Hat die Piratenpartei eine Zukunft?

Locker übersprang die Piratenpartei in Berlin die Fünf-Prozent-Hürde und zog ins Stadtparlament ein. Für viele Wähler und Politiker überraschend, genießen die Piraten dennoch vor allem bei jüngeren Wählern Vertrauen und wecken Erwartungen. Werden die Piraten wirklich frischen Wind in die Politik bringen? Hat die Partei eine Zukunft - auch bundesweit?
  1. #2610

    Zitat von jens45 Beitrag anzeigen
    und nachts ist es kälter als draussen. Vielleicht widmen wir uns mal wieder dem Thema
    Dazu dient aber dieser Ihr Beitrag auch nicht gerade. Wenn Sie sich zu diesen "wir" zählen, dann tun Sie bitte, was Sie nicht lassen können. Für mich sind diese Argumentationen zum Urheberrecht sehr interessant, und sie gehören offenbar durchaus zur Zukunft der Piratenpartei. Wobei auch ich schon mehrfach der Meinung war, dass diese Fragen keine Parteiangelegenheit sein müsste; das war sie nämlich schonmal, siehe 60/40-Quote, wo streng nach Ost- bzw. West-Komponist getrennt wurde. Damals u.a. wegen GEMA-Tantiemen.
  2. #2611

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Es gab mal ein deutsches Land, wo man Berufsmusikern Berufsausweise übergab, sofern sie eine bestimmte Qualifikation nachgewiesen hatten. Bei allen anderen Hobby-Musikern mit Amateurausweis wurde gewissenhaft darauf geachtet, dass sie einen anderen Beruf lernten ...
    Wir alle wissen, dass nicht der Staat darüber entscheiden sollte, ob Künstler staatstreu und unkritisch genug sind, um ihren Beruf ausüben zu dürfen.

    Und es ist auch nicht Aufgabe des Staates, unbequeme Künstler "in die Produktion" zu schicken oder ihnen die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.

    So etwas ist mit einer freien Gesellschaft zum Glück nicht vereinbar.
  3. #2612

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Nun schießen Sie aber über das Ziel hinaus: die Piraten sitzen nicht in der Regierung, sondern in der Opposition. Und die kann m.E. nicht bunt und vielfältig genug sein. Dort "ruiniert" man gar nichts, kann aber der jeweiligen Regierungskoalition ordentlich einheizen.
    Wir brauchen eine verantwortungsvolle Opposition. Kritik muß das rechte Maß haben. Ich sehe für die Piraten keine Chance, sich nützlich zu machen. Chaotentruppen in den Parlamenten haben wir schon genug: Grüne, Linke, Piraten, Nationalsozialisten... Trudes Graue Panther sind ja zum Glück Schnee von gestern. Wie die SPD, die hoffnungsfroherweise auch bald in der Vergessenheit versinken wird.
  4. #2613

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Wir alle wissen, dass nicht der Staat darüber entscheiden sollte, ob Künstler staatstreu und unkritisch genug sind, um ihren Beruf ausüben zu dürfen.

    Und es ist auch nicht Aufgabe des Staates, unbequeme Künstler "in die Produktion" zu schicken oder ihnen die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.

    So etwas ist mit einer freien Gesellschaft zum Glück nicht vereinbar.
    Eben das betonte ich in #2609. Und wir Ossis waren es selber, die alles abgeschafft haben, was die Freiheit einengte. Nett, dass Sie daran erinnern.

    Doch nun nimmt sich die Piratenpartei vor - eine Partei wohlgemerkt, das mit dieser "Freiheit" für Urheber und User anders umgegangen werden soll als bisher - , und falls sie mal regiert, werden Sie hoffentlich genau darauf achten, dass dann die Freiheit gewahrt bleibt.
  5. #2614

    Eine Zukunft haben die immer.
    Egal in welcher Form.
    Egal mit welchen Inhalten.

    Wurden sie entzaubert, nennen sie sich Freibeuter.
    Als "Neue Wilde" käme dann die Gefolgschaft auch infrage.
    "Die Unerschütterlichen" wäre auch ein Gruppierungsname.

    Es gibt immer eine Gruppe, die mit nichts was anfangen will.
    Die Piraten haben ja auch noch kein vorzeigbares Programm.
    Nur als Internet-Liberale kann man auf Dauer nicht existieren.

    Wie die erst ihre freiheitliche Internet-Grundordnung verfluchen,
    wenn sie Opfer der mißbrauchten Freiheit werden.
  6. #2615

    Umgekehrt

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Aber wenn Sie bestimmte Regelungen zum Urheberrecht ausgerechnet von einer Partei geregelt haben möchten, rufen Sie da nicht auch nach dem Staat, der irgendwelche Freiheiten von Urhebern und Usern regulieren soll?
    wird ein Schuh draus: ich will gerade nicht, dass irgendwelche Regelungen das naturgegebene Recht des Urhebers, über den Gebrauch seiner Werke zu entscheiden, unangemessen beeinträchtigen.

    Bei manchen "Piraten" hatte man das Gefühl, dass nur das "wie" des Gebrauchs fremden "geistigen Eigentums" zu regeln sei, das "ob" aber völlig außer Frage stünde.
  7. #2616

    Zitat von gerda 2 Beitrag anzeigen
    Wir brauchen eine verantwortungsvolle Opposition. Kritik muß das rechte Maß haben. Ich sehe für die Piraten keine Chance, sich nützlich zu machen. Chaotentruppen in den Parlamenten haben wir schon genug: Grüne, Linke, Piraten, Nationalsozialisten... Trudes Graue Panther sind ja zum Glück Schnee von gestern. Wie die SPD, die hoffnungsfroherweise auch bald in der Vergessenheit versinken wird.


    Mit anderen Worten streben Sie nach der christlich-liberalen Einheitspartei? Etwas ähnliches hatten wir schon mal auf dem Boden unseres Landes mit der SED, hat nicht so geklappt. ;-)
    Parteien- Vielfalt ist schon Inhalt einer funktionierenden Demokratie.
    Und worüber sollten wir uns dann ereifern können, wenn Ihre ganzen "Chaotentruppen" nicht mehr da wären?
  8. #2617

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Umgekehrt wird ein Schuh draus: ich will gerade nicht, dass irgendwelche Regelungen das naturgegebene Recht des Urhebers, über den Gebrauch seiner Werke zu entscheiden, unangemessen beeinträchtigen.

    Bei manchen "Piraten" hatte man das Gefühl, dass nur das "wie" des Gebrauchs fremden "geistigen Eigentums" zu regeln sei, das "ob" aber völlig außer Frage stünde.
    Und ich steige aus, aus diesem Meinungskreisel. Ich warte ab, ob die Partei der Piraten tatsächlich irgendwann irgendwo Regierungsverantwortung bekommt, um ihre Politik durchsetzen zu können.
  9. #2618

    Deren Ziel ist die eigene Abschaffung

    Zitat von Berg Beitrag anzeigen
    Und ich steige aus, aus diesem Meinungskreisel. Ich warte ab, ob die Partei der Piraten tatsächlich irgendwann irgendwo Regierungsverantwortung bekommt, um ihre Politik durchsetzen zu können.
    Zu lesen ist ja was sie wollen. Wenn die anderen Parteien ihre Ziele übernehmen, dann wollen sie sich auflösen. Das einzige Ziel war die absolute Freiheit des Netzes. Mehr war bisher nicht drin bei den Piraten. Mangels anderer Ziele kochen sie auf Sparflamme. Es sei denn, sie bekommen Spaß und das Geld mit der Macht und werden danach süchtig. Abwarten. Protestwähler gab es schon immer. Wenn die sich bei den Piraten tummeln, ist es ja noch auszuhalten. Würden alle Piraten in ihrem privaten Umfeld gemobbt, wäre es schnell vorbei mit dem Programminhalt.
  10. #2619

    Zitat von achim-bonn Beitrag anzeigen
    Mit anderen Worten streben Sie nach der christlich-liberalen Einheitspartei? Etwas ähnliches hatten wir schon mal auf dem Boden unseres Landes mit der SED, hat nicht so geklappt. ;-)
    Parteien- Vielfalt ist schon Inhalt einer funktionierenden Demokratie.
    Und worüber sollten wir uns dann ereifern können, wenn Ihre ganzen "Chaotentruppen" nicht mehr da wären?
    Abgesehen davon, dass Sie diese "christlich-liberale Einheitspartei" einfach so selber erfinden und dem Foristen unterstellen wollen, ist der Vergleich zur damaligen sozialistisch-kommunistischen Einheitspartei ebenso unzutreffend wie überflüssig. Dass die Nachwende-SPD eine noch linkere Partei neben sich sich bilden und wachsen ließ, ist höchst zweifelhaft und offensichtlich eine Schwächung der linken Seite der Demokratie - gewollt von wem? Zu verstehen ist das nur, wenn man diesen Parteien eine quasi naturgegebene Oppositionsrolle zubilligt - unabhängig vom letzten SPD-Kanzler. Alle Vereinigungen/Zusammenarbeiten von Sozialdemokraten und Linken (bis auf wenige Ausnahmen) werden im Ansatz zerredet oder fallen wieder auseinander. - Die Partei der Piraten sitzt zunächst im Berliner Abgeordnetenhaus auf den Bänken der Opposition. Und Wowereit ist gelassen genug, sich mit dieser "Vielfalt der funktionierenden Demokratie" zu arrangieren. Koalitionen zwischen Oppositionsparteien sind nicht üblich. (warum eigentlich nicht?), und so können wir noch eine Weil warten, bis aus den Reihen der Piratenpartei Minister, Senatoren, Staatssekretäre usw. neue Gesetze auf den Weg bringen können.