
    Nur ist es volkswirtschaftlich einfach dumm, wenn wir das Bildungssystem so weiterlaufen lassen, weil wir damit unproduktive Bürger züchten. Außerdem verlieren wir doppelt: wir haben die Chance vertan, einen weiteren produktiven Bürger zu gewinnen.

    Und den Kindern gegenüber ist es unfair.
    Ich mag politisch links sein, ob ich Gutmensch bin - geschenkt.

    In Zukunft wird aber mit die wichtigste Ressource einer Volkswirtschaft das Wissen, die Bildung ihrer Bürger sein. Nicht einer kleinen Elite von ihnen, sondern der Allgemeinheit.
    Deswegen entscheidet auch die Ausbildung der Immigranten und ihrer Kinder über unser aller Zukunft.
    Und deswegen habe ich mich auch über Ihre Rückfrage etwas gewundert - aber vielleicht habe ich einfach nur meinen Standpunkt nicht verständlich genug erklärt.

    Grüße,
    Lyanor
  4. #2723

    Zitat von Elbeschiffer
    Die Türken können sowieso türkisch, brauchen das also nicht zu lernen. Was viele nicht (oder nicht richtig) können ist deutsch.
    Nach dieser Logik waere Deutschunterricht fuer deutsche Kinder dann auch nicht erforderlich.
    Zitat von Elbeschiffer

    Geht scheinbar aufwärts. Die Konzerne investieren nicht so viel wie in Ostasien; aber es wird investiert. Z.B. lässt Renault Autos in der Türkei bauen.
    Nicht nur Renault: s. http://www.mercedes-benz.com.tr/, fuehrend bei Reisebussen und LKW.
  5. #2724

    Zitat von spocus
    Es waere sicher gar nicht verkehrt, an deutschen Schulen generell mehr Sprachen zu lehren, als bisher ueblich. Das sollte dann allerdings allen Schuelern zugute kommen und nicht nur denen aus speziellen Volksgruppen.

    An einer deutschen Privatschule (kam letztens im Fernsehen) lernen schon 6-Jaehrige Chinesisch, und das scheint denen Riesenspass zu machen.
    hallo spocus, das meinte ich auch so. mir geht es nicht um sonderrechte, sondern darum, dass wir bildungspolitik endlich wieder an den potenzialen der kinder ausrichten. bei 40% kindern mit migrationshintergrund ist das schliesslich auch eine frage des geldes. wir haben nichts davon, einen großteil davon am schulsystem scheitern zu lassen. abgesehen davon, dass sich die sprachprobleme dadurch weitervererben ist es auch irrsinn, hauptschulen zu betreiben, wenn die abgänger mit diesem abschluss überhaupt nicht mehr anfangen können...

    gruß metin
  6. #2725

    Zitat von Rockker
    David Leon

    "Genau so ist es mit den Katoliken.
    Da gibt es gute Bespiele aus der Oberpfalz und aus Niederösterreich.
    Wenn die nicht so oft in die Kirche rennen würden, dann wäre die OP und das NÖ so reich wie SA (Saudi Arabien) und BH (Bad Homburg) zusammen."
    --------------------------

    Ach ja, und wieso sind dann die "katholischen" Bundesländer, Bayern und Baden-Württenberg, wo die Bevölkerung deutschlandweit am "katholischsten" und am "religiösesten" ist, wirtschaftlich an der Spitze, vor den "protestantischen" Bundesländern, wie Niederscahsen, Schleswig-Holstein,...etc. ?
    Und wieso das "katholische" Österreich wirtschaftlich insgesamt besser als Deutschland steht ?
    baden württemberg ist katholisch ?
  7. #2726

    Zitat von Elbeschiffer
    Genau das ist falsch...Was viele nicht (oder nicht richtig) können ist deutsch. Deshalb in Deutschland Sprachförderung in deutsch. Immer wieder deutsch. Und wenn es schwerfällt - noch mehr deutsch.
    die spezielle sprachförderung in deutsch ist wichtig. habe ich ja auch extra geschrieben. die muss auch auf jeden fall sehr früh ansetzen - grundschule oder evtl sogar vorschule. denn natürlich hängt vor allem vom guten deutsch alle weiteren schulleistungen ab.

    für die spezielle sprachförderung in türkisch sehe ich zwei ansatzpunkte. entweder ebenfalls so früh wie möglich, um dem vor ca. 100 seiten besprochenen umstand rechnung zu tragen, dass kinder, die ihre muttersprache gut können, auch besser die deutsche sprache erlernen. ich kann aber schon verstehen, wenn einige deutsche ( wenn auch aus einem mangel an verständnis dafür, dass das volkswirtschaftlich erforderlich ist ) das als sonderrechte für türken abkanzeln.
    deswegen ist mein zweiter ansatzpunkt, in einem geringeren umfang deutsch-türkische schulen aufzubauen, in denen wie bei d-französischen, d-englischen usw schulen auch unterricht in beiden sprachen stattfindet. und/oder türkisch an normalen schulen als zweite fremdsprache anzubieten.

    was viele hier überschätzen, sind die möglichkeiten türkischstämmiger eltern ihren kindern sauberes deutsch beizubringen. und das, obwohl der alljährliche aufschrei der wirtschaftsverbände beweist, dass auch viele deutschstämmigen kinder kein gutes deutsch mehr können.
    in diese sache muss struktur rein, sonst vererbt sich das sprachproblem immer weiter und wir haben noch in der 10. generation kinder, die mangels deutschkentnissen an unserem schulsystem scheitern....
  8. #2727

    Zitat von metin
    hallo spocus, das meinte ich auch so. mir geht es nicht um sonderrechte, sondern darum, dass wir bildungspolitik endlich wieder an den potenzialen der kinder ausrichten. bei 40% kindern mit migrationshintergrund ist das schliesslich auch eine frage des geldes. wir haben nichts davon, einen großteil davon am schulsystem scheitern zu lassen. abgesehen davon, dass sich die sprachprobleme dadurch weitervererben ist es auch irrsinn, hauptschulen zu betreiben, wenn die abgänger mit diesem abschluss überhaupt nicht mehr anfangen können...

    gruß metin
    Hallo Metin,
    Sie koennen nicht die Bildungsansprueche an die Faehigkeiten der Schueler anpassen, dann sinkt das allgemeine Niveau und wir haben sehr bald unzaehlige Privatschulen (es gibt jetzt schon viele), wo die, die es sich leisten koennen, ihre Kinder unterbringen.
    Der Grund fuer das Scheitern der Kinder ist nicht das Schulsystem, sonst waeren naemlich Gesamtschulen und Orientierungsstufen, wo keine so fruehe Trennung der Schulkinder stattfindet, erfolgreich.
    Der Misserfolg der Kinder liegt nirgendwo anders als im bildungsfernen, beratungsresitenten Elternhaus begruendet; es sind fast immer die Erziehungsberechtigten, die den Kindern ihre Chancen nehmen. Sprachprobleme bei Migrantenkindern muesste es gar nicht geben, wenn der taegliche, ganztaegige Kindergartenbesuch und auch der KOntakt und Austausch mit einheimischen Kindern gewaehrleistet waere. Ganztagsschulen waeren wichtig, da man dort Kindern Anreize geben kann, die ihnen zu Hause fehlen.
    Um es klipp und klar zu sagen: der haeusliche Einfluss samt Dauerberieselung durch den Fernseher und anderen, nicht so guenstigen Freizeitbeschaeftigungen muesste so gering wie moeglich gehalten werden. Damit koennte man die PISA-Krankheit, mit der Migrantenkinder schon ueberdurchschnittlich mehr behaftet sind, anfangen zu behandeln.

    Und was die Hauptschulen angeht, die waren mal sehr sinnvoll als Voraussetzung fuer eine Lehre oder bestimmte weiterfuehrende Schulen. Aber ein grosses Problem ist, dass ganz viele diesen Abschluss nicht einmal schaffen.












    P.S. Die relative Mehrheit der Baden-Wuerttemberger ist in der Tat katholisch (um die 40%).
  9. #2728

    Zitat von metin
    die spezielle sprachförderung in deutsch ist wichtig. habe ich ja auch extra geschrieben. die muss auch auf jeden fall sehr früh ansetzen - grundschule oder evtl sogar vorschule. denn natürlich hängt vor allem vom guten deutsch alle weiteren schulleistungen ab.
    Wenn ein Kind eingeschult wird, sollte es seine Muttersprache - altersgemaess - beherrschen. Das gehoert zu einer normalen Entwicklung. Und die Sprachfoerderung in deutsch fuer Migrantenkinder findet im Kindergarten statt, aber taeglich, nicht hin und wieder mal fuer ein Stuendchen. Das geht von alleine, ohne speziellen Unterricht.

    f
    Zitat von metin
    ür die spezielle sprachförderung in türkisch sehe ich zwei ansatzpunkte. entweder ebenfalls so früh wie möglich, um dem vor ca. 100 seiten besprochenen umstand rechnung zu tragen, dass kinder, die ihre muttersprache gut können, auch besser die deutsche sprache erlernen. ich kann aber schon verstehen, wenn einige deutsche ( wenn auch aus einem mangel an verständnis dafür, dass das volkswirtschaftlich erforderlich ist ) das als sonderrechte für türken abkanzeln.
    deswegen ist mein zweiter ansatzpunkt, in einem geringeren umfang deutsch-türkische schulen aufzubauen, in denen wie bei d-französischen, d-englischen usw schulen auch unterricht in beiden sprachen stattfindet. und/oder türkisch an normalen schulen als zweite fremdsprache anzubieten.
    Ja, prima. Es gibt "griechische" Schulen, "koreanische" Schulen, was weiss ich, wo Eltern aus diesen laendern ihre Kinder hinschicken, damit sie die Sprache lernen. Tolle Sache. Koennen doch auch die Tuerken machen, aber dann eben aufpassen, dass keine Koranschule daraus wird. Das ist aber in diesen klammen Zeiten ganz sicher nicht die Aufgabe des deutschen Bildungssystems.

    Zitat von metin
    was viele hier überschätzen, sind die möglichkeiten türkischstämmiger eltern ihren kindern sauberes deutsch beizubringen. und das, obwohl der alljährliche aufschrei der wirtschaftsverbände beweist, dass auch viele deutschstämmigen kinder kein gutes deutsch mehr können.
    in diese sache muss struktur rein, sonst vererbt sich das sprachproblem immer weiter und wir haben noch in der 10. generation kinder, die mangels deutschkentnissen an unserem schulsystem scheitern....
    Nicht die tuerkischen Eltern sollen ihren Kindern deutsch beibringen, das lernen die Kinder durch ihre Umgebung, s.o. im Kindergarten, auf dem Spielplatz, durch Freunde. Da muss man sie aber halt auch hinlassen und nicht zu Hause einsperren. Es gibt doch auch unter den Tuerken genug Beispiele, wie so etwas klappt. Und es gibt nicht nur deutsche Kinder, die ihre Sprache nicht koennen, es gibt auch Massen von Erwachsenen, die nicht deutsch koennen. Das sind dann halt die Verlierer. Ist aber nicht das Thema hier.
  10. #2729

    Was ich nicht kapiere ist, warum es nicht mehr türkische Selbstorganisationen gibt, die die Eltern dabei unterstützen, dass die Kinder ihre Bildungschancen wahrnehmen.
    Ist jetzt vielleicht ein bischen korporatistisch-teutonisch gedacht? Aber da scheint mir doch in vielen aber sicher nicht allen türkischen Familien eine ziemliche Naivität zu bestehen, oder?








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