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Zwangsanleihe: Reiche müssen Deutschland retten
Manche Ideen sind so vernünftig, da weiß man gleich: Das wird nicht umgesetzt. Die Zwangsanleihe für Reiche ist so eine Idee. Dabei wäre das eine kleine Korrektur der Ungleichheit in Deutschland.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...844557,00.html
- #390 16.07.2012 18:47 von
...Reiner Mythos ... Die Reichen nützen der Wirtschaft ... ?
Die relative Verarmung des Mittelstandes kam mit der
postindustriellen Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung.
Warum sind die Superreichen schädlich für das Wirtschaftswachstum?
Die Antwort ist simpel: Weil sie es schlicht nicht schaffen,
ihr Vermögen auch wieder auszugeben.
Der ehemalige Arbeitsminister der USA, Robert Reich,
erklärt dies in seinem Buch „ Nachbeben“ wie folgt:
„Schon allein die Grösse der Aufgabe, unanständige Massen von Geld unter die Leute zu bringen, stellt ihre Besitzer vor unerwartete
Herausforderungen.“
Stellen Sie sich einen Mann vor, der jährlich rund
40 Millionen € verdient.
Er müsste täglich mehr als 100.000 € ausgeben,
um das Geld wieder unter die Leute bringen.
Das ist selbst mir harter Arbeit kaum zu schaffen.
Reiche horten so gesehen zwangsläufig zu viel Geld
und geben zu wenig davon aus.
Die Theorie vom so genannten „Trickle-down“, die Behauptung,
dass das Geld der Reichen langsam nach unten tröpfelt
und Wohlstand für alle schafft, ist schlicht falsch.
Nur eine Politik, die einen breiter gestreuten Wohlstand bewirkt, wird zu einem stärkeren und nachhaltigeren Wirtschaftswachstum führen. Das ist gut für alle.
siehe
Buch von Robert Reich, Nachbeben, Campus Verlag - #391 16.07.2012 19:01 von
Spätestens seit der Regierungszeit von Rotgrün, als es massive Steuergeschenke für die Reichen gab, gibt es eine Umverteilung von unten nach oben, die Reichen werden immer reicher, die Armen ärmer. Da ist es eine Frage der Gerechtigkeit, von den Reichen entsprechend ihrem Vermögen einen Solidarbeitrag einzufordern.
Wenig überzeugend finde ich aber hier in Deutschland die Forderung nach einer Zwangsanleihe, kann sich doch der Staat fast zinslos jede Menge Geld besorgen.
Es geht vielmehr darum, die Spitzensteuersätze der steuerlichen Leistungsfähigkeit anzupassen und zu Spitzensteuersätzen zurückzukehren, wie sie unter Ludwig Ehrhard (53%) oder Helmut Kohl (56%) galten, ohne dass die Reichen verelenden mussten. Hinzu kam bis 1996 noch eine Vermögensteuer, die natürlich vor allem die Vermögenden traf.
Eine Zwangsanleihe wäre in den Staaten dringend notwendig, die sich nicht mehr am freien Kapitalmarkt refinanzieren können, daher die eigenen Bürger zwingen müssen, den Staat zu finanzieren. Damit wären EFSF und ESM überflüssig und die Armen in Deutschland würden nicht noch dadurch ärmer, dass sie auch die Vermögen der Reichen in ganz Europa retten müssen, was unter sozialen Gesichtspunkten einfach eine Schweinerei ist. - #392 16.07.2012 19:01 von
Angenommen, in denUSA wird massiv gegen Deutschland gewettet und es folgt eine Herabstufung unsere Scoring bei den bekannten (ver)ratingagenturen, es müsste dann auch in Deutschland "gespart" werden, als wenn es kein Morgen gäbe. Sie werden dann in den einschlägigen Medien sehen können, wie die Megaschuld zurückgeführt wird!! Und die Privatvermögen von über 5 Bill Euro werden dabei keine Rolle spielen! Von daher wäre es ratsam, schon heute mit Planspielen zu beginnen, denn der Tag der Herabstufung ist nicht mehr fern!
- #393 16.07.2012 19:06 von
Jetzt mal richtig!
Herr Augstein, wenn schon einen Kommentar, dann auch richtig.
1.) Es ging um 250.000 € pro Person *Einkommen* pro Jahr. Zwei Personen dürfen 500.000 € per Anno verdienen, bevor kassiert werden soll.
2.) Vermögensverteilung im Jahre 2007:
Man ging davon aus, dass das Gesamtvermögen in der BRD acht (8) Billonen € betrug. Davon sind 5,3 Billionen Euro Grund- und Immobilienbesitz. Abzüglich Verbindlichkeiten verbleibt Vermögen im Werte von 6,6 Billionen €.
62% von diesen 6,6 Billionen € wurden von dem reichste Zehntel (10%) der Bevölkerung besessen, also Vermögen im Werte von ~ 4,1 Billionen €. Von diesen 10% besaßen die obersten fünf (5!) Prozent 46% Vermögen, also, ~ 1,9 Billionen €. Das bedeutet, wenn man 80 Mio. Einwohner hat, dass 8 Mio. Menschen in der BRD ungefähr 4,1 Billionen € Vermögen haben, 4 Mio. Menschen davon 1,9 Billione € von diesen 6,6 Billionen € besitzen und der "schlanke" Rest von 72 Mio. Bewohnern sich 2,5 Billionen € teilt.
Und an die muss man ran!
Also, keine Angst im Mittelstand. Und wer hier ~50 bis 80.000€/ Jahr verdient, ist zu denen da "oben" eigentlich nur untere Unterschicht.
3.) Was hat er denn gesagt, der gute Herr Haseloff???
"Es wäre eine Chance, der historisch bedingten über Jahrzehnte hinweg unterschiedlichen Einkommensentwicklung zwischen Ost und West und der Bildung großer Vermögen in den westlichen Bundesländern zumindest ansatzweise Rechnung zu tragen."
Richtig! NICHTS! - #394 16.07.2012 19:16 von
Es soll auch Leute geben die weit weniger als ein Jakob Augstein verdienen und sich ein Haus oder eine kleine Altersvorsorge vom Mund abgespart haben. Dafür dann aber auch Urlaub, Neuwagen und Konsum verzichtet haben. Ein kleines Haus kostet weit mehr als 250.000. Wie weit man von 250.000 als Altersvorsore bei 25 Rentenjahren kommt kann sich jeder selbst ausrechnen.
Und wo bitte schön soll man denn das Geld für die Zangsanleihe hernehmen? Wird dann das Eigenheim zwangsenteignet?
Das Menschen die ihr ganzen Leben lang sparsam waren und sich solide etwas aufgebaut haben jetzt derart bestraft werden sollen ist unfassbar. Wieso wendet man sich denn mal nicht an die Leute die ihr Leben lang alles auf den Kopf gehauen haben? Urlaub Urlaub Urlaub, alle 2-3 Jahre den Neuwagen, 50 Zoll Flachbildschirm im WC und sonst noch raushauen was geht. - #395 16.07.2012 19:16 von
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so langsam wird aus dem "dagegen wetten" eine eigenständige Denkfigur. Wer nicht Staatspapiere kauft, obwohl er es könnte, wettet schon gegen den betreffenden Staat. Das ist ungefähr so wie die Vermutung, daß die Wettquoten beim Pferderennen ursächlich für den Ausgang des Rennens sind. Genau wie bei Staatspapieren: in Ausnahme und Extremfällen ja, im Normalfall sind die Quoten ein Ergebnis der kollektiven Einschätzung der Fähigkeiten von Pferd und Reiter.
Oder mal ganz simpel, wenn wir unsere Staatsfinanzen im Griff hätten, könnten die "Spekulanten" bis zum jüngsten Tag gegen Deutschland wetten. - #396 16.07.2012 19:23 von
Wie sollte das gehen? Unser Wirtschaftsmodell basiert doch auf Verschuldung und Wachstum! Wie wollen Sie da einen "Griff" einbauen?
Umschuldung der Schulden auf die Besitzer des Vermögens? Vielleicht so, wie es der gute Jakob Augstein hier schreibt?
Oder die Methode "Zitrone und Gürtel enger schnallen"? Oder wie ich es nenne, die Mittelschicht rasieren? - #397 16.07.2012 19:24 von
- #398 16.07.2012 19:35 von
Spenden gehen häufig am Bedarf vorbei
Die Reichen sind keine Unmenschen. Genausowenig wie die Armen. Trotzdem sollten wir uns nicht auf die Spenden verlassen. Man sieht die Problematik an den Tafeln. In Deutschland ist die Tafeldichte dort am höchsten, wo die Armut am niedrigsten ist.
In einem Gebiet in dem die sozialen Probleme sehr gering sind. Es ist verständlich dass Herr Hopp in seiner Heimat sich engagiert. Ich will das gar nicht klein reden. Aber da es in Sachsen Anhalt wenig Reiche gibt, bekommt diese Region geringe Spenden.So hat z.B. der Mitgründer von SAP, Dietmar Hopp einiges zum Wohle der Bevölkerung der Rhein-Neckar-Region getan.
Die Reichen spenden häufig dort wo sie die Probleme sehen. Aber da die Reichen und die Armen immer mehr in getrennten Welten leben, bekommen die wirklich Bedürftigen am wenigsten von den Spenden ab.
Bildung für alle, eine gute gesundheitliche Versorgung, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben das sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und dies sollte nicht von der Laune der Reichen abhängen.
Viele Reiche tun sehr viel um die Welt zu verbessern. Nur die Ansichten was gut ist, ist sehr unterschiedlich. Es gab einmal ein sehr sehr reicher Mann aus Saudi-Arabien der glaubte er könne die Welt verbessern in dem er Flugzeuge in Hochhäuser stürzen liess.
Das ist sicherlich nicht typisch für Reiche, aber es ist doch besser in einem demokratischen Prozess zu entscheiden wo die Bedürftigkeit am höchsten ist - als von einigen wenigen Superreiche abhängig zu sein. - #399 16.07.2012 19:47 von
Linke Gerechtigkeit vs. Ökonomie
Dummerweise sehen das die reichen Franzosen etwas anders, wandern ins Ausland ab und spülen somit keine Steuern mehr ein: http://www.bild.de/geld/wirtschaft/euro-krise/reiche-franzosen-fliehen-vor-hollande-nach-london-24972990.bild.htmlFrankreichs sozialistischer Präsident François Hollande will eine zusätzliche Steuer in Höhe von 75 Prozent ab einem Jahreseinkommen von einer Million Euro erheben. Da haben die Deutschen nur den Kopf geschüttelt. Sie haben den symbolischen Wert dieser Maßnahme nicht verstanden. Es geht um das Geld, das dem Staat fehlt.
Meine Wenigkeit kann es verstehen. Bei einem Steuersatz von 75% würde ich auch das Weite suchen.
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