Zuletzt war Johannes Heesters für viele*der drollige Show-Methusalem. Da vergaß man leicht:*Der lustvolle Tenor brachte einst Frauenherzen zum Schmelzen - und seine Rolle im Nationalsozialismus ist umstritten. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine etwas komplizierte Unterhaltungslaufbahn.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,764613,00.html
sie haben vollkommen recht. übrigens, heute sind genau so viele großmaulige mitläufer und täter, sie benützen jede gelegenheit brutalität und terror auszuüben. ich bin sicher, dass die genossen, die auf demos brutalst auftreten , in fall einer machtausübung genau so sich verhalten würden, wie die alten über denen heute urteilen. dazu noch eine sache: mein vater, verfolgte der braunen nur mit waghalsigen exil sein leben und seiner familie rettet, war in der zeit der großen brockdorf demonstrationen in Deutschland. Das war vor 30 jahren. als er die hasserfüllte fratzen der demonstranten sah, sagte, nein, die deutschen werden nie ändern, sie haben wieder eine gelegenheit gefunden ihre brutalität auszuleben. Er meinte nicht das volk, sondern die, die schon vorher unter einer anderen flagge mitgemacht hatten. wie recht hatte er.
und die niederländer : sie haben einen sündenbock gefunden, so leht man besser ab, dass ein drittel der bevölkerung echte braune gesinnung hatte. Heesters war einfach schauspieler, der erfolg haben wollte. sind die heutigen künstler, schauspieler, sänger nicht noch mehr verlogen? sie singen von der armen , dritte welt, frieden , grüne natur und dafür kassieren dicke gelder, leben möglichst fern in Mallorca , Kanada oder USA...
Ich hatte das Glück, der Premierenfeier seines Stückes "Ein gesegnetes Alter" hier in Hamburg beizuwohnen. Es war eine der schönsten Nächte meines Lebens. Die Energie und Lebensfreude, die dieser damals 96jährige dort ausstrahte, war einmalig. Als seine Tochter Nicole gegen halb eins sagte: "So, Papa, jetzt gehen wir aber nach Hause." antwortete er: "Du darfst ja gerne gehen. Ich bleibe noch!" Die Feier dauerte bis halb sechs. Es war wunderbar.
Für mich steht Johannes Heesters als Symbol dafür, dass man mit Talent, Fleiß und Liebe zu sich selbst und dem, was man tut ein erfülltes Leben führen kann. Jeder sollte sich daran ein Beispiel nehmen, wenn er sich wieder fragt, was das Leben ihm noch zu bieten hat.
Hier wurde einige Male über seine späten Auftritte gesprochen. Ja, sie waren nicht mehr die besten, aber er wollte es so. Und von welchem Menschen kann man sagen, dass er bis 102/103 immernoch fantastisch in seinem Job war?
Die Freude auf den nächsten Auftritt, auf die "Menschen, denen er jedes Mal wieder eine Freude machen wollte", seine Frau und Familie haben - davon bin ich nach der oben beschriebenen Begegnung zutiefst überzeugt - ihn zu einem glücklichen Menschen gemacht.
Herzlichen Dank für all die schönen Momente.
Ins UFA-Geschäft waren Hunderte, vielleicht Tausende einbezogen: Drehbuchautoren, Regisseure, Kameraleute, Liedtexter, Komponisten usw. und dann auch noch die Schauspieler und Sänger. Was kreidet man denen an, die längst gestorben sind? Wer schrieb die Liedtexte, die Durchhalte-Songs usw.? Auch viele andere Schauspieler (bekannte Namen) aus der NS-Zeit hatten in den Nachkriegsfilmstudios weiter gemacht, selbstverständlich für integer befunden, und ich beschuldige nachträglich auch niemanden! Es war richtig, dass sich Heesters vor diesen immer wiederkehrenden Vorwürfen nicht hat zurück gezogen. Heesters musste herhalten, weil er als Letzter aus einer ganzen Kompanie von UFA-Leuten übrig geblieben war - den letzten beißen die Hunde.
Das stiimmt. Nur Schauen sie sich mal bitte in ihrer eigenen Familie um: Wenn die sich so verhalten hätten, wie sies von Heesters verlangen, behaupte ich, wären sie nicht hier, weil ihre Vorfahren an Klaviersaiten in Moabit aufgehängt worden wären.
Wir in der heutigen Zeit, in der es die Meisten nicht einmal wagen, Ihrem Chef die Meinung zu sagen, verlangen, aus der sicheren Perspektive des Rechtsstattes heraus, dass sich alle gegen das Nazi Regime auflehnen hätten sollen!
Na dann Prost! Wenn das alle gemacht hätten, wer hat dann den importierten Oesterreicher gewählt?
Reine Schutzbehauptung:
We seit 33 sich nicht anbiederte, nicht in der HJ war, nicht der Winterhilfe spendete, nicht im weissderkuckucknochmalwasfüreiner Organisation war, der hat nicht 12 Jahre lang überlebt! Der musste sich irgendwann mal rechtfertigen und Farbe bekennen! Also behaupte ich: Es hat jeder gekuscht, der bis 1945 überlebt hat.
-Wen meinen Sie eigentlich mit "wir" und "uns"?
-Was soll mir das sagen, daß Sie in einer "Diktatur" gelebt haben? Daß Sie wissen, wie man mitläuft oder von ihr profitiert?
-Schön, daß Sie mit einer Ausländerin verheiratet sind, aber das ist doch Privatsache.
-Wie Sie selbst schon sagten: "Die Mahnerei nervt!"
Gut, daß es noch Überlebende des Zweiten Weltkrieges und Holocaust gibt, die KEINE Nazis, Mitläufer oder Profiteure gab. Diese können Ihnen nämlich erzählen, daß es möglich war, anders zu handeln.