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Bush bleibt - Endet die transatlantische Eiszeit?

George W. Bush bleibt Präsident der USA - erst im Januar 2009 wird sein Nachfolger ins Amt eingeschworen. Eine Enttäuschung für die Regierungen in Paris, Madrid und Berlin - eine gute Nachricht für die Mächtigen in Rom und London. Offiziell gratulierten freilich alle europäischen Regierungschefs Bush artig zum Sieg und brachten ihre Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit zum Ausdruck. Ein realistisches Szenario? Wird Präsident Bush auf das alte Europa zugehen? Welche Impulse für das transatlantische Verhältnis erwarten Sie vom neuen/alten Präsidenten?
  1. #1

    Aktuell geht es darum, ob der von Europäern und US-Demokraten wenig geschätzte Bolton neuer US-Botschafter bei der UNO wird. Meiner Ansicht nach: ja. Bequem ist er sicher nicht, er hat seine sehr eigenen Auffassungen über die UNO, die ihm nun um die Ohren gehauen werden. Und er ist einer dieser berüchtigten "Neocons", die es doch tatsächlich wagen, die Welt verändern zu wollen. Das ist natürlich sehr unbequem für diejenigen, die sich lieber mit dem Status quo abfinden möchten.

    Wenn Bolton tatsächlich bestätigt wird, könnte er einerseits das doch sehr eingefahrene Ritual der UNO erfrischend aufmischen, andererseits wird er lernen müssen, daß Diplomatie doch letztlich erfolgreicher ist. So gesehen, wird er von Bush womöglich an die Kandare genommen für eine bilateralere Politik als bisher praktiziert.

    Ob's hier herpaßt, weiß ich nicht. Ich meine trotzdem, daß es - egal ob Bolton nun bestätigt wird oder nicht - keine Chance für eine ständige deutsche Mitgliedschaft im Sicherheitsrat geben wird. Es gibt massiven Widerstand gegen Annans Pläne, von Entwicklungsländern und von einem aus Eigeninteressen geschmiedeten Zusammenschluß derzeitiger Sicherheitsratsmitglieder: angeführt von den USA, wird gegen eine ständige Mitgliedschaft Deutschlands opponiert, von Seiten der USA, weil davon ausgegangen wird, daß Deutschland sowieso nur mit Frankreich stimmen wird und Frankreich ja schon Mitglied ist. Offiziell sagen will das natürlich niemand, deswegen unterstützen die USA eine Mitgliedschaft Japans, wohl wissend, daß China dagegen sein wird. So bleibt am Ende alles wie es schon immer war. Annans Vorgänger sind auch schon mit Reformversuchen gescheitert, insofern: nix Neues unter der Sonne.
  2. #2

    Zitat von A.M.HB
    nix Neues unter der Sonne.
    Nee - wirklich nicht, Annke.
  3. #3

    Hallo Annke,

    ich fürchte leider auch, daß Bush und Co sich gegen einen deutschen Sitz stellen werden. Und die Chinesen gegen einen japanischen. Einfach zum Heulen, wie hier der zweit- und drittgrößte Beitragszahler der UNO gegängelt werden.
  4. #4

    IRAN
    USA bieten Geld für Demokratisierung

    Die Summe ist überschaubar, birgt aber politischen Sprengstoff: Mit drei Millionen Dollar will die US-Regierung iranische Nichtregierungsorganisationen unterstützen, die sich um die Demokratisierung des Landes bemühen. Eine Reaktion Irans ließ nicht lange auf sich warten.

    Vom SpOn

    Also hier soll ein Putsch mit amerikanischem Geld unterstützt werden. So wie früher, als der Sha an die Macht kam ( damals leichter, man konnte auf korrupte Militärs setzen).

    Wenn ein Land die Feinde der USA unterstützt, wie wird das genannt? Gibt es einen Unterschied oder wieder mal die schöne doppelte Moral?
  5. #5

    Zitat von JanSouth
    Hallo Annke,
    ich fürchte leider auch, daß Bush und Co sich gegen einen deutschen Sitz stellen werden. Und die Chinesen gegen einen japanischen. Einfach zum Heulen, wie hier der zweit- und drittgrößte Beitragszahler der UNO gegängelt werden.
    Na ja, Deutschland ist in der EU ja auch vorrangig Zahler, während sich die anderen Staaten darum kümmern all das zu verteilen, was die deutschen Steuerbürger für Lohn- und Steuerdumping zur Verfügung stellen, damit die Unternehmen die Rosinen rauspicken können.

    Bush mag deshalb beliebt sein, weil er meist prinzipientreu auftritt, wogegen nichts einzuwenden ist. Aber deren Inhalt ist es, die einem das Essen wieder nach oben treiben...

    MfG

    Daniel
  6. #6

    Zitat von Viviana Zaslavsky
    Also hier soll ein Putsch mit amerikanischem Geld unterstützt werden.
    *brüllvorlachen*
  7. #7

    Zitat von JanSouth
    *brüllvorlachen*

    Ist natürlich noch nie vorgekommen.
  8. #8

    Neue Deutsche Aussenpolitik

    Die Politik von Schröder unterscheidet sich fundamental von der Außenpolitik von Schäuble.

    Während Schröder's Politik auf Verzahnung Westeuropas mit Osteuropa und Russland gerichtet ist, um einen langfristigen strategischen Vorteil zu erlangen, will Schäuble die tradierte Partnerschaft zu den USA wieder in den Vordergrund stellen.

    Es läuft in der Außenpolitik darauf hinaus: Rot-Grün oder Schwarz-Gelb.
  9. #9

    Zitat von Viviana Zaslavsky
    Ist natürlich noch nie vorgekommen.

    Nein Viviana, daß die Putschgelder im Internet zur Bewerbung ausgeschrieben wurden, das ist tatsächlich noch nie dagewesen.


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