Griechenland-Krise - muss sich Europa ändern?

Nach der Krise ist vor der Krise: In ganz Europa hat die Debatte darüber begonnen, wie die Eurozone künftige Staatspleiten effektiver bekämpfen kann. Muss Europa sich ändern?
  1. #2740

    Motto: Werdet Griechischer als die Griechen

    In einer Welt, in der Moral und Seriosität noch etwas galten, DA hätten wir sparen müssen.

    Da es diese Welt (längst) nicht mehr gibt und eh alle Dämme gebrochen sind, wäre dies das Absurdeste was man jetzt machen kann

    NUN gilt es nur noch beim NEUSTART, der bald erfolgt, eine gute Ausgangsposition zu haben, das heißt Schulden-Raketen für Infrastruktur-Programme (Schulen, Unis, Straßen, ...) ohne Ende zu starten.

    - Wir haben dann wenigstens noch einen tollen Konjunkturschub mit Arbeit für alle und glücklichen Menschen
    - Wir müssen dann beim EU-Umverteilen auch nicht mehr so viel für PIGS-Schulen, Unis usw abgeben und uns anhören, dass wir mit unserer unerhörten Leistungsfähigkeit die anderen zurück drängen
    - und alle werden uns obendrein lieben, weil wir nicht mehr so „böse“ exportieren und uns nun so wie die EU-Länder-Mehrheit verhalten
    - das nennt man auch „win-win“-Spiele, aber die kennen unsere Politiker nicht (oder sie sind clever, spielen jedoch zielstrebig ein ganz anderes Spiel?)


    (Merken: nächstes Jahr wird der Finanzminister sagen, dass die Schuldenbremse AUSNAHMSWEISE ausgesetzt wird - alternativlos blah, blah...). Er macht das dann leider nicht als Strategie sondern wieder einmal als Getriebener
  2. #2741

    einfache geschichte

    einfache geschichte. Der Euro wird zur europäischen Weichwährung. Es genügte nicht, Griechenland mit einem 110-Milliarden-Euro-Paket unter die Arme zu greifen. Die EU-Regierungschefs legten die skurril anmutende Summe von 750 Milliarden Euro nach, um einen «Rettungsschirm» über den wankenden Euro-Ländern aufzuspannen. Die Grösse des Betrags macht das Ausmass der Verzweiflung deutlich. Wer so viel Geld in die Hand nimmt, um eine Währung zu stützen, zWeder noch. Der Euro war von Anfang an eine ökonomische Fehlleistung.
    Die Finanzmärkte legen jetzt nur etwas unsentimental offen, was an diesem Konstrukt schon im Kern falsch angelegt war: Es kann keine vernünftige gemeinsame Währungspolitik für so unterschiedliche Volkswirtschaften geben wie das Kleinstfürstentum Luxemburg, den Industriegiganten Deutschland und Larifari-Staaten wie Portugal oder Griechenland. Der Euro ist ein politisches Projekt – und dieses Projekt ist gescheitert. Was jetzt abläuft, sind lebenserhaltende Massnahmen für eine klinisch tote Währung.

    Gut möglich, dass sich diese Rettungsübungen gegen jene richten werden, die nun als barmherzige Samariter auftreten: Deutschland stemmt mit 22,4 Milliarden Euro den Löwenanteil der Kredite für Griechenland. Dabei ist der Staat selber mit über 1,7 Billionen Euro verschuldet.

    Gleichzeitig füttert Berlin die EU jährlich mit immensen Nettozahlungen: 2008 waren es 8,8 Milliarden Euro. Davon flossen, Ironie der Mutwilligkeit, 6,3 Milliarden nach Athen. Ein schöner Zustupf: Auf einen griechischen Vier-Personen-Haushalt gerechnet, sind das rund 2200 Euro Subventionen.
    es ist ja nur unser geld .. ;-).
  3. #2742

    Zitat von kaksi Beitrag anzeigen
    Die andere Möglichkeit - das wäre der Worst Case - ist ein Auseinanderbrechen der Währungsunion. Wahrscheinlich würde in diesem Fall nur ein kleiner Kern von Mitgliedern übrig bleiben, die sich um Deutschland und Frankreich sammeln.<
    Ich sehe das eher als die allerbeste Lösung.
    Das Frankensteinmonster EU wird so oder so schrumpfen müssen, wenn es bestehen soll,
  4. #2743

    Zitat von anathema Beitrag anzeigen
    Jetzt wird nicht mehr mit kleinen Geldscheinen, sondern mit virtuellem Scheingeld bis zum „rien ne va plus“ gezockt – neuerdings, bis ganze Staaten zur Strecke gebracht worden sind.
    Bleiebn wir mal bei diesem Gedanken. Dass mit virtuellem "Geld" gezockt wird, wäre eigentlich ungefährlich; aber es gibt keine Bremsen/Regeln, wenn virtuelle Gewinne in reales Geld wieder eingetauscht werden. Deswegen: Einführung von zweierlei "Geld":
    - reales Geld für die Realwirtschaft (incl. realer Kredit- und Guthabenrechnung, Spargeld- und Darlehenbalance, Aktienbetrieb, Abchreibungen, Angebot/Nchfrage, Staatshaushalte, Import/Export usw.)
    - virtuelles Geld (Verrechnungseinheiten, Buchungsgeld, fiktives Geld) für den reinen Geld-Spielbetrieb, für Wetten, Zocken, Pokern
    - Grundregeln: Umtausch von realem Geld in virtuelles und umgekehrt streng reglementieren, kontrollieren, überwachen und sanktionieren.
  5. #2744

    Hier dürfte der "Haase im Pfeffer" liegen - je mehr Bevölkerung und je höher der erreichte durchschnittliche Vermögens-und Konsumstatus, desto verschuldeter die Demokratie. Warum? Weil sich die Politik dort i.d.R. stets nach der Stimme und nicht nach der Vernunft orientiert.



    Zitat von Eutighofer Beitrag anzeigen
    Wer jetzt noch die unseelige These vertritt, mehr Schulden würden würden "das Wachstum" ankurbeln darf sich überlegen, wer denn jetzt noch Anleihen solcher unferfrorener Schuldenmachern erwerben will.
    Japan hat einen Gesamtschuldenstand von 200% des Bruttoinlandsproduktes und ein sehr geringes Wachstum.
    Andere Länder machen es besser. Australien hat eine Verschuldung von nur ca. 20% des BIP.
    Insgesamt hat Australien unter anderem deshalb die Wirtschaftskrise von allen OECD-Ländern am besten überstanden und war von der Finanzkrise bisher vor allem indirekt betroffen (schwere Krisen in den Hauptexportländern und Verfall der Rohstoffpreise). Durch seine lange Wachstumsphase mit hohen Haushaltsüberschüssen war Australien vergleichsweise besser für die Wirtschaftskrise gerüstet.

    http://www.auswaertiges-amt.de/diplo...irtschaft.html
  6. #2745

    Zitat von Ernst Robert Beitrag anzeigen
    Man sollte etwas konkreter werden:
    Den M. Trichet z.B. habe ich mal für einen fähigen Kopf gehalten, der tatsächlich in der Lage wäre, europäische und nicht nationale, also französische Geldpolitik zu machen (eigentlich soll die EZB ja keine Geldpolitik machen, aber das vergessen wir mal ganz schnell...).
    Aber jetzt, wo es hart auf hart kommt, scheint er doch vorangig französische Interessen zu vertreten (und es wird klar, warum die Franzosen damals so scharf auf die Spitzenposten waren, die wir ihnen großzügig zugebilligt haben). Besonders hinterhältig finde ich aber seine Öffentlichkeitsarbeit (ist wohl auch bei EZBankern die wichtigste Tätigkeit geworden). Z.B., wenn er scheinbar besorgt fordert, dass Deutschland jetzt die Rolle des Euro-Polizisten übernehmen müsse.
    Darauf sollte man nicht hereinfallen. Denn erstens machen sich die Deutschen damit noch unbeliebter (eigentlich sind wir doch in den Augen der Südländer alle verkappte Nazis) und zweitens befreit er damit z.B. Frankreich von der unbeliebten Aufgabe, selbst für Währungsstabilität zu sorgen. Wenn wir uns diesen Schuh anziehen, sind wir am Ende allein für den Euro-Krach verantwortlich, und die anderen machen sich rechtzeitig mit der Beute davon.
    So dumm muss man sein.
    M. Trichet aber macht seinem Namen (tricksen) und seinem Land alle Ehre.
    ... hat aber nicht seinerzeit die deutsche Politik die Euro-Währung so vehement vorangetrieben - schnell, schneller, am schnellsten ! trotz massiver Wiederstände !
  7. #2746

    ;-)

    Zitat von E.Cartman Beitrag anzeigen
    Sicher. Wissen Sie noch, damals, als der Euro 0,80 $ wert war? Totaler Zusammenbruch, Hungersnöte, Aufstände und autofreie Sonntage (schwer durchzusetzen wegen der Aufstände) waren die Folge. Ich habe das irgendwie verpasst, weil ich mal wieder nicht zu Hause war, aber ich glaube so war das.
    Die Hungersnöte waren vorher :-)
    Energiesicherungsgesetz vom 9. November 1973 insgesamt vier autofreie Sonntage (25. November, 2., 9. und 16. Dezember 1973)
    Am 1. Januar 1999 wurde der Euro als Buchgeld, drei Jahre später am 1. Januar 2002 erstmals als Bargeld eingeführt.

    Liebe Grüße.
  8. #2747

    Wirtschaft hocheffizient

    Zitat von worm80 Beitrag anzeigen
    Wenn zum Porschfahrer der Gerichtsvollzieher kommt, hat der auf jeden Fall verloren, und wenn der Porschebauer an unbezahlten Forderungen pleite geht, hat der auch verloren.
    Deshalb muss der moderne Gerichtsvollzieher dem Porschfahrer genug Geld geben, damit der seinen Lebensstil fortsetzen kann und dabei auch noch genug Geld übrigbleibt, damit er die Raten für den Porsche zahlen kann und der Porschebauer nicht pleite geht. So funktioniert die hocheffiziente Wirtschaft, wie sie die Politik zu verstehen glaubt.
  9. #2748

    Ja die Franzosen

    Zitat von Schleswig Beitrag anzeigen
    EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat einzig und allein die FR Banken mit mit europäischen Geldern gestützt. Monsieur – Jean-Claude Trichet ist durch und durch französischer Machtpolitiker, der sein Amt missbraucht.
    Ach da sehen Sie doch etwas falsch. Wir sind doch alle Europäer, oder nicht? (Vorsicht Ironie)

    Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy,
    EZB-Chef Jean Claude Trichet und
    IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn haben das Euro-Rettungspaket gemeinsam ausgekungelt.

    Lauter Franzosen als Entscheider! Logo, die hatten sicher voll auch die deutschen Interessen im Blick, noch dazu, wo Strauss-Kahn auch noch FRANZÖSISCHER Präsident werden will (Hihihi)

    Der eitle Sarko prahlte dann auch, dass 95% (!) des Rettungspakets nach seinem Plan entstand. Was blieb da nur für Fr Merkel? Rechenschieber raus
  10. #2749

    Halleluja!

    Endlich fängt Angie an etwas sinnvolles zumachen. Halleluja!