REUTERSEs ist das derzeit dienstälteste Kernkraftwerk der Welt und höchst umstritten. Jetzt wurde einer der Reaktoren abgeschaltet: Im AKW Beznau im Schweizer Aargau ist offenbar eine Pumpe des Kühlsystems defekt. Atomkraftkritiker fordern schon länger die Abschaltung der 42 Jahre alten Anlage.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...823455,00.html
Man könnte denken, dass am Wochenende irgendwo in Deutschland Wahlen sind. ;-)
Ansonsten wäre die Meldung doch unter den Tisch gefallen.
Der Schweizer Atomkraftkritiker warnt vor einem Zuname in der Schweiz... Der Spiegel und die German-Angst(Hasen) machen sich zum Gespött der restlichen Welt. Ich bin inzwischen wirklich froh ein Land mit einer dermaßen lächerlichen Presseberichterstattung verlassen zu haben!
Man lese nur einmal im Buch "Atom" von Stephanie Cooke nach, wie sich in den 50er Jahren die AKW-Industrie gesträubt hat, auch nur ein richtiges AKW aufzustellen, wenn die Haftungsfrage nicht wunschgemäss geklärt wird.
Danach sind alle weiteren Fragen überflüssig. In rund 50 Jahren AKW-Betrieb hat es zwei Super-GAUs gegeben (wobei Tschernobyl und Fukushima immer noch glimpfliche Super-GAUS sind!), mehrere Beinahe-Super-GAUs und etliche Störfälle, die nur durch viel Glück nicht zu einer Katastrophe geführt haben.
Irgendein Test-Brüter in den USA wäre auch beinahe "geschlüpft". Das Zitat des Reaktor-Ingenieurs "Um ehrlich zu sein, hätten wir fast Detroit verloren" sagt alles, was es zu einer solchen Technik zu sagen gibt.
AKWs sind ein typisches Beispiel für die Privatisierung von Gewinnen und die Sozialisierung von Verlusten. Bereits heute sind die wahren Kosten des Irrwegs AKW für Realisten zu erahnen. In hundert Generationen wissen wir dann ungefähr, was AKWs gekostet haben und noch kosten werden. Und in sechstausend Generationen wissen wir es dann ganz genau.
Man kann sagen, dass wir überreagieren.. oder man kann sagen, dass die anderen die Gefahr unterschätzen.
Denn ich mir einfach nicht vorstellen, wie man ein Kraftwerk dagegen absichert, dass ein 78 Tonnen schwerer Airbus A 320 da reinstürzt. Man findet zwar im Internet Hinweise und Erklärungen zu allen möglichen Sicherheitsstandards in AKW (Sicherheitsventile, Erdbebenschutz etc.) aber nirgendwo einen Hinweis darauf, wie man ein KKW vor einem Flugzeugeinschlag schützt.
Wenn also der Betreiber des dienstältesten AKW betont, dass es gegen Flugzeugeinschläge abgesichert ist, ist Skepsis duchaus angebracht.
Ob wir überreagieren oder nicht, könnte ganz einfach festgestellt werden: Versicherungspflicht für KKW einführen, und das Risiko nicht über den Steuerzahler abdecken lassen.
Dann, aber erst dann, kann man sich bequem zurücklehnen, die Versicherung wird nämlich genau hingucken und das Abschätzen des Risikos nicht anderen überlassen.