Richtig hin oder her ...
Ich komme seit 10 Jahren regelmäßig nach Hamburg. Ich liebe diese Stadt. Was ich aber wirklich anstrengend finde ist, dass gerade viele Hamburger mich ständig auf meinen Dialekt oder mein Deutsch aufmerksam machen müssen. Warum glauben die paar Norddeutschen, die auch noch bis auf ein paar Hannoveraner selbst Dialekt sprechen (ich zumindest höre einen Hamburger sofort aus allen anderen raus), eigentlich nur sie allein seien in der Lage RICHTIG Deutsch zu sprechen? Dialekt = Dumm? Wenn sie nichts anderes haben an dem sie sich aufbauen können, bitte.
Ich kann mich dann immer sehr leicht in die Lage von dunkelhäutigen Menschen versetzen, die hier geboren und aufgewachsen sind, die einen deutschen Pass und deutsche Eltern haben, die aber trotzdem ständig gefragt werden, wo sie denn herkommen bzw. aus welchem Land sie kommen.
Mein Vorteil gegenüber ihnen ist, dass es mir nur in Hamburg bzw. Norddeutschland so geht. Der Rest von Deutschland ist eigentlich „gebildet“ genug um rauszuhören woher ich komme und zu wissen, dass Süddeutschland aus sehr viel mehr unterschiedlichen Ländern (mit entsprechenden Dialekten) besteht als nur aus Bayern.
Dialekt gehört zu Deutschland wie die vielen verschiedenen Brotsorten und wird in mehr als 80 % (schätzungsweise) dieses Landes gesprochen. Dialekt ist auch deutsche Kultur und für mich auch einfach „zu Hause“. Ich spreche in Hamburg ein absolut verständliches Deutsch ohne krasse Dialektwörter oder Formulierungen, nur mit einer anderen Melodie. Und deshalb kann man mich nicht verstehen? Das ist traurig - aber nicht für mich.
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