Ungerechtigkeit und Ungleichheit sind das drängenste Problem in Deutschland. Darum sollte das Jahr der Bundestagswahl zum Jahr der Gerechtigkeit werden. Es geht um die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-875204.html
Einmal mehr ein Artikel von Herrn Augstein, der mit viel Pathos daherkommt und dann mit dürftigem Inhalt enttäuscht. Das Problem der Gerechtigkeit bleibt stehen auf dem intuitiven Vorverständnis, daß es wohl ungerecht sei, wenn die Reichen immer reicher würden, ohne daß der Begriff problematisiert wird. Das Problem wachsender Armut ist auch eins der überbordenden sozialstaatlichen Lasten für die Unter- und Mittelschicht. Dieses Thema - und zugleich den sinkenden Handlungsspielraum eines bis über die Halskrause verschuldeten Staates - lassen Umverteilungsdogmatiker wie Augstein stets ausgeblendet. Nicht weiterführend. Und ehrlich gesagt: Der Gestus moralischer Überlegenheit der Linken war schon vor 30 Jahren abstoßend - seitdem ist nichts besser geworden.
Leider verhindert die Finanzmafia zusammen mit unseren Politikdarstellern jeglichen Ansatz in Richtung gerechte Gesellschaft oder tatsächliche Solidargemeinschaft!
Prost Neujahr, es gibt jede Menge zu feiern, aber Mittwoch ganz schnell wieder zum 1. der 3-4 Jobs und dann noch ein paar Stunden bei der Arge um aufzustocken - ich liebe unseren Staat und die EU und den vorteilhaften Euro!
...dass das auseinander driften unserer Gesellschaft nicht erst durch gesteigertes Bemühen um Gerechtigkeit verursacht wird? Zumal es dumm wäre zu ignorieren, dass Gerechtigkeit aufgrund der Subjektivität des Menschen immer nur Selbstgerechtigkeit sein kann. Hier wird das Versagen Hiobs zum Ideal stilisiert, auf dass die Dummheit sich noch weiter ausbreite als sie ohnehin schon ist.
das nach dem Abbrennen nichts als Rauch hinterlässt.
Armut ist relativ, ich weiß. Aber wir reden hier von Deutschland und nicht von Mali oder dem Kongo. Gerechtigkeit ist, wenn in einem so reichen Land keiner durch das Netz fällt. Das Netz muss geknüpft sein aus zwei Fäden: Absicherung der Grundbedürfnisse und Teilhabe an dem Standard, der in Deutschland herrscht. Das Geld dafür ist vorhanden, jeder weiß das. Wenn es ein reiches Land wie Deutschland nicht schafft, seinen Bürgern gute Arbeit zu verschaffen und den Schwächeren einen würdigen Rahmen zum Leben zu geben, angepasst an unseren Lebensstil, welches Land sollte es dann können?
...es geht um Gerechtigkeit. Den Quatsch mit "Jeder ist seines Glückes Schmied" glauben sowieso nur noch die total Naiven. Nein, es geht um Gerechtigkeit. Es geht um gerechte Löhne und Renten. Es geht darum, dass auch Geringverdiener von ihrem Job leben können, Rentner auch. Es geht auch darum, dass die weniger Leistungsfähigen in unserer Gesellschaft leben können.
Aber, welche Partei will das? Nennen Sie mir eine Partei, die das alles will und auch tut. Ich kenne keine. Also, wie denn Gerechtigkeit wählen? Ihr Job, Herr Augstein, wäre es auch Antworten zu geben und nicht nur Fragen zu stellen, die sich jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch auch stelle.