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Zwangsmitgliedschaft: Kleinunternehmer rebellieren gegen Kammerpflicht

DPADie Pflichtmitgliedschaft in Kammern ärgert viele Betriebe in Deutschland. In Berlin hat eine Initiative von Kleinunternehmen jetzt erstmals den Einzug in die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer geschafft. Nun will sie die verkrusteten Strukturen aufbrechen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...840453,00.html
  1. #30

    Zwang der Grundstein zur Freiheit?

    Wer Zwang als Grundvoraussetzung für Freiheit manifestiert, wie es die Kammern tun, und ihre Kritiker auf unterstem Niveau u. a. mittels Abmahnung bekämpfen, haben ihre Existenzberechtigung verloren.

    Die Kammern unterdrücken die Meinungsfreiheit, dulden keinerlei Kritik.
    Wer sich kritisch äussert wird mit Abmahnungen überhäuft-

    Und Richter, auch wenn es BVerf-Richter sind, die das Argument Zwang als Grundvoraussetzungen für Freihei, haben ebenfalls in BRD nix zu suchen.
  2. #31

    Zustimmung

    Die Kammern sind völlig unzeitgemäß und intransparent. Es ist mir auch nicht klar, wofür ich meine Beiträge eigentlich bezahle, außer damit die Arbeitsplätze der Kammerangestellten zu sichern. Das System muss ausgemistet und modernisiert werden.
  3. #32

    Nichtsnütziger Laden

    Lange Jahre war ich Zwangsmitglied. Als ich einmal etwas von denen wollte, bekam ich am Telefon zu hören, dass man sich doch wegen eines so kleinen Fliegenschiss nicht in Bewegung setzt. Hinterher war natürlich alles nicht wahr, ich durfte mir Unterlagen abholen (Versand von 4 Blatt war nicht möglich.) Das nenne ich Service. Bei meinem Beitrag war noch nicht einmal ein Umschlag und eine Briefmarke drin.

    Mittlerweile konnte ich durch Wegfall eines Teils meiner Tätigkeit auf Freiberufler umstellen, bin seither kein Mitglied mehr und spare viel Geld.

    Schaffte man die Kammern ab, würde ich ihnen keine Träne nachweinen. Die Kammern sind so nützlich wie ein Kropf.
  4. #33

    Warum kein Bericht vor der Wahl?

    Üblicherweise berichten Journalisten vor einer Wahl über die verschiedenen Kandidaten und ihr Programm. Warum schreibt „Der Spiegel“ über rebellische IHK-Kandidaten erst nach der Wahl, wenn man sie nicht mehr wählen kann? Eine merkwürdige Art von Journalismus.
  5. #34

    Auch wenn es hier unpopulär ist. Prinzipiell muss ich eine Lanze für die IHK's brechen. Vieles von dem, was sie tun, ist durchaus sinnvoll. Ausbildung ist das eine, viele Zollmodalitäten das andere. Es fragt sich nur, ob sich hieraus eine Zwangsmitgliedschaft begründen lässt.

    Bezüglich Zoll, Gutachterwesen etc. braucht man gar nicht zu diskutieren. Dazu brauchts keine Mitgliedschaft. Eine simple Gebührenerhöhung für tatsächlich geleistete Dienste reicht vollkommen. Schwieriger wirds schon beim Thema Ausbildung. Wenn Prüfungsgebühren sich plötzlich um mehrer 100 % erhöhen, besteht die Gefahr, dass "wegen der unverschämten Kosten" kleine Unternehmen die Ausbildung einstellen. Zumal man hier auch klar sagen muss, dass Firmen mit höheren Umlagen quasi für Firmen mit kleinen Umlagen zahlen. Solidarprinzip eben.

    Die Lösung muss also woanders liegen:

    Drastische Verkleinerung der Kammern. Viele der dort geleisteten "Arbeit" ist schlicht Beschäftigungstherapie.

    Demokratisierung der Kammern.

    Aufhebung der Zwangsmitgliedschaft für Kleinstunternehmen und Eintritt der Pflichtmitgliedschaft erst ab mind. 1 Vollzeitangestellten oder 10 % Auslandsanteil an den Umsatzerlösen.

    Vielleicht noch eine Idee. Es gibt unendlich viele Einzelhandelsverbände, Unternehmervereinigungen etc. Diese Verbände sollten eigene Vertretungen für Kleinstunternehmen etablieren und als solches stellvertretend Mitglied für die eigenen Mitglieder werden. Das wäre nicht nur preiswerter, es könnte auch durchaus dafür sorgen, dass gerade die Kleinen eine viel stärkere Vertretung haben.
  6. #35

    Der Präsident der örtlichen IHK erscheint in jeder zweiten Ausgabe der lokalen Presse. Er hält sein Antlitz in jede erreichbare Kamera, wenn es wieder eine zwangsbeitragsfinanzierte Gruppenreise ins Ausland gegeben hat, einen Empfang für die Großkopferten, eine sonntagsredengeschwängerte Honoratiorenveranstaltung oder Ähnliches. Die lokale IHK ist eine derjenigen, welche schon gerichtlich einen Dämpfer wg unzulässigen Äußerungen bekommen hat, dieses Urteil aber ignorierte und ihrerseits dagegen vorging (kostet ja nichts, Zwangsbeitragsgelder sind ja genug da).
    Mit den Zwangsbeiträgen wurden in den letzten Jahren mehrere teure Gebäude in der besten Innnenstadtlage gekauft und teuer renoviert, Repräsentation ist schließlich wichtig.
    Weil ich dieses Treiben nicht länger mit Ansehen kann, bin ich schon gerichtlich gegen die Zwangsbeiträge vorgegangen, natürlich ohne Erfolg. Die Richter werden bei den Einladungen und Empfängen der IHK sicherlich mit Ehrenkarten bedacht...
    Als nächstes wird mir die IHK die Zwangsbeiträge vom Konto pfänden - so sieht die "Vertretung des Gesamtinteresses der Gewerbetreibenden" aus!
  7. #36

    Ein Hoch auf die Berliner Kleinunternehmer

    Das ist wirklich mal eine Leistung, daß endlich dieses unsäglicher Kammersystem öffentlich angeprangert wird. Schon die Behauptung, daß private Unternehmensformen leistungsfähiger wären als eine ordentlich geführte nicht parteiverseuchte Verwaltung stimmt nicht. Völlig absurd wird die Sache aber, wenn man sieht, wie bürokratisch sich Unternehmer geben, wenn sie mal im Rahmen einer IHK Verwaltung spielen dürfen. In den letzten Jahren haben die Kammern krampfhaft versucht, weiter Kompetenzen an Land zu ziehen, um ihre Existenzberechtigung nachzuweisen. Dennoch sind sie als Zwangsanstalten genauso überflüssig wie die Handwerkskammern und die unsägliche Arbeiterkammer in Bremen. Sollen sie doch als freiwillige Zusammenschlüsse ihren Nutzen für freiwillige Nutzer nachweisen. Entsprechendes gilt für das sonstige Kammerunwesen in Deutschland. Nicht nur Griechenland, auch Deutschland braucht die Befreiung von überkommenen zünftigen Strukturen.
  8. #37

    Zwangsbeglückung

    Wie in Nordkorea oder früher in der DDR: Zwangsmitgliedschaft! Nichts von deren "Angeboten" kann ich nutzen, ich zahle für den Apparat. Für jede Bescheinigung, die ich als Makler in den letzten Jahren musste ich Gebühren berappen, die in keinem Verhältnis zum Aufwand standen. Die Kammern sind klare Merkmale dafür, dass wir längst in einer Bananenrepublik leben, was auch durch die Qualifikation des Regierungsapparats zum Ausdruck kommt.
  9. #38

    es wäre ein Segen wenn die pflichtmitgliedschaft in der ihm abgeschafft wird... dann sind nur noch diese Betriebe Mitglied welche das auch einen nutzen bietet... und es stellt sich schnell heraus ob sie eine Existenzberechtigung haben....

    ich durfte zahlen und als Gegenleistung gabs hochglanzbroschueren zweifelhaften Inhalts.
  10. #39

    Zitat von Urbanist Beitrag anzeigen
    ... ist die Zwangsmitgliedschaft für mich bisher verlaufen. Als Freiberufler und Kleinunternehmer (3 Angestellte), der aus Haftungsgründen eine GmbH gegründet hat, bin "ich" automatisch Zwangsmitglied in der IHK.......
    Auf was bezieht sich denn dieser "Zwang" ?

    Ich wüßte nicht das da jemand Mitglied sein muß, eher ist mir da das Gegenteil bekannt.
    Das ist wohl so ähnlich wie der Bluttest bei alkohol am Steuer. Den muß auch niemand machen. Einen Urintest kann man nicht verweigern, aber den "scheinbar" obligatorischen Blutest, darf jeder verweigern.
    Wer nicht an die IHK zahlen will, der muß das auch nicht, auch wenn er praktisch über Behörden mit Anmeldung irgend eines Gewerbes auch was von der IHK erhält. Also in Bayern ist das so.

    Es bleibt ja schwer zu erklären wofür denn diese Kammer verpflichtend sein soll ? Handwerkskammern sind eher grundsätzlich anders und Organe des öffentlichen Rechts, aber wenn man mal gelernt wie man Handel treibt, ist nur die Richtigkeit der Steuerabgabe verpflichtend. An sich kann ja jeder Handel treiben wie er will.


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