Hat die Piratenpartei eine Zukunft?

Locker übersprang die Piratenpartei in Berlin die Fünf-Prozent-Hürde und zog ins Stadtparlament ein. Für viele Wähler und Politiker überraschend, genießen die Piraten dennoch vor allem bei jüngeren Wählern Vertrauen und wecken Erwartungen. Werden die Piraten wirklich frischen Wind in die Politik bringen? Hat die Partei eine Zukunft - auch bundesweit?
  1. #2440

    Zitat von WI-Student Beitrag anzeigen
    Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, sagt nur, wie es ist. Der Bundesvorsitzende ist genauso "mächtig", wie jeder andere Pirat. Jedes falsche, eigenmächtige Wort wird von den Piraten abgestraft. Damit hat er schon Erfahrungen ....
    wenn es jedes mal erforderlich ist, einen Parteitag abzuhalten, damit ein Bundesvorsitzender für seine Partei sprechen kann, dann viel Spass. Pragmatisch sieht anders aus und "Kakophonie" wird bei den Piraten groß geschrieben.
  2. #2441

    Cobra, übernehmen Sie!

    Zitat von jens45 Beitrag anzeigen
    wenn es jedes mal erforderlich ist, einen Parteitag abzuhalten, damit ein Bundesvorsitzender für seine Partei sprechen kann, dann viel Spass. Pragmatisch sieht anders aus und "Kakophonie" wird bei den Piraten groß geschrieben.
    Ihre Sorge um die Effizienz in der Arbeit der Piraten berührt!

    Allerdings ist ein Parteitag zu viel kein Unglück. Schlimmer ist die Angst vor Parteitagen, wie sie beispielsweise die Liberalen heimsucht.

    Bringen Sie sich irgendwo ein, Herr Jens. es braucht Leute mit Leistungswillen und viel gesundem Menschenverstand. JEDE Partei würde Sie gerne in ihren Reihen wissen.
  3. #2442

    wenn es jedes mal erforderlich ist, einen Parteitag abzuhalten, damit ein Bundesvorsitzender für seine Partei sprechen kann, dann viel Spass. Pragmatisch sieht anders aus und "Kakophonie" wird bei den Piraten groß geschrieben.

    Es gibt auch Dübeldreher.
  4. #2443

    Jens45 auf der Suche...

    Zitat von jens45 Beitrag anzeigen
    wenn es jedes mal erforderlich ist, einen Parteitag abzuhalten, damit ein Bundesvorsitzender für seine Partei sprechen kann, dann viel Spass. Pragmatisch sieht anders aus und "Kakophonie" wird bei den Piraten groß geschrieben.
    ...nach dem Haar in der Suppe.
    Offensichtlich möchte Jens45 Aussagen nur so verstehen, wie sie in sein fertig gefasstes Weltbild passen. Weitere Reflektion scheinbar für unnötig befunden. Alles Andere wird ausgeblendet, was nicht passt wird passend gemacht. Es wäre müßig, den zu obiger Aussage gemachten Gedankengang richtig zu stellen, denn jeder andere Forist kann dies selbst.

    Der Begriff "Kakophonie" muss in diesem Zusammenhang auch überhaupt nicht zwangsläufig negativ aufgefasst werden: auf einem Bundesparteitag wird munter diskutiert, unterschiedliche Meinungen werden ausgetauscht, sofern zunächst "kakophonisch". Dann allerdings wird abgestimmt und per 2/3-Mehrheit erfolgt ein - demokratisch gesehen - "symphoner" Zugang eines Beschlusses in das Parteiprogramm bzw. Wahlprogramm. Es wäre ja traurig, wenn der Vorstand allein irgend etwas auskungeln würde und der Rest der Piraten sollte nur noch abnicken. Wer das möchte ist bei den Piraten in der Tat nicht gut aufgehoben. Hier kann, darf und soll sich jeder eine eigene Meinung bilden und konstruktiv mit den anderen Piraten auf dem Parteitag (oder bei jeder anderen Piratenversammlung) diskutieren. Argumente werden ausgetauscht und bewertet. Das Ganze übrigens äußerst diszipliniert und, im Vergleich zu den Besprechungen mancher "etablierter" Parteien, sogar ohne Aussagen à la "Ich kann seine Fresse nicht mehr sehen", und Ähnlichen. Am Ende wird abgestimmt.

    Die Atmosphäre auf dem BPT in Offenbach war freundlich, fröhlich und, obwohl sich so manche Entscheidung auf Grund basisdemokratischer Prozesse manchmal etwas hinzog, voller Tatendrang und Hingabe. Meinetwegen könnte es mehr Bundesparteitage geben. Der nächste BPT findet noch vor der Wahl in SH statt. Für weitere BPTe ist geplant, diese dezentral stattfinden zu lassen, also an mehreren Orten gleichzeitig, welche per Live-Stream verbunden werden. Dies soll es möglichst vielen Piraten ermöglichen, ohne all zu lange Anfahrtswege, in möglichst großer Zahl, teilnehmen zu können.
  5. #2444

    Zitat von WI-Student Beitrag anzeigen
    ...nach dem Haar in der Suppe.
    Offensichtlich möchte Jens45 Aussagen nur so verstehen, wie sie in sein fertig gefasstes Weltbild passen. Weitere Reflektion scheinbar für unnötig befunden. Alles Andere wird ausgeblendet, was nicht passt wird passend gemacht. Es wäre müßig, den zu obiger Aussage gemachten Gedankengang richtig zu stellen, denn jeder andere Forist kann dies selbst.

    Der Begriff "Kakophonie" muss in diesem Zusammenhang auch.....
    Sie tragen zum köstlichen Amusment bei. Was soll das sein? Die Lobgesänge eines Parteifunktionärs der Piraten auf sich und seine Mitglieder?
    Es bestätigt lediglich die weite Entfernung von Pragmatismus und Realität. Fragen zur Tagespolitik ergeben sich nicht immer aus Grundsatzprogrammen. Da braucht's eben doch mal Jemanden, der die Kompetenz hat, für die gesamte Partei sprechen zu können und keinen Club der Vielstimmigkeit.
    Was wird gemacht, um für jeden Beschluss 2/3 Mehrheiten zustande zu bekommen? Gemeinsame Trinkgelage, um es freundlich auszudrücken?
    Dann lieber mal heftige Diskussionen mit Kampfabstimmungen.

    Fazit: Die Deutungshoheit, wer hier was versteht, haben Leute, die mit Piratenkopftuch im Parlament erscheinen, noch lange nicht und werden sie auch nie haben.
  6. #2445

    auch ein Fazit

    Zitat von jens45 Beitrag anzeigen
    Sie tragen zum köstlichen Amusment bei. Was soll das sein? Die Lobgesänge eines Parteifunktionärs der Piraten auf sich und seine Mitglieder?
    Es bestätigt .....
    das Fazit vom Fazit: Die Deutungshoheit liegt eindeutig bei pragmatischen und realistischen Leistungsträgern, was wiederum Ihren persönlichen Einsatz verlangt. Allerdings sollten Sie nicht allzu autoritäre Strukturen etablieren wollen, die Gesellschaft hat sich seit 1968 etwas verändert, die Web-Generation ist nur die letzte Etappe eines kontinuierlichen Prozesses.
  7. #2446

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    das Fazit vom Fazit: Die Deutungshoheit liegt eindeutig bei pragmatischen und realistischen Leistungsträgern, was wiederum Ihren persönlichen Einsatz verlangt. Allerdings sollten Sie nicht allzu autoritäre Strukturen etablieren wollen, die Gesellschaft hat sich seit 1968 etwas verändert, die Web-Generation ist nur die letzte Etappe eines kontinuierlichen Prozesses.
    Welchen kontinuierlichen Prozeß meinst Du und wohin geht der Weg Deiner Meinung nach? Ist es das Ziel Facebook und Twitter über die aktuelle Politik entscheiden zu lassen, weil Du ja so über die Web-Generation schwärmst?
    Lieber Ray, viele Fragen, die auf Beantwortung warten.
  8. #2447

    Nun

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Allerdings sollten Sie nicht allzu autoritäre Strukturen etablieren wollen, die Gesellschaft hat sich seit 1968 etwas verändert, die Web-Generation ist nur die letzte Etappe eines kontinuierlichen Prozesses.
    das wollen wir allerdings nicht hoffen. Wenn die 68er Generation für eins steht, dann ist es politisches Taktieren. Fein zu beobachten z.B., wie man sich selbst als verfolgte Unschuld und ganz ehrliche Häute darstellt, die die alten Machtstrukturen aufbrechen wollen, um zugleich durch "Netzwerke" sich gegenseitig mit allerlei Posten zu versorgen. Und zwar unbeschadet der Frage, ob der jewqeilige Genosse dafür geeignet ist. Der intellektuelle Stillstand in manch' Geisteswissenschaft ist beredter Zeuge dieser Praxis. Man muss also wirklich hoffen, dass die "Piraten" nicht in dieser Tradition stehen.
  9. #2448

    Die Hoffnung ist berechtigt

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    das wollen wir allerdings nicht hoffen. Wenn die 68er Generation für eins steht, dann ist es politisches Taktieren. Fein zu beobachten z.B., wie man sich selbst als verfolgte Unschuld und ganz ehrliche Häute darstellt, die die alten Machtstrukturen aufbrechen wollen, um zugleich durch "Netzwerke" sich gegenseitig mit allerlei Posten zu versorgen. Und zwar unbeschadet der Frage, ob der jewqeilige Genosse dafür geeignet ist. Der intellektuelle Stillstand in manch' Geisteswissenschaft ist beredter Zeuge dieser Praxis. Man muss also wirklich hoffen, dass die "Piraten" nicht in dieser Tradition stehen.
    Sehen Sie, das ist das Problem der "Piratenskeptiker":
    Bei der 68er Generation (was ist das eigentlich?) haben Sie die
    den sicheren Boden des konservativen Kulturpessimismus unter den Füssen und die (primär marxismuskritische) politische Wertung, die sich seit Ende des kalten Krieges kaum bewegt hat, als ebenso unverrückbare Leitlinie.
    Da kann man Grüne, die Linke, und natürlich auch alle missliebigen
    (stillstehenden?) Geisteswissenschafter in einen Topf werden: 1968, die kalendarisch-symbolische Zeitenwende, der Beginn des Abstiegs der gesamten abendländischen Politik- und Wissenschaftskultur.

    Nun kommen allerdings diese "Rotznasen" dazu und erschüttern Ihr bequemes Weltbild. Die Gefahr, die man nicht - oder noch nicht - richtig verorten kann, ist halt immer die grösste. Ist die Sorge berechtigt?

    Ich kann Sie beruhigen. Konzentrieren Sie sich auf die Bekämpfung der Ihnen wohlbekannten Gefahren (siehe oben) und lassen Sie die Piraten weiter chaotische Parteitage abhalten. Vielleicht löst sich das Problem mal selbst durch Implosion;-)

    P.S. Sind nicht primär die "neoliberalen" Seilschaften die Hauptgefahr
    für die Gesellschaft?
  10. #2449

    Nach diesem Beitrag:

    Zitat von jens45 Beitrag anzeigen
    Sie tragen zum köstlichen Amusment bei. Was soll das sein? Die Lobgesänge eines Parteifunktionärs der Piraten auf sich und seine Mitglieder?
    Es bestätigt lediglich .....
    ...brauche ich meiner zuvor geäußerten Behauptung nur noch eines hinzufügen:

    q.e.d. ;)