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Hat Barack Obama eine zweite Chance verdient?

Wenig ist von der positiven Aufbruchstimmung geblieben, die den Beginn von Barack Obamas erster Amtszeit als Präsident der USA kennzeichnete. Die Mühen des täglichen Geschäfts, ständige Querelen mit dem Widerstand der Republikaner für Reformprojekte, außenpolitische Krisen, immer noch kaum wachsende Wirtschaft - Obamas Elan scheint erlahmt, die Kritik wächst. Jetzt stehen wieder Präsidentschaftswahlen an: Hat Obama eine zweite Chance verdient?
  1. #40

    Widerspruch

    Hier mein Blogeintrag, indem ich der Spiegelstory widerspreche. Wollte nicht einfach nur einen Link reinsetzen, wuerde mich aber freuen, wenn einer mal bei mir vorbeischaut, danwalkers blog googlen. Kein kommerzieller Blog

    Schade. Der SPIEGEL ist neben der ZEIT und der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG wohl das Printmedium mit dem höchsten Renommee in Deutschland. Und trotzdem ist die Titelstory der aktuellen Ausgabe ein widersprüchlicher Text, der dem aktuellen Präsidenten der USA nicht gerecht wird.

    Es beginnt schon damit, dass der Titel „Schade – Obamas missglückte Präsidentschaft“ etwas anderes suggeriert als das, worum es am Ende im im Artikel im Heft eigentlich geht. Dieser Artikel heisst dann „Der grosse Graben“ und behandelt eben diesen: den gesellschaftlichen Graben in den USA. Um Obama geht es nur am Rande.

    Für den SPIEGEL ist Obama ein Dead Man Walking oder ein „zum Scheitern Verurteilter“, zumindest wirke er so. Wirkliche Misserfolge kann der SPIEGEL ihm aber nicht anrechnen. Im Gegenteil: Die Gesundheitsreform kommt. Die Truppen sind nicht mehr im Irak und bald verlassen sie Afghanistan. Offiziell foltert die Armee nicht mehr. Aus amerikanischer Sicht und ohne moralische Bewertung ist wichtig, dass Osama Bin Laden tot ist. Obamas 787 Milliarden schwere Konjunkturpaket hat die Wirtschaft langsam, aber es hat sie, belebt. Und in Detroit werden immer noch Autos gebaut, eben weil Obama der Automobilwirtschaft massiv unter die Arme gegriffen hat.

    De facto stehen im SPIEGEL-Artikel nur zwei Punkte, die Obama negativ ausgelegt werden. So ist Guantanamo immer noch offen. Dies ist moralisch ebenso verwerflich, wie die Drohnenangriffe in Pakistan. Es ist aber zu pauschal diese zu bewerten ohne die amerikanische Sichtweise einzubeziehen. Obama wollte Guantanamo schliessen. Doch es gab keinen Ort, an den die Gefangenen hingekonnt hätten. Das Ausland nahm nur ein paar Gefangene auf und in den USA weigerten sich alle standhaft die Sträflinge aufzunehmen. Wegen republikanischer Propaganda. Anstatt das aufzugreifen oder vielmehr noch auf das viel zu langsame Aufnehmen zivilrechtlicher Prozesse gegen die Häftlinge überhaupt nicht einzugehen, was man Obama wirklich ankreiden kann, ist ein Versäumnis. Genauso werden die Drohnenangriffe nicht ausreichend erörtert und mit dem Verweis auf Teenagerm die dabei auch getötet werden, auch noch unnötig emotionalisiert.

    Die Welt mag davon halten was sie will, Obama ist nur den amerikanischen Volk gegenüber Rechenschaft schuldig. Und das erwartet Schutz. Es ist die amerikanische Auffassung, dass dieser nur durch präventive Massnahmen gewährleistet kann. Ein Krieg ist dabei ausgeschlossen, den können sich die USA einfach nicht leisten. Deswegen sind Aktionen wie Drohnenangriffe aus amerikanischer Sicht ein probates Mittel. Die amerikanische Logik ist: Solange es keine weiteren Terroranschläge gibt, ist unsere Taktik richtig. Aus amerikanischer Sicht liegt Obama richtig. Als SPIEGEL oder nicht-Amerikaner muss man das nicht gut finden. Dennoch ist die relative Sicherheit vor islamistischem Terror aus amerikanischer Sicht ein Erfolg. Obama ist amerikanischer Präsident, nicht Weltpräsident. Es mutet seltsam an ihn als fast gescheitert zu beschreiben, dabei aber nur eine eurozentrische Sichtweise anzuwenden.
  2. #41

    Das zweite Argument, dass der SPIEGEL bringt ist Obamas Unfähigkeit Kompromisse zu erreichen, das Land zu einen. Selber schreibt der SPIEGEL aber, dass es sich bei den Republikanern um eine Gruppe von Menschen handelt, die angetrieben von der Tea Party dogmatisch ihre Ziele verfolgt. Gegenfrage an den SPIEGEL: Was soll Obama denn tun? Nutzt er die im Artikel erwähnten weitgehenden Befugnisse, die seinem Amt zustehen heisst es, er untergrabe die Demokratie noch mehr, als er das ohnehin schon mache. Also bleiben nur die Kompromisssuche. Zu einem Kompromiss gehören aber immer zwei.

    Suggestiv fragt der SPIEGEL ob Obama nicht die weichen Punkte seine Gegner hätte finden sollen? Er hat es doch probiert, kam ihnen entgegen, soweit, dass sich viele Demokraten von ihm abwenden. Argumentativ ist er im Vorteil. Wenn er aber das Argument A bringt, dann antwortet die Opposition mit „Ich scheiss auf dein Argument, ich will das du verschwindest“. Es ist fast schon kleinlich ihm angesichts dieses irrationalen Widerstandes, den der SPIEGEL selber erkennt, indirekt Schwäche vorzuwerfen.

    Barack Obama wird beschrieben als einer, der vom Kongress blockiert wird und von den Republikanern gehasst. Es gibt da allerdings einen kausalen Zusammenhang. Weil die Republikaner Obama mit jeder Faser ablehnen, blockieren sie den Kongress, in dem sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen. All dies erwähnt auch der SPIEGEL, klar ist es jedoch nicht.

    Soll Obama nun aufgeben? Liest man den SPIEGEL, dann scheint dies die naheliegende Idee hinter der Titelstory zu sein. Am Ende heisst es im Artikel: „Was hat Obama unternommen, im die gravierenden Probleme seines grossen Landes anzugehen? Nicht genug. Hätte er mehr leisten können, auch im Rest der Welt? Wahrscheinlich. Haben ihn die Republikaner verhungern lassen? Zweifellos. Wäre aber ihr Kandidat, Mitt Romney, der rätselhafte, steinreiche Mormone, der bessere Präsident? Ganz sicher nicht.“

    Die Antworten die der SPIEGEL selber auf seine Fragen gibt sind unzureichend. Die erste hat der Artikel anders beantwortet, spricht er doch über die Aussenpolitik, das Konjunkturpaket, Krankenversicherung, usw. Amerikas Probleme waren und sind gewaltig. Nach vier Jahren eine umfassende Lösung, bei dem Widerstand, der ihm entgegen kommt, von Obama zu erwarten, ist unfairer als von Arjen Robben einen verwandelten Elfmeter in einem entscheidenden Spiel zu erwarten.

    „Hätte er mehr tun können“ ist eine sinnfreie Frage. Wann wäre denn bitte genug gewesen? Wann wäre der Punkt erreicht, an dem es heissen würde: „jetzt hat er genug gemacht? Wenn die Erde und auch der Mond befriedet sind?

    Barack Obama zu bashen ist derzeit in Mode. Das ist sicher dem Image geschuldet, hatten doch viele grosse Hoffnungen auf einen Messias, als er 2008 gewählt wurde. Er ist aber keiner, er ist ein Mensch und er ist Präsident der USA zu einem Zeitpunkt, wie es ihn noch nie gegeben hat in der Geschichte und nie wieder geben wird. Er ist der Präsident, der den Amerikanern klarmachen muss, dass ihre Zeit als ultimative Weltmacht vorbei ist. Gemessen an dieser Aufgabe sind seine Erfolge beachtlich.

    Menschen mit Drohnen zu jagen ist falsch. Guantanamo Bay auch und die Kriege erst recht. Es ist aber eine schiefe Sichtweise, wenn man dies nur aus unserer Sichtweise in Europa heraus betrachtet. Denn diese interessiert in den USA kaum jemanden. Verstehen kann man dieses Land nur, wenn man seinen Fokus aus Europa abzieht und mehr nach Amerika lenkt.
  3. #42

    Zitat von Danny Marques Beitrag anzeigen
    Selber schreibt der SPIEGEL aber, dass es sich bei den Republikanern um eine Gruppe von Menschen handelt, die angetrieben von der Tea Party dogmatisch ihre Ziele verfolgt. Gegenfrage an den SPIEGEL: Was soll Obama denn tun? Nutzt er die im Artikel erwähnten weitgehenden Befugnisse, die seinem Amt zustehen heisst es, er untergrabe die Demokratie noch mehr, als er das ohnehin schon mache. Also bleiben nur die Kompromisssuche. Zu einem Kompromiss gehören aber immer zwei.
    Werter Forist,
    Sie haben sich mit Ihren zwei Beoträgen sehr viel Mühe gemacht.

    Es ist auch zu begrüßen, dass Sie den Spiegel-Artikel kritisch hinterfragen.

    Viele Antworten auf Ihren gestellten Fragen und Anmerkungen könnten Sie erhalten, wenn Sie sich Ihren obigen Absatz nochmals lesen und Folgendes bedenken:

    Die ´Tea Party`ist eine basis-demokratische Bewegung, die in sehr kurzer Zeit entstanden ist.
    Diese Bewegung, die keine Partei im deutschen Sinne ist, hat die Eigenheiten des amerikanischen Parteiensystems genutzt und sich unter dem Emblem der Republikanischen Partei Wahlen gestellt.

    Im Jahre 2010 haben Räpresentanten dieser Bewegung, bei den Parlamentswahlen, einen Erdrutschsieg errungen.

    Dieser Sieg wurde nur dadurch möglich, dass eine Mehrheit der Wähler sich gegen die Politik der Obama-Regierung ausgesprochen hat.

    Zu Ihrer Gegenfrage an den Spiegel:

    Wenn das Volk einem Regierenden deutlich sagt, dass seine Politik nicht für gut befunden wird, hat dieser die Möglichkeit, sich der Volkmeinung zu beugen, oder so weiterzumachen, wie bis zu diesem Zeitpunkt.

    Das amerikanische Wahlsystem gibt ihm noch 2 Jahre Zeit, um das Volk doch noch für die Richtigkeit seiner Politik zu überzeugen.
    Wie es scheint, hat Obama das nicht geschafft.
    Das Beruhigende ist, im November wird das Wahlvolk sein Urteil sprechen.

    Es gab auch Präsidenten, die, nach Wahlschlappen bei den Midtermwahlen, einen Politikwechsel eingeleitet haben und der Stimme des Volkes gefolgt sind.
    Solche Präsidenten haben sich meistens als erfolgreich erwiesen.
    Eine solche pragmatische Haltung ist aber einem ideologisch getriebenen Präsidenten fremd.
    Er geht ein hohes Risiko ein, er muss die Konsequenzen tragen.

    .
  4. #43

    Zitat von ray4912 Beitrag anzeigen
    Bei Ihnen allerdings nicht. Kehren Sie zurück oder erklären Sie dem Deus ex Machina mal, dass nicht alles an den USA des Teufels ist. Das ist allerings eine schwierigere Aufgabe als bloss über den Messias herzufallen;-)

    Wenn man nur noch über Obama sprechen muss und den farblosen Mitt aussen vor lassen kann, erscheint Ihnen allerdings die Ausgangslage vielversprechender. Im neuen Stran könnte man ja auch wieder mal über die "Papiere" zu schreiben beginnen. Das Niveau würde kaum sinken. Teabaggers gegen Antiimperialisten, das wärs doch!

    Kehren Sie in die reale Welt zurück!
    Versuchen Sie immer noch mit Vernunft gegen diese Komiker anzuargumentieren. Ich weiß nicht wer lächerlicher ist die guten alten Anti-Amerikaner mit den üblichen Reflexen oder die Konservativen Realitätsverweigerer, die immer noch glauben die GOP könnten Zukunftsfragen mit Antworten von vorgestern Lösen und gleichzeitig Steuern senken und das Defizit bekämpfen.
  5. #44

    Zitat von lakechamplainer Beitrag anzeigen
    Obama und die 435 Repräsentanten und die 33 Senatoren haben eine zweite Chance nicht verdient. Man muss einfach stimmen, so dass die derzeitigen Amstinhaber entfernt werden. Und dann muss man hoffen, dass die neue Amtsinhaber besser sein werden. Aber machen Sie nicht Ihre Pläne nach dieser Hoffnung.
    Das ist nicht nur eine unzulässige Genralisierung, es ist auch extrem naiv zu glauben Romney würde irgendetwas besser machen als Obama, ausser natürlich für die 1%, dafür gibt es keinen einzigen Anhaltspunkt, im Gegenteil.
  6. #45

    Zitat von nahal Beitrag anzeigen
    Ja, aber Sie könnten etwas zu den Fakten sagen.
    Finden Sie es zB gut, dass Obama, in der kurzen Zeit seiner Prsäsidentenschaft, mehr Spendensammlungsveranstalltungen gehalten hat, als seine 5 Vorgänger insgesammt?
    Haben Sie dafür eine Quelle? Außerdem ist das eine reine Notwendigkleit.
  7. #46

    Zitat von dent42 Beitrag anzeigen
    Versuchen Sie immer noch mit Vernunft gegen diese Komiker anzuargumentieren. Ich weiß nicht wer lächerlicher ist die guten alten Anti-Amerikaner mit den üblichen Reflexen oder die Konservativen Realitätsverweigerer, die immer noch glauben die GOP könnten Zukunftsfragen mit Antworten von vorgestern Lösen und gleichzeitig Steuern senken und das Defizit bekämpfen.
    genau! Und Obama steht voll zwischen den beiden lächerlichen aber nicht einflusslosen Blöcken. Ich hoffe für ihn!
  8. #47

    Verdient?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenig ist von der positiven Aufbruchstimmung geblieben, die den Beginn von Barack Obamas erster Amtszeit als Präsident der USA kennzeichnete. Die Mühen des täglichen Geschäfts, ständige Querelen mit dem Widerstand der Republikaner für Reformprojekte, außenpolitische Krisen, immer noch kaum wachsende Wirtschaft - Obamas Elan scheint erlahmt, die Kritik wächst. Jetzt stehen wieder Präsidentschaftswahlen an: Hat Obama eine zweite Chance verdient?
    Eher nicht! Aber wenn man sich die Alternative ansieht, sollte man sie sich händeringend wünschen! Sonst wird es wahrscheinlich schlimmer kommen, als unter Reagan und Bush Junior zusammen.
  9. #48

    Zitat von nomadas Beitrag anzeigen
    Als erster Farbiger es in den USA ins "Weisse Haus" zu schaffen ist schon fast ein Wunder an sich! Das "change-yes, we can" war, realistisch betrachtet, nicht umsetzbar. Was er alledings hätte hinkriegen müssen wäre die "Zwei-Staaten-Lösung" und Frieden in Nahost. Statt dessen muss er sich rühmen, mit dem spektakulären Osama Bin Laden Ende und dem Start in den cyber-war. In Afghanistan war nix zu machen, von wegen Sieg & Co. - Und daheim hat er nix aufzufahren, was historische Dimension hätte. Das Leben seiner farbigen sisters&brothers geht so weiter wie zuvor: nix job, nix Sozialversicherung, nix Gesundheitsfürsorge, nix Steuersenkung. Die 200.000 Edel-Familien regieren die USA genauso mit, wie ohne Obama. Es ist eher wie beim "dinner for one"...same percedure as last year? Yes, same percedure as every year, Barack!
    Naja wenn seine Gesundheitsreform bestand hat, kann man schon von einer historischen Dimension sprechen, wobei er seine Reform gar nicht durchbekommen hat, sondern nur das was er gegen den Widerstand von Republikanern und Lobbyisten durchsetzen konnte. Er hat ausserdem Millionen neuer Jobs geschaffen und eine Depression verhindert. Sicherlich hat er schwere Fehler gemacht, aber welcher Präsident macht die nicht.

    Manches an der Kritik am Präsidenten erscheint mir auch schizophren.
    Auf der einen Seite werden heftigste Budgetkürzungen gefordert um den Haushalt zu sanieren, auf der anderen Seite wirft man dem Präsidenten die resultierende Arbeitslosigkeit vor. Wobei es ja auch heißt, der Präsident, wie die Politik generell, könne keine Arbeitsplätze schaffen.
    Gleichzeitig hat die Finanzindustrie Kapital und Arbeitsplätze in enormem Umfang vernichtet und trotzdem gibt es heftigen Widerstand gegen strengere Regulierungen.
  10. #49

    Zitat von dent42 Beitrag anzeigen
    Haben Sie dafür eine Quelle? Außerdem ist das eine reine Notwendigkleit.
    Sicher habe ich Quellen dafür:

    "Doherty, who has compiled statistics about presidential travel and fundraising going back to President Jimmy Carter in 1977, found that Obama had held 104 fundraisers by March 6th this year, compared to 94 held by Presidents Carter, Ronald Reagan, George Bush Snr, Bill Clinton and George W. Bush combined."

    Obama has hosted more fundraisers than the last 5 presidents…combined « Hot Air








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