Forum: Politik
Killerdrohnen - legitimes Mittel oder Mord?
Fast täglich töten CIA-Drohnen in Pakistan Terroristen - und Zivilisten. Die unbemannten Flugzeuge avancieren zur Waffe Nummer eins im Kampf gegen al-Qaida und Co. Doch die politischen, militärischen und moralischen Folgen sind unabsehbar. Sind Drohnen ein effektives Mittel gegen Terroristen oder staatlicher Mord?
- #590 14.03.2010 20:45 von
„Ererbte Schuld“?! Doch wo bleibt die tätige Reue?
Doch befinden sich die heutigen US-Amerikaner nicht in einer vergleichbaren Situation wie die zweite und dritte nach dem Tausendjährigen Reich geborene Generation der Deutschen mit ihrer ererbten Schuld, mit der man sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit konfrontiert?
Sogar mit dem Unterschied, dass die nachfolgenden Generationen der US-Amerikaner bis heute jede Entschuldigung und „Wiedergutmachung“ abgelehnt haben ... von einigen Lippenbekenntnissen Clintons und Obamas einmal abgesehen! - #591 14.03.2010 21:13 von
- #592 14.03.2010 21:56 von Michael Schnarch
Woher nehmen Sie die Behauptung, es wären "in den USA ausgebildeten Terroristen" gewesen? So viel bekannt ist, fanden die Vorbereitungen dieser Terroristen u.a. in Deutschland statt. Und der Bündnispartner wurde unprovoziert von einer ausländischen militärisch organisierten Terrorgruppe angegriffen, also lagt der Bündnisfall vor.
- #593 15.03.2010 06:57 von
Mörderisches Spiel
Hier möchte ich noch einen Schritt weiter gehen. Jemand, der mordet, ist in jedem Fall ein Mörder.
In dubio pro reo. Die Tatsache, ob jemand ein Terrorist ist, gehört m.E. in das Strafrecht, nicht in das Kriegsrecht. Somit müsste ein Gericht erstmal eine terroristische Absicht oder ein terroristisches Vergehen nachweisen. Erst danach folgt die Sanktion.
Bei dieser Art von Tötungspraxis handelt es sich um Willkür und Selbstjustiz.
Nun spricht man von Krieg gegen den Terror. Es ist naiv zu glauben, gegen Terror Krieg führen zu können. Krieg ist Terror - von beiden Seiten -.
Zu Krieg gehören Verluste auf allen Seiten. Krieg ist bitter. Im Krieg ist jeder Feind. Man kann nicht differenzieren.
Möchte man hingegen Verbrecher fangen, Terroristen, ist Krieg die falsche Taktik. Möchte man ein Regime stürzen, ein Land vereinnahmen ist Krieg das Mittel. Dann darf man nicht von Krieg gegen den Terror sprechen, sondern die Fakten beim Namen nennen.
Einen Krieg mit Drohnen halte ich für verwerflich, weil man vom Heimatland aus ein Land in Schutt und Asche legen kann, ohne Risiko für das Heimatland. Es ist feige, weil die Maßnahmen unverhältnismäßig sind und wehrlose Staaten so jederzeit vereinnahmt werden können. Für mich stellt sich dies als eklatanter Machtmissbrauch dar. Bei einem starken Staat würde man sich dies niemals trauen. Daher wird China auch nicht angegriffen. - #594 15.03.2010 07:27 von
Drohnen sind Kriegswaffen, daher ist der Mordvorwurf erst einmal unangebracht.
Eine Drohne ist eine Weiterentwicklung der Distanzwaffe. Die moralisch ethischen Implikationen von Distanzwaffen wurden längst beantwortet. Eine grundsätzlich neue Qualität stellen bringen Drohnen nicht mitsich. - #595 15.03.2010 07:47 von
Bündnisfall?
Das sehe ich differenziert. Ein Bündnisfall liegt vor, wenn ein Natopartner von einem Staat angegriffen wird. Dies ist nicht passiert.
Sie sagen es, es war eine militante Gruppe, die überstaatlich agiert. Es handelt sich nicht um einen Bündnisfall im eigentlichen Sinne.
Natürlich darf man konzertiert gegen Terrorgruppen vorgehen. Man hat ja auch einige Terroristen ausfindig gemacht und bestraft. Und das ist der richtige Weg. Daraus einen Bündnisfall zu konstruieren ist nicht im Sinne des Erfinders. - #596 15.03.2010 07:48 von
Ich teile Ihre Sichtweise. Allerdings ist es eine Frage des Standpunktes und der Macht: was für den einen ein Terrorist ist, ist für den anderen ein Freiheitskämpfer. Terror als Kriegstaktik ist meist ein Ausdruck des militärisch Schwächeren gegenüer einer überlegenen Kriegsmaschinerie.
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