Forum


 

Zuwanderung von IT-Fachkräften: Deutschland? Muss nicht sein

Katharina FinkeGreencard, Blue Card: Immer wieder versucht Deutschland, Programmierer aus Indien auf seinen Arbeitsmarkt zu locken. Doch denen ist das zunehmend wurscht. Die Branche boomt in ihrer Heimat. Die "Buschzulage", die sie für Projekte in Deutschland bekommen, wiegt die Nachteile des Umzugs nicht auf.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...832090,00.html
  1. #40

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch die institutionellen Hürden werden in Deutschland nach wie vor als hoch empfunden. Jeder Inder, der nach Deutschland kommen will, braucht ein Visum, dessen Bearbeitungszeit im Durchschnitt eineinhalb Monate dauert. Danach muss zusätzlich die Arbeitserlaubnis beantragt werden. Immerhin hat das Bundesarbeitsministerium einen vereinfachten Online-Fragebogen eingeführt. Im Frühjahr nun kam die neue Blue Card, die auf eine EU-Richtlinie zurückgeht.

    IT-Fachkräfte: Blue Card lockt kaum Spezialisten aus Indien an - SPIEGEL ONLINE
    Hier ist die Information im Artikel leider nicht ganz aktuell. Tatsächlich braucht jeder Inder ein Visum - das braucht jeder, der von außerhalb der EU nach Deutschland kommt. Das ist in USA auch nicht anders - ohne Visum keine Einreise und schon gar keine Arbeitsaufnahme. Aber wenn man das "Visum" hat - das dauert ca. 4 Wochen ab Antrag bei der deutschen Botschaft - dann hat man auch schon die Arbeitsgenehmigung. Man muss halt den eAT beantragen, kann aber sofort arbeiten - Hochqualifikation und entsprechendes Visum vorausgesetzt.
    Das im Artikel beschriebene Vorgehen ist schon seit 5 Jahren überholt.

    Insbesondere beim Thema Einwanderung / Einreise von Fachkräften aus sog. Drittstaaten ist zu beobachten, dass die Information zu den Prozessen meist eine "gefühlte" Info ist und mit den Tatsachen nicht unbedingt was zu tun hat.

    Die Blue Card kam übrigens nicht "im Frühjahr" sondern kommt im Juli 2012.
  2. #41

    Tipp für die Bundesregierung

    Es wandern eh' mehr gut qualifizierte ab- als zu.
    Was tun?
    - > Spitzensteuersatz auf 51%
    - > Aber erst bei einem zu versteuerndem Einkommen von 350k EUR
    - > Progression entsprechend

    Wenn ich eh' mit 50 aussortiert werde, dann arbeite ich lieber in der Schweiz und verdiene Netto pro Jahr sicher mehr als das Doppelte als in Deutschland.
  3. #42

    Zitat von blackeyedboy Beitrag anzeigen
    [...]
    Also habe ich mal kurzer Hand vor einigen Wochen halb gerechnet, halb überschlagen, wieviel ich in (Süd-)Deutschland NETTO verdienen müsste, um mir denselben Lebensstandard leisten zu können wie hier - inkl. Rücklagen bilden, was ansparen, etc. Fazit: 3000 bis 3500 Euro. Man kann sich das ja gerne hoch rechnen. Ah und als Angabe zum Vergleichen: Ich bin Anfang 30 und hab 4 Jahre Berufserfahrung, Dipl. Inf. (Uni), arbeite für einen mittelständischen Dienstleister. Das sollte nen Überblick geben. Letzter Hinweis. Mein Gehalt BRUTTO in D vor zwei Jahren war im oben genannten Range!!!

    Jetzt darf sich mal kurz jeder Fragen, warum so viele IT-ler D verlassen, insbesondere in Richtung CH!!!
    3000-3500€ brutto mit Anfang 30 und 4 Jahren Berufserfahrung finden Sie wenig? Manchmal glaub ich, ich bin im falschen Film. Ich habe nichts gegen Akademiker, aber dass man von dem Gehalt nicht gut leben kann, braucht mir keiner erzählen. Ich möchte echt mal wissen, was manche Leute mit ihrem Geld anstellen und ich wohne auch im teuren Westen.

    Zum Thema: ich find's immer irgendwie immer nervtötend, wenn andere Nationalitäten so berichten, was ihnen an Deutschland nicht gefällt. Jedes Land hat so seine Eigentarten und wem es hier nicht gefällt, braucht ja nicht herkommen. Ich bin der Meinung, dass wir trotz allem noch ein relativ intelligentes Volk sind. Wenn es IT-ler braucht, sollten wir sie hier ausbilden statt Inder ins Land zu holen und nicht einmal mehr zu prüfen, ob ein Deutscher für den Arbeitsplatz in Frage käme. Ist doch in anderen Ländern Standard.
  4. #43

    Wie kommt es?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Greencard, Blue Card: Immer wieder versucht Deutschland, Programmierer aus Indien auf seinen Arbeitsmarkt zu locken. Doch denen ist das zunehmend wurscht. Die Branche boomt in ihrer Heimat. Die "Buschzulage", die sie für Projekte in Deutschland bekommen, wiegt die Nachteile des Umzugs nicht auf.

    IT-Fachkräfte: Blue Card lockt kaum Spezialisten aus Indien an - SPIEGEL ONLINE
    Wie kommt es dann, dass ganz Deutschland übersäht ist mit IT-Akademien, wo bereits fertig ausgebildete Fachinformatiker vom Arbeitsamt Fortbildungen bezahlt bekommen, weil sie keine Jobs finden und die dann auch nach den Fortbildungen, mit allerlei neuen Microsoft-Zertifikaten in der Tasche auch weiterhin keine Jobs finden? Und wenn dann nur als Sklave für absolute Scheißgehälter bei Zeitarbeitsfirmen, dann oft sogar in irgendwelchen Telefonmarketingfirmen ihren Dienst schieben.

    Wie kommt es, dass die Arbeitsämter diese tausenden arbeitslosen Fachinformatiker bezahlen und fortbilden und die Politik und Wirtschaft trotzdem nach Indern schreit? Sorgt lieber dafür, dass deutsche Arbeitskräfte endlich wieder zu gerechten Gehältern in Lohn und Brot kommen! Es ist der absoluten UNFÄHIGKEIT von Politikern und Managern zu verdanken, dass dieser Mißstand noch nicht behoben ist!!
  5. #44

    Volltreffer - und Glückwunsch, dass Ihr Beitag auch mal veröffentlicht wurde.

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Wir haben mehr als genug qualifizierte Programmierer, Informatiker und Ingenieure in Deutschland - sowohl junge Hochschulabsolventen als auch erfahrene, aber aufgrund von Managementirrsinn arbeitslose ältere Leute. Wir brauchen keine Inder! (Ich erinnere mich an den alten CDU- oder CSU-Wahlspruch "Kinder statt Inder".) Lasst euch nicht vor den Karren unfähiger geldgieriger Manager spannen!
    DAS ist doch schon mal was - und seit Jahren auch meine Rede.
    Bin selbst Vater von zwei erwachsenen Kindern mit Abschluß im
    math. - naturwissenschaftlichen Bereich.
    Man braucht sich doch nur all die Gründe der vielen hochqualifizierten
    jungen Leute anschauen, welche seit Jahren aus D auswandern.
    An diesem Punkt muß mal nachhaltig der Hebel angesetzt werden,
    anstatt sich von externem Zuzug völlig abhängig zu machen.
  6. #45

    Zitat von peter234 Beitrag anzeigen
    Dann sollen die Unternehmen halt mehr Fachinformatiker ausbilden.
    Ja, es gibt da einen Ausbildungsberuf und die Menschen können danach gut programmieren.

    Fachkräftemangel, der widerliche Versuch die Leute welche für Gehalt arbeiten müssen auch noch um die letzten paar Krümel zu bringen, welche vom Kuchen für sie abfallen.
    Lohnbetrug, bei gleichzeitiger immer weiter steigender Arbeitsverdichtung gibt es nicht nur im IT-Sektor. Betrügerische "Super-Unternehmer" spekulieren ja auf die Dummheit und Erpressbarkeit von Gehaltssklaven und Berufseinsteigern. Man glaubt auch immer noch, daß Uni-Absolventen auf die großzügige Chance warten, für ein Butterbrot ihre Dienste anbieten zu dürfen und nur darauf warten, daß man ihnen gestattet - nahezu für lau - ein Praktikum abzuleisten.

    Im Endeffekt sparen die Super-Unternehmer damit aber gar nichts, sondern machen sich langfristig alles kaputt. Echte Unternehmen wissen, daß es nichts für umsonst gibt und das Geiz nicht immer geil sondern sehr oft auch geschäftsschädigend ist.

    Wenn die Super-Unternehmer das erst einmal selbst begriffen haben ist es zu spät. Dann ist der Schaden angerichtet und der Kater groß.
  7. #46

    Weder Inder noch Einheimische

    Das Arbeitsamt ist weder in der Lage noch willens irgendjemanden zu vermitteln. Warum sollte sich ein Inder die Arroganz, Unfreundlichkeit und Paragraphenreiterei eines deutschen Arbeitsamt-Beamten gefallen lassen?
  8. #47

    Wozu auch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Branche boomt in ihrer Heimat. Die "Buschzulage", die sie für Projekte in Deutschland bekommen, wiegt die Nachteile des Umzugs nicht auf.
    Welche Vorteile sollte ein Umzug nach Deutschland bringen? Dem IT'ler ist es doch wurscht wo sein Laptop steht. Solange eine DSL-Verbindung vorhanden ist, kann der auch im Straßencafe in Timbuktu programmieren.
  9. #48

    Naja, ich kann schon verstehen, warum nicht viele herkommen.

    Es liegt m.E. vor allem daran, daß Einreisende in D sich nicht besonders willkommen fühlen.

    - Meistens (nicht immer) werden Anreisen oder Aufenthaltskosten zu Vorstellungsgesprächen nicht mal anteilig gezahlt
    - oft erhalten professionelle Zuwanderer keine Hilfe bei Wohnungssuche und Ämterkram
    - um das Leben nach der Arbeit, also die Freizeit, kümmert sich meist niemand, keine Einladung zum Treff abends mit den Kollegen. Warum? Weils den Treff meist nicht mal unter Deutschen gibt, die trennen nämlich privat und beruflich oft voneinander
    - die Sozialversicherung wird zwar eingezahlt, kann aber meist nie genutzt werden

    Fazit: man wird eher als neues Arbeitsrädchen wahrgenommen, denn als wichtiges bereicherndes Neumitglied.

    Also um nach Deutschland zu kommen, muß man schon wirklich wild auf dieses Land sein, sonst hat das keinen Sinn.

    und das spricht sich rum!
  10. #49

    Zitat von roastbeef Beitrag anzeigen
    Naja, ich kann schon verstehen, warum nicht viele herkommen.

    Es liegt m.E. vor allem daran, daß Einreisende in D sich nicht besonders willkommen fühlen.

    - Meistens (nicht immer) werden Anreisen oder Aufenthaltskosten zu Vorstellungsgesprächen nicht mal anteilig gezahlt
    - oft erhalten .....
    2005 war ich beruflich temporär in Kairo und kann es nur bestätigen, dass Deutschland in den Charts für Gutqualifizierte auf den hinteren Rängen liegt.
    Die Gründe sind in der Tat sehr vielfältig. In den bevorzugten Einwanderungsnationen bekommt man allerdings seitens der Ämter auch eher rudimentäre Unterstützung bei der Wohnungssuche etc.


TOP



TOP