Forum


 

Bundespräsident Köhlers Rücktritt - wie bewerten Sie seine Amtszeit?

Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Wie bewerten Sie seine Amtszeit?
  1. #2760

    Ich verstehe den ganzen Zirkus nicht.

    Ich persönlich finde es eher traurig wenn deutsche Politiker bei jeden kleiner Unstimmigkeit wie angepisste kleine Kinder ihr Amt niederlegen. Es wäre das selbe wenn jeder Berufstätige bei der erstbesten Meinungsverschiedenheit mit dem Chef kündigt.
    Richtig, ich vergleiche ein niederlegend es Amtes mit einer Kündigung! Und dafür bekommt dann ein Herr Köhler, egal ob er nun Bundespräsident ist, seine vollen Leistungen weiterhin gestellt. Toll genau diese Leute machen zum Gesetz das ich, der in der Wirtschaft kündigt, noch nicht mal Anrecht auf ALG habe (was auch richtig ist)

    Für mich hat er weder die Weiterführung der Leistungen und schon gar nicht einen großen Zapfenstreich verdient! Alleinig deswegen weil er FREIWILLIG und von sich aus gekündigt hat und Quassie den "Vertrag" mit seinen Wählern gebrochen hat!
  2. #2761

    Zitat von RobinW Beitrag anzeigen
    Es ist geradezu lächerlich und grotesk zu erwarten, dass ein ehemaliger Präsident des deutschen Volkes auf seinen ihm zu Recht zustehenden Lohn verzichten sollte. Was soll denn ein Ex-Präsident zukünftig tun? Seminare abhalten? Ein Buch schreiben? In die Wirtschaft gehen?
    Wo bliebe da denn nun der Respekt vor diesem Amt?
    Es ist vollkommen richtig und legitim, dass der ehemalige Präsident auch nach seiner Amtszeit frei von wirtschaftlichen Zwängen bleibt.
    So ist das, rein theoretisch gesehen, nicht ganz richtig.
    In erster Linie darf man nicht vergessen das er von sich aus "gekündigt" hat. (Da steht der Job als Bundespräsident erstmal an zweiter Stelle). Wenn ich kündige, verzichte ich auf den Job und den daraus folgenden Vorzüge und Bezahlungen. So schauts in der realen Welt nun mal aus. Wenn ich heute bei meinen Chef kündige muss ICH mir ne Platte machen wo ich bleibe. (was auch richtig ist)

    Der Respekt vor diesem Amt geht verloren wenn der Amtsträger den Respekt vor seine Wählern verliert! Kündigung eines Postens ist und bleibt eine egoistische Entscheidung und gerade als Präsident eines Landes kann man sich Egoismus nicht leisten!
  3. #2762

    genauso siehts

    Zitat von Typeo Beitrag anzeigen
    So ist das, rein theoretisch gesehen, nicht ganz richtig.
    In erster Linie darf man nicht vergessen das er von sich aus "gekündigt" hat. (Da steht der Job als Bundespräsident erstmal an zweiter Stelle). Wenn ich kündige, verzichte ich auf den Job und den daraus folgenden Vorzüge und .....
    aus: erst dei beleidigte Leberwurts spielen, dann noch zum Abschied eine entsprechende Predigt und dann 200.000€ Ehrensold +++++ , dann kommen noch die diversien Honorare usw usw dazu !
    was soll ein EX BP tun, ja gibt der seinen Verstand zurück, man müsste erst mal ausrechnen, was noch an Pension als Staatssekretär und den anderen Posten ins Haus steht !
    HALLO; WAS SOLL ER TUN ?? ist er krank oder arbeitsunfähig oder was ????
  4. #2763

    Kein Helm_ab_zum_Gebet!

    Zitat von Typeo Beitrag anzeigen
    ... Der Respekt vor diesem Amt geht verloren wenn der Amtsträger den Respekt vor seine Wählern verliert! Kündigung eines Postens ist und bleibt eine egoistische Entscheidung und gerade als Präsident eines Landes kann man sich Egoismus nicht leisten!
    Es ist eben etwas Anderes, ob eine Kanzlerin oder ein Minister zurücktreten oder eben der Bundespräsident.
    Da er nicht im aktuellen politischen Geschäft agiert/ agieren soll, gibt es auch keine politischen Gründe, zurückzutreten!
    Ein Gesetz, das er nach eingehender formaler oder materieller Prüfung nicht ausfertigt (unterzeichnet), erlangt eben keine Rechtskraft. Punkt. Da kann die jeweilige Bundesregierung schäumen, pöbeln oder Kopf stehen!

    Ein Bundespräsident tritt nicht zurück! Er kann nur für eine Wahlperiode antreten (mit Verweis auf seine Gesundheit, wie Herzog) oder er bleibt die vorgesehenen zwei Wahlperioden, auch auf die Gefahr hin, dass er zwischenzeitlich stirbt.
    Insofern sollte der anschließende Ehrensold auch gestaffelt sein, für fünf oder zehn Jahre Amtszeit. Das Verhalten Köhlers finde ich feige! Wenn er mit irgendetwas nicht einverstanden ist in der aktuellen Politik, dann hätte er entsprechende Gesetze nicht abzeichnen dürfen. Hat er aber, hat alles mitgemacht!
  5. #2764

    Zitat von RobinW Beitrag anzeigen
    Es ist vollkommen richtig und legitim, dass der ehemalige Präsident auch nach seiner Amtszeit frei von wirtschaftlichen Zwängen bleibt.

    Es gäbe viele andere Stellen, an denen sich das Sparen lohnte, die Bezüge des Präsidenten und auch die Diäten der Politiker gehören ganz sicher nicht dazu.
    Wie wollen wir denn junge Leute motivieren, sich politisch zu engagieren, wenn die zu erwartende Entlohnung in keinem Verhältnis zur Verantwortung und Risiko stehen?

    Ich sage Politiker MÜSSEN wirtschaftlich vollkommen unabhängig sein. Nur so sind sie gefeit vor der Versuchung.
    Bin völlig Ihrer Meinung. Menschen, die sich an solchen Dingen stoßen, bedenken nicht, dass man für wenig Geld auch keine guten Leute bekommt. Womit ich nicht sagen will, dass diejenigen, die uns jetzt regieren, die besten sind. Aber sie sind auf jeden Fall die besten zu den gegebenen Konditionen, wären die besser, hätten wir auch bessere Regierende, denn andernfalls würde man sagen müssen, dieses Volk hat keine besseren.
  6. #2765

    Zitat von Typeo Beitrag anzeigen
    Ich persönlich finde es eher traurig wenn deutsche Politiker bei jeden kleiner Unstimmigkeit wie angepisste kleine Kinder ihr Amt niederlegen.
    Was hätten Sie denn gern? Sollen Politiker auf Skandale, wie weiland Kohl, nicht reagieren und einfach aussitzen, bis sich die Gemüter beruhigt haben?

    Köhler hat eine politische Aussage in Namen Deutschlands gemacht, für die er zu Recht angegriffen wurde. Als ihm seine Verteidigung („Es war nicht so gemeint“) nicht abgenommen wurde („ein Bundespräsident muss wissen, was er sagt“) und man ihn mit (dementen) ehemaligen Bundespräsidenten Lübke verglich, war es Zeit, zu gehen.

    Sicher, er hätte trotzdem bleiben und die Affäre aussitzen können, aber man hätte ihn nicht mehr ernst genommen, denn seine Autorität war dahin. Das wusste er, deshalb sein Rücktritt. Mit diesem hat er der Bundesrepublik Deutschland einen Dienst erwiesen, ihn deswegen zu schelten kann nur jemand, der solche Zusammenhänge nicht sieht.
  7. #2766

    Ungekündigt in den Ruhestand ...

    Zitat von Dion Beitrag anzeigen
    ... Menschen, die sich an solchen Dingen stoßen, bedenken nicht, dass man für wenig Geld auch keine guten Leute bekommt. Womit ich nicht sagen will, dass diejenigen, die uns jetzt regieren, die besten sind. ...
    Wir haben nicht über die Bezahlung im Amt gesprochen! Ich bin auch dafür, sie auskömmlich zu halten.
    Es geht darum, einem Ruheständler nicht den ungekürzten Ehrensold zu zahlen, sondern bei "Kündigung", hier Rücktritt, diesen Ehrensold zu kürzen!
    Das ist übrigens keineswegs so ungewöhnlich, wie vielleicht vermutet. Bei Wahlbeamten auf Zeit ist es sogar die Regel, die Ruhestandsbezüge zu kürzen, wenn man nicht wieder zur Wahl antritt oder vorzeitig ausscheidet.
  8. #2767

    Zitat von Dion Beitrag anzeigen
    Bin völlig Ihrer Meinung. Menschen, die sich an solchen Dingen stoßen, bedenken nicht, dass man für wenig Geld auch keine guten Leute bekommt. ..
    Völlig richtig.
    Aber dann hätte ich für das viele Geld auch sehr gerne einen guten Bundespräsidenten. Vor allem einen, der nicht gleich beim ersten Windhauch flatternd das Weite sucht.

    Darauf haben wir Bürger schon Anspruch. Oder besser: ich bestehe sogar darauf.
  9. #2768

    Zitat von panda Beitrag anzeigen
    Völlig richtig.
    Aber dann hätte ich für das viele Geld auch sehr gerne einen guten Bundespräsidenten. Vor allem einen, der nicht gleich beim ersten Windhauch flatternd das Weite sucht.
    Was Sie einen Windhauch nennen, nannten andere untragbar für den höchsten Repräsentanten des Staates. Und in der Tat: Jemand, der Afghanistankrieg mit unseren wirtschaftlichen Interessen dort verteidigt, bewegt sich nicht mehr innerhalb des Grundgesetzes und kann als solcher nicht mehr Deutschland repräsentieren – deshalb war Rücktritt der einzig mögliche Weg, sich halbwegs ehrenvoll aus der Affäre zu ziehen.
  10. #2769

    Zitat von Dion Beitrag anzeigen
    Jemand, der Afghanistankrieg mit unseren wirtschaftlichen Interessen dort verteidigt, bewegt sich nicht mehr innerhalb des Grundgesetzes und kann als solcher nicht mehr Deutschland repräsentieren – deshalb war Rücktritt der einzig mögliche Weg, sich halbwegs ehrenvoll aus der Affäre zu ziehen.
    Bei diesem Punkt waren wir schon mal.

    Sie haben mir aber immer noch nicht erklärt warum Horst Köhler dann nicht den (m.E. angeblich) wahren Grund zum Besten gegeben hat. Offenheit und Glaubwürdigkeit darf man vom ersten Mann im Staate doch erwarten.
    Stattdessen gibt er die Schuld den anderen. Wie einfach und wie verantwortungslos.

    Meine Meinung kennen Sie. Horst Köhler war schlicht überfordert - nur konsequent, dass er zurückgetreten ist. Sinnvollerweise aber hätte er sich einen für uns alle nachvollziehbareren Grund aussuchen sollen.








TOP



TOP