Forum: Politik
Ist der Afghanistan-Krieg noch zu gewinnen?
Fast 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des Militäreinsatzes - das Wirken der amerikanischen Task Force 373, die Probleme der Bundeswehr, die Zusammenarbeit pakistanischer Geheimdienstler mit den Taliban. Kann der Westen den Krieg am Hindukusch noch gewinnen?
- #1 25.07.2010 22:29 von Gandhi
Wie oft soll dieser Krieg
denn noch gewonnen werden?
Wie oft sollen wir uns denn noch anhoeren muessen, dass jetzt die entscheidenden 6 Monate kommen? Dass, wenn "wir" alles richtig machen, der Krieg dann gewonnen ist.
Ich kann es schon gar nicht mehr hoeren.
Das Einzige, was diesen Krieg beendet, ist ein Ereignis, bei dem eine grosse Menge Soeldner sich aus dieser Welt verabschieden. Dann wird der politische Druck so gross, dass das Gerede davon, dass Freiheit und Demokratie in Afghanistan die Opfer wert sind, untergeht im Protest.
Die Afghanen sollen ihren eigenen Weg gehen, ihre eigenen Probleme loesen. Von aussen koennen deren Probleme auch nicht in 10 oder 20 Jahren geloest werden. - #2 25.07.2010 22:31 von ayamo
Titel
Plain and simple?
Ein militärischer Sieg? Auf gar keinen Fall.
Irgendein schaler Verhandlungsfrieden mit den Taliban wäre allerdings auch nicht ideal, da diese sich nicht an solche Verträge/Vereinbarungen halten. - #3 25.07.2010 22:32 von
- #4 25.07.2010 22:35 von
- #5 25.07.2010 22:36 von
red herring
der westen kann und braucht in afghanistan nicht zu gewinnen: abmarsch!
die sache mit der enthüllung brisanter kriegsdokumente riecht faul - wahrscheinlich der nächste verarschungs coup der cia. - #6 25.07.2010 22:40 von
Der Krieg...; die Gegner...
http://www.spiegel.de/politik/auslan...708311,00.html
Eigentlich ist die Frage nicht ganz korrekt gestellt, zumal asymmetrische Kriege eine ganz besondere Situation sind und die Strategien fast permanent neu angepasst werden müssen. Dadurch verschwimmen die ursprünglichen Ziele immer mehr, genauso wie der ursprüngliche Gegner immer verschwommener wird bis man nicht mehr weis wer Freund und Feind ist...
Der Gegner wird allgemein Taliban genannt...; was befindet sich alles dahinter und gibt es noch sonstige "Feinde"...?
Aufständische, Ethnischer Konflikt, korrupte Warlords, installierte Regierung, Interessen der Nachbarstaaten... Drogen- und Waffenhändler, gerne auch von Teilen des Geheimdienstes von Nachbarstaaten unterstützt; und das Alles miteinander verquirlt in einer hochbrisanten Region Zentralasiens...
Undurchsichtigkeit ist die Natur dieses Krieges... ;(
Die Koalition der als Verbündete operierenden Kräfte ist vollkommen klar, während der Gegner in einem asymetrischen Krieg immer etwas verschwommen sein wird und sich jeder genauen kriegsvölkerrechtlichen Definition entzieht...
In einem asymtrischen Krieg wird es beim Gegner immer Definitionprobleme geben...
Am Ende entscheidet die jeweilige politische Sichtweise ob man die eigentlich als "Illegale/Ungesetzliche Kombattanten" zu bezeichnenden Kämpfer als Freiheitskämpfer oder Terroristen bezeichnet...
Der asymetrische Krieg ist; auch wenn Viele es hier nicht wahr haben wollen, fast so alt wie die Militärgeschichte selbst...
Leider ist es auch Teil der Kriegstaktik, daß man dem Gegner jegliche Definition abspricht um Ihn auch jeglicher Legitimation und Rechte zu berauben...
Eine genaue Definition würde auch für die Zukunft helfen zumal man nie weis ob man mit den heutigen Gegnern auch eines Tages Verhandlungen führen muß...; oder besser wohl sicher mit Teilen der heutigen Gegner Verhandlungen führen wird... ;)
PS...
Für das Römische Reich waren auch die Haufen von Kriegern unterschiedlichster Stämme unter Arminius "Illegale/Ungesetzliche Kombattanten" welche einen "verabscheuungswürdigen und hinterhältigen Angriff auf unsere Soldaten" (Zitat aus SPON von Angela Merkel (CDU)) durchführten... - #7 25.07.2010 22:42 von ayamo
Man müsste das mit Sicherheit selber lesen, aber Sie haben Recht ... da gabs bei mir auch keinen aha-effekt.
Alles bekannt.
Wenn der Abzug von US Truppen wirklich schon 2011 beginnt (2012 sind Wahlen in den USA und BHO will sich mit Sicherheit nicht das Argument entgehen lassen, dass er die Truppen aus zwei Kriegen heimgebracht hat), dann sieht es noch schlechter aus ...
2014 sollen die Afghanen die Sicherheit übernehmen?
Wow ... nach 13 Jahren. - #8 25.07.2010 22:44 von
- #9 25.07.2010 22:45 von
Ein früh eingeleitetes Versagen
Zwei Kardinalfehler sind schon zu Bush Zeiten bzgl. Afghanistan gemacht worden. Man hat die notwendige Konzentration auf den Konflikt zugunsten des Irak-Krieges aufgegeben und man hat den Hauptverantwortlichen für die Existenz des Taliban-Regimes, Pakistan, nicht nur davonkommen lassen sondern noch weiter gefördert und damit den Konflikt verlängert bis hin zur Unlösbarkeit.
Mit der internationalen Sympathie im Rücken, die die USA nach 911 auch noch während des Afghanistan- Engagements hatten, wäre bei voller Konzentration der Kräfte und klarem in die Schranken weisen Pakistans eine echte Lösung und damit Stabilisierung möglich gewesen, etwas das nun leider zunehmend hoffnungslos aussieht und die vergangenen Anstrengungen verpuffen lässt. Dazu kommt dann noch die mangelnde Bereitschaft anderer Partner der USA wie Deutschland einmal wirklich einen großen Einsatz zu zeigen, entscheiden ist das allerdings nicht.
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