Forum: Politik
Gesundheitspolitik - ist die Reform gelungen?
Die Große Koalition hat sich in Sachen Gesundheitsreform geeinigt. Wird der Kompromiss die gewünschten Spareffekte bringen? Sind die wichtigsten Probleme der Versorgung gelöst?
- #450 04.12.2006 07:55 von framo
Geballte grüne Kompetenz
Beide hochbezahlte Politiker/innen eint ein wichtiges Detail im Lebenslauf. Die Erfahrung des Scheiterns an der Universität. Im Gesensatz zu den (uns) ehrgeizigen Aouthekern haben sie ihr geisteswissenschaftliches Studium (Sinologie/Theologie) nicht geschafft. Wären sie nicht Berufspolitiker geworden, hätten sie keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere im privatversicherten öffentlichen Dienst.Zitat von mitbürger
Also alles bloß Ablenkung von eigenen Defiziten. - #451 04.12.2006 08:34 vonNein. Wenn heute morgen in WDR2 von einer NRW - Gesundheitspolitikerin schon wieder von Nachbessern gesprochen wird, obwohl das entsprechende Gesetz noch gar nicht in den Bundestag gebracht wurde, können die wichtigsten Probleme gar nicht gelöst sein, weil selbst die beteiligten "Handwerker" nicht dran glauben.Zitat von sysop
Die teils zukunftsweisenden Vorschläge einiger werden solange durch die rot - schwarzen Kompromiss- und Konsenswölfe gedreht, bis Unkenntliches hinten raus kommt, welches nur noch nach geeigneter Verpackung sucht. - #452 04.12.2006 08:34 von
es ist immer wieder lustig wie der deutsche bürger auf unsere "Politik" reinfällt. Man erzählt kurz vor der Wahl etwas von weniger Steuern und Abgaben - der Deutsche glaubts und wählt... selber schuld... wir sollten lernen dass unsere Politik längst käuflich, verlogen und moralisch praktisch nicht existent ist.
Warum kann ein Arzt der seine Arbeit macht, für die er lange studiert hat und viel Geld dafür und für Geräte etc ausgegeben hat nicht auch das verdienen was ihm zusteht? Warum darf auch der Apotheker nicht das verdienen was er verdient hat? Warum brauchen wir billig lohn Krankenschwestern, Pfleger, ArzthelferInnen? Warum haben wir mitten in unserem marktwirtschaftlichen system ein zutieft kommunistisches und noch dazu veraltertes system welches auf keines der heutigen Probleme eingeht?
Warum haben wir "Politiker" die von Expertentum zu Expertentum wechseln? Die (in der Regel) nie auch nur annähernd mal in der Sparte gearbeitet haben für die sie gerade Experte wurden?
Warum haben wir eine abgewählte Gesundheitsministerin?
Wir lassen uns zuviel gefallen...
und nun zu den ganzen "die götter in weiß sind überbezahlt" leuten: Kommt mal in ein Krankenhaus etwas ausserhalb und arbeitet mal nur eine woche mit...
und zu den ganzen "qualitäts" jammerern:
Wie wollt ihr bitte die qualität eines Arztes überprüfen?
Wieviele Tote ein Arzt behandelt hat? - Dann wirds bald keine Pathologen /Gerichtsmediziner mehr geben...
Wer am wenigsten ausgibt?
dann wirds bald keine gesunden menschen und auch keine ärzte mehr geben...
Umfragen unter den Patienten?
Sicher ein Kfz mechaniker kann super beurteilen warum ein chirug anstatt eines bypasses einen stant gesetzt hat... warum überlassen wir da nicht gleich die gesamte behandlung dem laien?
Wieviel leute ein arzt geheilt hat?
da können wir intensiv stationen, radiologen etc gleich abschaffen...
Eines ist klar mit diesem System wird es teurer werden... und wahrscheinlich auch mit anderen systemen aber mit dem system welches wir jetzt haben/einführen wollen kürzen wir immer mehr die grundversorgung... man hat das gefühl die Politik würde am liebsten alle rentner sofort sterben lassen und am besten die gesamten arbeitslosen auch gleich...klingt hart aber wenn wir so weitermachen wird es darauf hinauslaufen...
Viel spass mit dieser Zukunft in Deutschland... - #453 04.12.2006 08:48 von
Eine Reform, die den falschen Ansatz hat!
Würden die armseligen Gestalten aus der Politik mal genau hinsehen, hätten sie merken müssen, daß sie am falschen Rädchen drehen!Zitat von sysop
Privatisierung um jeden Preis? Mehr als 300 Krankenkassen sind der Beweis! Jede Kasse pflegt ihren eigen Wasserkopf der Verwaltung! Jede Kasse möchte sich Paläste aufstellen (schließlich ist man ja wer!) Am Ende ist der Patient der Verlierer!
Pharmakonzerne, deren Produkte, oder zumindest Konkurrenzprodukte, im Ausland erheblich billiger angeboten werden (oft nicht einmal ein Drittel des Preises) belegen einmal mehr, daß auch hier riesige Sparpotentiale vorhanden sind!
Es wird allmählich Zeit, daß die Dilletanten (Politiker) per Abwahl aus dem Amt gejagt werden! Eine Reform, die den falschen Ansatz hat und daher den Namen nicht verdient, ist Beweis genug, daß es sich nicht um eine Reform handeln kann, sondern nur und ausschließlich um eine Schlechterstellung des Patienten! Umverteilung vom eigentlichen Sinn der Krankenversicherung, hin zum Ausbau der Abzocke! - #454 04.12.2006 09:41 von
Teilweise gelungen
Hi,
so schlechte die Reform für den Patinenen ist...
Immerhin gibt es einen gutes Signal... Die Nutzernießer der Geldverschwendung im Gesundheitswesen (Krankenkassen, etc.) jammern und protestieren da - ein bisschen - an deren Pfründe geht.
Also muß was gutes dran sein, leider bei weitem noch nicht genug...
N.B.
PS: Zu Glauben das die Krankenkassen, etc. irgendwas im Interesse des Patienten fordern ist ein Irrglaube. Es geht nur um die eigenen Pfründe. - #455 04.12.2006 09:51 von
Genau das Gegenteil ist hier der Fall
Dem ist leider überhaupt nicht so. Hier wure rein politisch gehandelt. Das verdeckte Ziel dieser Gesundheitsreform kann keinen beteiligten Lobbyisten wirklich interessieren.Zitat von Teoem
Es geht los mit den Krankenkassen:
Im Reformvorschlag ist vorgesehen, die Insolvenzfähigkeit von Krankenkassen einzuführen. Was passiert dann? Ganz einfach - die meisten Kassen sind derzeit, berechnete man sie nach dem Handelsgesetztbuch, nahe der Insolvenz. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, müssen(!) diese Kassen umgehend Insolvenz anmelden, sonst machen sie sich der Insolvenzverschleppung schuldig.
Was passiert mit den Kassen, die gut wirtschaften? Die sollen gezwungen werden, ihre Angebote nach einem Vorgabenkatalog zu kürzen und Beiträge an ärmere Kassen abzugeben. Wer soll da slo ein Interesse haben?
Erklärtes Ziel von Frau Gesunheitsministerin ist jedoch, die Anzahl der Kassen zu reduzieren, damit möglichst schnell eine Einheitskasse kommt.
Pharmaindustrie:
Die Preise für Medikamente sollen zunächst weitgehend dadruch gekürzt werden, indem man Höchstgrenzen einführt. In einem weiteren Schritt sollen dann Maßgabenkataloge eingeführt werden, in denen der Staat bestimmt, welches Medikament wo zum Einsatz kommen soll. Der Arzt wird faktisch entmündigt. Wer von der Pharmalobby soll hierbei Einfluß gehabt haben?
Private Krankenkassen:
Versicherten, die über die Beitragsbemessungsgrenze hinaus kommen, und dadurch nicht mehr in der GKV bleiben können, sollen niccht so einfach in die PKV wechseln dürfen. Sie müssen zunächst einmal drei Jahre als Melkkuh der GKV in dieser bleiben, bevor sie wechseln dürfen. Da sie dann anschließend ein höheres Einsteigsalter haben und damit bei der PKV mehr Beitrag leisten müssen, hofft man, daß sich das Versicherte dreimal überlegen, ob sie diesen Wechsel vollziehen wollen. Politisches Ziel hier: PKV abschaffen, aber nicht durch Verbote, sondern durch Maßgaben die die PKV unattraktiv machen.
Ärzte:
Die Abschaffung der Fachärzte ist beschlossene Sache. Krankenhäuser werden zu Medizinischen Versorgungszentren umgwandelt, das was man in der DDR unter dem Namen Poliklinik kannte und was in den Niederlanden seit geraumer Zeit existiert und dort zu Unmut führt. Es entstehen in den Niderlanden Wartezeiten für einfachste Operationen von bis zu acht Monaten, weil die Zentren dem Andrang nicht Herr werden. Die Niederländer diskutieren daher derweil über eine Neuorientierung in diesem Bereich.
Der Ärztenachwuchs ist derzeit gefährdet. Nur max. 20% eines Studienjahrgangs gehen überhaupt noch in den Arztberuf. 12.000 Ärzte jährlich wechseln ins Ausland. Es gibt mittlerweile Abwerbestationen der Norweger, Franzosen und Schweizer in deutschen medizinischen Fakultäten, die den Studierenden schmackhaft machen, ihre Abschlußexamen in diesen Ländern zu machen und anschließend dort zu wesentlich besseren Bedingungen zu arbeiten. Dort versteht man die Medizin als boomenden Markt, was sich an steigenden Patientenzahlen ablesen läßt, die dort freiwillig hinkommen und privat die Rechnung begleichen - und es sind im Schnitt nicht die hier in der PKV versicherten, sondern alle Einkommensschichten.
Sie sehen, es gibt eine rein politische Bestrebung hinter der Gesundheitsreform. In Deutschland hat man das nur leider noch nicht kapiert. Die Journalisten bringen es nicht fertig, darüber zu berichten und die Menschen reagieren mit den immer gleichen Reflexen, die man leicht abwehren kann. - #456 04.12.2006 09:51 von baiatulDas muss aber sehr verständlich und begreifbar an den (potentiellen) Patentien kommuniziert werden. Streiks und Boykotts führen dazu, dass die Leute sagen: "Die verdienen einen Haufen Geld, haben die Verantwortung über Menschenleben, und sind vor lauter Geldgier zu faul zum Arbeiten. Die lassen uns aus Gier krepieren "Zitat von Zeze21
Und mal ehrlich: Kennen Sie irgendeinen armen Apotheker, der nicht genug verdient? - #457 04.12.2006 10:06 vonProblem 1:Zitat von baiatul
Krankenkassen werden Insolventfähig. D.h. im Klartext: wenn das Gesetz kommt, müssen(!) die Kassen Insolvenz anmelden, bevor sie sich der Konkursverschleppung schuldig machen. Damit möchte man die Anzahl der Kassen reduzieren. Da die AOKs durchweg am höchsten verschuldet sind, würde ich nicht ausschließen, daß Sie demnächst bei einer anderen Kasse versichert wären.
Besser gestellt Kassen werden gewzungen ihre bessere Haushaltung mit den ärmeren Kassen, die sich nicht so bemühen, zu teilen. Wirtschaftlich zu arbeiten wird unattraktiv, daher wird es vermutlich weitere Schließungen geben, bis wir bei Frau Schmidts Lieblingsthema sind, der Einheitskasse.
Problem 2:
Der Gesundheitsfond ist das finzielle Auslgeichsmittel für die Krankenkassen. Dieser ist zum Erfolg verdammt. Damit das sichergestellt ist, führt man Stellschrauben an. Die von unabhängigen Experten und Neutralen besetzten Ärztlichen Bundesausschüsse befinden über den Leistungskatalog, den die Ärzte anbieten müssen, etc. Dieser wir jetzt nicht mehr aus Unabhängigen bestehen, sondern aus weisungsgebundenen Herrschaften aus dem Ministerium. D.h. Wenns mit dem Gesundheitsfond nicht klappt, dann schraubt man halt am Leistungskatalog oder anderswo und läßt die Patienten bestimmte Leistungen aus der eigenen Tasche zahlen. Man kann dann immer sagen, der Gesundheitsfond sei ein Erfolg. Der Patient zahlt aber drauf.
Problem 3:
Der Facharzt wird abgeschafft. D.h. Sie müssten in naher Zukunft in eine Medizinische Zentralversorgung gehen und dort um einen Termin bitten. In den NIederlanden ist das bereits üblich. Es ist dort auch nicht gewährleistet, daß sie sofort einen Termin bekommen, auch wenn es dringend sein sollte. Die Wartezeit für OPs beträgt im Schnitt sechs Monate. Vor allem die Versorung im ländlichen Raum steht hier in Frage.
Der Weg ist klar umrissen: die Gesundheitsreform ist der Weg in die rein staalich geregelte Gesundheitversorgung. Und das Schlimme ist auch noch, daß die in Berlin meinen, damit Deutschland zu retten - jawoll, wortwörtlich habe ich das einem SPD Mann entnommen. Die sehen das als einzige Alternative im Gesundheitswesen. Nur kein Mensch berichtet darüber. In den Redaktionsräumen herrscht hier tiefes Schweigen. Ich glaube in diesem Bereich ist durchaus eine Reform auch angebracht - schließlich ist man dort doch so stolz auf seine Ausbildung, Stellung und Fähigkeit. Ini der Information zum Gesundheitwesen versagen sie derzeit alle. Ich unterstelle daher auch, daß sie den Weg in die sozilisitsche Gesundheitspolitik klammheimlich billigen. - #458 04.12.2006 10:08 vonDann unterstützen Sie bitte die Forderung der ApothekerInnen die Mehrwertsteuer auf Medikamente von 16 % nicht auf 19 % zu erhöhen, sondern auf 7 % zu senken. So wie in fast allen europäischen Ländern, z.B. Holland wo nur ein Mehrwertsteuersatz von 6 % auf verschreibungspflichtige Medikamente erhoben wird. In manchen Ländern sogar 0 % (Österreich). Wir können doch nur mit den anderen EU-Ländern mithalten, wenn einigermaßen gleiche Bedingungen herrschen. Übrigens sind die Medikamentenkosten in den USA teilweise extrem viel teurer als in Deutschland. Da legen Sie für einen Cholesterinsenker schon mal 500 $ hin, was bei uns für 50 € oder weniger zu haben ist.Zitat von Schreiber5.1
- #459 04.12.2006 10:18 von kellitom
Scheinheilige Ärzte
Die Ärzte wollen nur eines: Mehr Geld.
Wer unzufrieden ist, kann doch jederzeit seine Zulassung für die gesetzlichen Krankenkassen zurückgeben und nur noch privat behandeln.
Das wird aber nicht passieren, weil ca. 90% der Praxiskosten eben durch die gesetzlichen Krankenkassen gedeckt sind.
Wenn nur nur privat behandelt würde, gäbe es wirklich sehr viele Praxispleiten.
Das wissen die Ärzte auch ganz genau und deshalb passiert es nicht.
In Bayern habe es ein paar Zahnärzte mal verscuht und sind kläglich gescheitert.
Ein Sturm im Wasserglas, mehr sind diese Demos nicht.
Wer von den Ärzten in´s Ausland abwandern will, soll gehen.
Reisende soll man nicht halten.
Vorher sollte noch eine Kleinigkeit gesetzlich geregelt werden: Wer auswandert, soll die Kosten seines Medizinstudiums an die Gesellschaft zurückzahlen.
Schließlich haben wir Steuerzahler dieses nicht gerade billige Midizinstudium finanziert.
Aber mal was anderes, liebe Ärzte: Wie wär es denn, wenn ihr mal dafür demonstrieren würdet, eure mafiösen kassenärztlichen Vereinigungen abzuschaffen.
Gut für unser Gesundheitssystem wäre es auch, wenn ihr preiswerte und gleichwertige Medikamente verschreiben würdet, statt euch permanent von Pharmavertretern bestechen zu lassen.
Die Pharmaindustrie spurt schon, wenn keine teuren Medikamente mehr verschreiben werden. Stichwort: Positivliste.
Da purzeln dann die Preise, das ist doch im Ansatz auch jetzt schon zu beobachten.
Etwas weniger Abrechnungsbetrug würde zudem das Gesundheitssystem entlasten.
Jeder drittklassige Handwerker musss eine Rechnung stellen, Ärzte nicht. Dadurch und durch das schizophrene und anonyme Punktabrechnungssystem, ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet.
Als weg mit den KV´s, transparente Rechnungen und direkte Abrechnung mit den Kassen.
Wenn ihr das alles umsetzt, steht die Bevölkerung hinter euch. Wenn nicht, seid ihr ziemlich isoliert.
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