Killerdrohnen - legitimes Mittel oder Mord?

Fast täglich töten CIA-Drohnen in Pakistan Terroristen - und Zivilisten. Die unbemannten Flugzeuge avancieren zur Waffe Nummer eins im Kampf gegen al-Qaida und Co. Doch die politischen, militärischen und moralischen Folgen sind unabsehbar. Sind Drohnen ein effektives Mittel gegen Terroristen oder staatlicher Mord?
  1. #590

    „Ererbte Schuld“?! Doch wo bleibt die tätige Reue?

    Zitat von DasBrot Beitrag anzeigen
    Klar es stimmt was sie sagen, auch die Indianer sind ein Beispiel für willkürliche Vernichtung. Aber in diesem Zusammenhang schon von der amerikanischen Gesellschaft zu sprechen ist in meinen Augen etwas zu früh. Das waren Iren, Polen, Engländer, Deutsche...
    Doch befinden sich die heutigen US-Amerikaner nicht in einer vergleichbaren Situation wie die zweite und dritte nach dem Tausendjährigen Reich geborene Generation der Deutschen mit ihrer ererbten Schuld, mit der man sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit konfrontiert?

    Sogar mit dem Unterschied, dass die nachfolgenden Generationen der US-Amerikaner bis heute jede Entschuldigung und „Wiedergutmachung“ abgelehnt haben ... von einigen Lippenbekenntnissen Clintons und Obamas einmal abgesehen!
  2. #591

    Zitat von Michael Schnarch Beitrag anzeigen
    1. Das Opfer eines unvorsichtigen Autofahrers ist genau so tot wie das Opfer eines Rau mörders. Dennoch sind die Taten unvergleichbar.
    wir sprechen von kriegshandlungen und nicht vom autofahren . das haben alle schon mitbekommen , nur sie brauchen wieder einen extra hinweis .

    Zitat von Michael Schnarch Beitrag anzeigen
    2. Nicht die Mortalität ist entscheidend, sondern allein die unmittelbare Ursache. Nur eine Studie, die das berücksichtigt, ist heranzuziehen.
    und damit zum zweiten mal innerhalb eines beitrages : die zahlen beziehen sich auf kriegshandlungen .
  3. #592

    Zitat von discurso Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach nicht.
    WTC und Pentagon wurden vom Boden der USA aus von 19(kein Staat, keine Armee, keine Kombattanten) in den USA ausgebildeten Terroristen mit amerikanischen Flugzeugen, angegriffen.
    Hieraus einen Bündnisfall der Nato herzuleiten ist nicht legitim.
    Woher nehmen Sie die Behauptung, es wären "in den USA ausgebildeten Terroristen" gewesen? So viel bekannt ist, fanden die Vorbereitungen dieser Terroristen u.a. in Deutschland statt. Und der Bündnispartner wurde unprovoziert von einer ausländischen militärisch organisierten Terrorgruppe angegriffen, also lagt der Bündnisfall vor.
  4. #593

    Mörderisches Spiel

    Zitat von Gandhi Beitrag anzeigen

    Wenn der Drueckerberger nicht 100%ig sicher ist, dass es sich bei den Typen um Terroristen handelt, und er drueckt trotzdem ab, wird er zum Moerder.
    Hier möchte ich noch einen Schritt weiter gehen. Jemand, der mordet, ist in jedem Fall ein Mörder.

    In dubio pro reo. Die Tatsache, ob jemand ein Terrorist ist, gehört m.E. in das Strafrecht, nicht in das Kriegsrecht. Somit müsste ein Gericht erstmal eine terroristische Absicht oder ein terroristisches Vergehen nachweisen. Erst danach folgt die Sanktion.

    Bei dieser Art von Tötungspraxis handelt es sich um Willkür und Selbstjustiz.

    Nun spricht man von Krieg gegen den Terror. Es ist naiv zu glauben, gegen Terror Krieg führen zu können. Krieg ist Terror - von beiden Seiten -.
    Zu Krieg gehören Verluste auf allen Seiten. Krieg ist bitter. Im Krieg ist jeder Feind. Man kann nicht differenzieren.
    Möchte man hingegen Verbrecher fangen, Terroristen, ist Krieg die falsche Taktik. Möchte man ein Regime stürzen, ein Land vereinnahmen ist Krieg das Mittel. Dann darf man nicht von Krieg gegen den Terror sprechen, sondern die Fakten beim Namen nennen.

    Einen Krieg mit Drohnen halte ich für verwerflich, weil man vom Heimatland aus ein Land in Schutt und Asche legen kann, ohne Risiko für das Heimatland. Es ist feige, weil die Maßnahmen unverhältnismäßig sind und wehrlose Staaten so jederzeit vereinnahmt werden können. Für mich stellt sich dies als eklatanter Machtmissbrauch dar. Bei einem starken Staat würde man sich dies niemals trauen. Daher wird China auch nicht angegriffen.
  5. #594

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast täglich töten CIA-Drohnen in Pakistan Terroristen - und Zivilisten. Die unbemannten Flugzeuge avancieren zur Waffe Nummer eins im Kampf gegen al-Qaida und Co. Doch die politischen, militärischen und moralischen Folgen sind unabsehbar. Sind Drohnen ein effektives Mittel gegen Terroristen oder staatlicher Mord?
    Drohnen sind Kriegswaffen, daher ist der Mordvorwurf erst einmal unangebracht.

    Eine Drohne ist eine Weiterentwicklung der Distanzwaffe. Die moralisch ethischen Implikationen von Distanzwaffen wurden längst beantwortet. Eine grundsätzlich neue Qualität stellen bringen Drohnen nicht mitsich.
  6. #595

    Bündnisfall?

    Zitat von Michael Schnarch Beitrag anzeigen
    Woher nehmen Sie die Behauptung, es wären "in den USA ausgebildeten Terroristen" gewesen? So viel bekannt ist, fanden die Vorbereitungen dieser Terroristen u.a. in Deutschland statt. Und der Bündnispartner wurde unprovoziert von einer ausländischen militärisch organisierten Terrorgruppe angegriffen, also lagt der Bündnisfall vor.
    Das sehe ich differenziert. Ein Bündnisfall liegt vor, wenn ein Natopartner von einem Staat angegriffen wird. Dies ist nicht passiert.

    Sie sagen es, es war eine militante Gruppe, die überstaatlich agiert. Es handelt sich nicht um einen Bündnisfall im eigentlichen Sinne.

    Natürlich darf man konzertiert gegen Terrorgruppen vorgehen. Man hat ja auch einige Terroristen ausfindig gemacht und bestraft. Und das ist der richtige Weg. Daraus einen Bündnisfall zu konstruieren ist nicht im Sinne des Erfinders.
  7. #596

    Zitat von Michael Schnarch Beitrag anzeigen
    Terror ist kein Mittel irgendeiner Befreiung, schon gar nicht von Okkupation. Auf den Leichen toter Terroropfer wird keine Freiheit aufgebaut.
    Ich teile Ihre Sichtweise. Allerdings ist es eine Frage des Standpunktes und der Macht: was für den einen ein Terrorist ist, ist für den anderen ein Freiheitskämpfer. Terror als Kriegstaktik ist meist ein Ausdruck des militärisch Schwächeren gegenüer einer überlegenen Kriegsmaschinerie.