...den tonangebenden Teilen der Gesellschaft ist die Menschlichkeit abhandengekommen.
Deutlich wird das meiner Ansicht an dem zur Zeit laufenden Ausbau der Krippenbetreuung für Kinder zwischen 3 und 36 Monaten.
Um dem Fachkräftemangel in der Deutschen Wirtschaft zu begegnen sollen die Mütter möglichst bereits wieder nach dem 12. Lebensmonat ihres Kindes zur Arbeit gehen. Um dies zu erleichtern, werden über einen Zeitraum von 6 Jahren ca. 4 Mrd. Euro zur Schaffung neuer Krippenplätze aufgewendet und - grundsätzlich begrüßenswert - den Eltern ein Rechtsanspruch auf einen solchen Platz für Kinder ab dem 1. Lebensjahr eingeräumt.
Abgesehen von den Problemen der praktischen Umsetzbarkeit stellt dies einen fundamentalen Wandel in der Sicht-Weise dar, wie Kleinstkinder erzogen werden sollen:
Die Nachfrage nach Krippenbetreuung stieg nach Verkündung des Rechtsanspruchs und zeitlicher Verkürzung der Leistungen für Erziehungszeiten in Westdeutschland von etwa 10% auf 66% der Kinder.
So weit so gut.
Was in der Diskussion - z.B. über das Betreuungsgeld - völlig untergeht, sind die Auswirkungen der frühen täglichen Trennung der Kinder von den Eltern - auf die Kinder. Diese nicht mit einzubeziehen, stellt meiner Meinung nach eine Vernachlässigung des Kindeswohls dar.
Unter dem Licht neuerer Erkenntnisse der Humanwissenschaften, von Erfahrungswissen aus der psychologischen Praxis und der Zustände im Ausland kann man mit Fug und Recht von einer unmenschlichen Politik sprechen.
Die Überforderung der Kinder führt nicht nur zu Angstzuständen während der Zeit in der Krippe, wie sich am erhöhten Cortilsol-Spiegel eines Großteils der Kinder ablesen läßt, sie führt auch zu langfristigen Schäden bei der Stressverarbeitung mit lebenslangen und weitreichenden Folgen.
FAZ: Eine Analyse der Risiken und Nebenwirkungen der deutschen Krippenoffensive aus kinderheilkundlicher Sicht
Memorandum der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung zum Krippenausbau in Deutschland
Was tun?
Wer das Kindeswohl auch in wirtschaftlich harten Zeiten nicht vernachlässigen will, kann die Bundesregierung hier auffordern, sich zu den gesundheitlichen Aspekten der Krippenbetreuung zu äußern.
Direktzu.de: Direkt zur Kanzlerin: Krippenbetreuung macht krank!
Ein Staat, der ohne Rücksicht auf die Kleinsten und Schwächsten handelt, hat entweder seine humanistischen Wurzeln vergessen oder er sieht sich als derart bedroht an, dass er kurzfristigen Gewinn vor langfristige Ziele stellt, wie sie etwa durch das Grundgesetz verkörpert werden:
Art 6 (2) GG: Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
Was kommt als Nächstes?



