Fehlt der Politik die Menschlichkeit?

Die Art und Weise der Demission von Umweltminister Norbert Röttgen hat viele Beobachter erstaunt. Für viele ist der Fall symptomatisch für den Berliner Politikbetrieb. Wie ist Ihre Meinung dazu - braucht die Politik mehr Menschlichkeit?
  1. #10

    Nicht mehr Menschlichkeit - mehr Sachlichkeit!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Art und Weise der Demission von Umweltminister Norbert Röttgen hat viele Beobachter erstaunt. Für viele ist der Fall symptomatisch für den Berliner Politikbetrieb. Wie ist Ihre Meinung dazu - braucht die Politik mehr Menschlichkeit?
    Politik ist nicht menschlich genug? Seid wan kommt es denn bitte darauf an. Ich habe verfolgt, wie Hannelore Kraft mit ihrer "NRW im Herzen" Kampagne dem, im Gegensatz zu ihr doch sehr kalt wirkenden Norbert Röttgen, die politische Zukunft versaute. Es war amüsant wie Kraft einzig und allein mit dem Landesmutter-Image und hohen Sympathiewerten die Wahl für sich entschied. Aber: Wer kann sich bitte auch nur an eine inhaltliche wirklich relevante Aussage von ihr erinnern?
    ich wünsche mir, dass Deutschland von Politikern regiert wird, die hohen Sachverstand haben und ihre Entscheidungen klug und ohne Parteitaktik abwägen. Nicht von Leuten, die nur durch Polemik oder wegen ihres Images gewählt werden. Dazu gehört auch der Mut zu unpopulären Entscheidungen. Letztere zu fällen wird für die Politik immer schwerer. Vor drei Wochen hieß es über die Kanzlerin noch: Die beliebte, international angesehene Mutti löst die Euro-Krise. Knapp drei Wochen später liest man in de Zeitungen: Unsere rhetorisch unbegabte, wenig charismatische Kanzlerin hat sich rasant verschätzt und wird ihre Haltung in punto Euro-Krise nicht halten können.
    Dieses heftige Auf- und Ab der Medien führt dazu, dass alle Entscheidungen (z.B. in Bayern von Seehofer) permanent auf Popularität hin geprüft werden. Dieses opportunistische Gehabe kann nicht gut sein. Wer gewählt ist, ist demokratisch legitimiert und hat auch das Recht auch unbeliebte Sachen zu sagen, ohne gleich als unmenschlich dargestellt zu werden.
    Fazit: Die politische Landschaft in Deutschland braucht weniger Selbstdarsteller und Frasendrescher. Die sind nicht hilfreich.
    Der Politik angelt es nicht an Menschlichkeit, sondern an Sachlichkeit.
  2. #11

    Zitat von skeptiker221 Beitrag anzeigen
    Politik ist nicht menschlich genug? Seid wan kommt es denn bitte darauf an. Ich habe verfolgt, wie Hannelore Kraft mit ihrer "NRW im Herzen" Kampagne dem, im Gegensatz zu ihr doch sehr kalt wirkenden Norbert Röttgen, die politische Zukunft versaute. Es war amüsant wie Kraft einzig und allein mit dem Landesmutter-Image und hohen Sympathiewerten die Wahl für sich entschied. Aber: Wer kann sich bitte auch nur an eine inhaltliche wirklich relevante Aussage von ihr erinnern?
    .
    Dazu eine Mutmaßung: ich kann mich nicht erinnern, dass Wahlforscher die Stimmen weiblicher Wähler für Kraft gezählt haben. Vielleicht hätte man da den Grund für ihre Stimmengewinne gefunden.
  3. #12

    Zitat von skeptiker221 Beitrag anzeigen
    Politik ist nicht menschlich genug? Seid wan kommt es denn bitte darauf an. Ich habe verfolgt, wie Hannelore Kraft mit ihrer "NRW im Herzen" Kampagne dem, im Gegensatz zu ihr doch sehr kalt wirkenden Norbert Röttgen, die politische Zukunft versaute.
    Ach dann war es Fr. Kraft die den BP gebeten hatte ihm dem Röttgen vom Amt des Umweltministers zu entbinden?

    Aber mal ganz ehrlich , wer sich im Wahlkampf solche Verprecher leistet hat selber Schuld und kein anderer.

    Norbert Röttgen - Bedauerlicherweise entscheiden die Wähler - YouTube
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  4. #13

    jaja

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Welche Menschlichkeit? Politik hat die Aufgabe einen Staat zu ordnen und für alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten und bei Pflichtverletzungen - die gleichen Strafen - zu bestimmen. Das ist doch seit Brandt völlig aus dem Ruder gelaufen. Wir sind doch ein völlig unsortierter Haufen - ohne Vergangenheit ,ohne Stolz - im Gegensatz zu allen anderen Ländern der Erde. Das hat die Politik Brandts ff. bewirkt.
    Und wenn ich auch Herrn Schmidt sehr schätze, so war er es, der als Erster - wegen der unverantwortlichen Schulden Whisky-Willis - die Renten prozentual mit Abgaben zur KV belegte.

    Übrigens , in den Verwaltungen wurde durch die ÖTV ab der 70ziger Jahre die Internationale gesungen (ich dachte, ich bin als Flüchtling von und vor den Sozis im falschen Film) junge Menschen wurden politisch verführt und vor den Schulen standen nicht nur die Rauschgifthändler.

    Sozialisten haben keine Vergangenheit und wer keine Vergangenheit hat - hat auch keine Zukunft. Diese unerhörte pauschale Verurteilung und Hetze von der Generation, die nach der verheerenden Weimarer Republik Hitler wählte, währt doch bis heute an und hatte zur Folge, dass sich Linksextremisten - wei die Bader-Meinhof Bande bilden konnten.
    Auch heute noch wird in den Schulen etc. im Geschichtsunterricht falsches Zeugnis über die Zeit abgelegt.

    Ich denke , seit Brandt ging es bergab, seit 20 Jahren haben wir nur noch egoistische Dummköpfe in der Politik, denen der eigene Verdienst als Lobbyist wichtiger - es gibt nur wenige gute Politiker in jeder Partei und Schröder ist ein absoluter Vertreter der Raubsozialisten, natürlich als "lupenreiner Demokrat". Wie unanständig!
    Das wird für die Zukunft erst auf interne schwere Auseinandersetzungen in Europa hinauslaufen und dann werden die Deutschen Nordlichter zu Recht von der Bildfläche verschwinden. Sachsen , Bayern und B.-W. werden übrigbleiben, der Rest wird islamisch. Geschichte wiederholt sich !
    .........

    Wie anders sollte es laufen, wenn in dieser, unserer Gesellschaft jedem seine Überflüssigkeit und jederzeitige Austauschbarkeit demonstriert wird?
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  5. #14

    Politik und Menschlichkeit !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Art und Weise der Demission von Umweltminister Norbert Röttgen hat viele Beobachter erstaunt. Für viele ist der Fall symptomatisch für den Berliner Politikbetrieb. Wie ist Ihre Meinung dazu - braucht die Politik mehr Menschlichkeit?
    Die Demission von Norbert Röttgen war eine Machtdemostration der Bundeskanzlerin und hatte mit Menschlichkeit überhaupt nichts mehr zu tun ! Sie ist ein Symptom der Hilfslosigkeit der Bundeskanzlerin, ein Zeichen des beginnenden Endes der Ära Merkel. Sie ist nicht mehr unumschränkt Herr bzw. Frau im eigenen Haus.

    Ja, die Politik braucht wieder mehr Menschlichkeit; durch eine allzu große Anlehnung an die Wirtschafts- und Industrieverbände, an die Finanzindustrie ist das verloren gegangen. Aber es ist nicht nur die Menschlichkeit verloren gegangen, es ist der Kontakt zu den Menschen verloren gegangen. Die Politik weiss nichts oder fast nichts über die Bürger, für die sie tätig ist. Und das ist gefährlich, der Politik fehlt der Bezug zur Realität !
  6. #15

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Die Demission von Norbert Röttgen war eine Machtdemostration der Bundeskanzlerin und hatte mit Menschlichkeit überhaupt nichts mehr zu tun ! Sie ist ein Symptom der Hilfslosigkeit der Bundeskanzlerin, ein Zeichen des beginnenden Endes der Ära Merkel. Sie ist nicht mehr unumschränkt Herr bzw. Frau im eigenen Haus.
    Stimmt.
    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Ja, die Politik braucht wieder mehr Menschlichkeit; durch eine allzu große Anlehnung an die Wirtschafts- und Industrieverbände, an die Finanzindustrie ist das verloren gegangen.
    Widerspruch euer Ehren.

    In der Politik ist es genau so wie in der "freien Industrie" , nämlich ein "Hauen und ein Stechen" um Posten und um Macht.

    Nicht weniger und nicht mehr.

    Umsonst ist im Bundeshaushalt nicht ein Posten enthalten, der die Kosten für die Rhetorische und Schauspielerische Schulung der Protagonisten in vorderster Front voll übernimmt.

    Deshalb sind mir lächelnde Politiker vor der Kamera zu tiefst "Suspekt".

    Der Fall "Röttgen" war ja wohl ein Paradebeispiel dafür.

    Haben Sie schon mal ( wenn ja, ist es schon sehr lange her ) einen wütenden Politiker vor einer Kamera gesehen?


    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Aber es ist nicht nur die Menschlichkeit verloren gegangen, es ist der Kontakt zu den Menschen verloren gegangen. Die Politik weiss nichts oder fast nichts über die Bürger, für die sie tätig ist. Und das ist gefährlich, der Politik fehlt der Bezug zur Realität !
    Fazit: Die Politiker wissen das, kümmern sich darum aber nicht.
    Geändert von ( um Uhr)
    In der Politik ist es wie in der Mathematik: alles, was nicht ganz richtig ist, ist falsch.
  7. #16

    Fehlt der Politik die Menschlichkeit?

    Zitat von skeptiker221 Beitrag anzeigen
    Politik ist nicht menschlich genug? Seid wan kommt es denn bitte darauf an. Ich habe verfolgt, wie Hannelore Kraft mit ihrer "NRW im Herzen" Kampagne dem, im Gegensatz zu ihr doch sehr kalt wirkenden Norbert Röttgen, die politische Zukunft versaute. Es war amüsant wie Kraft einzig und allein mit dem Landesmutter-Image und hohen Sympathiewerten die Wahl für sich entschied. Aber: Wer kann sich bitte auch nur an eine inhaltliche wirklich relevante Aussage von ihr erinnern?
    ich wünsche mir, dass Deutschland von Politikern regiert wird, die hohen Sachverstand haben und ihre Entscheidungen klug und ohne Parteitaktik abwägen. Nicht von Leuten, die nur durch Polemik oder wegen ihres Images gewählt werden. Dazu gehört auch der Mut zu unpopulären Entscheidungen. Letztere zu fällen wird für die Politik immer schwerer. Vor drei Wochen hieß es über die Kanzlerin noch: Die beliebte, international angesehene Mutti löst die Euro-Krise. Knapp drei Wochen später liest man in de Zeitungen: Unsere rhetorisch unbegabte, wenig charismatische Kanzlerin hat sich rasant verschätzt und wird ihre Haltung in punto Euro-Krise nicht halten können.
    Dieses heftige Auf- und Ab der Medien führt dazu, dass alle Entscheidungen (z.B. in Bayern von Seehofer) permanent auf Popularität hin geprüft werden. Dieses opportunistische Gehabe kann nicht gut sein. Wer gewählt ist, ist demokratisch legitimiert und hat auch das Recht auch unbeliebte Sachen zu sagen, ohne gleich als unmenschlich dargestellt zu werden.
    Fazit: Die politische Landschaft in Deutschland braucht weniger Selbstdarsteller und Frasendrescher. Die sind nicht hilfreich.
    Der Politik angelt es nicht an Menschlichkeit, sondern an Sachlichkeit.
    Stimmt, aber auch an Sachverstand und Nähe zum Bürger - das sah man wieder an dem Interview Steinbrück- Sarrazin. Herr Steinbrück mußte einräumen die Bürger bewußt belogen zu haben.
  8. #17

    Fehlt der Politik die Menschlichkeit?

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Dazu eine Mutmaßung: ich kann mich nicht erinnern, dass Wahlforscher die Stimmen weiblicher Wähler für Kraft gezählt haben. Vielleicht hätte man da den Grund für ihre Stimmengewinne gefunden.
    Nun, bisher hat Frau Krafft doch in der Tat ncihts von sich gegeben - außer, dass sie das Land weiter verschulden will.
    Und was spielt sich in B.-W. ab? Ein trauriges Schauspiel. Entsprechend der Nachkriegsbildung.
  9. #18

    "Der Politik fehlt es an Mutmaßungen!"

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Dazu eine Mutmaßung: ich kann mich nicht erinnern, dass Wahlforscher die Stimmen weiblicher Wähler für Kraft gezählt haben. Vielleicht hätte man da den Grund für ihre Stimmengewinne gefunden.
    Ich "mutmaße" mal weiter: die Wahlforscher haben auch nicht tiefergehend bei den weiblichen Wählern unterschieden: Frau Krafft ist blond!
    Es gibt einen stimmigen Satz, den in der Originalsprache ich mir gleich verkneife zu zitieren: Fragen Sie nicht, was der Staat für sie tun kann, fragen Sie, was Sie für den Staat tun können.
    Politik stammt u. A. von dem griechischen Polis= f. d. Volk/dem Volke ab
    Politik
    Warum schließen sich Wähler so dermaßen mit Mutmaßungen davon aus?
  10. #19

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Dazu eine Mutmaßung: ich kann mich nicht erinnern, dass Wahlforscher die Stimmen weiblicher Wähler für Kraft gezählt haben. Vielleicht hätte man da den Grund für ihre Stimmengewinne gefunden.
    Gut möglich, dass Kraft vot allem bei den weiblichen Wählern gepunktet hat. Aber das war nicht der Grund weshalb sie die Wahl gewonnen hat.
    Der koplette wahlkampf war total auf die Personen Kraft und Röttgen polarisiert.
    Röttgen verkörperte die Reinform des abgehobenen, karrieregeilen Zahlenmensch - so brauchte eine Frau Kraft nur noch "den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen", um die Wahl zu gewinnen. NRW hat nicht etwa für das SPD-Programm gestimmt, sondern für die Person Kraft.