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Indien - Entwicklungsland oder Zukunftsmodell?

Der südasiatische Riese Indien hat enorme wirtschaftliche Veränderungen hinter sich - und will die Chancen der Globalisierung für sich nutzen. Der indische Markt soll sich weiter Schritt für Schritt öffnen. Wird das Land damit zur Bedrohung für Arbeitsplätze in Industriestaaten? Oder bietet es Chancen auch für uns?
  1. #1

    kleine läden

    auf dem lebensmittelsektor wäre das auch für deutschland gut gewesen-so wie es früher war.
    mehr arbeitsplätze,
    keine verödeten dörfer und städte
    keine manipulation des verbraucherverhaltens
    kleine wege.
    das indien sich wehrt ist verständlich.
    die inder sind hochintelligent ,selbstbewusste und freundliche leute.dort gab es schon immer eine hochkultur auf die man auch stolz ist.in den augen der gebildeten inder belächelt man uns eher.
  2. #2

    Erstaunliches Marktmodell

    Sobald die Konzerne auf dem Markt sind, werden viele kleinere Läden das Nachsehen haben, denn sie können preislich nicht mithalten.

    Einerseits gut für den Verbraucher, andererseits werden im Handel viele Arbeitsplätze vernichtet, denn der Verbraucher wird dadurch das es mehr Anbieter gibt nicht mehr kaufen.
    Die einzige Chance des Einzelhandels könnte sich dann aus dem Verkehrsstau zur grünen Wiese ergeben.

    Bemerkenswert, dass in Indien wenigstens 18% der Bevölkerung zum Mittelstand zählt. Der tendiert doch in den meißten Schwellenländern seit langer Zeit eher gegen 0%.
  3. #3

    Zitat von hans hoch
    in den augen der gebildeten inder belächelt man uns eher.
    Das zeugt nicht gerade von Bildung ;-)
  4. #4

    Alle Welt spricht von China. Da ist es kein Wunder, dass Indien unterschätzt wird.
    Mit 300 000 neuen Ingenieuren pro Jahr macht sich Inden auf den (noch langen) Weg in eine Zukunft, in der Wissen, Information und Technologie eine wichtige Rolle spielen.
    Zur Mitte des Jahrhunderts wird Indien etwa 1,6 Milliarden Einwohner haben.
    Mit über 500 EW pro Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte dann deutlich mehr als doppelt so hoch, wie jetzt in Deutschland.
    Allerdings mit dem Unterschied, dass das indische Territorium auch Wüstengebiete, Hochgebirge, Überschwemmungsgebiete und andere weniger besiedelbare und wirtschaftlich nutzbare Gebiete umfasst.
    Der Anteil der Stadtbewohner liegt jetzt bei ca. 32%, in 45 Jahren dürfte er bei mindestens 50% liegen.
    Also dürfte die Stadtbevölkerung von 350 Millionen auf dann gigantische 800 Millionen ansteigen.
    Zusammen mit der Urbanisierung in China ist es das bei Weitem größte Städtebauprogramm der Menschheitsgeschichte.
    Stadtbewohner verbrauchen im Durchschnitt in den Entwicklungsländern deutlich mehr Energie, Rohstoffe, Wasser etc. als die Landbevölkerung.
    Die Motorisierungsrate ist gegnwärtig eine der Geringsten weltweit. Auch hier wird es zu einer gewaltigen Ausweitung des Fahrzeugbestandes kommen.
    Mittelfristig dürften sich die Wachstumsraten des BIP zwischen 7 und 10 % bewegen und der indische Binnenmarkt immer bedeutsamer werden.
    Auch die Exportkraft des Landes wird zunehmen, insbesondere von industriellen Gütern. Im Softwarebereich ist Indien ja schon jetzt sehr stark aufgestellt.

    Trotz der hervorragenden mittelfristigen Aussichten sind die Risiken für die weitere Zukunft sehr hoch.
    Überbevölkerung, zunehmende Abhängigkeit von immer größeren Nahrungsmittelimporten, Rohstoff- und Energieknappheit, ökologische Probleme, Wassermangel, Verkehrsinfarkte mit zunehmender Motorisierung und Anderes düften den Indern zur Mitte des Jahrhunderts zunehmend das Leben erschweren.
    Weniger als 3,3 Millionen Quadratkilometer Oberfläche sind sehr wenig für ein Volk von später 1,6 Mrd. Menschen, die (gerechtfertigterweise) immer größere materielle Bedüfnisse haben werden.
  5. #5

    Zitat von Triakel
    Trotz der hervorragenden mittelfristigen Aussichten sind die Risiken für die weitere Zukunft sehr hoch.
    Naja, die Inder (und auch die Chinesen mit ähnlichen Problemen) werden das schon überstehen. Ist ja nicht so, daß beide Länder kurz vor dem Kollaps stünden.
  6. #6

    Jan South,
    ich habe nicht behauptet, dass Indien und China kurz vor dem Kollaps stehen.
    Natürlich gibt es auf der anderen Seite Millionen von Menschen an den Stadträndern von Mumbai oder Kalkutta, die befinden sich in einer Situation, die wir Mitteleuropäer als den totalen Kollaps bezeichnen würden, wenn wir sie nur 24 Stunden durchleben müssten.
    Doch das gab es in Indien schon früher, das ist nicht neu.

    Grundsätzlich neu ist die Tatsache, dass 1,6 Mrd. Menschen so leben wollen, wie die verschwenderischen Menschen in Europa und den USA.
    Natürlich haben die genau das selbe Recht dazu, wie wir.
    Und auch die 1,5 Mrd Chinesen, 300 Mio Pakistaner, 250 Mio Indonesier, 250 Mio Bengladeshi...
    Kurz, die 9,3 Mrd Menschen, die im Jahr 2050 unsere zu kleine Erde bevölkern.
    Wir werden erkennen müssen, dass die Erde für 9,3 Mrd gierige Egomanen zu klein ist.
    Wir haben 2 Möglichkeiten:
    1. wir Europäer und Amerikaner werden freiwillig wesentlich bescheidener und auch der neuentstehende Mittelstand in China, Indien usw. erkennt die Notwendigkeit dieser Bescheidenheit, (gilt natürlich erst recht für die Oberschicht)
    2. alle bleiben gierig und steuern dann tatsächlich auf einen globalen Ressourcen-, Energie-, Verkehrs-, Finanz-, Umwelt- und was weiß ich noch für einen Kollaps zu.

    Das Möglichkeit 1 eintritt ist so wahrscheinlich wie die Landung von Außerirdischen auf der Erde in diesem Jahr.
  7. #7

    traurig ,traurig

    dies thema scheint niemanden zu interessieren.indien und die globalisierung geht uns ja nichts an,
    wo sind die gutmenschen,die die armen inderlein noch unterstützen möchten,
    die gewerkschaftsfuzzies mit dem mindestlohn,
    die sozies,die die heuschrecke mital grillen möchten.
    haben sie alle schon indien-aktien gekauft?
  8. #8

    Zitat von Triakel
    Jan South,
    ich habe nicht behauptet, dass Indien und China kurz vor dem Kollaps stehen.
    Stimmt. Mal ernsthaft, die von Ihnen aufgezählten Probleme existieren ja durchaus, keine Frage. Und es wird einiges an Energie, Zeit und Geld kosten, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Die Unzulänglichkeiten sowohl in China als auch in Indien fressen natürlich große Teile des prozentual sehr eindruckvollen Wachstums auf. Aber trotzdem bin ich der Ansicht, daß beide Staaten wirtschaftlich (und im Falle Indiens auch politisch) auf dem richtigen Weg sind. Der Lebensstandard der indischen Bevölkerung wird in Zukunft vielleicht langsam, aber kontinuierlich steigen.

    Was die Bescheidenheitsfrage angeht... naja, darüber kann man ausgiebig philosophieren.

    Zitat von Triakel
    Das Möglichkeit 1 eintritt ist so wahrscheinlich wie die Landung von Außerirdischen auf der Erde in diesem Jahr.
    Psssst, in einem Maisfeld bei Anzing wurden schon wieder seltsame Figuren gesichtet - es besteht Hoffnung ;-)
  9. #9

    Zitat von sysop
    Der südasiatische Riese Indien hat enorme wirtschaftliche Veränderungen hinter sich...Wird das Land damit zur Bedrohung für Arbeitsplätze in Industriestaaten? Oder bietet es Chancen auch für uns?
    Ich denke eher an Deutschlabnds Chancen.
    Ich war 58 Jahre alt, als mich mein deutscher Arbeitgeber vor die Tür setzte.
    Eine (sehr) große indische IT-Firma war sich nicht zu schade, mich einzustellen. Heute habe ich nach 4 Jahren immer noch den fair bezahlten Job als einer von weltweit ca.50.000 Mitarbeitern.
    Mir ist bewußt, daß durch Outsourcing von z.B.Software-Projekten in Deutschland Arbeitsplätze verloren gehen. Auch fernöstliche Callcenter vernichten Jobs in Deutschland.
    Aber wengstens zum Teil werden durch die gleichen Firmen Arbeitsplätze in D geschaffen. Auch wenn es egoistisch ist: Mir hat es den Arbeitplatz erhalten, und meinen deutschen Kollegen auch.
    Ich denke, in der heute so genannten "Globalisierung" lassen sich auch in der Arbeitswelt keine nationalen Grenzen errichten.








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