Forum: Politik
Ist es richtig, dass der Papst im Bundestag spricht?
Die Boykott-Drohungen der Abgeordneten kamen schnell: Nicht allen Politikern ist die Rede des Papstes im deutschen Parlament genehm. Auch in der Bevölkerung wird die geplante Ansprache des Vatikan-Oberhauptes kontrovers diskutiert. Ist der Auftritt ein Affront? Oder eine sinnvolle Geste? Ihre Meinung - ist es richtig, dass der Papst im Bundestag spricht?
- #800 18.09.2011 16:32 von
Papstileaks
Ne geheime Versammlung. Klingt gut.
Stoff für ne große Verschwörung. Der deutsche, päpstliche Gottesstaat wird mehrere von Papst Benedikt geleitete geheime Versammlungen mit Gaddafi, Kim Jong Il, Ahmadinedschad und Dieter Bohlen abhalten. Ja, dass ist was die Menschen wollen, Geheimnisse und nicht diese Wikileaksscheisse. Was will man auch mit einem Papst der sich unpopulistisch in der Öffentlichkeit zeigt. Der soll sich verkrümmeln, damit wir ihn für unsere Phantasie mißbrauchen können. Und ein Laden wie der Kölner Dom braucht keine staatliche Unterstützung die sollen ein Einkaufszentrum oder eine Moschee draus machen. - #801 18.09.2011 16:33 von
Ja genau!
Genau das hatte ich doch angeprangert. Als guter Demokrat hat man sich alle Meinungen anzuhören. Ich jedenfalls gehe nicht davon aus, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und deshalb nicht mehr auf Argumente Andersdenkender eingehen muss. Argumente sind dazu da, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, sie zu widerlegen oder sie sich gar zu eigen zu machen.
Leider ist ja ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Parlamentarier (parlare heißt übrigens reden - weshalb soll man denn nur mit jemanden reden, der sowieso derselben Ansicht ist) offenbar direkt vom Kindergarten ins Plenum gewechselt. Wie soll jemals ein Schlagabtausch und ein Ringen um die besseren Argumente zustandekommen, wenn die jeweils andere Partei den Saal verlässt. Ich bitte Sie, das ist doch keine Demokratie.
Von den "Bürgerlichen" erwarte ich eine intellektuell redliche Haltung nicht, dazu sind diese schlichtweg nicht in der Lage. Als Wählerin der Linkspartei bin ich allerdings enttäuscht. Wobei ja offenbar nicht die gesamte Linksfraktion der Rede fernbleibt - es besteht also noch Hoffnung ;o).
Die Rede Gysis fand ich übrigens wunderbar! - #802 18.09.2011 16:34 von
Ich muss Antje da supporten...
.. schaue ich mir Pius-Brüder, Nonnen, Opus Angeloristen, Opus-Deisten, kath.net-Liebhaber, El Padres ( http://www.padre.at/deutsch.htm ), die Mixa zum Predigen einladen, et alia ... dann... tja dann sehe ich da keinen Unterschied im bezahlten (?) Fanatismus. Sie? Bliebe die Menge. Auch hier gilt: Nicht alle hatten Holzlatten, wie auch heute nicht alle Bretter vorm Kopf haben.
Und ich bin alt genug, mich des Schahs in Deutschland zu erinnern. Sie? - #803 18.09.2011 16:34 von
- #804 18.09.2011 16:35 von
Ich glaube nicht, dass die Abgeordneten sich einer parlamentarischen Diskussion entziehen würden. Die Möglichkeit von Fragen und Stellungnahmen sind aber bei der Papstrede nicht vorgesehen.
Für eine Predigt ist jedoch der deutsche Bundestag nicht der geeignete Ort. Das muss sich kein Abgeordneter antun. - #805 18.09.2011 16:36 von
Ich finde dieses FDP-Argument "mein Steuergeld" immer etwas anstrengend. Dann seien Sie doch auch so konsequent und fordern wie in einer AG ein Stimmrecht entsprechend ihrer pro Jahr mit ihren Steuern erkauften "Anteile". Meine Vorstellung einer Demokratie ist das nicht. Ansonsten ist die Repräsentanz der Kirchen kein Erbrecht, sondern gesetzlich geregelt. Wenn es die Mehrheit nicht mehr will, wird es eben geändert. Dass Ihre Meinung dazu derzeit nicht die der Mehrheit ist, ist etwas, was demokratisch zu ertragen ist, es sei denn Sie haben genug Geld.
Wie ich bereits ausgeführt hatte und gerne noch einmal wiederhole, bin ich durchaus gespannt darauf, ob und wie sich der Papst zu den Mißbrauchsfällen äußert. Der Vorteil der vorangegangenen Diskussion in den Medien ist ja, dass es in der Rede sicherlich aufgegriffen wird. Wenn ich die Zeit habe, höre ich mir übrigens gerne andere Meinungen an - aber wenn nicht, dann nicht. Das ist aber, anders als beim Abgeordneten, nicht mein Job bzw. Ihrer Argumentation von oben "dafür werde ich nicht bezahlt!"
Zum Einen ist diese Volksabstimmung an mir vorbeigegangen. Wir sind zum Glück noch nicht soweit, dass Forsa bestimmt, was im Bundestag passiert und anders als Sie hoffe ich, dass das auch nie der Fall sein wird. Zum Anderen scheinen wir unser Argument nun zu genüge ausgetauscht zu haben, dass ich der Ansicht bin, dass ein Abgeordneter mit seinem Maul und nicht mit seinen Füssen seinen Job wahrnehmen soll, aber Sie eben nicht. - #806 18.09.2011 16:36 von
Sie haben halt keine Phantasie. An was die Menschen so alles schon geglaubt haben. Und welche schönen, ausschweifenden Feste sie feierten (Bier, Wein, etc. flossen in Strömen). Zum Beispiel das Opet-Fest, das unter Hapschetpsut 11 Tage dauerte und von Ramses dem III. auf 27 Tage verlängert wurde.
Nebenbei bemerkt, die Ägypter kannten bereits negative Sündenbekenntnisse, die in etwa den 10 Geboten entsprachen. Vielleicht Zufall, wahrscheinlich aber eher nicht. - #807 18.09.2011 16:37 von Antje Technau
- #808 18.09.2011 16:38 von
Hier haben wir doch wieder ein schönes Beispiel christlicher Überheblichkeit und Selbstbeweihräucherung!
Auch das sog. christl. Abendland hat von anderen Kulturen profitiert, die teilw. einen höheren Wissensstand hatten. Manche Kulturen wurden, wie z.B. in Südamerika, von Christen mit Duldung der Kirche gnadenlos ausgerottet.
Ohne die katholische Kirche hätte die Entwicklung sogar schneller voranschreiten können, denn Erkenntnisgewinn , der nicht im Einklang mit der Lehre war, konnte lebensbedrochlich sein (z.B. bei Galilei) oder oder bei weiterhin abweichender Meinung auch zu einem von der Kirche beauftragten Mord (Guiordano Bruno) führen.
Europa ist heute trotz der RKK so entwickelt, wie es heute ist - und wird sich hoffentlich noch weiter entwickeln. Hier gebührt z.B. den Franzosen Anerkennung, die hier maßgeblich Anteil hatten.
Leider ist aber die RKK immer noch so rückständig, dass sie z.B. wider besseren Wissens auch im 21. JH noch Frauen und Menschen mit anderen Lebensauffassungen diskriminiert. - #809 18.09.2011 16:40 von
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