Forum: Politik
Hätten Europa und die USA mehr für die politische Stabilität Haitis tun müssen?
Die Erdbebenkatastrophe in Haiti hat die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit wieder auf den gebeutelten Karibikstaat und seine Probleme gelenkt. Haben die USA und Europa es über die Jahre versäumt, hier mehr für politische Stabilität und wirtschaftliche Perspektiven zu tun? Diskutieren Sie mit!
- #1790 02.03.2010 17:54 von
ich schon wieder wegen Haiti
Was die "grosse Politik" künftig in Haiti bewirkt - wer weiss das? Aber ich möchte mal erwähnen, daß man schon mal im Kleinen beitragen kann:
Ich wehre mich dagegen, was in etlichen Kommentaren(das ist jetzt nicht unbedingt nur auf's Forum hier bezogen),auch in privaten Gesprächen,so locker rauskommt, pauschal zu sagen, daß diese Menschen eh' zu nichts in der Lage sind. Seit einigen Jahren beobachten wir mit Freude hier (Dominikanische Republik), wie sich etliche haitianische Arbeiter entwickelt haben,die zum Teil auch für uns tätig waren und es noch sind,wenn was ansteht.Es wird nicht im Befehlston rumkommandiert, sondern besprochen, was ansteht - siehe da, was da an eigenen guten Ideen der Jungs rauskam. Selbstverständlich war und ist für uns eine faire Bezahlung und menschenwürdige Behandlung und Förderung, z.b.Englisch lernen(was auch heute leider nicht immer der Fall ist, gibt schon etliche der "weissen Rasse",die auch noch stolz drauf sind, wenn die "Schokoboys" allerbilligst Schwerarbeit verrichten).
Wir hoffen sehr, daß das gebeutelte Land Haiti nun vielleicht eine etwas bessere Chance für die Zukunft haben wird.
Freundliche Grüße über'n Teich,Chinola - #1791 15.03.2010 23:36 von
"open Air GefÄngnis H A I T I
In den Medien findet man so gut wie keine Berichterstattung mehr,daher hier ein aktueller Bericht eines Freundes,der ebenfalls hier in der anderen Häfte der Insel HISPANIOLA lebt. TEIL 1:
Zweites Open-Air-Gefängnis im Aufbau: Haiti
14. März 2010
Eineinhalb Jahre vor dem Beben in Haiti habe ich einen Artikel geschrieben "Haiti verreckt im Abseits der Weltpolitik". Damals hieß es, dass es Haitianer gibt, die Erdkekse essen, weil sie absolut nichts zu Essen haben. Nachdem die Situation bereits so schlimm war, kamen noch 3 Hurrikane im gleichen Jahr.Im Jahr 2009 gab es Gott sei Dank keine Hurrikane aber dafür jetzt, im Januar 2010, das katastrophale Erdbeben mit unglaublich vielen Betroffenen. Ich möchte mit diesen Aussagen zu Verstehen geben, dass das Hinterland von Port-au-Prince nicht in der Lage ist die Hauptstadt zu versorgen. Haiti war vor dem Beben bereits in einer Notlage ohnegleichen. Und jetzt ist alles um einen Zehnerpotenz schlimmer geworden.
René Preval, Haitis Präsident, wohnhaft in Miami, Florida, hat schon vor Wochen verboten Baby-Milchpulver nach Haiti zu schicken, damit die Mütter ihnen Muttermilch geben sollen. An die vielen Kinder ohne Mütter hat er nicht gedacht. So was kann man ja mal vergessen.
Seine nächste kluge Entscheidung war, vor kurzem, das Verbot Medizin ins Land zu bringen. Die Medizin-Versorgung sollte von der Regierung zentral geregelt werden. Von dieser Versorgung hat man aber nichts bemerkt.
Und jetzt das Allerbeste: René Preval ordnet an, dass die Hilfslieferungen eingestellt werden sollen. Nur so hätten die Haitianer eine Chance die eigene Wirtschaft wieder anzukurbeln. Und in der Tat haben unsere Leute von Petit Troll festgestellt, daß an der Grenze massenhaft Container mit Hilfsgütern stehen, die nicht ins Land eingelassen werden. Hilfslieferungen sind jetzt verboten!
Die Schule, die jetzt ein Überlebenscamp ist, wird seit zehn Jahren von einer Norwegischen Stiftung aufgebaut und unterstützt. Wie dies nun weitergeht ist fraglich? Ich warte hierzu auf weitere Informationen aus Haiti. - #1792 16.03.2010 15:37 von
Hätten Europa und die USA mehr für politische Stabilität Haitis tun sollen ?
Zwischen Immer-die-Wahrheit-sagen und verlogen zu sein ist ein großes Feld, das man intermenschliche Beziehungen nennt. Und ich weise Ihre Unterstellung zurück.
Ja, ich weiß, was PR bedeutet. Die "Relations" sagen nichts über den Wahrheitsgehalt der Behauptungen aus. Oder an was für "relations" hatten Sie gedacht? - #1793 16.03.2010 17:02 von
- #1794 16.03.2010 18:35 von Willie
- #1795 16.03.2010 18:55 von
der Großteil der Welt
meinen sie das jetzt traurig/sarkastisch oder ist das Ihr heiliger Ernst?
Ist's denn wahrhaftig wahr, daß der Großteil der Welt den Westen hasst - Zahlen,wer hasst denn alles so gewaltig, aussagefähige Berichte? Können sie die bitte präsentieren. Und ganz abgesehen davon, das Kernthema wird schon wieder mal schlicht und einfach mit Füßen getreten (na,ja, das sind die Haitianer nun schon gewöhnt).Heisst das in Ihren Augen, man solle sich damit gar nicht erst befassen, einfach mal eben so dahinsterben lassen,nach dem Motto "natürliche Auslese" ?
womöglich? Mir graut so sehr, ich muss erst mal Pause machen.
Chinola - #1796 16.03.2010 20:58 von
Leider irgendwie von allen drei, bisauf das mit dem heilig.
Nein, natürlich nicht. Im Gegenteil, ich bin dafür daß man Verantwortung
übernimmt, daß man hilft wo man kann und jede verfügbare Möglichkeit nutzt.
Ich führe nur eine längere Diskussion, und ja,
eigentlich hat es hiermit nichts zu tun, und daß ich hier überhaupt schreibe,
also von dem, verwirrt mich gerade, darüber
wie wichtig es ist, solche Hilfe zu leisten und es wird...
...einfach mit Füßen danach getreten.
Mein vorigen Beitrag sollte nicht beabsichtigen daß dieses Thema, bzw.,
die Haitianer egal wären.
Ich denke, das Leben stellt dies leider mit der Zeit fest. Da möchte ich
auch nicht wen bestimmtes aufzählen. - #1797 17.03.2010 14:39 von
Danke für Ihre freundlichen Zeilen und
bitte um Verständnis, wenn ich etwas provozierend gefragt hatte.Ich hatte, so zwischen Ihren Zeilen lesend, auch nicht wirklich angenommen, daß Ihnen das alles egal ist.
Wollte nur auch die Gelegenheit wahrnehmen, allgemein aufzurütteln.Wir sind hier in der anderen Hälfte der Insel Hispaniola so unmittelbar mit all dem konfrontiert, es tut einem in der Seele weh.Grad' vorhin kam die Info, daß nun für die Hilfsgüter Zoll zu zahlen ist. Es dauert teils 2 Tage, bis aller Papierkram durch ist und vielleicht doch mal ein Transport durchdarf, wenn er in der Lage ist, die Gebühren zu entrichten. Stehen über 100 Trucks an der Grenze rum.Unsere kleine private Gruppe macht jedoch weiter, wir lassen uns nicht entmutigen, s'gibt immer einen Weg.
Herzliche Grüße über'n Teich,Chinola - #1798 18.03.2010 21:12 von
Die Frage sollte lauten: Muss die Welt mehr fuer Haiti tun?
Wie kann es sein, dass der Praesident Haitis die Einfuhr von Trockenmilch fuer Baby's untersagt, damit die Frauen ihren Kindern Muttermilch geben... Dabei aber ganz vergisst, dass es tausende Waisenkinder gibt...??
Wie kann es sein, dass der Praesident Haiti's die Einfuhr von Medikamenten untersagt??
Wie kann es sein, dass hunderte Hilfslieferungen an der Grenze nach Haiti nicht rein gelassen werden wenn keine Einfuhrsteuer bezahlt wird??
Wie kann dieser Praesident Steuern fuer humanitaere Hilfslieferungen festsetzen??
Der Praesident argumentiert folgendermassen:
Wenn wir weiterhin internationale Hilfe akzeptieren wird
unser Land niemals wieder sich selbststaendig versorgen koennen!
Selbst vor der Erdbebenkatastrophe war das Land total am Boden. Das Hinterland hat nicht einmal die Mittel um damit die Hauptstadt zu speisen!!
Man sollte diesem Praesidenten, der sich in Miami die Sonne auf den Pelz brennen laesst, seiner Macht entheben und dieses Land als weiteren Staat den USA zu schreiben...
Alle wichtigen haitianischen Politiker haben Haiti verlassen und lassen die gesamte Bevoelkerung in ihrer
Misere verrecken!! - #1799 19.03.2010 14:19 von
Appel an die Weltpresse: Informiert die Welt ueber kontraproduktiven Praesidenten
Was ich damit meine, nicht nur die haitianische Regierung
laesst die gesamte Bevoelkerung im Schutt verrecken, jetzt
schliesst auch noch die nahezu gesamte Weltpolitik die Augen
vor diesen Problemen der Haitianer und nehmen dies einfach
alles so hin... So nach dem Motto: "aus den Augen, aus dem Sinn"!! Ein Appel an die Presse: Informiert die Weltbevoelkerung ueber diese absolut kontraproduktive Vorgehensweise der haitianischen Regierung!!
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