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Ist es richtig, dass der Papst im Bundestag spricht?

Die Boykott-Drohungen der Abgeordneten kamen schnell: Nicht allen Politikern ist die Rede des Papstes im deutschen Parlament genehm. Auch in der Bevölkerung wird die geplante Ansprache des Vatikan-Oberhauptes kontrovers diskutiert. Ist der Auftritt ein Affront? Oder eine sinnvolle Geste? Ihre Meinung - ist es richtig, dass der Papst im Bundestag spricht?
  1. #790

    Überzogene Reaktion

    Zitat:

    "
    Und noch paar Worte zu den Papstverweigerern im Bundestag. Die selben Personen kriechen den Islamisten ins Allerwerteste und küssen ihnen die Füße und auf der anderen Seite bespucken sie ihren eigenen deutschen Papst."


    Unabhängig von meiner durchaus kritischen Meinung zu manchen Standpunkten des Papst, bleibt jedoch festzuhalten, dass das religiöse "Pendel" der Gesellschaft deutlich aus dem Gleichgewicht gerät.
    Beschämend dabei ist, dass eine Religion, die zumindest im Ansatz sich von ihrer barbarischen Vergangenheit befreit hat und deren Vertreter demnächst hier Gast sein wird, wie selbstverständlich als das "weichere Ziel" genutzt wird!
    Andererseits die gleichen "Kritiker" vehement für Glaubensfreiheit eintreten, wenn wieder einmal ein islamistischer Hassprediger ausgewiesen werden soll.

    Religionskritik in Ehren, aber man sollte nicht auf einem Auge blind sein!

    Es sollte einem der Respekt vor dem religiösen Amt (oder auch nur vor dem Menschen) gebieten, die allgemein gültigen Regeln des Anstands einzuhalten.
    Jetzt einen derartigen Popanz aufzubauen, verletzt sicher die Gefühle vieler Christen!
    Es ist schon befremdlich, wenn manch vermeintlich aufgeklärter Geist nur an Hohn und Spott gehindert werden kann, wenn ihm, wie in dem Fall der Mohamed-Karikaturen, persönliches Leid droht.

    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, unsere Gesellschaft hat, unabhängig vom Papst Besuch und dem Gezeter darum, seinen Kompass verloren!

    Damit man mich nicht in die falsche Ecke stellt, zur Klarstellung : Es gibt für mich nicht die "bessere Religion", es gibt eigentlich nur gute und schlechte Menschen und dabei messe ich sie an ihren Taten und nicht an ihren Worten.
  2. #791

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    der Papst wurde eingeladen, vor dem hohen Haus zu sprechen. Alle Fraktionen stimmten dem zu (oder deren Vertreter).
    Man kann das verkehrt finden.
    Wie auch immer, jetzt ist er nunmal eingeladen.
    Wie auch immer, das war ein großer Fehler, auch wenn der Papst nun pro forma als Staatsoberhaupt spricht.

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    Da bleibt nur noch, die Sache mit Anstand hinter sich zu bringen. Also z.B. mit Anti-AIDS-Schleifchen oder sonst einem Protestzeichen teilzunehmen.
    Oder der Veranstaltung durch demonstrativen Boykott fernzubleiben.
    Einverstanden! :-) Allerdings sollten diese Symbole etwas größer ausfallen, denn der Papst ist ein alter Mann und sieht wohl nicht mehr so gut.

    Auch gut wäre es, zu warten, bis er ans Rednerpult tritt, und dann ostentativ den Raum zu verlassen unter Zurücklassung eines der o.g. Symbole.

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    Man könnte auch draußen vor dem Bundestag demonstrieren. Aber das wurde meines Wissens behördlicherseits verboten.
    Was wiederum korrekt ist, denn Demonstrationen innerhalb der Bannmeile waren immer schon ein Tabu.
  3. #792

    Zitat von Antje Technau Beitrag anzeigen
    die finden auf Wunsch unserer Regierung und unserer Behörden aber abseits der Papst-Zug-Route statt. Sie dürften also weder gesehen noch gehört werden. Als Demonstrant. Als Jubelperser auf der Papstroute eher.

    Übrigens: offizielle Demos müssen zwar angemeldet sein. Aber wenn eine Einzelperson spontan ihr privates Schildchen hochhält, dann muss diese Privatperson das vorher nicht anmelden. Und auf dem muss ja nicht unbedingt stehen: "Ratzi, I love your Fummel!". Aber es könnte...oder etwas anderes...und in die beim Papst-Zug anwesenden Kameras halten könnte man das private Schildchen auch...nur so als Tip für enttäuschte Möchtegern-Demonstranten...
    Selbst das erkennbare Bemühen um Originalität sollte Sie nicht dazu veranlassen, Menschen, die Ihre Meinung nicht teilen, als Jubelperser zu bezeichnen. Schauen Sie nach, was es mit denen seinerzeit auf sich hatte.
  4. #793

    .

    Zitat von Papstfreund Beitrag anzeigen
    Es ist richtig und sehr angemessen, dass der Papst vor dem
    Bundestag spricht. Immerhin ist er mit dem Einverständnis aller Fraktionen vom Bundestagspräsidenten eingeladen worden.
    Da der Papst höchstwahrscheinlich über die weltanschaulichen
    Grundlagen von Nationen und Staaten im Allgemeinen und über
    die des deutschen Staates im besonderen sprechen wird, würde sich auch keiner der im Bundestag sitzenden Laizisten einen
    Zacken aus der Krone brechen, hier genau hinzuhören und durch seine Anwesenheit auch ein Mindestmaß an Höflichkeit zu be-
    zeugen.

    Zu Titelbild und Schlagzeile (incl. Untertitel):
    Die Spiegelmacher disqualifizieren sich hiermit selbst als
    Schmieren-Journalisten. Ach, was schreibe ich da - als Journalismus kann man so etwas gar nicht mehr bezeichnen, so oberflächlich, abgegriffen und klischeehaft kommt der Titel daher.
    Außerdem: wer durch Papst Benedikt XVI. vom Glauben ab-
    fällt, der kann nicht wirklich richtig geglaubt haben. Wer sich einmal die Mühe macht, wenigstens ein bißchen von ihm zu lesen oder auch mal eine Predigt zu hören, der wird vom Glauben begeistert sein und erstmal merken wie schön der Glaube ist, welche Kraft von ihm ausgehen kann und welche sinnstiftende Wirkung er hat. Aktuelles Beispiel: mehr als 1 Million Jugendliche die dem Papst beim Weltjugendtag in Madrid zugehört und zugejugelt haben. Ein Glaube der alles erlaubt und gutheißt hat keine Kraft, wird ganz schnell öde und leer.
    ja dann sollten sie doch auch mal schnell sein vertuschungssekret lesen, mit dem er seit jahrzehnten die strafverfolgung tausender priester auf der ganzen welt wg kindesmissbrauchs verhindert (hat):
    "de delictis gravioribus".
    eine sinnstiftung der ganz besonderen art, allerdings mehr für spezialisten und nicht ganz jugendfrei.
  5. #794

    Vielleicht ein Spiegel oder das Spieglein

    Zitat von Maga Beitrag anzeigen
    Wieso? Ist der Bundestag die Vertretung deutscher Atheisten?
    Du beantwortest die Frage nicht.

    Würde man es im Vatikan dulden, wenn jemand deutlich anderer Auffassung oder mit permanenter Kritik an gläubigen Positionen erstens doziert oder predigt und sich keine Fragen etwa von den Kardinälen gefallen lassen würde, wenn die einfach dessen Aussagen zu schlucken hätten?

    Der Papst erlaubt sich Kritik und oft genug ungefragt und unsachliche und auch unverschämte und unterstellende Kritik an fast der ganzen Welt und möchte die ganze Welt belehren oder ihr Ratschläge geben.

    Wie ist das also, würde man sich das spiegelverkehrt im Vatikan bieten lassen müssen?

    In der Berliner Zeitung wurde das Grundproblem recht treffend ausgedrückt:

    Zunehmend viele Menschen empfinden es als Zumutung, wenn jemand ihnen erklären will und zu sagen versucht, was sie zu tun und zu lassen haben. Man betrachtet das als Einmischung. Auch, wenn das vom Bundestag aus abläuft.

    Wenn das nun jemand hauptamtlich oder hauptberuflich treibt, dann muss er damit rechnen,das man ihn und seine Institution sehr präzise und mit besonders kritischer Aufmerksamkeit ins Auge nimmt. Noch intensiver als die berüchtigte Nachbarin und Benimmtante, welche unnachahmlich und zuverlässig über mehrere Treppen durchs Treppenhaus dröhnt und schreit, dass die Kinder zu laut seien oder der Kinderwagen nicht im Hausflur abgestellt gehört.
  6. #795

    Zitat von Juro vom Koselbruch Beitrag anzeigen
    und das ausgerechnet in Person Ratzingers, dessen Umgang mit anderen mit anderen christlichen Vorstellungen etwa in Person von Küng oder Drewermann oder auch Frau Heinemann so überaus Freiheit und Entwicklung begrüßt und fördert.

    Wie wahrscheinlich ist es, dass zwei Blitze einen Menschen gleichzeitig treffen?

    Wie wahrscheinlich ist es, dass Ratzinger Freiheit und Entwicklung in der RKK will?
    Freiheit bedeutet nicht Schrankenlosigkeit. Wenn jemand zu ganz anderen Überzeugungen gelangt, so ist das zu respektieren. Noch respektabler wäre es dann zu sagen, dass man kein Katholik mehr ist - und so haben etwa Leonardo Boff und Drewermann der Kirche den Rücken gekehrt. Mit Küng ist Ratzinger in Castel Gandolfo zusammengetroffen, und Küng wird sich hüten "auszutreten", weil er dann eben auch nicht mehr jene mediale Aufmerksamkeit erhalten würde, die er erhält.
  7. #796

    Dann nennen Sie doch mal ad hoc...

    Zitat von chajnik Beitrag anzeigen
    Mein Abi habe ich in Deutschland absolviert
    Bremen?
    ... und da wurde mir genug über die Aufklärung, die Sie hoffentlich meinen, gepredigt.
    "Mich" und "gelehrt" wären die richtigen Worte. Kannten Sie nicht? Ach!? ( Loriot )
    Ich weiss durchaus was mit diesem Begriff anzufangen.
    .. vier .. ach nein: drei Namen bedeutender Vertreter/innen derselben und die jeweilige Kernthese/-aussage. Sie haben 5 Minuten....

    Da haben Sie sich heute extra angemeldet - und jetzt werden Sie allseits genausowenig ernst genommen wie Ihr Sektenheiliger. Is' 'n hartes Leben....
  8. #797

    .

    Zitat von ALG III Beitrag anzeigen
    Benedikt soll vor dem Bundestag erklären, was seine Leute in den Beichtstühlen machen, wenn kleine Jungs niederknien.
    ...und die zahlen nennen, die nur er genau kennt, damit das versteckspielen ein ende hat.
  9. #798

    Zitat von narrensyndrom
    Wer die Kriminalgeschichte der Kirchen ernst nimmt kann nur mit einem NEIN antworten.[...]
    Zitat von thomasmünchner
    Welche Kriminalgeschichte soll ich ernst nehmen? Illuminati? Sakrileg? Assassini?
    Zitat von narrensyndrom Beitrag anzeigen
    Bei so viel Naivität - die Sie so offensichtlich machen - sollte man eigentlich still sein!
    Ich empfehle Ihnen Karl-Heinz Deschner - es reicht eigentlich dessen Antikatechismus.
    Es gibt auch noch andere Literatur - wenn Sie wirklich daran Interesse hätten, dann würden Sie diese aber von selbst finden.
    Jetzt wurde ich auf den Denscher schon 3 mal hingewiesen. OK, sorry mein Fehler. Den kannte ich in meiner grenzenlosen Naivität tatsächlich nicht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Krimina...s_Christentums
    Aber verstehe ich Sie jetzt richtig? Ratze darf nicht im BTag sprechen, weil die Organisation, deren Oberhaupt er ist, bis ins 18. Jhd (denn nur soweit gehen die Bände) böse Dinge gemacht hat? Dafür brauch ich dann die Bücher nicht zu lesen, da gibts auch aktuellere Beispiele wie die unrühmliche Rolle der RKK während des 2WK.
    Aber das müsste dann konsequenter Weise auch heißen, dass überhaupt kein deutscher Politiker (wg.II.WK) irgendwo auf der Welt in einem Parlament eine Rede halten darf. Und für die meisten europ. Nachbarn gilt das selbe (Frankreich wg. Napoleon, Russland wg. Stalin, etc.). Wenn schon Sippenhaft dann konsequent - oder lasst endlich verlauten was Ratze persönlich so böses gemacht hat...
  10. #799

    Zitat von Gas-Gerd Beitrag anzeigen
    Zitat:

    "
    Und noch paar Worte zu den Papstverweigerern im Bundestag. Die selben Personen kriechen den Islamisten ins Allerwerteste und küssen ihnen die Füße und auf der anderen Seite bespucken sie ihren eigenen deutschen Papst."


    Unabhängig von meiner durchaus kritischen Meinung zu manchen Standpunkten des Papst, bleibt jedoch festzuhalten, dass das religiöse "Pendel" der Gesellschaft deutlich aus dem Gleichgewicht gerät.
    Beschämend dabei ist, dass eine Religion, die zumindest im Ansatz sich von ihrer barbarischen Vergangenheit befreit hat und deren Vertreter demnächst hier Gast sein wird, wie selbstverständlich als das "weichere Ziel" genutzt wird!
    Andererseits die gleichen "Kritiker" vehement für Glaubensfreiheit eintreten, wenn wieder einmal ein islamistischer Hassprediger ausgewiesen werden soll.

    Religionskritik in Ehren, aber man sollte nicht auf einem Auge blind sein!

    Es sollte einem der Respekt vor dem religiösen Amt (oder auch nur vor dem Menschen) gebieten, die allgemein gültigen Regeln des Anstands einzuhalten.
    Jetzt einen derartigen Popanz aufzubauen, verletzt sicher die Gefühle vieler Christen!
    Es ist schon befremdlich, wenn manch vermeintlich aufgeklärter Geist nur an Hohn und Spott gehindert werden kann, wenn ihm, wie in dem Fall der Mohamed-Karikaturen, persönliches Leid droht.

    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, unsere Gesellschaft hat, unabhängig vom Papst Besuch und dem Gezeter darum, seinen Kompass verloren!

    Damit man mich nicht in die falsche Ecke stellt, zur Klarstellung : Es gibt für mich nicht die "bessere Religion", es gibt eigentlich nur gute und schlechte Menschen und dabei messe ich sie an ihren Taten und nicht an ihren Worten.

    Da wir scheinbar kurz hintereinander die selben Gedanken hatten, fühle ich mich verpflichtet, Dir meine 100%ige Zustimmung zum Ausdruck zu bringen! LG








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